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Legendario

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Montag, 12. Juli 2021, 12:44

Kurzfilm: Heinrich (2019)

Hallo, liebe Filmemacher!

Ich bin gestern auf euer Forum gestoßen und freue mich sehr auf den Austausch. Als Einstieg würde ich euch gerne meinen ersten Kurzfilm von 2019 zeigen, der mir nach wie vor sehr wichtig ist und einen Meilenstein darstellt. Ich bin eigentlich als Concept & Storyboard Artist für Film und Games tätig, aber habe nach 20 Jahren für andere Zeichnen, auch mal Bock gehabt Projekte umzusetzen. 2016 habe ich mir dann eine vernünftige Kamera besorgt und einfach angefangen mit Musikvideos, kleineren Image-Filmen und dergleichen, bis dann mein Schwager, der begnadeter Theater-Schauspieler ist, mehr Showreel-Material in Richtung Film haben wollte und diese Szene aus Studienzeiten noch im Kopf hatte.

Die freie Adaption, die wir dann zusammen geschrieben haben, basiert auf Martin McDonagh's "The Lieutenant von Inishmore", einem irischen Theaterstück. Das haben wir auf Norddeutschland umgemünzt und zu allem Überfluss wollte mein Schwager auch beide Rollen spielen, was die Drehplanung sehr kleinlich werden ließ. Das hat sich allerdings gelohnt und bis auf ein paar Schnitzer bin ich eigentlich zufrieden mit dem Material und vor allem auch seiner Performance. Leider war das meine Premiere in Sachen Ton angeln und es lief einfach alles schief, was dazu führte, dass wir nachträglich alles neu synchronisiert haben. Rückblickend war das eine super Entscheidung, da wir mit den Möglichkeiten der Neuinszenierung sehr viel mehr rausholen konnten.
Der Film fängt etwas düster und befremdlich an, aber wird stetig lockerer - nur als kleine Vorwarnung für die Zartbesaiteten. Es gibt keine nennenswerte Gewalt, aber klare Andeutungen und auch die Ausdrucksformen sind nicht kindergerecht.

Ich freue mich immer über Feedback und will lernen, also nur zu! :)

Mein zweiter Kurzfilm befindet sich in der Endphase und sollte dieses Jahr noch fertig werden. Dieses Mal habe ich mich an historischen Stoff gewagt, die Leute reden Plattdeutsch und es ist eine sehr persönliche Geschichte, die ich selbst geschrieben habe. Sind hier Rohschnitte auch gerne gesehen, oder ratet ihr von solchen Beiträgen ab?

Einen schönen Start in die Woche wünsche ich euch und schöne Grüße aus dem Norden,
Dário

Infos zur Entstehung:

Sony A7sii + Zeiss Flektogon 35mm 2.4, alles Handheld geschossen.
2 sehr kalte Nächte in der Metall-Werkstatt eines Freundes.
Und so einige Wochen an Schnitt, Vertonung, etc.
Schnitt und Grading in Davinci Resolve.

Filmlänge:
12:36

Stream:
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Legendario« (13. Juli 2021, 18:33)


7River

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Montag, 12. Juli 2021, 20:05

Hallo und willkommen im Forum. :)

Der Film hat mir richtig gut gefallen, sowohl vom Schauspiel als auch den Dialogen, die wirklich geschliffen sind. Kompliment. Zu Beginn, wo der Herr mit dem Schulterholster, eine Schürze um hat, ist ein Nachzieheffekt zu sehen. Dass synchronisiert wurde, fällt am Anfang auf, stört aber nicht sonderlich. Das hätte ich zu kritisieren. Ein beachtlicher erster Kurzfilm.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“

Legendario

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Montag, 12. Juli 2021, 22:29

Vielen, lieben Dank! Die Technik mal außen vor, will ich tatsächlich vor allem inhaltlich überzeugen und auch wenn der Stoff in diesem Fall nicht direkt von mir kommt, so liegt in der Inszenierung dann doch die entscheidende Würze und dass ich damit in deinen Augen erfolgreich war, freut mich sehr. Mein Schwager ist ohnehin großartig und ich konnte die Schauspiel-Regie eigentlich komplett abgeben.
Den Nachzieheffekt kann ich mir bis dato nicht ganz erklären und er hat mich beim Schnitt wahnsinnig gemacht. Am Ende musste ich damit leben und fand es wichtiger den Charakter gebührend einzuführen und dabei eben visuell nicht den Ansprüchen zu genügen, aber du hast vollkommen recht. Es fällt leider auf...

