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Ezio

Witcher

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41

Dienstag, 24. Mai 2011, 19:43

doch wer sagt es ist unmöglich, der hat schon verloren.

Genau das sage ich doch auch! :D
Am Anfang steht nicht das Verdienen von Geld im Vordergrund, sondern das verdienen eines Namens.

:thumbup:

Ich stimme deinem Beitrag voll zu!

................(Filmkanal).................................(Zeichnungen)................

Jumperman

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42

Dienstag, 24. Mai 2011, 20:08

doch wer sagt es ist unmöglich, der hat schon verloren.

Genau das sage ich doch auch! :D

Wer aber blauäugig sagt, dass es auf jeden Fall was wird, der verliert auch. Mit dem Unterschied, dass er bereits ne Menge investiert hat.

Keiner hier will Träume zerstören oder einreden, dass etwas nicht machbar ist. Nur sollte man eben als junger Filmemacher vorsichtig sein und auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Wie gesagt, ja, es ist möglich dass man von heute auf morgen "entdeckt" wird und zum großen Spielbergnachfolger wird, aber rechnen würde ich damit nicht.

Die Gefahr bei zu hoch gesteckten Zielen ist eben immer, dass man enttäuscht ist, wenn es nicht klappt. Und das ist leider in der wirklich Welt öfter der Fall als das Gegenteil. Man sollte sich seinen realistischen Weg klar machen und das "große Ziel" kann man ja immer im Auge behalten.

SR-Pictures

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43

Dienstag, 24. Mai 2011, 20:17

Wer aber blauäugig sagt, dass es auf jeden Fall was wird, der verliert auch.
Hoffe du beziehst dich da mit dem Doppelzitat auf Ezio, denn dass ich auf keinen Fall blauäugig mit Erfolg rechne, habe ich schon mehr mals in beiden Threads erwähnt...

Die Gefahr bei zu hoch gesteckten Zielen ist eben immer, dass man enttäuscht ist, wenn es nicht klappt.

Ich sehe aber auch die Gefahr, es später zu bereuen, nicht mehr versucht zu haben, wenn ich dann irgendwo arbeite (egal ob es mir gefällt oder nicht).

Die Gefahr zu bereuen nichts unternommen zu haben, um dem Traum näher zu kommen, ist wohl mindestens genauso schlimm/groß, wie enttäuscht zu werden.





Birkholz

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Dienstag, 24. Mai 2011, 20:32

Die Gefahr zu bereuen nichts unternommen zu haben, um dem Traum näher zu kommen, ist wohl mindestens genauso schlimm/groß, wie enttäuscht zu werden.


Dem kann ich nur zustimmen! Ich stecke da auch gerade in einer enormen Zwickmühle... Eigentlich befinden wir uns thematisch schon längst wieder bei Epicons Thema "Wie läuft es eigentlich?"...^^

Ich muss glaub ich mittlerweile sagen, dass ich immer mehr Zweifel über den Weg zum Film habe. Ich würde gerne vom Filmemachen leben können. Heißt als Autorenfilmer meine Ideen umsetzen und damit mein Geld verdienen. Ich halte mich jedoch nicht für den nächsten Spielberg. Ich mag zwar immer mal gute Ideen haben und mich auch (falls es klappen sollte) im Laufe eines Studiums noch stark weiterentwickeln, dass es danach jedoch so klappt, wie ich mir es vorstelle, scheint sehr unwahrscheinlich. Einerseits will ich nicht meine Existenz aufs Spiel setzen, andererseits will ich es doch wenigstens mal versucht haben, meine Träume zu verwirklichen...

Ich kann mir jedoch auch gut vorstellen, meine eigenen Filme weiterhin in der Freizeit zu realisieren. Dann kommt nur das Problem hinzu, dass ich ja Geld verdienen muss und immer noch den Eindruck habe, dass mir so wirklich kein Job außer "Filmemachen" auf Dauer Spaß machen wird. Was wär da die Alternative? Wirklich den Mediengestalter machen, beim Fernsehen arbeiten, irgendwann mal vielleicht ne eigene Produktionsfirma aufmachen und/oder selbstständig werden, nur aus dem Grund im Beruf etwas mit Film zu tun zu haben? Was meint ihr dazu? Was gibts noch für Perspektiven/Alternativen?

Jumperman

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45

Dienstag, 24. Mai 2011, 20:42

Die Gefahr zu bereuen nichts unternommen zu haben, um dem Traum näher zu kommen, ist wohl mindestens genauso schlimm/groß, wie enttäuscht zu werden.

Also auch wenn ich bei meinem Film nicht glaube, dass ich Millionen verdienen werde, gebe ich trotzdem mein bestes. Ich brauche nicht die Aussicht auf Riesen Erfolg, damit ich alles unternehme. Wie ich schonmal geschrieben habe: Ich mache meine Projekte, weil es mir Spaß macht. Und ich gebe dabei alles, was ich kann, weil es mir Spaß macht. Und egal, was aus dem Film wird wenn er fertig ist, ich mache mir da keine Vorwürfe, dass ich nicht alles gegeben hätte. Es hat mir Freude bereitet und das zählt für mich.
Nur wenn ich damit rechnen würde, dass ich damit sehr viel Geld verdienen würde, dann wäre das mein finanzieller Ruin. Wie bereits mehrfach geschrieben: Optimismus schön und gut, aber der Boden der Tatsachen sollte nicht vernachlässigt werden, sonst fällt man härter auf die Schnauze, als man es sich leisten kann.

