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pikk

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1

Dienstag, 23. April 2013, 21:22

Zusammen (Kurzfilmdrama)

Zusammen

Melanie ist glücklich. So lange sehnte sie sich vergeblich nach etwas Zuneigung, doch nun wird alles anders.
Seit sie ihren neuen Freund gefunden hat, scheint ihr Leben endlich so zu werden, wie sie es sich immer gewünscht hat.
Doch ist die junge Liebe wirklich so perfekt oder lauert hinter der Fassade ein tragisches Geheimnis?



Der Film entstand auf No-Budget-Basis (Gesamtkosten inkl. Catering ca. 9 Euro pro Filmminute) in Berlin. Der Produktionszeitraum für den Film und alle Projektaußläufer betrug etwa 2 Monate und knapp 400 Arbeitsstunden.
Zum Hintergrund sag ich hier mal nichts, um nicht die Spannung zu rauben.
Mir sind natürlich auch noch einige Dinge aufgefallen, die Verbesserungsfähig wären, aber es ist meine mit Abstand beste Arbeit bisher.


Melanie: Vivien Andrée

Kollegin: Friederike von Frajer


Ton: Lisa-Maria Walter


Alles Andere: Christian Klose


Kamera: Lumix G3 (nicht GH3)

Sonstiges Equipment: Zoom H2, Div. Scheinwerfer, Selbstbaustativ
Schnittsoftware: Premiere

Sonstige Software: Cubase, After Effects


Länge: 14:10

Hier der Hauptfilm:

Weiterhin gibt es noch einen Teaser:


Einen Trailer:


Und ein Musikvideo:




Viel Spaß! :)

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shortcutcliffe

unregistriert

2

Dienstag, 23. April 2013, 22:39

Vorweg muss ich sagen, dass ich die Schauspieler allesamt sehr, sehr gut und authentisch fand. Sie haben die Figuren glaubhaft mit Leben gefüllt, anders als man das von den meisten anderen Amateurproduktionen so kennt. Da ich bei allen dreien dieses Gefühl hatte, gehe ich mal davon aus, dass du da als Regisseur einen wichtigen Teil zu beigetragen hast.

Weiterhin fand ich, dass der Film mit seiner doch eher längeren Laufzeit gut durch die zentrale Frage "Was stimmt mit diesem Freund nicht?" zusammengehalten wurde, was einen bei der Stange gehalten hat. Als dies allerdings am Ende aufgelöst wurde, war ich ein wenig enttäuscht, da mir irgendwie das Gefühl vermittelt wurde, dass am Ende noch etwas größeres enthüllt wird, als einfach nur das, was man nach den ersten beiden Szenen eigentlich schon ahnt. Ich finde da hätte mehr kommen müssen, denn das Ende hat glaube ich die wenigsten überrascht.

Die Kamera war ok. Hat ihren Zweck erfüllt, aber mehr auch nicht. Das Gespräch am Anfang hätte ich z.B. etwas dichter inszeniert. Beim Schnitt hätte eventuell auch ein wenig mehr heraus geschnitten werden können, um das ganze ein wenig zu straffen. Teils war es mir zu langatmig, da ich keine Entwicklung in der Story gesehen habe. Sie essen, sie reden, sie liegen, und irgendwann hab ich mir nur gedacht: Ok, ich hab's jetzt geschnallt, dass sie glücklich mit ihm ist und er nicht so viel redet, kann jetzt bitte mal wieder etwas passieren, damit der Film nicht so auf der Stelle tritt?

Auch hätte ich eventuell das Erscheinen des Ex-Freundes noch weiter in die Story integriert, vielleicht ihn als Auslöser für die Wahl ihres neuen Freundes tiefer thematisiert.

Am aller, aller meisten hat mich aber das gestört, was im Grunde jedes Mal nach hinten los geht: Color Correcting! Warum? Warum glaubt jeder Hobbyfilmer, dass sein Kurzfilm mit einem geringeren Kontrast und ein paar veränderten Farbreglern auf einmal total aussieht wie ein Hollywood Film? Man sieht es immer und es sieht immer schrecklich aus, vor allem dann, wenn wie hier, der Bildstil nicht von Szene zu Szene gehalten wird. Es war manchmal fast grau, manchmal dann wieder ganz bunt. Vielleicht war das gewollt, aber an deiner Stelle hätte ich das ganze Material einfach gelassen, wie es war.

