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NHP

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1

Mittwoch, 16. November 2016, 18:31

"Schwestern" - Thriller/Drama - 6 min

Hallo in die Runde,

schreibe zwar nur noch selten hier, lese aber immer noch gerne ab und an mit.
Wollte euch deshalb mal ein kleines Projekt vorstellen, das bereits letztes Jahr seine Uraufführung gefeiert hat, nun aber endlich online verfügbar ist.
Würde mich interessieren, was ihr denkt.
Gedreht haben wir an einem Drehtag auf der Sony F5.

"Schwestern"
Marias Gedanken sind von Rache besessen. Den einzigen Halt findet sie in der Zuneigung und dem Verständnis ihrer Schwester Karin. In der Hoffnung, endlich Frieden zu finden, schmieden die beiden Frauen einen waghalsigen Plan.

Cast:
Marie Mayer
Sibylle Mumenthaler
Falk Tröber

producer, writer, director, editor - Oliver Haug
director of photography - Jonathan Heidrich
hair and makeup - Kathleen Hehne
original score - Sebastian Schell

Filmlänge:
06:01 min

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  • Sisters Still 1.jpg

Selon Fischer

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2

Mittwoch, 16. November 2016, 20:48

Cool, mal wieder was von dir zu lesen/hören/sehen! Bis auf die erste Einstellung, die mir nen Tacken zu lang gedauert hat (was aber auf Festivals bestimmt nicht schlecht gewirkt hat!), verging der wie im Flug. Die beiden Darstellerinnen sind richtig gut und intensiv - auch wenn ich ca. nur 80% der Dialoge verstanden habe^^ Hat trotzdem funktioniert und mich emotional abgeholt. Richtig super fand ich die total wirkungsvolle Maske. Die sehen beide so super fertig aus :D Klasse! :) Nicht so sehr gefallen haben mir einige Dialoge, z.B. "die Sache durchziehen" ist so voll Filmdialog und wirkt immer so gewollt krass.

Im Abspann gibt's nen Dank an die Mania Pictures - was haben die zum Film beigetragen? :)

7River

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3

Donnerstag, 17. November 2016, 17:05

Technisch hat mir der Film gut gefallen. Das Schauspiel der beiden Damen war top. Na ja, der Mann hatte in seiner Rolle als Geknebelter ja nicht allzu viel zu machen. Er war aber überzeugend.

Spoiler Spoiler

Ich weiß nicht, irgendwie hab' ich ein kleines Problem mit dem Ort. Eine schöne Gegend, so ist es nicht. Wenn ich jemand umlegen möchte, fahre ich nicht in so eine offene Landschaft. Schon eher in einen Wald.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »7River« (17. November 2016, 17:15)


tevauloser

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4

Donnerstag, 17. November 2016, 17:56

Hervorragende Schauspieler, tolle Kamera, grossartige Spannung. Wer hat da wohl die Pistole nicht geladen?
Den Dialog fand ich zu leise. Ja, die sahen wirklich total durch den Wind aus. Weiss halt jetzt nicht, was da die Maske noch zu tun hatte ;)
Gebe 9/10.

Tanko

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5

Donnerstag, 17. November 2016, 18:48

Von den Einstellungen her fand ich den Kurzfilm ansehnlich, und sehr wohl proportioniert. Das Spiel war schon authentisch. Die Farbbearbeitung war mir zu dynamisch. Die Szene funktioniert für mich anfangs, weil sie in eine plötzliche Spannung hineinwirft, aber enttäuscht mich, da der zu bewältigende Konflikt nicht nachträglich begründet wird. Dadurch fehlt mir die nötige Empathie, denn ich weiß gar nicht, auf welcher Grundlage sie ihre Entscheidung treffen soll. Es scheint mir fast egal, was sie tut.

Spoiler Spoiler

Ihre moralische Frage bleibt mir fremd. Soll ich ihn oder mich umbringen? Darüber, dass ich auch nichts über den Mann weiß, kann ich auch kein Mitgefühl für ihn oder Hass auf ihn aufbauen.
Der anfangs gespannte Bogen wird nicht gelöst, seine Sehne leiert aus.

NHP

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6

Donnerstag, 17. November 2016, 19:21

Hallo zusammen,

freue mich, dass der Film doch ganz gut aufgenommen wird.
Werde der Reihe nach mal versuchen, einzeln auf eure Punkte einzugehen.

@Selon
Mania Pictures sind bei mir quasi um die Ecke. Habe damals von dort schon Unterstützung bei "Dienstag auf Mittwoch" bekommen und an "Herzlos" mitgewirkt.
Durfte mich freundlicherweiße in derem reichhaltigen Waffenarsenal bedienen und mir die Pistole leihen :D

@7River
Gebe dir Recht, was die Location angeht. Habe auch ne Weile überlegt, mich dann aber für Wirkung über Logik entschieden. Wir wollten optisch so ein bisschen an die finale Szene von "Sieben" ran.