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Dienstag, 24. Mai 2011, 20:47

Die Gefahr bei zu hoch gesteckten Zielen ist eben immer, dass man enttäuscht ist, wenn es nicht klappt.
Ich bin nie enttäuscht, wenn etwas nicht klappt. Mir fällt sofort ein neuer Plan ein. Außerdem bin ich bereits gescheitert. Es wäre nicht mein erster Versuch.

Ich sehe aber auch die Gefahr, es später zu bereuen, nicht mehr versucht zu haben, wenn ich dann irgendwo arbeite (egal ob es mir gefällt oder nicht).
Und genau das ist der Grund, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. Ich kann nicht dasitzen und irgendwas sicheres zur Alternative tun, wenn ich weiß, ich könnte gerade einen Film machen.

Nur sollte man eben als junger Filmemacher vorsichtig sein und auf dem Boden der Tatsachen bleiben.
Bin ich doch ;) Ich bin bereit zu gewinnen und auch bereit zu scheitern. Das gehört einfach dazu und ich finde das so schön dran.
Epicon, was ich nicht verstehe:
Du hast doch Deine Ausbildung kurz vor Ende hingeschmissen, weil Du gemeint hast unter den gegebenen Bedingungen kein gutes Werk herstellen zu können bzw. bist aufgrund von vielen Hindernissen nicht weitergekommen.
Nun hast Du faktisch aufgrund von Problemen bei Deinem Abschlussfilm "gekniffen" - was machst Du dann wenn die wirklichen Probleme auf Dich zukommen?
Stell dir vor, du bekommst die Aufgabe einen 30 Minuten Film zu drehen. Du hast kein Buch, keiner Schauspieler, kein Team und kein Equip. Achja und auch kein Geld. Aber eine Woche Zeit, bis der Dreh beginnen muss. Sonst hast du einfach nicht genug Zeit um den Film rechtzeitig fertig geschnitten abzugeben.

Was sagst du? Klar! Das ist so im Film! Mach ich gern!?

Ich habe es geschafft in dieser Zeit 2 Drehbücher zu schreiben je 30 Seiten, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Letztendlich hatte ich die größten Probleme mit der Technik und den Locations. Dann kamen noch weitere kleine Probleme hinzu. Ich hatte auf jeden Fall keine Wahl. Ich muss mit Kameramikrofon drehen, ohne Drehgenehmigung, mit einer halbfertigen Dispo usw usw. Ich war nicht faul. Habe fast rund um die Uhr dran gesessen aber es war einfach nicht Menschlich. Ich habe davor auch schon Kurzfilme mit großen Problemen gedreht und wenn ich da die selben Probleme 60 Fach auf mich zukommen sehe, sage ich einfach stop!


Seht es wie ihr es wollt.

Birkholz

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47

Dienstag, 24. Mai 2011, 20:50

Was hättest du danach eigentlich für nen Abschluss gehabt? So wie ich das in Erinnerung habe, war dein Studium ja sehr bedürftig, was Arbeitsmethoden anging... Also wirklich nicht vergleichbar mit nem Studium auf ner Filmhochschule. Hattest ja mehrmals davon berichtet.

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Dienstag, 24. Mai 2011, 21:01

Was hättest du danach eigentlich für nen Abschluss gehabt? So wie ich das in Erinnerung habe, war dein Studium ja sehr bedürftig, was Arbeitsmethoden anging... Also wirklich nicht vergleichbar mit nem Studium auf ner Filmhochschule. Hattest ja mehrmals davon berichtet.
An sich war es sehr lehrreich und ich glaube, da habe ich Sachen gelernt, die ich anderswo nicht gelernt hätte. Rückblickend war es mehr eine Ausbildung zum Regieassistenten. Ich hätte mit dem Abschluss den Titel >Staatlich anerkannter Regisseur< verdient, was aber wie alle hier hoffentlich wissen überhaupt nichts zu bedeuten hat. Ein gutes hätte es aber auch noch : ich hätte einen besseren Abschluss als mein Hauptschulabschluss.

Es war schon gut aber eben Lückenhaft.

joey23

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49

Dienstag, 24. Mai 2011, 22:23

Zitat

Stell dir vor, du bekommst die Aufgabe einen 30 Minuten Film zu drehen. Du hast kein Buch, keiner Schauspieler, kein Team und kein Equip. Achja und auch kein Geld. Aber eine Woche Zeit, bis der Dreh beginnen muss. Sonst hast du einfach nicht genug Zeit um den Film rechtzeitig fertig geschnitten abzugeben.


Gewöhn dich dran, wenn du mit Filmen Geld verdienen willst ;) Das ist so ziemlich der Ausgangspunkt meiner Diplomarbeit gewesen.