Also, zusammenfassend fand ich deine Regiearbeit hinsichtlich der Schauspielerführung wirklich erstklassig, in Sachen Story Design und Kamera gab es Schwächen, wofür ich wiederum die Grundidee recht erfrischend und innovativ fand (bis auf das Ende).

pikk

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3

Dienstag, 23. April 2013, 23:56

Danke für dein Feedback und vielen Dank auch, dass du das Ende nicht gleich verraten hast!

Du bist in der Tat die erste Person bisher, die es "nach der zweiten Szene" schon wusste. Ich bin gespannt, wer alles noch so schnell drauf kommt... ^^
Ich weiß nicht, inwiefern meine Regiearbeit dafür verantwortlich ist, aber die Schauspielleistung kann man wirklich nur gut bis exzellent nennen.

Die Story ist absichtlich langatmig. Das ist einfach mein "Stil" und nicht der Versuch, die Länge über den Schnitt zu strecken. Ich lasse gerne Pausen für Gefühle und um den Zuschauer "Luft" für Spekulationen zu geben.
Die Kamera war sicher nicht besonders gut, da ich sie nur notgedrungen selbst geführt habe, aber es war auf jeden Fall so gedacht, dass eine gewisse Distanz rüber kommt.


Ein Bisschen beleidigt hat mich ehrlich gesagt, dass du mich als "Hobbyfilmer" bezeichnest. Klar gab es erhebliche Mängel an Ausstattung und Personal, aber eine professionelle Herangehensweise kann man dem Film nicht absprechen, finde ich.

Beim Grading habe ich nicht nur "an ein paar Reglern gespielt" und mir auch nicht eingebildet, dass mein Film dadurch nach Hollywood aussieht. Ganz im Gegenteil; ich wollte es eben nicht nach Hollywood aussehen lassen, da es das nicht ist und auch niemals sein sollte.
Wie du schon vermutet hast, war die Farbgestaltung Absicht, um den "normalen" Zuschauer mehr in die Irre zu führen. Ich räume gerne ein, dass ich es dabei etwas übertrieben haben könnte, aber ich habe einfach intuitiv die passensten Farben für die jeweilige Situationen gewählt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pikk« (24. April 2013, 00:54)


Danielleinad

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Mittwoch, 24. April 2013, 03:09

Yo Pikk alias Christian!

Eigentlich wollte ich gerade schlafen gehen, aber als ich gesehen habe, dass du eben deinen neuen Film veröffentlicht hast, musste ich ihn mir anschauen, da ich gerne sehen wollte, wie du dich entwickelt hast (ist dein driter Film, nu?) "Halb Volle Gläser" habe ich noch gesehen.

Die Handlung - naja, nicht wirklich ein großer Wurf. Besonders gefesselt war ich jedenfalls nicht gewesen. Dass ihr "Freund" nur eine Fantasie war, konnte man schon früh erahnen. Aber lustig, dass die Gummipuppe atmen konnte ;) Dein erster Film hat mich da schon mehr gepackt.

Die schauspielerischen Leistungen waren überzeugend, aber wie ich nachforschen konnte, handelt es sich ja auch um richtige Schauspieler. Aber toll, dass du sie organsiert bekommen hast.

Die Musik ... najaaaa. Gut dass du sie selbst gemacht hast. Von der Komposition hat sie auch durchaus gepasst. Aber diese Midi-Instrumente klingen einfach viel zu künstlich. Hättest du das Klavier nicht wenigstens richtig einspielen können?

Der Ton war gut ausgesteuert, man hat alles gut verstanden.

Die Farbkorrektur war Szene für Szene meistens gelungen. Bei 4.24 beispielsweise sieht man am überstrahlten Gesicht jedoch, dass stark künstlich abgedunkelt worden ist - es gibt also kein natürliches Bild ab. Und auch ansonsten wie bei vielen Filmen war die Farbkorrekutur zwischen den Szenen nicht richtig abgestimmt. Während es innen recht bunt und kräftig ist, liegt die Außenwelt im graubraunen Schimmer. Man muss irgendwie ein Maß finden, in dem das alles harmonisch abgestimmt ist. Harry Potter 6-8 waren zum Beispiel durchgängig ziemlich grau und düster, Til Schweiger Filme setzen intensiv auf ein warm-gelbliche Farbstimmung, Avatar von Cameron war schön bunt und leuchtend.