Schön auch zu lesen, dass dich die Synchro nicht stört, denn das war natürlich auch ein Dämpfer. Allerdings immer noch besser, als die originale Version die ich ganz sicher nicht zeigen werde. ;) Ich muss gestehen, dass ich mit der Verbreitung des Kurzfilms bisher sehr zögerlich war und daher kaum Resonanz kam, also nochmal vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast!

Mischka

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Dienstag, 13. Juli 2021, 11:28

Katzenfreunde unter sich ...

Ein toller Film! Es stimmt alles - die düstere Atmosphäre, die Dialoge ... Eine gute schauspielerische Leistung in diesem kleinen Kammerspiel! :thumbsup: :thumbsup:
Viele Grüße aus dem Ahrtal!
Mischka

iSeeCinematic

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Dienstag, 13. Juli 2021, 17:45

Das ist mal ein sagenhaft gut gespielter wie inszenierter Kurzfilm, meine Hochachtung. Selten haben mir gut 12min im Kurzfilm-Bereich so gut gefallen wie hier, ist ehrlich stark geworden!!!
Da stimmt soviel dass ich garnicht wüsste, wo ich mit all dem Lob anfangen sollte, deshalb:
Grandios gemacht, von Anfang bis Ende, ich wurde hervorragend unterhalten und bedanke mich bei Dir!!

Wenn ich etwas kritisierend am Rande anmerken müsste, dann wäre es die Tatsache, dass es sich um Synchro handelt. Das ist höchstpersönlich, allein meine Subjektive Sicht. Die Synchro ist von Anfang bis Ende für unseren Kurzfilm & Amateurfilm Bereich sehr gut umgesetzt. Nur kucke ich alle Filme stets in O-Ton, weshalb mir Synchro, egal wo, persönlich immer stark auffällt und mein Augenmerk dann oft darauf fällt.
Und die Tatsache, dass solch ein tolles Werk "nur" in 1080p ausgegeben und mit nicht allzu hoher Bitrate rausgerendert wurde ist ebenso ein persönlicher kleiner Stich, nicht falsch verstehen, das wertet für mich den Film keineswegs.

VG
Kevin

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Dienstag, 13. Juli 2021, 18:29

Mensch, scheint so als hätte ich den Film schon viel früher mal rumzeigen sollen!

@Mischka: Dankeschön! "Kammerspiel" umschreibt ziemlich treffend, wie auch von Anfang an unser Ansatz war und ich freue mich über dein durchweg positives Feedback. Dass Jonas wirklich ein Katzenfreund ist, wage ich zu bezweifeln, aber vielleicht verarscht er mich auch. ;)

@Kevin: Auch dir vielen, vielen Dank! Mir gehts mit Synchro exakt wie dir und ich kann eigentlich nur noch in Originalton gucken, aber die Qualität von der Live-Aufnahme war leider so schlecht, dass der Film einfach keinen Spaß gemacht hat, daher war dieser Kompromiss das Bestmögliche und immerhin ein guter Sound-Workshop für mich, da ich diesen Aspekt des Filmemachens bis dahin völlig ignoriert hatte. Inzwischen habe ich ein vernünftiges Richtmikro und werde solche Fauxpas zukünftig hoffentlich vermeiden können, denn es ist in der Tat sehr schade.

Die Bildqualität hat sicher auch mit meinem nicht wirklich geglückten Grading zu tun, aber tatsächlich habe ich in 1080p und 8-bit geschossen. Es gab also keinerlei Anpassung des Ausschnitts oder dergleichen und das Bild ist 1:1 was ich damals geschossen habe. Damals hatte ich auch noch keinen externen Recorder und die mp4 Dateien der A7sii sind ziemlich suboptimal. Dann habe ich auch noch einen fundamentalen Fehler gemacht und total unterbelichtet, als auch nicht mal in Slog geschossen und damit erklärt sich wohl auch schon die präsentierte Qualität. Man wünscht sich natürlich oft das Rad der Zeit zurückdrehen zu können, aber an den Fehlern der Vergangenheit erkenne ich immerhin was ich alles schon gelernt habe. Da mein Schwager und ich sehr dicke sind, wird das definitiv nicht der letzte Film mit ihm gewesen sein und so schmerzen die Schnitzer beim Heinrich zumindest weniger.

Ich will hier eigentlich nicht so lange ausholen, aber tatsächlich schieße ich nach wie vor hauptsächlich mit der A7sii und auch wenn sie in die Jahre gekommen ist, so können die Bilder bei richtiger Handhabung verdammt gut sein. Ich wollte neulich endlich in eine neue Kamera investieren, vor allem die FX6 lacht mich an, aber solange es nicht um richtige Jobs geht, reicht mir die Qualität der A7sii eigentlich und ich habe mich nun dafür entschieden lieber in gute Cine-Objektive zu investieren, denn die sind für die Ewigkeit.

