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Klara0507

unregistriert

1

Montag, 10. Juni 2013, 12:00

Kamera für Dokumentarfilm

Hallo,

ich brauche mal einen Allgemeinen Rat von den Profis unter Euch.

Ich möchte einen Dokumentarfilm drehen und suche die passende Kamera und das notwendigste Zubehör. Folgende Kriterien sind wichtig bzw. weniger wichtig:

1.) Möglichst gute Bildqualität, da Festivalauswertung geplant. Ich arbeite seit acht Jahren professionell als Regieassistentin, möchte zunächst aber keinem meiner Kollegen von dem Projekt erzählen (daher die Frage an Euch). Ich weiß, dass die Bildqualität auf der Leinwand sehr wichtig ist und man unschönes Rauschen zum Beispiel möglichst vermeiden sollte. Ich weiß aber auch, dass man selbst im Kino Kompromisse eingehen kann, wenn der Inhalt einen berührt. Technisch muss es also nicht perfekt sein, sollte aber einen gewissen Standart nicht unterschreiten.

2.) einfache Handhabung. Es ist ein sehr sensibles Thema und ich kann leider keinen Kameramann mitnehmen. Ich habe technisch wenig Vorerfahrung, habe zwar die Zeit mich in Ruhe von Profis einweisen zu lassen, will aber dann nicht täglich mit der Technik kämpfen. Autofokus wäre daher z.B. wichtig, ich weiß wie schwierig das Schärfeziehen per Hand ist. Soweit ich das bei meiner Arbeit mitbekommen habe, ist ein Zoom immer gut. Sind dann weitere Objektive notwendig oder kann ich einfach immer den Zoom nutzen? Brauche ich zwangsläufig Filter?

3.) Ich werde viel in kleinen Innenräumen drehen, in einer Wohnung, in Krankenhäusern, ein wenig Aufnahmen der Stadt, der Umgebung, usw. Also keine großen Actionszenen, keine schnellen Schwenks, keine Macroaufnahmen. Ein paar Interview-Sequenzen wird es noch geben (die ich nicht ausleuchten kann). Nachtaufnahmen oder Einstellungen in der Dämmerung sind nicht notwendig. Auch Ist Wärme oder Feuchtigkeit kein Thema, da ich in Deutschland drehen werde.

4.) Eine längere Akkulaufzeit wäre schön und längere Aufnahmen wären toll. Oft ist die Kapazität ja begrenzt. Am liebsten würde ich die Kamera auch mal eine halbe Stunde einfach laufen lassen und mitnehmen, was in den schwierigen Situationen eben passiert. Ist das utopisch? Bei den Chips ist das ja wegen der Datengröße sehr begrenz oder? Wie sieht es mit Tapes aus? Gibt es noch geeignete Kameras, bei denen man einfach die Bänder wechselt und die gute Qualität mitbringen? Wie ist das mit dem Überspielen der Daten?

5.) Finanziell sprechen wir von einem Rahmen von maximal 10.000 € für die Kamera plus Zubehör, gerne natürlich drunter.

Ihr seht ich habe sehr wenig Ahnung von der Materie, zumindest was die Kamera angeht. Ich stehe nur gerade vor einem unglaublich guten Thema und ich kann es nur entweder ganz alleine drehen oder es bleiben lassen. Mit Arbeitskollegen spricht man darüber selten, weil jeder um seine eigenen Themen kämpft. Vielleicht versteht ihr ja ungefähr was ich brauche, so professionell wie möglich, bei einfacher Handhabung.
Ich freue mich über Eure Anregungen und beantworte gerne weitere Rückfragen, da ich sicher technisch vieles noch nicht angesprochen habe.

Danke für Eure Hilfe!!!

2

Montag, 10. Juni 2013, 14:03

So spontan scheint die Canon c100 deine Bedürfnisse zu erfüllen, Kostenpunkt 4.700 Euro. Einen Autofokus unterstützt sie soweit ich weiß bei Canon Objektive, in Verbindung mit einem Canon EF 24-70mm 2,8 L USM Zoom (ca. 1.800 Euro), kommst du bei ca. 6.300 Euro raus.

Ergonomie soll bei der c100 bzw. bei der gesamten Reihe sehr gut sein.