@tevauloser
cool, vielen Dank!
Das ist schon teilweise aufwendig für die Maske. Es soll ja einerseits glaubwürdig sein und andererseits trotzdem auch narrativ unterstützen.
Wenn jemand einfach nur "fertig" aussieht, heißt das ja nicht, dass er auch "film-fertig" aussieht. :D

@Tanko
Danke für deine Kritik.
Hab ich in der Form schon ein paar Mal gehört und kann ich nachvollziehen.

Spoiler Spoiler

Ich erwidere dann allerdings gerne, dass ich den Bogen schon sehe. Der Bogen spannt sich für mich über ihren Entscheidungsprozess während der eigentliche Plot ungelöst bleibt.

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7River

Igor Storm

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7

Freitag, 18. November 2016, 10:58

Hallo,

ich fand den Kurzfilm an sich klasse. Ich vermisste nur die Naturgeräusche (Atmo). Wie habt ihr den Ton erfasst? Wenn eine Szene auf einem Feld stattfindet, dann erwartet man doch Vogelgezwitscher etc. Das ist das Einzige, was ich technisch nicht so klasse fand. Vielleicht hast du Lust, dies noch in der Post nachzuholen?

Ich habe den Film gestern mit meiner Frau geschaut. Für uns ist der Film lediglich eine Szene eines Films. Wir fanden es jedoch schade, dass der Film so einsam als einzige Szene da steht. Ich bin mir nicht sicher, ob du den Zuschauer dazu anregen möchtest, sich selbst einen Reim auf die Hintergründe des Kidnappings zu machen... Ich fand es verwirrend, nicht zu wissen, was genau passiert war, was dazu führte, dass die Mädels so austicken. Dass man das Ende offen lassen kann - klar, aber den Anfang? Was war deine Intention dahinter?

Liebe Grüße
Der Igor

zodiax

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8

Freitag, 16. Dezember 2016, 11:16

Klasse gespielt und auch technisch alles gut gemacht. Nur betrachte ich den Film eher als eine Szene von einem Film. Mir fehlt ganz klar die Ursache für den Konflikt. Dass sie ihn am Ende begnadigt haben ist ok, aber wieso wollten sie ihn überhaupt umbringen? Der Zuschauer sieht hier einen Konflikt, jedoch fehlt die Ursache...

HansSchulte

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9

Mittwoch, 28. Dezember 2016, 17:13

Von den Einstellungen her fand ich den Kurzfilm ansehnlich, und sehr wohl proportioniert. Das Spiel war schon authentisch. Die Farbbearbeitung war mir zu dynamisch. Die Szene funktioniert für mich anfangs, weil sie in eine plötzliche Spannung hineinwirft, aber enttäuscht mich, da der zu bewältigende Konflikt nicht nachträglich begründet wird. Dadurch fehlt mir die nötige Empathie, denn ich weiß gar nicht, auf welcher Grundlage sie ihre Entscheidung treffen soll. Es scheint mir fast egal, was sie tut.

Spoiler Spoiler

Ihre moralische Frage bleibt mir fremd. Soll ich ihn oder mich umbringen? Darüber, dass ich auch nichts über den Mann weiß, kann ich auch kein Mitgefühl für ihn oder Hass auf ihn aufbauen.
Der anfangs gespannte Bogen wird nicht gelöst, seine Sehne leiert aus.

Der Kritik würde ich mich anschließen.

Prinzipiell ist bei dem Film alles richtig gemacht worden: Gute Bilder, gute Schauspieler, Ton okay, Handlung nicht uninteressant. Wenn das als Film eines Filmstudenten zum Semesterende abegegeben würde, dann würd ich die Note 1 geben, weil er seinen Stoff in technischer, handwerklicher und allegmein dramaturgischer Hinsicht gelernt hat.

Trotz der allegmeinen Begeisterung erlaube ich mir dennoch einige kritische Anmerkungen zu machen.

Auch mich stört, daß man gar nichts über die Hintergründe erfährt. Nehme an, daß es das heute so beliebte Thema "Tochter ist als Kind vom Vater sexuell mißbraucht worden" geht. Diese Zerrissenheit bringen die Mädels übrigens sehr gut herüber.

Aber es wird der gleiche Fehler gemacht, den ich bis jetzt in weit über 90 % aller Kurzfilme, die ich gesehen habe (allerdings kenne ich wirklich bei weitem nicht alle), gemacht wird: Es wird zu wenige gesprochen. Immer und immer wieder erlebe ich, daß in einem Kurzfilm, wo es wichtig wäre ganz schnell viele Informationen herüberzubringen, entweder gar nicht gesprochen wird oder wenn dann nur wenige Sätze, ja oft nicht mal die nötigsten. Was habt ihr jungen deutschen Regisseure bloß gegen Dialoge?

Wenn ich einen 6 Minuten Film drehen würde, dann würd ich sehr viel erklärende Sätze und Dialoge, schnell gesprochen und mit viel Info bringen.