Ich habe nicht Film studiert, sondern Grafik Design mit Schwerpunkt auf bewegte Bilder und zeitbasierte Medien. Und Gott sei Dank kann ich davon jetzt auch leben, darf den ganzen Tag filme machen, habe noch genug Zeit für eigene Projekte und bin ein rundum glücklicher Mensch. Die Illusion ich könnte Hollywood erschaffen hatte und habe ich nicht, und ich weiß auch, dass ich kein sonderlich guter Geschichtenerzähler bin. Ich halte mich aber für einen leidlich guten Kameramann und Beleuchter - und das ist auch das was ich so aus meinem Umfeld, von Kunden, meinem Arbeitgeber und meinen Freunden gespiegelt bekomme.
Ich habe über einen Umweg mein Ziel erreicht: Ich mache, was mir Spaß macht. Den ganzen Tag. Ziel war es für mich immer hauptsache "kreativ sein" zu können. Ich hasse stupide Arbeiten (die ich zur Studienfinanuzierung oft genug machen musste..)
Und diese Vorgehensweise kann ich nur jedem ans Herz legen! Versucht in eurer Freizeit so viel Wissen anzusammeln wie irgend möglich. Experimentiert, lernt, testet, verwerft. Das ist alles ein Prozess, der nie endet. Auch ein Spielberg lernt noch dazu. Dieses Experimentieren wird euch zu immer neuen Dingen und Interessen führen, und je länger ihr euch damit beschäftigt, desto mehr werdet ihr in einer Sache Experte. Und dann sucht euch eine Niesche in die ihr mit eurem Expertenwissen passt. Sich aber vorher zu sagen "Ich will unbedingt da und da hin" führt nur zu Frust. Nur wenn man flexibel ist, Spaß am experimentieren hat und sich nicht steif auf irgendeine spezielle Richtung oder Arbeit festlegt, wird man langfristig glücklich.
Das heißt nicht, dass man keine Träume, keine Ziele, keine Wünsche hat. Aber eben realistische. Und sich freut, wenn man einen Schritt in eine passende Richtung machen kann. Auch wenn man dafür vll seine Ziele und Wünsche verändert.

Ich will euch ja nicht ausreden Filme zu machen. Im Gegenteil! Ich halte das Filme machen für eins der schönsten Hobbys das es gibt! Und klar - entdeckt kann man werden, Rodriguez hat es vorgemacht. :)

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Birkholz, Epicon

freezer

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Dienstag, 24. Mai 2011, 22:47

@ Epicon
Ich wollte damit nicht implizieren, dass Du faul gewesen warst. Ich wollte Dir aufzeigen, dass Du später genauso oft vor großen Problemen stehen wirst.
Was ich - nach den Details von Dir - noch weniger verstehe: Warum musste es ein 30 Minüter sein? Warum so knappe Termine? Warum kein ordentliches Equipment? Was ist das für eine Schule, die das so schlecht unterstützt?
Ich gebe meinen Studenten immer bewältigbare Aufgabe und unterstütze sie dann auch dabei...
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
8010 Graz - Austria
Blackmagic Cinema Camera Blog

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Epicon

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 03:44

Gewöhn dich dran, wenn du mit Filmen Geld verdienen willst Das ist so ziemlich der Ausgangspunkt meiner Diplomarbeit gewesen.
Cool dass du das hinbekommen hast. Vielleicht hätte ich es auch geschafft. Das einzige was mich daran kränkt, ist auch dass ich eine Herausforderung nicht bestanden habe :thumbdown: Aber was solls. Ich habe deswegen ja nicht das Filmen aufgegeben.
Was ich - nach den Details von Dir - noch weniger verstehe: Warum musste es ein 30 Minüter sein? Warum so knappe Termine? Warum kein ordentliches Equipment? Was ist das für eine Schule, die das so schlecht unterstützt?
Ein bisschen Offtext v

Spoiler Spoiler

Warum es ein 30 Minüter sein musste, habe ich auch nie verstanden. Mir wäre lieber, ich drehe einen 5 Minüter mit allen zu prüfenden Aufgaben. Aber wir waren die letzten Schüler der Schauspielschule (danach wurde sie dicht gemacht) und es sollte eine Art Abschieds-Tag stattfinden. Da wollte unser leitender Dozent nicht irgendwelche kleinen Sachen laufen lassen. Dass es so kurzfristig war, das war meine eigene Schuld. Ich sollte ein Trimester zuvor einen Kurzfilm machen, bei der ich die Dramaturgie endlich mal richtig einsetze. Die Aufgabenstellung war einfach, doch ich machte eine riesen Produktion draus. Die Postpro zog sich in das nächste Trimester. Anhand des Rohschnitts war schon zu sehen, dass ich die Aufgabe erfüllt hatte, doch ich musste noch den fertigen Film abliefern. Also, nachdem ich nach Monaten die gewünschte Unterstützung in der Postpro nicht fand, habe ich mich selbst dran gemacht. Der künstlerische Anteil des Films hatte wieder viele Einbußen, doch ich schaffte es zum neuen Termin den Film fertig zu stellen.

Das war etwa Mitte des letzten Trimesters. Dann machte ich wie gewohnt eine Rückwärtsplanung für das nächste große Ding : Wann muss der Film fertig sein? Wie viel Postpro? usw. Da kam ich bei 3 Wochen Postpro auf 1 Woche Zeit bis Drehbeginn. Natürlich wusste ich, dass ich auch in 3 Wochen hätte anfangen können, doch wir wissen alle, dass man sich solche Stunts lieber nicht gibt und besser Vorarbeit leistet. Meine Aufgabe war auch nicht in dieser Woche sondern etwa 2 Wochen danach.