Jedenfalls danke ich euch beiden nochmal herzlich für das schöne Feedback!

iSeeCinematic

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Dienstag, 13. Juli 2021, 18:39

Servus @Legendario,
trotz all der kleinen "Fehler" gelang es Dir, Leute wie mich maximal an den TV zu fesseln. Wie du richtig umschreibst, dient Dir all das als Schießpulver für techn. noch genialeren Stoff in hoffentlich naher Zukunft. Ich jedenfalls bin hooked as fuck!
Das Grading fällt mir überhaupt nicht negativ auf. Ich werte Grading im Generellen nicht, weil sie für mich subjektiv ist und der Creator damit sein ganz eigenes Stimmungsbild erzeugen will. Die Unterbelichtung sorgt natürlich im Zusammenspiel mit YT's Codierung für den Ein oder Anderen Qualitäts- & Detailverlust, aber all das nimmt dem Kunstwerk keineswegs seine Schlagkraft.
Und die A7sII spielst Du hier ganz klar zu Unrecht herunter. Kameras machen keine guten Filme, Du dahinter machst sie und Objektive sind auf diesem Niveau ganz sicher ein deutlich besseres Investment um nuanciert weiter an Deinem Look zu feilen.

VG
Kevin

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Dienstag, 13. Juli 2021, 18:53

Danke, Kevin!
Auch für den Reminder bezüglich meiner Kamera und die Kopf-Wäsche. :)

Tatsächlich befindet sich mein neuer Kurzfilm in der Endphase und sollte bis Ende des Sommers abgeschlossen sein. Da konnte ich aus meiner geliebten A7 auch noch ein ganzes Stück mehr rausholen. Ich wollte dir eben auch schon in deinem NUMB Thread bezüglich des Gradings antworten, aber dann eben hier: Ich mag deine Denke! Muss gestehen, dass ich mit dem Auge eines Handwerkers dein Grading beurteilt habe, als auch das des Heinrich und dabei immer wieder vergesse auf die Emotionen zu achten. Ist vielleicht der Fluch von uns Solo-Filmemachern, die so viele Sparten abdecken, dass sie auch mal die Übersicht verlieren. Erfrischender Input, mein Guter!

Wünsche dir noch einen schönen Abend,
Dário

iSeeCinematic

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Dienstag, 13. Juli 2021, 19:12

Servus Dario, nix zu danken, danke für den Austausch, dazu ist diese Plattform da :)
Ich selbst hab mich irgendwann einfach vom Wahn der Technik gelöst. Mein "Ziel" ist es, meiner Leidenschaft zu frönen und nach "meinem" Look zu jagen. Und der ist nicht techn. perfekt, sondern Ausdruck von dem was ich beim Skripten oder Drehen verspüre. Hab fürn externes Projekt mal mit ner RED Helium 8K gearbeitet und hab mich kein bisschen besser in der Umsetzung gefühlt. Mit meinem Equipment möcht ich eine brauchbare Basis haben. That's all. Die besten Objektive sind für mich auch nicht die großen Namen oder irgendwelche Werte, sondern die die mir einen gewissen Look geben, NUR danach halt ich Ausschau.
Und beim Thema Grading am Beispiel "NUMB", hab ich mehrere Stunden einfach so lange gefeilt, bis es sich ganz subjektiv persönlich "richtig" angefühlt hat. Ich hatte irgendwann in der Feinjustierung plötzlich DEN Look, bei dem ich instant nach dem "Play" drücken emotional wurde. Sieht das fertige Projekt nach dem Maximalen an Qualität aus, was die BMPCC4K zu bieten hat? NEIN. Berücksichtige ich garnicht.

Mich haste gekriegt, freu mich auf Alles Weitere :love:

JoeQuarantaine

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Dienstag, 13. Juli 2021, 20:56

Während die Geschichte habe ich mich überzeugt gefühlt, dass da zwei Darsteller sind.

Legendario

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Mittwoch, 14. Juli 2021, 11:56

Ha! Das freut mich zu lesen, denn es war schon etwas überwältigend eine ohnehin schon recht simple Szene dann auch noch so dividieren zu müssen und trotzdem Spannung aufzubauen, Abwechslung zu bieten. Leider gab es für die Doppelbelichtung, wo die beiden Figuren dann wirklich mal gemeinsam im Raum sind, nur einen einzigen Shot, da mein Schwager ja den Bart für die zweite Rolle abrasieren musste. Es gab durchaus schon Kritik von Freunden und Kollegen, dass man erstmal Orientierungsschwierigkeiten hat, aber ich habe das Gefühl, dass es der Spannung sogar dienlich ist, auch wenn ich davor hüten will solche Interpretationen als Ausrede zu nutzen.

