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1

Montag, 20. April 2009, 20:43

eigene Firma

Hallo
ich habe die SUFU benutzt aber nichts gefunden=(
also eröffne ich nun ein eigenes Thema.
Ich hoffe das ist das richtige "Abteilung"
Also ich wüsste gerne wie ich eine
eigene Firma gründe die folgende "Diensleistungen" hat:
-Filmproduktion
-Musik Label
also das wäre die frage wie

und dann eine weitere frage ist
da die ganze Film und Musik Industrie ja immer mehr dem"Wille des Internet" zerfällt.
Macht es ja sinn diese Tatsachen in einer firmen gründung mit einzuplanen(leider)
also habe ich die idee
das die firma doch die filme online stellt
und das sie sich dort jeder angucken kann
und sobalt ein kleine Fan Gemeinde entstanden
ist kann man ja die Filme kostenflichtig downloaden
Das gleiche wird mit musik ja auch schon gemacht
(itunes,musicloads,und viele andere)
ein anderes konzept wäre sowas wie folgende website(http://justaloud.com/)
zu machen halt nur mit eigenen Filmen/Tracks.
kennt ihr eine firma die so arbeitet??
euer
paulb

MP-Digital

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2

Montag, 20. April 2009, 21:24

Du meldest Dein Gewerbe in Deiner Stadt auf dem Gewerbeamt an. Je nach Stadt 40 – 70 €. Darin solltest Du Deine Tätigkeit etwas beschreiben.

Danach wird sich dann die BG - Berufsgenossenschaft melden. Auch hier sind weitere Erklärungen zu tätigen. Dazu wird dann ein Pflichtbeitrag von der BG erhoben. Wenn Du mit keinen Gefahrstoffen arbeitest, kann dieser pro Halbjahr 50 – 100 € betragen.

Ganz, ganz wichtig. Du benötigst eine Versicherung. Auch hier sind genaue Erklärungen sind zu tätigen. Egal was kommt, damit Du versichert bist, alles was bei Dir ist zum Thema Filmgeräte vorhanden ist + wenn Leute zur Filmaufnahmen kommen (die können ja beim Set ausrutschen!!) usw.

In Sache Finanzamt.

Um keine Umsatzsteuer abzuführen solltest Du die ersten Jahre bei der Umsatzsteuerbefreiung §19 Dich einstellen lassen (bleiben). Du kannst hier zwar Deine Ausgaben gegenüber dem Fiskus geltend machen, und bekommst „viel“ raus, aber nicht zu lange (2 – 3 Jahre maximal.

Wenn dann keine Einkünfte kommen, kann es vom Fiskus als Liebhaberei dargestellt werden und Du kannst Deinen Gewerbeschein wieder abgeben. Also es muss dann auch mal Geld verdient werden. Nach 2 – 3 Jahren wirst Du zur Umsatzsteuer- und Einkommensteuerzahlungen herangezogen. Also genaue Buchführung ist von Beginn an erforderlich. Einnahmen, Ausgaben, Gewinnermittlung usw. Das bitte ich 101 % wörtlich zu nehmen.

Ich habe das alles schon durchgemacht.

Am besten Du läst dich mal von einem Steuerberater genau zu Deinem Fall beraten, damit alles gut anläuft, weil den wirst Du dann auch benötigen, leider – außer Du bist im Steuergewerberecht fit, und kannst alles selber machen, dass wäre dann super.

Hoffe etwas Licht zum Thema „Gewerbe“ gegeben zu haben.



Marcus Gräfe

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3

Montag, 20. April 2009, 22:11

Danach wird sich dann die BG - Berufsgenossenschaft melden. Auch hier sind weitere Erklärungen zu tätigen. Dazu wird dann ein Pflichtbeitrag von der BG erhoben. Wenn Du mit keinen Gefahrstoffen arbeitest, kann dieser pro Halbjahr 50 – 100 € betragen.

Bist du dir da absolut sicher? Das wäre mir nämlich neu, dass man als Gewerbetreibender automatisch an die BG zahlt. Man zahlt nur an die IHK.

Vaderle

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4

Mittwoch, 22. April 2009, 15:25

Bei mir ist es noch anders. Ich habe das Gewerbe angemeldet und muss nur einen Mindestumsatz nachweisen. Aber an die IHK oder jemand anderen keine Zahlungen machen. Habe es als künstlerisches Gewerbe angemeldet.

5

Mittwoch, 22. April 2009, 15:31

An die BG zahlt man doch nur, wenn man Leute angestellt hat, oder? (Also falls denen ein Arbeitsunfall passiert.)
Ansonsten ist man selbst "privat" versichert...

MP-Digital

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6

Mittwoch, 22. April 2009, 19:28

An die BG zahlt man auch, wenn man keine Leute hat - ich habe keine, arbeite aber mit Gießkunststoffen und Silikon. Die IHK will auch was. Liegt aber daran, dass ich mit diesen Stoffen umgehen muss. Ist zwar nicht viel was man zahlen muss, aber es läppert sich im Jahr zusammen. Aber um ganz sicher zu gehen, sollte man für seinen Bereich bei der BG und IHK doch genau nachfragen.