Die fehlende Unterstützung lässt sich so erklären: Wir waren am Ende nur noch 2 Schüler. Ich war der einzige Regie Schüler, der länger als einen Monat durchgehalten hatte (die anderen hatten schon nach einem Monat nen Burnout oder waren schlicht zu blöd für die Schule) Wir waren eigentlich die längste Zeit 4 Schüler (3 Schauspielschüler und 1 Regieschüler) Doch die anderen 2 hatten vor einem halben Jahr abgeschlossen. Nun kann man sich vorstellen, wie viele Kontakte ich knüpfen konnte und wie viele Arbeiten ich mit jemand anderem bewältigte. Zum glück hatten wir irgendwann einen engagierten Praktikanten, der sehr gut mit der Kamera umgehen konnte und mich auch heute noch bei meinen Projekten gerne unterstützt.

Nun die Schule war pleite. Mit 2 Schülern konnten gerade mal die anderen Lehrer bezahlt werden. 2 Lehrer mussten in den letzten 2 Trimestern noch aussteigen, weil das Geld nicht genügte. Ich konnte also keinen Raum, der sich für einen Dreh eignen würde erwarten. Equip gab es auch keins. Das meiste was wir an Equip nutzen, kam entweder von mir (und ich habe für einen Filmemacher verdammt wenig davon) oder wir liehen es uns anderswo (das war nicht kostenlos)

Normal würde ich hier mein Team selbst aus Freiwilligen zusammenstellen, doch das braucht auch Zeit und nochmal mehr Zeit, wenn diese Leute auch Erfahrungen in diesen gewünschten Bereichen mitbringen können (wobei mir schon einfache Leute mehr als genügen würden in dieser Situation)

Ich hatte lediglich bei dem Drehbuch immer sozusagen die Meinung und Verbesserungsvorschläge meines Dozenten zur Unterstützung. Normalerweise unterstützte mich auch die Schauspielschülerin wo sie nur konnte, doch sie hatte ähnlich viel zu tun (aber machbar und Fuck ich hätte doch zu Schauspiel überwechseln sollen ;)) und konnte sich keine weiteren Stunts erlauben.

Achja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich zeitgleich ein 60 Min Theaterstück inszenieren sollte :D Dafür fand sich aber fast gar keine Zeit. :pinch: ich hätte einen noch so tollen Film machen können. Ohne Theaterstück wäre ich sowieso durchgefallen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das nicht möglich war.


Zitat

Sich aber vorher zu sagen "Ich will unbedingt da und da hin" führt nur zu Frust. Nur wenn man flexibel ist, Spaß am experimentieren hat und sich nicht steif auf irgendeine spezielle Richtung oder Arbeit festlegt, wird man langfristig glücklich.
Ich bin am glücklichsten, wenn ich etwas zum kämpfen habe. Das unterscheidet uns glaube ich. Ich fühle mich in einer Nacht, in der ich an einem neuen Drehbuch arbeite sehr viel wohler als mit meinen Kumpels in irgend einer überfüllten Disco. Da denke ich immer : jetzt könnte ich da und dort weiter machen und dieses und jenes fertigstellen!! Meistens interessiert mich ein Ziel dass ich erreicht habe danach nicht mehr oder ein Film den ich vollendet habe. Ich denke mir : schön wenn ich dadurch das erreiche, was ich wollte aber jetzt habe ich sowieso ein neues Projekt und das ist mindestens 10 mal so geil :) Sozusagen bin ich schon glücklich und ich werde unglücklich, wenn ich nicht so sein darf wie ich bin :P Eben ein Träumer, der nach irgendwelchen unsichtbaren Schätzen jagt. Das finde ich aufregend, das erfüllt mich :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Epicon« (25. Mai 2011, 03:52)


Jumperman

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52

Mittwoch, 25. Mai 2011, 09:30

@ Epicon:
Ich verstehe nicht ganz, was die Diskussion bewirken soll. Es haben jetzt mehrere Leute, die auch professionell in der Branche unterwegs sind, ihre Meinungen zu den Schwierigkeiten gepostet. Du aber drehst jede Aussage als Schlechtreden und Spielverderberei hin. Es wurde alles gesagt, was es zu sagen gibt. Wir fangen an uns im Kreis zu drehen.

Das geht langsam auch extrem am Grundthema dieses Threads vorbei. Ob jetzt Träume von einer steilen Karriere wahrscheinlich sind oder nicht muss letztenendes jeder selber für sich entscheiden. Meistens kommts dann eh wieder ganz anders, als man es sich vorstellt. Hier wollten viele nur sagen, dass man zwar gerne hoch hinaus träumen darf, aber realistisch planen sollte. Das wurde nun schon mindestens ein Dutzend mal geschrieben.
Drum ist für mich zumindest dieses Thema erledigt und man könnte wieder zurück zum eigentlichen Topic - nämlich Filmveröffentlichung - kommen.