Als Kameramann hast du einen ordentlichen Job gemacht. Man kann die Szene gut überblicken, das Bild ist ruhig und mit Detailaufnahmen hast du auch gespielt. Aber mehr Abwechslung wie Kamerafahrten, noch mehr Detail-Aufnahmen, Fokussierbewegungen hätten es durchaus interessanter gemacht. Probiere es demnächst mal mit einem Eigenbau-Kameraschlitten oder einem Schwebestativ. Achte auch darauf, nicht über der Augenhöhe zu filmen, wenn es nicht bewusst gewollt ist. Hast du mit manuellem oder mit Autofokus gearbeitet? Auch am Blickwinkel musst du noch ein wenig arbeiten. Bei 5.03 ist die Flammenspitze, bei 6.00 ist der Kopf bspw. abgeschnitten, was unästhetisch wirkt.

Das Filmplakat geht widerrum überhaupt nicht. Du verwendest vier Schriftarten auf einem Plakat, was einen recht unharmonischen, chaotischen Eindruck macht. Auch die Schriftarten sind nach meiner Meinung nicht bedacht gewählt. "April 2013 auf YouTube" ist nach meiner Kenntnis in Times New Roman. Diese Schriftart mit den Serifen ist eigentlich eher nur für Dokumenttexte gedacht, nicht für Kunstwerke und Plakate. Das "Liebe kann zu schön sein" ist mir viel zu kitschig, also ehrlich die Schleifchen und Herzchen rufen in meinem Gedächtnis echt Hardcore-Kitsch aus, geht gar nicht ^^. Das "Zusammen" sieht nach Handschrift eines Grundschülers aus, sugerriert mir daher etwas locker-spaßiges, infantiles. Die Credits unten sind widerrum recht gradlinig und stählern, obwohl das noch einigermaßen akzeptabel ist. Im Bild deiner Signatur schreibst du der Protagonisten übers Gesicht - nicht gut, lieber die Schriftgröße kleiner wählen. Anonsten sind die Haare etwas grob ausgeschnitten und das Licht in der Fotografie etwas zu hart.

Die Kritik soll jetzt nicht vernichten, sondern nur Hinweise meinerseits geben. Filmemachen ist ein harter Job, das weiß ich auch. Und für deinen dritten Film ist es eine beachtliche Leistung, wirklich. Ansonsten mach weiter so mit dem Film. Viele Gute Ansätze sind schon da und ich bin davon überzeugt, dass du durchaus noch mehr kannst. Auf deine kommenden Projekte bin ich gespannt. Ich wünsche mir mehr Handlung und noch viel mehr Emotionen. Komponiere das Werk wie ein Meister! Mit voller Wucht, mit Höhen und Tiefen. Wenn dein nächster Film die Zuschauer umhauen sollen, dann sorge auch dafür. Hau richtig krass rein, dein Film muss so auffallen, dass die Zuschauer ihn nicht vergessen können. Ich freue mich dann auf deinen nächsten Streifen :)

Zum Musikvideo mehr im Musikvideo-Thread. Gute Nacht!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Danielleinad« (24. April 2013, 14:20)


pikk

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Mittwoch, 24. April 2013, 04:09

Danke, Daniel!

So wie ich dich inzwischen kenne, betrachte ich deine Kritik mal mindestens als eine 2-. Besonders weil du nicht bis morgen warten konntest, um sie zu schreiben. ^^
Es ist übrigens mein zweiter ernst gemeinter Film. "Halb volle Gläser" war für mich noch die erste "Spielerei" ohne Greenscreen. Ist ja auch schon zwei Jahre her. Dass du dich daran noch erinnerst...

Ja, die Story... Sieht eben jeder anders. Hab schon gemerkt, dass Frauen meine Geschichten gewöhnlich interessanter finden als Männer. In die weibliche Seele fühle ich mich wohl besser ein, als in die Männliche. Wenns denn so sein soll, ist es mir auch recht.

Bei den Schauspielern hatte ich doch tatsächlich das "Glück" unter ca. 40 auswählen zu dürfen. Ein ordentliches Casting musste natürlich sein, um aus den faktisch 10 Euro Produktionsbudget das Beste raus zu holen.