Anbei ein Link zum Test von Slashcam http://www.slashcam.de/artikel/Test/Cano…-am-Limit-.html
Und Video http://vimeo.com/55257948

schlaflos011

unregistriert

3

Montag, 10. Juni 2013, 19:42

Vermutlich ist bei wenig bis keiner Kameraerfahrung eine
Canon XF300 oder Sony PMW-200 besser geeignet. (Beide Modelle mit 4:2:2 Farbabtastung)

Das "schönere" Bild bekommst du meiner Meinung nach mit:
Sony NEX FS100/700
Canon C100
Blackmagic Cinema Camera (Kein AF)

und dafür geeigneten Objektiven.

Klara0507

unregistriert

4

Montag, 10. Juni 2013, 20:05

Danke schonmal.

Habt ihr selbst Erfahrung mit diesen Kameras?
Wie ist es denn mit dem Rolling Shutter Effekt? Ich habe das Problem oft gesehen, als die ersten richtigen Filme mit der 5D gedreht wurden.
Habt ihr Erfahrung mit dem Autofokus und dem Zoom?

MP-Digital

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5

Montag, 10. Juni 2013, 20:32

Die Canon XF 100 macht auch sehr gute Bilder und hat einen sehr guten Ton. Zudem hat sie 4:2:2 Farbabtastung.

schlaflos011

unregistriert

6

Montag, 10. Juni 2013, 20:56

Erfahrungen habe ich mit der Canon 5d MarkII und der Sony NEX FS100.
Die NEX FS100 habe ich auch schon für EB "missbraucht" und einmal "nur" die Automatik werken lassen. Das Ergebnis war sehr zufrieden stellend. Die große Stärke der Kamera ist aber ganz klar Lowlight (mit entsprechendem Objektiv) und der szenische Dreh.

Wenn du übrigens Zoomen willst vergiss meine Vorschläge - NEX100/700, Canon C100, BMCC und hole dir einen guten Camcorder.

dreamer

unregistriert

7

Donnerstag, 27. Juni 2013, 06:48

Ich habe auch schon dokumentarisch gearbeitet und möchte Dir meine Erfahrungen weitergeben. Ich nehme an dass Du ein geringeres Budget hast.

Da bei Dokumentationen (wohl eher Reportagen) nicht szenisch und zusätzlicher Beleuchtung gearbeitet werden kann, ist die Lichtausbeute der Kamera sehr oft entscheidend. Ich konnte mit Camcordern - die einen kleinen Sensor besitzen - bisher keine allzu guten Erfahrungen sammeln. Dazu zählen neben den hochwertigeren Consumer-Camcordern (Panasonic X929, Sony CX730 etc.) auch Canon's Prosumer- Geräte (z.B. XA10). Die Einschränkungen sind einfach zu extrem (starke Effekte der Rauschunterdrückung, Flimmern in dunklen Bildbereichen etc.). Am ehesten eignen sich noch Geräte wie die Sony CX730, die aber wenig manuelle Eingriffsmöglichkeiten bietet.

Ein Nachteil der hier eher als Vorteil gewertet werden muss ist die fehlende Tiefenunschärfe von Camcordern. Dadurch ist fast immer alles scharf. Der Autofocus hat nicht viel zu tun. Viel künstlerischen Spielraum hat man aber auch nicht. Unscharfer Hintergrund wird oftmals als professionell empfunden.

Weitere Möglichkeit wäre der Einsatz einer DSLR oder Systemcamera (z.B. Panasonic GH3) die lichtstärker sind da sie mit größeren Sensoren ausgestattet sind. Hier ist auch die Tiefenunschärfe leicht möglich. Teilweise aber auch zwingend (z.B. voll geöffnete Blende bei wenig Licht). Das stellt hohe Anforderungen an den Autofocus. Dilemma: Die lichtstarken Optiken bieten oft nur bescheidenen Autofocus (z.B. 20mm 1.7 Pancake von Panasonic) und Festbrennweiten (kein Zoom). Sehr schwierig sich bewegende Objekte scharf zu halten. Leicht auch an den bisher professionell entstandenen Dokus im Fernsehen zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=0y3iUMHUhnw . Und hier wurden professionelle Kameraleute eingesetzt.