HareMadeFilms

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 11:15

Ähnelt vielleicht z. T. dem, was Jumperman gerade geschrieben hat, aber ich hab auch irgendwie das Bedürfnis, das nochmal kurz klarzustellen:
Hier hat doch keiner wirklich etwas dagegen geschrieben, dass man träumen darf, und ruhig auch davon, mit einem tollen Film "groß rauszukommen". Die ganzen Warnungen beziehen sich doch eher darauf, nicht seine ganze Existenz an diese Träume zu hängen, und dann am Schluss eventuell (und zwar nicht unwahrscheinlich) mit gar nichts dazustehen, zumal man ohne zumindest ein bißchen Geld und gesichertes Einkommen dann auch das Filmemachen praktisch an den Nagel hängen kann. Und angesichts dieser "Gefahren" am Horizont sieht man sich - das ist jedenfalls der Grund, warum ich hier und in dem anderen Thread überhaupt irgendwas in dieser Richtung geschrieben habe - veranlasst, mal ein paar "traumdämpfende" Hinweise zu geben. Mit "Pessimismus" und "falscher Einstellung" hat das nichts - und zwar wirklich nicht das Geringste - zu tun. Vielleicht eher mit Fürsorge. ;)
------------------
Übrigens finde ich aber, dass diese Diskussion nicht ganz und gar off-topic ist. Denn bei der Entscheidung über die Art der Veröffentlichung geht´s doch auch jedenfalls auch um "Geld", selbst wenn es nicht viel ist, und "sich einen Namen machen". Wenn man einfach nur möglichst viele Zuschauer haben möchte und keine Mittel für Marketing hat, liegt die Entscheidung für die Online-Veröffentlichung doch ziemlich auf der Hand, oder? Denn da ist die DVD doch in den meisten Fällen nur ein Gimmick, wenn man mal stolz etwas von sich selbst in der Hand haben möchte, was (zumindest einige) andere im Laden kaufen. Bestimmt nicht zu verachten, aber von der Verbreitung her wohl keine ernsthafte Alternative.
------------------
Einige Beiträge von Leuten, die real in dem Geschäft tätig sind, finde ich wirklich interessant. Ich hatte selbst - eher zufällig - auch mal ein wenig Einblick in die Geschäftsabläufe bei einem Sender und habe mich angesichts der sich ziemlich aufdrängenden "Close-Shop"-Politik gefragt, wie es dazu eigentlich kommt und warum es da keine Nische für die Präsentation von guten Amateurfilmen gibt. So wie es auch Radiosendungen gibt, in denen Indie-Bands gespielt werden (obwohl auch die eher aussterben). Einen Ansatz gab´s ja mal mit dem "Kleinen Fernsehspiel". Insbesondere wenn man sich ansieht, was Fernsehprogramm normalerweise für Unsummen an Geld verschlingt, und wie viele Sender es mittlerweilse gibt, verstehe ich gar nicht, warum es nicht wirtschaftlich interessant ist, durch Aufnahme von guten Amateurfilmen ein bisschen Sendezeit mit interessanten und ja auch technisch immer besser werdenden Produktionen und dabei zugleich sehr kostengünstig zu bestreiten. Dass z. B. Jumperman keine realistische Möglichkeit sieht, seinen Q&H-Film im (öffentlich-rechtlichen) Fernsehen unterzubringen, ist doch nicht nur merkwürdig, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erstaunlich (außer dass ich finde, dass Deine gelegentlichen Ausflüge in den Fäkalhumor die Vermarktungschancen völlig unnötig bremsen). Außerdem "lechzt" der Markt ja auch immer nach irgendetwas, das "neu" ist. Würde das also wirklich kein Publikum finden? Warum ist das für die einschlägigen Entscheider nicht interessant?

joey23

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 12:44

Diese Formate gibt es ja durchaus - Kurzschluss auf Arte zB ist eine gute Anlaufstelle für "Amateurfilme". Allerdings ist auch dort die Latte schon extrem hoch, dort laufen wirklich hochwertige Produktionen, meist Abschlussfilme von Filmhochschulen, Kurzfilme die auf namhaften Festivals schon ordentlich abgeräumt haben. Die Einkäufer treiben sich auf den einschlägigen Festivals rum und suchen dich sie Filme gezielt aus - sie können es sich erlauben, das Angebot ist ja groß genug. Und trotz der für 95% der anwesenden (mich eingeschlossen) wohl unerreichbaren (und vll auch gar nicht beabsichtigten) technischen und inhaltlichen Qualität ist auch Kurzschluss ein Nischenprodukt, das vermutlich nicht gerade große Einschaltquoten produziert sondern das "Baby" von irgendjemandem ist, und darum auf einem Kultursender wie Arte fast unbemerkt weiterlebt.

Zitat

Es ist Dumm, sich hinzuhocken und einfach nur zu machen


In dem man einfach "macht", lernt man unglaublich viel! Und man lernt Leute kennen, erkennt welche Bereiche einem wirklich liegen, bei welchen Bereichen man sich lieber Hilfe holt, welche Storys funktionieren, wie die Leute auf deinen Film reagieren, wie man einen Schauspieler führt, wie man Licht setzt, was ein Weißabgleich ist und warum Baustrahler nicht fürs Filmen geeignet sind. Das lernt man alles nicht in einer Schule, am Schreibtisch, oder in dem man von Hollywood und der ganz großen Kariere träumt.

Zitat


Ich kann nicht dasitzen und irgendwas sicheres zur Alternative tun, wenn ich weiß, ich könnte gerade einen Film machen.

Das solltest du aber, denn

Zitat

Ein gutes hätte es aber auch noch : ich hätte einen besseren Abschluss als mein Hauptschulabschluss.

das ist keine besonders sichere Ausgangslage, wenn das Lebensziel lautet

Zitat

Ich möchte, dass man mich in der Branche kennt und mir auch mal 200Mio in den A stopft, damit ich meinen Film so machen kann, wie ich ihn mir vorstelle. Die meisten meiner Ideen, lassen sich gar nicht als Amateur Projekt realisieren.