Um es kurz zu machen: Danke! :D

Selon Fischer

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Mittwoch, 14. Juli 2021, 15:07

Wow, der Kurze ist echt klasse! Hier hat wirklich sehr viel gestimmt: Spiel, Bildgestaltung, Buch...

Magst du noch ein bisschen mehr zur Synchro erzählen?

Legendario

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Mittwoch, 14. Juli 2021, 17:42

Auch dir vielen Dank!

Bin mir nicht sicher welcher Aspekt dich da genau interessiert, aber hier eine kleine, eher technische Beschreibung:
Ich habe mir damals anlässlich der anstehenden Synchro und der Perspektive auch zukünftig am Filmemachen dranzubleiben eine kleine Aufnahmekabine gebaut. Hab da auch einen kleinen Monitor, mit dem ich den Sprecher das Bildmaterial zeigen kann und über das meterlange XLR-Kabel kann ich die Takes direkt in die Timeline des Schnittprogramms laden. Damals habe ich die eingebauten Mikros vom Zoom h4n Pro verwendet, aber inzwischen nutze ich lieber ein Sennheiser Richtmikro. Die Qualität der Aufnahmen war sehr gut, aber tatsächlich war es eine Odyssee den Raum wieder reinzubringen. Eher zufällig habe ich dann einen Filmmusiker kennengelernt, dem der Kurzfilm sehr gefallen hat. Er bot sich an, mir damit unter die Arme zu greifen und so konnte ich dann mal von einem Sound-Profi lernen, was es eigentlich alles braucht. Davor kannte ich Kompressoren nur als praktische Helfer in meiner Holz-Werkstatt.

Die Aufnahme der Synchro war für meinen Schwager eine große Überwindung, weil er von der Performance vor Ort überzeugt war, aber irgendwann hatte ich ihn dann genug weichgeklopft und wir hatten am Ende 2 richtig lustige Tage, die uns beiden glaube ich die Augen geöffnet haben. Was da dramaturgisch noch rauszuholen ist, war schon erstaunlich. Am Ende hat der Aufnahme-Fehler beim Dreh dazu geführt, dass mir mit der Aufnahmekabine ganz neue Möglichkeiten gegeben wurden und selbst bei meiner Arbeit als Storyboard-Zeichner, findet die Kabine nun Anwendung. Ich schneide die Frames immer öfter als kleinen Clip mit Musikuntermalung und Sound-Effects zusammen, packe bei Bedarf noch einen Sprecher drüber und schon ist das Filmkonzept ein ganzes Stück näher am finalen Werk, was ja bei der Kommunikation unglaublich wertvoll ist.

Meinen zweiten Kurzfilm, den ich hier schon erwähnte, habe ich in dieser Form komplett durchgeplant und konnte so schon vor dem Dreh quasi den Rohschnitt erstellen. Die Shotlist war damit auch schon abgehakt. :)

Jetzt bin ich etwas von deiner Frage abgekommen, aber ich hoffe, dass ich sie beantworten konnte.
edit: Bin gerade auf den Teaser für deinen Kurzfilm gestoßen und bin sehr beeindruckt. Sieht fantastisch aus und macht richtig Bock auf mehr!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Legendario« (14. Juli 2021, 19:23)


Selon Fischer

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Donnerstag, 15. Juli 2021, 09:21

Hab vielen Dank für diesen Einblick! Synchro ist im Indiebereich meiner Erfahrung nach oft der Todesstoß für viele Projekte. Wir mussten wegen knarrender Dielen auch einmal nachsynchronisieren und es war echt die Hölle es mit dem Rest des Films abzugleichen...(Wenn du magst, es ist die Szene ab 7:40 hier: Vogelfrauen (Road Movie | 22 Minuten)) Darüber hinaus haben wir die Foley-Sachen völlig vergessen, was natürlich zum seltsamen Feeling beiträgt...

Deinen Storyboard-Ansatz find ich klasse! Werd ich auch mal so versuchen :)

PS: Danke ;) Der hat seine Festivaltour jetzt fast abgeschlossen und wird bald online gehen.

Diramus

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Samstag, 17. Juli 2021, 18:33

Sehr schöner Film. Gefällt mir sehr gut. Mir ist während des Schauens nicht aufgefallen, dass hier ein Darsteller spielt. Habe erst nachher die Beschreibung gelesen.

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