Das Ergebnis der wortarmen Angelgenheiten ist in den meisten Fällen, daß sich die Kurzfilme wie ein Kaugummi hinziehen. Ein 4 Minuten Kurzfilm aus Deutschland wirkt manchmal länger und langatmiger als ein flottes US-B-Picture aus den 80er Jahren mit 90 Minuten. Der hier vorliegende Kurzfilm ist noch überdurchschnittlich gut. Extrem langweilig jedenfalls nicht. Aber trotzdem zieht er sich durch das verhältnismäßig lange Treten auf der Stelle in der Handlung etwas hin. Was passiert denn eigentlich, was die Handlung voranbringt? Was erfährt man denn in der Mitte des Films Neues?
Mehr Hintergrund Info wäre gut gewesen.
Und auch: Warum tritt sie ihre ENtscheidung so, wie sie sie trifft?


Technisch stört mich das leichte (aber sicher beabsichtigte) Wackeln / Rütteln der Kamera. Das ist eine Masche, die in en letzten 15 Jahren dauernd gemacht wird. Ist in diesem Fall nicht besonders schlimm, aber besser ist für mich immer eine richtig schön "steife" starre Kamera.
Das Kreisen hingegen wirkt wieder ausgesprochen gut.


Fazit:
Klasse gemacht, großes Lob.
Aber definitiv Verbesserungsvorschläge.

7River

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10

Mittwoch, 28. Dezember 2016, 17:39

"Wenn ich einen 6 Minuten Film drehen würde, dann würd ich sehr viel erklärende Sätze und Dialoge, schnell gesprochen und mit viel Info bringen."


Ob das so gut wäre? :S
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

HansSchulte

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11

Donnerstag, 29. Dezember 2016, 12:26

"Wenn ich einen 6 Minuten Film drehen würde, dann würd ich sehr viel erklärende Sätze und Dialoge, schnell gesprochen und mit viel Info bringen."
Ob das so gut wäre? :S
Ich werd's mal irgendwann versuchen :D :rolleyes:

Jetzt mal nicht auf "Schwestern" bezogen, sondern auf die zahlreichen deutschen Kurzfilme, die ich davor gesehen habe. Ist dir nicht auch schon aufgefallen wie lahm, träge, langsam und wortarm die oft sind?
z.B. Ein 7-Minuten-Kurzfilm: Jemand sitzt in seiner Küche, streicht ein Brot. Nächste Einstellung er sitzt am Fenster und sieht raus. Dann wäscht er Wäsche. Dann sitzt er am Fenster. Dann kocht er Suppe, usw. Alles wortlos. Langsam wie sonstwas. Nix passiert. Irgendwie gibt's dann am Ende eine Pointe, z.B. irgendjemnd kommt, der was verändert.

Irgendwie habe ich künstlerisch die Vorstellung, daß ein Kurzfilm die "Längen", also die langatmigen Dinge eines 90-Minuten-Filmes nicht machen sollte, sondern eine extreme Dynamik aus seiner Kürze schöpft. Schnell rein ins Thema, keine Zeit verschwenden und dann etwas wirklich Interessantes zeigen.

Auf facebook hat mich mal einer gefragt, wie ich einen Geisterkurzfilm mit Budget inszenieren würde. (Nun sei angemerkt, daß ich Geisterfilme hasse und da ein ganz schlechter Ansprechpartner bin). Meine Antwort:

Zwei Leute kommen in ein einsames, altes Haus, weil die Tür offen steht. Sie rufen "Hallo?" usw.
Als sie in der Küche sind, stürmt plötzlich ein nassgeschwitzter Mann, der einige blutige Kratzer hat, rein, verrieglt die Tür hinter sich und erzählt eilig, aber doch verständlich von einer Seance, die im Hause abegehalten wurde und bei der der Geister erschienen, die die Gäste massakrierten. Während er spricht, sucht er Salz und findet es auch. (Streusalzsack und Speisesalz). Er erklärt noch, daß Salz die Geister auflöst. In dem Moment schlüpfen auch schon Geister wie ein Nebel durch die Türritzen. Einen erwischt er mit einer Ladung Salz, der löst sich eklig auf. Ein Zweiter verliert Arm und Schulter durch das Salz. Der Dritte verschwimmt als Gestalt, löst sich quasi von sich aus in Luft auf, und entgeht in dieser Formlosigkeit dem nächsten Salz.
Da nimmt einer der neuen Leute Salz und Wasser in den Mund und bläßt es als eine Art fein verstäubte Wolke in den Raum. Überall in der Luft reagieren kleine Geister-Elemente mit dem Salz, werden glühende Punkte.
Die anderen beiden sehen den Wasserspucker erstaunt an. Der sagt: "Wenn etwas sich in gasförmigen Zustand auflöst, dann muss das was ihn bekämpft, auch gasähnlich sein - ist doch ganz einfach."

Kein Leerlauf, kein Schweigen, keine Unklarheiten. Gleich voll zur Sache und gute Effekte. :P

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