Zitat

(Ich bin) Eben ein Träumer, der nach irgendwelchen unsichtbaren Schätzen jagt.

200Mio "bläst man nicht jemandem in den A" der völlig unrealistische Vorstellungen hat, sondern jemandem der entsprechende Referenzen vorweisen kann, sich in der Branche auskennt, eine entsprechende Ausbildung hat und mit der Verantwortung umgehen kann. Und all das erreicht man nur durch -> machen.

Ich weiß es ist hart. Und ich will dir auch nicht deine Träume ausreden. Aber sei dir bewusst, dass es Träume sind und wohl auch bleiben werden. Alles andere ist leider unrealistisch - erst recht ohne zweites Pferd im Stall.

HareMadeFilms

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 13:13

Tja, "Kurzschluss" kannte ich noch nicht mal, da werde ich mal reinschauen, danke für den Hinweis. Aber offen bleibt für mich wirklich die Frage, ob das nicht auch wirtschaftlich zumindest für kleinere Sender interessant wäre, bzw. warum es das nicht ist. Eine Viertelstunde Fernsehprogramm für ein paar Tausend Euro, für die viele Amateurfilmer ja schon überglücklich wären, ist doch für einen Sender ein "Schnäppchen". Zugleich gibt es ja auch einen Markt für "die witzigsten Videos der Welt" & Co., solche Sendungen gibt es ja seit vielen Jahren immer wieder bei unterschiedlichen Sendern. Und mit den da gezeigten "lustigen Hunden und Katzen" und hinfallenden Kleinkindern können es viele Amateurfilme doch wohl inhaltlich wie technisch aufnehmen. Trotzdem ist da kein Markt, und warum, kann ich mir jedenfalls aus meiner Laiensicht nicht erklären.

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 16:31

In dem man einfach "macht", lernt man unglaublich viel! Und man lernt Leute kennen, erkennt welche Bereiche einem wirklich liegen, bei welchen Bereichen man sich lieber Hilfe holt, welche Storys funktionieren, wie die Leute auf deinen Film reagieren, wie man einen Schauspieler führt, wie man Licht setzt, was ein Weißabgleich ist und warum Baustrahler nicht fürs Filmen geeignet sind. Das lernt man alles nicht in einer Schule, am Schreibtisch, oder in dem man von Hollywood und der ganz großen Kariere träumt.
Das alles kann ich schon und ich lernte es enorm schnell, weil ich mir immer sehr hohe Ziele steckte. Das Ergebnis meiner Filme ist natürlich noch nicht das, was ich wollte aber ich denke bei jedem Film : diesmal wirds. Klappt es nicht? Mach ich noch ein und sage : diesmal wirds! usw. Die Entwicklung ist nicht nur zu sehen sondern auch zu spüren :)
das ist keine besonders sichere Ausgangslage, wenn das Lebensziel lautet
Ja das machts mir auf jeden Fall schwerer aber auch nicht wesentlich. Mich fragte bisher keiner auf welcher Schule ich war und wenn doch, glaubten sie es mir nicht. Auch nach jahrelanger Bekanntschaft, waren sie der Meinung, ich müsste doch zumindest einen Privatlehrer gehabt haben.
200Mio "bläst man nicht jemandem in den A" der völlig unrealistische Vorstellungen hat, sondern jemandem der entsprechende Referenzen vorweisen kann, sich in der Branche auskennt, eine entsprechende Ausbildung hat und mit der Verantwortung umgehen kann.
Naja, die guten Referenzen ergeben sich doch nur, wenn man versucht die anderen zu schlagen und etwas besseres auf die Leinwand zu bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, auf ein Festival mit meinem Film zu laufen, wenn ich weiß, dass da Filme eingereicht wurden, die besser sind als meine.
@ Epicon:
Ich verstehe nicht ganz, was die Diskussion bewirken soll. Es haben jetzt mehrere Leute, die auch professionell in der Branche unterwegs sind, ihre Meinungen zu den Schwierigkeiten gepostet. Du aber drehst jede Aussage als Schlechtreden und Spielverderberei hin.
Ganz klar ausgedrückt geht es mir hier darum, dass keiner von uns sagen kann wie die Realität wirklich aussieht, egal wie viel Erfahrung wir schon haben. (auch kein Cameron oder Spielberg) Denn Du, Joey oder ich können nicht wissen, was morgen passiert und welche Chancen wir noch bekommen werden. Ich verstehe schon, was ihr mir hier sagen wollt. Würde ich wahrscheinlich auch machen, wenn ich ihr wäre. Ich weiß, dass es schwer ist und vielleicht für mich unmöglich (denn es hängt auch von jedem selbst ab, was er kann und was nicht) aber ich möchte es versuchen. Für mich wäre das Filmemachen nichts wert, wenn ich nicht die Hoffnung hätte, mit einem Film wirklich zu beeindrucken :)

joey23

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Mittwoch, 25. Mai 2011, 18:23

Zitat

Das alles kann ich schon


Halleluja! Ich nicht.

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Montag, 30. Mai 2011, 13:09

Da ich am Wochenende auf diese Diskussion aufmerksam gemacht wurde, habe ich heute versucht, den bisherigen Thread mal durchzugehen. Momentan sind bei mir davon hauptsächlich zwei Punkte hängengeblieben: Jumpermans Bemerkung über blauäugige Antworten bei Grundsatzdiskussionen und die Anmerkung von SR-Pictures zum Abschweifen in eine Diskussion über Amateurfilmer-Träume. Beiden gebe ich uneingeschränkt recht.