Ein Klavier selber einspielen... Also ich hab kein Klavier rum stehen und ich kann auch keins spielen. Was ich auslagern kann, lagere ich aus, den Rest mach ich eben selbst. Oder ich warte zwei Jahre auf die perfekte Gelegenheit für meinen Film, aber wer will das schon?! ^^

Die technischen Sachen sind mir durchweg alle schon selber aufgefallen. Ich denk mal, es ist den meisten Leuten hier klar, wie unmöglich es ist, beim Film fast alles wichtigen Jobs gleichzeitig selbst zu machen und dabei immer ein gutes Resultat zu bekommen. Unter der Voraussetzung ist der Streifen fabelhaft gelungen, finde ich.

Danke nochmal und ebenfall gute Nacht. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pikk« (24. April 2013, 05:32)


7River

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Mittwoch, 24. April 2013, 08:52

Na ja, da lag ich mit meiner Vermutung wohl daneben … Ja, die Handlung ist natürlich Geschmackssache. Stimmt. Ist eine nette Idee, dafür fehlt etwas die Dramatik. Aber wer es mag … Für einen Moment, als ich die Hand ihres „Neuen“ in dem Gummihandschuh sah, dachte ich, sie hätte ihn kalt gemacht und in Folie eingeschweißt, oder so ähnlich. Ich finde es auch beachtlich, dass Du so vieles selber machst. :)
Jetzt weiß ich, warum Sie Koch sind. Weil Sie so ranzig riechen. Nach altem Öl.

Danielleinad

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Mittwoch, 24. April 2013, 14:31

Zwei Minus für meine Kritik? :D Aha, ich meine klar, ich habe selbst noch nichts vergleichbares zustande gebracht wie du, aber aus Eigenerfahrung und hunderten Amateurfilmen fallen mir einige Sachen schon auf.

Nö, das mit "Halb vollen Gläsern" habe ich aus deiner Weltnetzpräsenz herausgenommen. Wenn der Film den Frauen gefällt, umso besser! Bei meinem Werther haben einige auch "langweilig" gesagt, während andere widerrum geweint haben und ich mich über jede Träne des Zuschauers gefreut habe ^^. Dann ist prima. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt keine Gefühle habe oder so. Ich schaue sehr gerne Filme mit Emotionen und Tiefgründigkeit, aber dieser konnte mich nicht wirklich erreichen.

Ah, also haben sich 40 Schauspielerinnen freiwillig für die Rolle ohne Gage für ihre Filmlaufbahn gestellt? Das finde ich auch prima! Die Darstellerin hat jedenfalls gepasst.

Aha, also heißt das, dass du sämtliche Noten über Midi-Programm am PC eingibst? Okay... Aber vielleicht kannst du trotzdem für deinen nächsten Film mal die MIDI-Dateien in Noten konvertieren, ausdrucken und sie einem Pianisten übergeben. Es gibt so viele Menschen überall die Klavier spielen, da findest du garantiert jemanden, wenn du dich auf die Suche begibst. Das klingt dann auch viel besser.

shortcutcliffe

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8

Donnerstag, 25. April 2013, 23:16

Zitat

Die Story ist absichtlich langatmig. Das ist einfach mein "Stil" und
nicht der Versuch, die Länge über den Schnitt zu strecken. Ich lasse
gerne Pausen für Gefühle und um den Zuschauer "Luft" für Spekulationen zu geben.
Die
Kamera war sicher nicht besonders gut, da ich sie nur notgedrungen
selbst geführt habe, aber es war auf jeden Fall so gedacht, dass eine
gewisse Distanz rüber kommt.

Dein Ansatz, einen langsamen Erzählstil zu etablieren ist durchaus berechtigt und ich mag solche Filme auch sehr. Aber ich finde, du bist das zu oberflächlich angegangen. Langsam zu erzählen ist mehr als einfach nur viel Material zu haben, in dem relativ wenig neues passiert. Es heißt vielmehr, dass du dem Zuschauer Stück für Stück in kleinen Häppchen neue Informationen gibst. Dass du das nicht so schnell tust, wie es das Publikum gerne hätte, macht dann die Spannung aus. Es geht also mehr darum, anstatt alles auf einmal zu zeigen, die Aussage in kleine Facetten zu zerlegen, die du dann nach und nach zeigst, damit sich am Ende alles wie ein Mosaik aus den einzelnen Szenen zusammensetzt.