Wer ein künstlerisches Gewerbe anmelden möchte kann es anders aussehen. Sollte man auch erfragen.

dieter508

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7

Mittwoch, 20. Mai 2009, 10:52

RE: eigene Firma

Ich will auch unbedingt mal eine eigene Firma! So ein Gewerbe anmelden ist ja echt nicht schwer und einen passenden Gewerberaum hätte ich auch schon gefunden, jetzt fehlt es mir nur noch an Erfahrung. Aber in 1 2 Jahren werde ich mir sicher meine eigene Firma zulegen.
Wie läuft es bei dir MP-Digital?
Sieht es gut aus?

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8

Mittwoch, 20. Mai 2009, 14:50

@ Hi dieter508,

nun, einiges habe ich ja schon geschrieben.

1. Gewerbeschein holen, 2. Firmennamen aussuchen, 3. Bei IHK + BG nachfragen (aber die melden sich automatisch), ob Du für Deinen Bereich was zahlen musst, 4. Steuerberater aufsuchen, der Dich evtl. unter §19 von der UmSt "Umsatzsteuer" gegenüber dem Fikus freistellen kann (dass geht aber nur 1-3 Jahre, dann muss Geld reingenommen, weil sonst kann Dir der Fiskus das Gewerbe als "Liebhaberrei" kündigen). Schau mal hier: http://www.ratgeber-e-lancer.de/080502.html

Achtung: Bei §19 kannst Du aber Deine Umst-Ausgaben (also die 19 % MwSt) gegenüber dem Fiskus nicht anrechnen lassen (kannst aber auch keine MwSt 19%" gebenüber Deinen Kunden erheben. Hier musst Du immer vor Vertrag / Auftrag den Hinweis klar und deutlich machen, dass Du nach §19 freigestellt bist. Du kannst nur die reinen Ausgaben gegenüber dem Fiskus anrechnen lassen - ist ja auch was und man bekommt bei Firmengründnug doch einiges am Jahresende heraus.

Hoffe soweit geholfen zu haben.

9

Mittwoch, 20. Mai 2009, 15:19

Hallo,

generell zur Firmengründung:
Sofern du keine Ahnung von der Thematik hast auf jeden Fall vorher informieren.
Abhängig von Ausbildung (Studium wo Wirtschaftsrecht mit drin steckt oder bereits anderweitig Erfahrung gesammelt) schaffst du das vielleicht mit Internet und Gesetzbüchern, ansonsten empfehle ich in jedem Fall die Beratung durch einen Fachmann.
Eine GbR oder Einzelunternehmen gründen und das als Gewerbe anmelden ist wie erwähnt ein Kinderspiel.
Dir muss allerdings auch der Rahmen bewusst sein!
Bei komplexen Ausgaben/Einnahmen ist eine umfassende Buchführung im Grunde unerlässlich, wenn du zumindest annähernd wirschaftlich arbeiten möchtest.
Sämtliche Vorgänge müssen vertraglich und rechtlich geregelt sein.
Wen du Geld an andere abdrückst - welcher Betrag? Wenn prozentual - welche Bemessungsgrundlage? Hier musst du im Vorfeld auf jeden Fall bereits sämtliche Steuerzahlungen, etc. mit einrechen, sonst baust du dir da u. U. unabhängig vom Erfolg einen riesigen Schuldenberg auf.
Achte auf die Gesellschaftsform. Bei einer GbR kann eine Durchgriffshaftung auf dein Privatvermögen erfolgen!
Der Markt im Internet wird immer komplexer - wenn du hier keinen rechtlichen Überblick hast kannst du schnell Probleme bekommen.
Das können so Kleinigkeiten sein: da machst du einen kleinen Fehler bei der Angabe des Impressums und schon hast du eine Abmahnung über paar 100 EUR im Briefkasten.
Hast du ggf. GEMA berücksichtigt? Möchtest du CDs in Masse brennen ist dies zu berücksichtigen - auch wenn die Künstler nicht bei der GEMA sind, musst du meines Wissens die CD-Produktion anmelden. Das kostet zwar nix, wenn du's aber verpasst hast du wieder Stress und Kosten.
Buchführung empfiehlt sich auch unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten. Verbockst du das und merkst es nicht kann das auch ohne weiteres zu einem Steuerhinterziehungsverfahren führen.

Fazit:
Wenn du Geld verdienen möchtest tauchen sofort zig Instanzen auf, die auch etwas abhaben möchten.
Wenn du dir im Vorfeld unsicher bist was auf dich zukommen kann lass es erstmal bleiben und informiere dich weiter, sonst kann das u. U. sehr teuer werden!!
Gerade im Medienbereich ist das äußerst tricky.
Beachte darüber hinaus folgende Punkte:
- Wieviel Kapital hast du zur Verfügung?
- Hast du einen Businessplan erstellt oder dir zumindest Gedanken gemacht wo du Ausgaben, wo Einnahmen hast?
- Kennst du die rechtlichen Rahmenbedingungen?
- Bist du ein Unternehmertyp? Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt?
- Welches Backup/Rückhalt hast du? Reiche Eltern, bekannte Juristen, bekannte Unternehmer, etc.
- Wie viel Arbeitszeit kannst/willst du investieren?
- Wie hoch ist deine Motivation?


Grundsätzlich ist die Unternehmensgründung aber in jedem Fall eine lohnenswerte Erfahrung, wozu man nur ermutigen kann! :)

Viele Grüße

Jens

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