Macht es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch Sinn, was zur ursprünglichen Fragestellung zu sagen? Will überhaupt noch jemand was dazu hören? Keine Ahnung, ich versuche es aber mal. Also: DVD- oder Online-Veröffentlichung?

Zunächst mal, was mich etwas irritiert:

- Zum einen, warum solche Diskussionen überhaupt immer so dermaßen abtreiben oder abgetrieben werden, dass es schon fast an Thread-hijacking grenzt. Ist doch ne recht konkrete Fragestellung, warum kann man da nicht bei der Sache bleiben? Ich weiß, dass es manchmal schwer ist, und ich habe mich hier ja auch eine Zeit lang an mehr als einer Grundsatzdiskussion beteiligt, aber bei welcher, die so verlief, konnte man denn unterm Strich sagen, dass dabei was herauskam?
Was mich speziell an der hiesigen Diskussion interessieren würde: wie viele der Diskutierenden haben denn schon mal eine DVD veröffentlicht (von einigen weiß ich es natürlich, da ich ja die entsprechenden DVDs kenne... ;))? Wie viele haben sich denn bisher überhaupt die Frage gestellt, in welcher Form sie ihren Film veröffentlichen wollen? Für wie viele war es "irgendwie sowieso klar", wie der Film veröffentlicht werden soll, wenn er fertig ist?

- Es ist nun mal so, dass im Amateurfilm (oder von mir aus auch Independent Film) allgemein, und hier im AFF ganz besonders, die Langfilmer eher in der Minderheit sind. Mir wurde im Verlauf des Threads zum Beispiel nicht klar, ob hier alle über Langfilme reden, oder Kurzfilme, oder sonst was, oder alles in einen Topf werfen. Der Umfang des fertigen Produktes beeinflusst aber doch entscheidend die Veröffentlichungsart mit, zumindest in meinen Augen (vgl Uralt-Thread).


Zur DVD-Veröffentlichung:
Ist generell eher für Projekte mit größerem Umfang geeignet. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, einen kurzen Clip, Fake-Trailer oder ein Musikvideo auf DVD zu veröffentlichen. Zumindest nicht, wenn man 10 Euro dafür verlangen will und nicht ordentlich Bonusmaterial draufpackt wie die Jungs vom "Staplerfahrer Klaus".

- Die Vorteile liegen meiner Meinung nach klar auf der Hand:
Leute, die an dem Werk interessiert sind, können ihre Unterstützung direkt zeigen. Sie können sich besser mit dem Team oder dem Produkt identifizieren und/oder wollen sich davon überzeugen lassen. Sie kaufen etwas. Sie haben eine Erwartungshaltung. Und sie können auch hier entsprechend Feedback geben; bei Gefallen oder Nichtgefallen.
Filmemacher können ihre Unkosten reduzieren. Keiner betreibt ein Hobby, um reich zu werden. Unterstelle ich jetzt einfach mal. Will man mehr, ist es kein Hobby mehr. Dann muss man aber in der gesamten Projektplanung anders rangehen als wir hier (oder zumindest die meisten von uns). Ob die DVD-Veröffentlichung jetzt als Selbstvermarktung, über den Media Markt oder amazon geschieht, steht auf einem anderen Blatt. Da hat wiederum jede Methode ihre eigenen Vor- und Nachteile, sowohl finanzieller Art als auch was die Zielgruppe angeht. Ein weiterer Vorteil für Langfilmer: Erst dann werden Filme wirklich geschaut. Man sieht ja hier oder auch auf Youtube, dass die längerer Produktionen immer untergehen. Ist in unserer schnelllebigen Zeit einach so, vor allem online. Und: Ich habe zum Beispiel noch nie irgendwo gelesen: "wir haben uns einfach mal spontan die Kamera geschnappt, weil wir am Wochenende nichts zu tun hatten, und bringen jetzt die DVD dazu raus". Wenn man eine DVD veröffentlicht, steigt der Anspruch an sich selbst – auch, weil der Anspruch anderer an einen steigt – und pusht einen. Man misst sich selbst mit anderem Maßstab – was einen voranbringt.

- Die Nachteile:
Für die Zuschauer: Die Filme kosten. Und: Filme sind schwieriger zugänglich.
Für die Filmemacher: Weniger Zuschauer. Und: Zu wenige Leute sind bereit, für einen Amateurfilm zu bezahlen. Was ich im übrigen für ein generelles Problem halte. Hier könnte sich zum Beispiel jeder fragen, wie viele Projekte, die nicht online zu sehen sind, er denn schon unterstützt hat. Niemand muss 25 Amateurfilm-DVDs vom "Fremdprojekten" daheim im Schrank stehen haben, aber wenn nicht mal die Amateurfilmer untereinander sich unterstützen, wie kann man dann erwarten, dass es die allgemeine Bevölkerung tut? Und als letztes: Auch die DVD findet irgendwann ihren Weg ins Netz. Wurde ja auch schon erwähnt, und auch ich denke, das man da wenig machen kann. Wenn es aber jemand nötig hat, sich Amateurfilme von Warezseiten runterzuladen oder DVDs zu rippen, den hätte man ihn sowieso nicht anders erreichen können.


Online-Veröffentlichung:
ist generell für kürzere Clips geeigneter.