Bei dir allerdings hatte ich eben das Problem, dass ich über einen längeren Zeitraum keine neuen Dinge erfahren habe. Diese Durststrecke hätte nicht seien müssen und du hättest sie z.B. mit einem Ex-Freund-Subplot ausfüllen können etc.

Ein Bisschen beleidigt hat mich ehrlich gesagt, dass du mich als "Hobbyfilmer" bezeichnest. Klar gab es erhebliche Mängel an Ausstattung und Personal, aber eine professionelle Herangehensweise kann man dem Film nicht absprechen, finde ich.

"Hobbyfilmer" bezieht sich nicht auf die Qualität des Films, sondern darauf, dass du ihn nicht kommerziell produziert hast und es nicht dein Beruf ist, Filme zu machen.


Zitat

Beim Grading habe ich nicht nur "an ein paar Reglern gespielt" und mir
auch nicht eingebildet, dass mein Film dadurch nach Hollywood aussieht.
Ganz im Gegenteil; ich wollte es eben nicht nach Hollywood aussehen
lassen, da es das nicht ist und auch niemals sein sollte.
Wie du
schon vermutet hast, war die Farbgestaltung Absicht, um den "normalen"
Zuschauer mehr in die Irre zu führen. Ich räume gerne ein, dass ich es
dabei etwas übertrieben haben könnte, aber ich habe einfach intuitiv die
passensten Farben für die jeweilige Situationen gewählt.

Das mit den Reglern war natürlich ein wenig überspitzt, aber ich bleibe dabei, dass ich nicht finde, dass du dadurch die Optik verbessert hast. Diese szenen-spezifische Farbveränderung passt nicht zu dem Genre des Films. In einem surrealen Psycho-Film würde ich das eventuell noch als ein die Story unterstützendes Stilmittel durchgehen lassen, aber hier hat es eher negativ abgelenkt.

Ja, die Story... Sieht eben jeder anders. Hab schon gemerkt, dass Frauen meine Geschichten gewöhnlich interessanter finden als Männer. In die weibliche Seele fühle ich mich wohl besser ein, als in die Männliche. Wenns denn so sein soll, ist es mir auch recht.

Das kann man so denke ich nicht stehen lassen. Klar ist es teilweise Geschmackssache, aber dennoch kann man eine Story auch unter objektiven Kriterien betrachten und bewerten. Ich glaube du tust dir keinen Gefallen, wenn du jede Kritik als "Ja, das ist halt Geschmackssache" abtust.

pikk

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Donnerstag, 25. April 2013, 23:30

"Hobbyfilmer" bezieht sich nicht auf die Qualität des Films, sondern darauf, dass du ihn nicht kommerziell produziert hast und es nicht dein Beruf ist, Filme zu machen.

OK, entschuldige. Für mich ist ein Hobbyfilmer jemand, der seinen Kindern mit nem Camcorder hinterher rennt. Die Aussage habe ich wohl falsch verstanden.

Was mir durch deine Kritik klar geworden ist, ist dass der Film wohl von der Story her nicht leicht als das zu verstehen ist, als was er gedacht war. In erster Linie sollte er nämlich ein Psychogramm der Hauptfigur sein und die Frage aufwerfen, warum sie so ist. Was treibt dieses hübsche, sympathische Mädchen von nebenan dazu, so zu sein? Die eigentliche Handlung war da eher als zusätzliche Erzählebene gedacht, damit es nicht so langweilig wird. Daher vermutlich auch die Stellen, die zu lang erscheinen. In denen werden nämlich durchweg Gedanken, Gefühle und Verhalten der Figur erzählt. Vermutlich kommt auch daher, dass Frauen die Story bisher meist sehr positiv bewertet haben, während Männer es öfter einfach nur langweilig fanden.
Ich werde nicht so bald wieder einen Film dieser Art machen, aber wenn, werde ich das bedenken.