Ein kleiner Lichtblick sind die filmenden Premium-Kompaktkameras. Hier speziell zu erwähnen die Sony RX100 und die Pansonic LX7. Sie erreichen aber nicht ganz die Schärfe und Detailreichtum guter Camcorder oder DSLRs. Da sie einen wesentlich größeren Chip (Sensor) als die üblichen Camcorder haben und mit lichtstarken Optiken kombiniert sind ist die Lichtausbeute aber hervorragend. Der Sensor ist aber nicht so groß dass man die Tiefenunschärfe nicht mehr im Griff hätte. Die geringere Detailauflösung fällt vor allem bei Totalen auf (Landschaft etc.). Hier verwende ich nach wie vor die GH2. Die LX7 ist von der Handhabung professioneller als die RX100. Die hat aber den besseren Stabilizer.

https://vimeo.com/68597374 (Scaling auf off stellen, da nur in 720p)


Noch ein Punkt der oft vernachlässigt wird: der TON. Die integrierten Mikrofone sind für Interviews und O-Ton nicht besonders geeignet. Höchstens für Umgebungsgeräusche. Die RX100 und die LX7 haben keinen Mikroeingang. Man muss den Ton also mit einem Fieldrecorder (ab 99.- Euro) aufnehmen und später mit dem Bildmaterial synchronisieren. Es gibt auch Erweiterungen die diesen Job übernehmen. https://www.youtube.com/watch?v=wLwrigB2ETY

Für Interviews sollte man entweder ein gerichtetes Mikro (z.B. Rode NTG-2) oder besser ein Krawattenmikro verwenden (zur Not mit Kabel).

rick

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8

Donnerstag, 27. Juni 2013, 08:49

Ich habe auch schon dokumentarisch gearbeitet und möchte Dir meine Erfahrungen weitergeben. Ich nehme an dass Du ein geringeres Budget hast.

Bitte sei so gut und lies nochmal den Eingangspost. Deine Annahme ist falsch und mir unverständlich wie Du darauf kommst. Budget maximal 10.000 Euro.
Dokumentationen bei denen die Schärfe nicht nachgeführt werden soll - da sehe ich jetzt keinen Sinn in einer Abhandlung darüber, wie schwierig das ganze mit einer GH3 und einem 20mm f1.7 Objektiv ist.

Sony CX730 ? Hatte ich vor 2 Wochen im Einsatz (Modenschau mit wenig Mischlicht). Lowlight und Zoom zusammen gehen gar nicht. Die Artefakte und das Rauschen sind sicherlich nicht guter Standart um etwas auf einer großen Leinwand vorzuführen. Die Bedienführung is, vorsichtig ausgedrückt eine Katastrophe (kleines multifunktionales Bedienrad unterhalb des Objektivs). Der Stabi ist bei Schwenks sehr auffällig. Die Panasonic SD909 die wir auch verwendet haben, ist da im Vergleich viel besser mit dem Licht zurechtgekommen, aber auch die ist von der Menüführung nicht vorbildlich.

dreamer

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9

Donnerstag, 27. Juni 2013, 09:06

Das Budget hatte ich nicht beachtet. Sorry. Consumer-Camcorder halte ich grundsätzlich nicht für geeignet. Hatte ich auch so geschrieben: >> Die Einschränkungen sind einfach zu extrem (starke Effekte der Rauschunterdrückung, Flimmern in dunklen Bildbereichen etc.).<<

Einen Profi-Camcorder (womöglich Schulterkamera) für eine Einzelkämpferin ohne technische Erfahrung aber auch nicht.

Rick schreibt: >>> Dokumentationen bei denen die Schärfe nicht nachgeführt werden soll.... Nicht manuell nachgeführt werden soll/kann. Ich sprach vom Autofocus.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »dreamer« (27. Juni 2013, 09:57)


rick

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10

Donnerstag, 27. Juni 2013, 11:42

Ich sprach vom Autofocus.

Der wenn er versagt, durch manuelles Schärfeziehen ersetzt werden müßte. Ergo kommt eine Kamera deren Autofocus nicht funktioniert auch nicht in frage.

dreamer

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11

Donnerstag, 27. Juni 2013, 14:09

Genau das habe ich geschrieben. Dass Du das schon weist ist klar. Jemand ohne große technische Erfahrung mag aber u.U. durchaus eine DSLR/Systemkamera in Betracht ziehen.

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