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Milhouse

unregistriert

1

Samstag, 26. November 2011, 11:50

Ton parallel aufnehmen?

Moinsen,

habe bei der Betrachtung der vielen Filme hier im Forum leider ein Vorurteil bestätigt bekommen, dass ich bei nicht nachsynchronisierten Filmen schon immer hatte - in vielen Passagen kann man den Akteuren nur schwer folgen bei deren Dia- oder Monologen.
Das nervte mich seit jeher sogar schon beim "Tatort" oder irgendnem "Helmut Dietl"-Schinken.

Jetzt frage ich mich ernsthaft - macht es eventuell Sinn, während eigener Dreharbeiten den Ton neben dem Kameragekoppelten Mikro parallel beim jeweiligen Darsteller noch mit je einem (gut versteckten) Krawattenmikro gekoppelt mit Zoom-Aufnahmegeräten aufzuzeichnen?

Die jeweiligen Tonaufnahmen müssten dann halt später am Rechner zusammengeführt werden.

Denke ich da wieder mal zu kompliziert oder haltet Ihr das für angemessen in der Umsetzung?


Liebe Grüße, Milhouse

tomatentheo

unregistriert

2

Samstag, 26. November 2011, 12:02

Jetzt frage ich mich ernsthaft - macht es eventuell Sinn, während eigener Dreharbeiten den Ton neben dem Kameragekoppelten Mikro parallel beim jeweiligen Darsteller noch mit je einem (gut versteckten) Krawattenmikro gekoppelt mit Zoom-Aufnahmegeräten aufzuzeichnen?

Sicher macht das Sinn und ist bei professionellen Produktionen der Standard. Allerdings ist Filmton ist eine Wissenschaft für sich. Ansteckmikrofone, Richtmikrofone, Raummikrofone, Tonangeln und Mixer zielführend einzusetzen, erfordert eine gewisse Erfahrung und die Bereitschaft, sich mit den verschiedenen Charakteristika der Mikrofone auseinanderzusetzen. Ich hab mal eine kleine Aufgabe für dich: Such mal in der folgenden Monologszene die Mikrofone. Kleiner Hinweis: Es sind drei. Während der gesamten Aufnahme liefen drei Kameras plus zwei GoPros, die den ganzen Raum abdeckten:




Du siehst, es ist nicht einfach.

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Milhouse

unregistriert

3

Samstag, 26. November 2011, 16:58

Hmpf?! ;(

Ich halte es gar für ziemlich unmöglich, hier erahnen zu wollen, wo genau die Mikros sich befinden?!
Ich vermute aber ganz stark aufgrund Deiner Fragestellung, dass die bei etwas genauer Beobachtungsgabe sogar im Bild zu erkennen wären...?!

?(

Gruß M.

tomatentheo

unregistriert

4

Samstag, 26. November 2011, 17:16

Die Fragestellung ist gemein, weil sie eben NICHT zu erkennen sind.
Okay, eins. Aber nur bei Aussschnittsvergrößerung. Es ist im Haar vom Yuho, dem Zombiemädchen, das vor Jens liegt. Eins ist am Körper von Jens angetaped und übergeschminkt. Das dritte ist in der Nachttischlampe. Zwei zeichneten den Dialog auf, ein drittes diente als Stütze für den Raumton. Meine damalige Assistentin (die heute beim Osterhasen arbeitet) meinte vorhin gerade, es wären sogar vier gewesen. Das vierte war aber nicht zu gebrauchen. (War hinter dem Bett, im Vorhang) Aber das sind auch Extremsituationen. Nicht der Alltag.

Es gibt neben den Freds hier auch auf audiotutsplus.com sehr schöne Tutorials für On Location Sound. Dort werden tw. auch die Grundausrüstung und die üblichen Dialogsituationen behandelt.
Aber als Faustregel gilt: Mit dem Richtmikrofon so dicht ran an den Darsteller wie es geht und es der Kameraauschnitt zulässt und Kontrollhören via Kopfhörer. Die Feinheiten von Pegeln und Samplingfrequenzen, wofür du einen Mixer brauchst usw. lernst du später. Fang an mit Hören lernen. Da bist du genug beschäftigt.

Es hat bereits 1 Gast diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Milhouse

unregistriert

5

Samstag, 26. November 2011, 17:40

Fang an mit Hören lernen. Da bist du genug beschäftigt.
Das is schon ne gemein direkte Aufforderung...