Wie gesagt, deine Anmerkungen zur Farbkorrektur kann ich verstehen. Mein Bestreben war eben, ihre "eigene Welt" als einen schönen Ort zu zeigen, während die Realität kalt und trist ist. Einen konkreten Vorschlag für eine bessere Lösung fände ich sehr hilfreich, um es in Zukunft vielleicht besser zu machen.

shortcutcliffe

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Donnerstag, 25. April 2013, 23:51

Wie gesagt, deine Anmerkungen zur Farbkorrektur kann ich verstehen. Mein Bestreben war eben, ihre "eigene Welt" als einen schönen Ort zu zeigen, während die Realität kalt und trist ist. Einen konkreten Vorschlag für eine bessere Lösung fände ich sehr hilfreich, um es in Zukunft vielleicht besser zu machen.

Wie gesagt, ich hasse Color Correction. Deshalb ist mein Vorschlag: Einfach lassen.

Wenn du einen Kontrast zwischen ihrer Welt und der äußeren realen Welt zeigen willst, dann mach das mit erzählerischen Mitteln und nicht mit Farbkorrektur. Ein einfaches Beispiel dafür wäre, dass du außerhalb ihrer Wohnung nur hässliche, triste Dinge zeigst (langweilige Häuserblöcke, heruntergekommene Straßen, kahle Bäume etc.) und dann mit einem harten Schnitt ihre schöne, bunte Wohnung als Kontrast einführst.
Eine weitere Möglichkeit die mir einfallen würde, wäre dass du außerhalb ihrer Wohnung mit der Kamera ganz nah auf ihrem Gesicht bleibst, um dem Zuschauer gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, die Außenwelt zu betrachten. Das zwingt ihn in die beengte Lage der Hauptfigur und er atmet auf, wenn du in ihrer Wohnung endlich mal wieder mit weiteren Einstellungen arbeitest. Das könnte dann ein Gefühl von Freiheit vermitteln, dass man mit der Wohnung assoziiert.

Das sind jetzt nur zwei Ideen, die ich gerade hatte, es gibt noch Tausend andere. Bleib einfach kreativ und versuche nicht, nachträglich mit digitaler Bearbeitung Fehler bei der Ausarbeitung zu kaschieren. Mach solche Kontraste beim Dreh, nicht am PC. Hab keine Hemmungen, dich der gesamten Bandbreite der filmischen Mittel zu bedienen (Kamera, Bildkomposition, Story, Rhythmus, Schnittmuster, Mimik der Schauspieler, Musik, Licht usw. usw.) Nutz ganz einfach die Möglichkeiten des Films!

Black Cinema

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Freitag, 26. April 2013, 00:33

Also technisch fand ich den Film jetzt nicht überragend aber auch nicht super. Mit der Farbkorrektur hätte man noch ein bisschen was rausholen können. Die Closeups die drin waren fand ich gut und schön platziert allerdings stellenweise wacklig.
Und wenn ich ehrlich bin fand ich die schauspielerische Leistung der Dame nicht wirklich gut....Aber wenn ich richtig gelesen habe sehen das ein paar hier anders. Gut kann Geschmackssache sein.
Die etwas hakenden Zeitlupen fand ich ein schönes Stilmittel muss ich sagen. Hat gut gepasst.
Belichtung war ok. Nicht interessantes oder schönes aber wenigstens nicht unterbelichtet oder wirklich unschöne Aufnahmen... und ich weis wie schnell sowas passiert.
Mit der Geschichte konnte ich gar nichts anfangen. Mit etwas mehr Vorgeschichte wäre das eventuell anders gewesen. Aber scheint ja auch Geschmackssache zu sein.

Alles in allem ok. Aber auf jeden Fall ausbaufähig.

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Freitag, 26. April 2013, 00:42

Danke für dein Feedback! Darf ich fragen, was genau dir an der schauspielerischen Leistung nicht gefallen hat? Will nicht gegen deine Meinung anreden, aber so eine Aussage höre ich tatsächlich das erste Mal und bin sehr interessiert, wieso du das so wahr genommen hast.

Die Vorgeschichte noch auszubauen, war tatsächlich eine Überlegung. Aber da der Film schon eine schwer zu tragende Länge hat, wollten wir es damit nicht übertreiben.

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Freitag, 26. April 2013, 00:52

Ich finde, dass die Gespräche mit der Puppe oft sehr gestellt wirken und wie ein Gespräch mit einer wirklichen Person. Hier wird durch das Schauspiel schon die komplette Pointe vorweggenommen weil man weiß was los ist. In den Parts des Film in denen sie nicht mehr der Puppe redet ist es schauspielerisch ganz gut. Aber ich denke das unterliegt hier auch dem Geschmack. Ist die Dame denn ausgebildete Schauspielerin?