Der Hauptvorteil ist, dass die Zahl der potentiellen Zuschauer enorm ist. Das Schlüsselwort ist aber hier in meinen Augen "potentiell". Damit mag die Befriedigung des Filmemachers, der einen erheblichen Aufwand in sein Projekt investiert hat, vielleicht schneller eintreten. Wenn diese aber nur an der Anzahl der Klicks hängt, dann macht er in meinen Augen eh etwas falsch. Natürlich kann man so auch zur Internet-"Berühmtheit" werden. Oder – vielleicht – entdeckt werden und den Weg in die Branche finden. Das ist im Regelfall aber sicherlich auch mit mehr Arbeit verbunden, als es den Anschein hat. Ein weiterer Vorteil: weniger Arbeit für die Filmemacher. Mann kann einfach einen Film hochladen, und das mit wesentlich weniger Aufwand als eine ansprechende DVD zu erstellen.

Der Nachteil: von den vielen, vielen Zuschauern, die meinen Film – wieder: vielleicht – schauen, bekomme ich wenig bis kein substantielles Feedback. Egal ob nun auf Youtube oder hier im AFF (Bemerkenswert in dem Zusammenhang finde ich im übrigen auch die beiden Diskussionen Sammlung von Kurzfilmen ins Kino bringen und Amaterfilm Youtube Kanal sowie deren Verläufe und Antwortzahlen). Ein weiterer Nachteil: es besteht überhaupt keine Möglichkeit, den Film zu refinanzieren; zumindest nicht durch die Onlinestellung allein.



Natürlich sind das nicht die beiden ausschließlichen Veröffentlichungsarten. Es gibt immer auch Ausnahmen, wie "The Tunnel" oder "Snowblind", die beide schon genannt wurden, oder auch Filme, die zum käuflichen Download angeboten werden, wie z.B. "13 Stufen". Hier mischen sich die Vor- und Nachteile m.E. munter durcheinander. Ebenso kann ein Film auch anders ausgewertet werden, beispielsweise durch eine Kinotour oder auf Festivals. Viel bedauerlicher finde ich es übrigens, wenn ein Film z.B. nur so läuft, und danach gar nicht erhältlich ist. Da frage ich mich dann immer, was die Filmemacher geritten hat... ;)

TATORT CALW: HEXENSABBAT mit Vorfilm "Die Rotkäppchen und der Wolf"
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Epicon

Fischfilet

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Montag, 30. Mai 2011, 13:30

Das alles kann ich schon und ich lernte es enorm schnell, weil ich mir immer sehr hohe Ziele steckte. Das Ergebnis meiner Filme ist natürlich noch nicht das, was ich wollte aber ich denke bei jedem Film : diesmal wirds. Klappt es nicht? Mach ich noch ein und sage : diesmal wirds! usw. Die Entwicklung ist nicht nur zu sehen sondern auch zu spüren :)

Ja das machts mir auf jeden Fall schwerer aber auch nicht wesentlich. Mich fragte bisher keiner auf welcher Schule ich war und wenn doch, glaubten sie es mir nicht. Auch nach jahrelanger Bekanntschaft, waren sie der Meinung, ich müsste doch zumindest einen Privatlehrer gehabt haben.
1stens: du redest hier die ganze zeit was für ein visionär du bist, wie gut du alles schon kannst und das du eine absolute kämpfernatur bist die ihre ziele erreichen will, schaffst es aber nicht deinen abschluss fertig zu machen weil du zu viel stress hast? mal ehrlich, selbst wenn du mit dem ergebnis aufgrund des zeitdrucks im endeffekt nicht zufrieden gewesen wärest hätte es doch sicher (angesichts deiner unglaublichen cineastischen fähigkeiten) zu ner soliden 4 und damit einem "bestanden" gereicht! Selbst ein nicht ganz so toller Abschluss ist immer noch besser als geschmissen zu haben!

2tens: ich kann dir genau sagen wer die erste person ist die dich danach fragen wird. dein gegenüber beim bewerbungsgespräch in einer vernünftigen firma. das wird auch die person sein, die dir dann deine mappe in die hand drückt und auf wiedersehen sagt. du magst vor deinen freunden ncoh so klug wirken und wie ein professor reden können....auf dem papier hast du nunmal nicht viel erreicht! umso trauriger, dass du das studium nicht zu ende gebracht hast um deinen abschluss aufzuwerten. das is nunmal das A und O heutzutage.

und danke für das belegen des studienplatzes...

Cheers
Fischfilet

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joey23

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Montag, 30. Mai 2011, 15:18

Zitat

1stens: du redest hier die ganze zeit was für ein visionär du bist, wie gut du alles schon kannst und das du eine absolute kämpfernatur bist die ihre ziele erreichen will, schaffst es aber nicht deinen abschluss fertig zu machen weil du zu viel stress hast?
Nein nicht wegen dem Stress. Es war von vornherein klar, dass es nicht fertig wird. Stress ist für mich kein Problem, doch die Gewissheit, dass das Projekt schlecht wird oder wie in diesem Fall, nicht einmal fertig, sehe ich keinen Wert darin, mir den A dafür aufzureißen.

Zitat

und danke für das belegen des studienplatzes...
Kein Problem. Mach ich vielleicht noch einmal, wenn es die nächsten Jahre nichts wird. Talent hab ich ja ;) und das nötige etwas Selbstvertrauen auch. :thumbup:

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