:pinch: :rolleyes:

Ich sehe schon, da hab ich mich nun in eine Thematik herein gewagt, die mich ganz schön fordern wird, wenn ich nicht irgendwann frustriert einknicke.

Ich wäre echt gespannt, von den Machern hier im Forum zu erfahren, inwieweit sie sich ebenfalls so akribisch mit dem Thema Ton auseinander setzen?

Ich gebe zu, was man hier im Foum alles vorfindet an Texten zum Informieren und Lernen - das is wahrhaft ne Menge.
Ich kämpfe mich langsam, aber sicher durch. Nur werde ich in der Masse der Infos vermutlich das eine oder andere Interessante übersehen.
Das Filteren, was nun wirklich relevant ist und was eher Makulatur darstellt, das darf ja dabei auch nie einschlafen.

Ich bin Euch allen bzw. Dir jetzt im speziellen jedenfalls sehr dankbar für jede Antwort auf meine Fragen - wenn diese manche einem hier vielleicht sehr naiv vorkommen werden.

;)


Liebe Grüße, Milhouse



Edit: ...beim "Osterhasen"???

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Milhouse« (26. November 2011, 17:46)


tomatentheo

unregistriert

6

Samstag, 26. November 2011, 18:00

Edit: ...beim "Osterhasen"???

Weil sie die Mikros so schön plaziert hat. Ich hab verzweifelt aufgegeben, nachdem die Anstecker nach dem x-ten Versuch immer noch kratzten.
Ich wäre echt gespannt, von den Machern hier im Forum zu erfahren, inwieweit sie sich ebenfalls so akribisch mit dem Thema Ton auseinander setzen?

Irgendwann kommt der Punkt, wo du deine Skills hinterfragst. Entweder findest du dich toll, oder du weißt um deine Defizite. Und um diese Defizite aufzuarbeiten gibt es verschiedene Wege. Entweder man lernt, oder man holt sich jemanden, der sich damit auskennt. Ich kenne meine Kameraskills, deswegen hole ich jemanden, der .... naja, du weißt was ich meine.
Leider ist Ton total unsexy. Man landet weit hinten in den Credits, kommt in keinem Making Of vor und steht in der Nahrungskette weit hinten. Deswegen kann ich jeden verstehen, der sich um Kamera oder Regie bemüht. Man kriegt viel mehr Aufmerksamkeit (und den ersten Zugriff auf attraktive DarstellerInnen, je nach Präferenz). ;) Ton ist nix fürs Ego.
Die Vorteile lasse ich hier ungesagt, sonst kriegen wir noch ne Schwemme an Tonleuten im Indiebereich. :D
Achso. Noch ein Tip. Nicht soviel lesen. Irgendwas nehmen, leihen, whatever und machen. Vom vielen Lesen vergisst man das Drehen und wird nur wirr im Kopf.

Milhouse

unregistriert

7

Samstag, 26. November 2011, 18:15

Weil sie die Mikros so schön plaziert hat.
Aaaah? Jetzt hab ichs gerafft! 8o

Jetzt hab ich offenbar die heimlichen Helden Hollywoods enttarnt! :D

Ton mag zwar nicht sexy sein, aber wenn ich bedenke, dass ich manchen synchronisierten Streifen aus dem Ausland einem deutschen Film mit Til Schweiger vorziehe, dann muss das vielleicht nicht unbedingt nur an dessen berüchtigtem Nuscheln liegen - Wenn der vernünftig in ein gut platziertes Mikro sprechen würde, dann wäre er vielleicht auch O-Ton zu verstehen?

Ihr seid schon verdammt wischdisch und ich wünsche Euch ganz viel hübsche Groupies für die Zukunft!

;)


Gruß, M.

tomatentheo

unregistriert

8

Samstag, 26. November 2011, 22:09

aber wenn ich bedenke, dass ich manchen synchronisierten Streifen aus dem Ausland einem deutschen Film mit Til Schweiger vorziehe,

Um das wirklich zu würdigen, solltest du Synchronisation nicht mit O-Ton verwechseln. Schau dir mal Filme im Original an. Es gibt US-Fernsehserien, da hört man genau, wann die Tonleute gepennt haben. Und ich rede hier nicht von Sitcoms, sondern Budget-Sachen wie Dexter oder House.
Ihr seid schon verdammt wischdisch und ich wünsche Euch ganz viel hübsche Groupies für die Zukunft!

Für meinen Teil passt das schon.

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