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Freitag, 26. April 2013, 01:00

Ist die Dame denn ausgebildete Schauspielerin?

Sie ist Schauspielstudentin im Abschlusssemester, ja.

Interessante Sichtweise. So wie du die Wirkung der "Dialoge" beschrieben hast, war sie eigentlich auch geplant. Zwar lebt sie in ihrer eigenen Realität, aber ihr ist durchaus noch bewusst, dass es nur "ihre" Realität ist. Wenn das die Spannung raubt, darf man das wohl getrost meiner Regie anlasten. Die Schauspielerin hätte es auch anders machen können.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pikk« (26. April 2013, 01:14)


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Freitag, 26. April 2013, 02:56

Ach und noch was: einer deiner letzten Antworten entnehme ich, dass es ein Psychogramm der Protagonistin werden sollte, in dem die dramaturgische Frage beantwortet wird, warum sie so ist, wie sie ist. Das habe ich überhaupt nicht in dem Film gesehen. Der Grund dafür ist, dass diese Frage von einer anderen Frage überschattet wurde, nämlich der, was es mit ihrem stummen Liebhaber auf sich hat. Das ist die Frage, die sich der Zuschauer stellt, die, die am Ende beantwortet wird und deshalb ist es auch die Frage, um die sich der Film dreht.

Aber jetzt sagst du, du wolltest die Psyche der Dame erklären. Um das zu tun, hätte aber doch von vorne herein klar sein müssen, dass sie eine Puppe zum Freund hat. Sonst weiß der Zuschauer doch garnicht, wie komisch sie ist und fragt sich deshalb auch nicht nach der Ursache für ihr Verhalten, weil ja scheinbar alles glücklich und normal ist (bzw. du dir alle Mühe gegeben hast, es so aussehen zu lassen).

Wenn du wirklich den Schwerpunkt auf einer Erklärung des Verhaltens hättest setzen wollen, dann wäre doch auch der Höhepunkt des Films eine Antwort auf diese Frage. Aber im Film ist der Höhepunkt die Antwort auf eine ganz andere Frage, nämlich der, was mit dem Freund nicht stimmt. Du erklärst hier also gar nichts über die Psyche der Frau, am Ende weiß ich immer noch nichts über ihre Beweggründe (abgesehen von dem kurzen Auftritt des Freundes).

Oder nicht?

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Freitag, 26. April 2013, 09:13

Nehmen wir mal an, die Dame wäre in ihrem Leben allzu oft enttäuscht worden, dann hätte man das Ganze vielleicht auch als eine Art Komödie aufziehen können. Die Titelmusik ist gar nicht mal so übel, und hätte Potential für einen Mystery-, Horror-, oder Psychofim. Die Musik ab 4.20 ist da schon wesentlich lockerer und würde zu einer Komödie schon eher passen. Ich denke mal, dass Filme, die sich nicht genau „entscheiden“ können, zu welchem Genre sie genau gehören wollen, habens schwer.
Jetzt weiß ich, warum Sie Koch sind. Weil Sie so ranzig riechen. Nach altem Öl.

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Freitag, 26. April 2013, 11:08

Ich denke mal, dass Filme, die sich nicht genau „entscheiden“ können, zu welchem Genre sie genau gehören wollen, habens schwer.

Ja gut, da gehe ich mal mit. Ich denke, ich habe mir für meinen erst zweiten Film thematisch und genretechnisch einen ziemlichen Drahtseilakt ausgesucht und konnte offenbar nicht so gut balancieren, wie ich es gehofft hatte.

in dem die dramaturgische Frage beantwortet wird, warum sie so ist, wie sie ist.



Jein. DIe Frage sollte nicht beantwortet werden, man soll sie sich nur stellen. Immerhin gehts ihr ja gar nicht so schlecht. Die meisten Leute gehen vernünftig mit ihr um, aber dennoch bevorzugt sie es, sich in in ihr Gefängnis einzumauern. Das kann man durchaus als Gesellschafstskritik verstehen, die ich aber nicht "mit der Keule" rüber bringen wollte.

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