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CommiXV

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1

Montag, 24. Oktober 2011, 15:05

Panasonic HDC SD 909 vs Canon HF G10 oder ganz was anderes..

Hallo zusammen,

nachdem mir langsam die Filmergebnisse meiner Nikon D90 nicht mehr ausreichen, würde ich mir gerne eine "richtige" Kamera zulegen.

Da ich nicht immer selbst hinter der Kamera stehen kann, tendiere eher zu einem Camcorder, da diese - soweit ich das mitbekommen habe - auch ohne manuelles nachjustieren immer noch ganz gut zurecht kommen.
Meine erste Frage: ist das noch der Fall, oder müsste ich mich auch im Bereich DSLR nochmal umschauen?

Mein Preislimit liegt bei um 1000 €, +/- 200 € (gerne -200 € ;-)

Meine Anlaufstelle ist der Camcorder-Vergleich von Slashcam gewesen und da haben sich jetzt auf der Bestenliste in meinem Bereich zwei Camcorder hervorgetan:
Sony HDC SD 909 (~770 €)
Canon HF G10 (~1100 €)
Die beiden liegen preislich schon sehr stark auseinander, aber ich will mir in den nächsten 5 Jahren (soweit der Plan) keine neue Kamera kaufen, deshalb wäre die Mehrinvestition auch okay - vorausgesetzt sie lohnt sich.

Da ich von Kameras leider nicht so viel Ahnung habe (wie ich gerne hätte) wollte ich euch ein wenig zu Rate ziehen. Der direkte Vergleich bei Slashcam zeigt, welche Kamera in welchem Bereich besser ist und mich würde interessieren, inwieweit das für mich ausschlaggebend ist.

-Mir ist wichtig, dass die Kamera scharfe Bilder und klare Kontraste liefert. Ich würde gerne in naher Zeit wieder anfangen mit Greenscreens zu arbeiten und da wäre mir das sehr wichtig (eine gute Beleuchtung natürlich vorausgesetzt). Sind die drei Bildsensoren der Panasonic hierfür ausschlaggebend? Wie groß ist der Nachteil, wenn nur ein Bildsensor vorhanden ist?

-Sehr wichtig ist mir auch, dass ich die Videos möglichst einfach auf den PC übertragen kann. Einen integrierten Speicher fände ich also nützlich - allerdings weiß ich nicht, inwieweit das evtl. andere Nachteile mit sich zieht (brummt dann da eine Festplatte im Hintergrund der Aufnahme?)
-Die Möglichkeit externe Mikros für die Audio-Aufnahme anzuschließen fände ich auch sehr wichtig. Allerdings kenne ich mich damit gar nicht aus, kennt jemand vielleicht einen guten Guideline, worauf man da achten soll (welches Mikro, wie anschließen, welche zusätzliche Hardware?)
-Eine gute Tiefenschärfe-Funktion (ohne wiegesagt immer nachjustieren zu müssen) fände ich auch sehr nützlich, um nicht zu sagen total cool! :-)
-Leider kann ich die Test-Bilder von Slashcam nicht bewerten, weil ich nicht weiß, was "gut" und was "schlecht" ist. Ich vermute mal, dass dunklere Bilder besser sind, aufgrund der (im Gegensatz zu hellen Bildern) trotzdem gespeicherten Informationen. Ist das richtig?

Ich muss sagen, dass mich als Laie die Panasonic momentan sehr begeistert, das sie trotz des eher geringen Preises es in der Bestenliste auf PLatz 18 geschafft hat. :D
Aber vielleicht ist das ja auch ein wenig Blendwerk und ich bin total auf dem Holzweg. Wie schaut das mit DSLRs und Schulterkameras aus? kann man sich in dem preislichen Rahmen auch schon mal in diesem Bereich umschauen?

Hu, Fragen über Fragen und viel Text. Hoffentlich lässt sich davon vielleicht einer nicht abschrecken und kann mich etwas aufklären. :-)
Falls es dazu etwas Lektüre gibt, will ich mich ehrlich gesagt auch sehr gerne noch ein wenig einlesen. :-)

Grüße,

CommiXV

joey23

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2

Dienstag, 25. Oktober 2011, 16:27

Hi,

dann wollen wir mal:

Zitat

nachdem mir langsam die Filmergebnisse meiner Nikon D90 nicht mehr ausreichen, würde ich mir gerne eine "richtige" Kamera zulegen.


Toller Fotoapparat, aber in der Tat leider eine schlechte Videokamera. Wenn möglichst viel automatisch passieren soll, kommt nur ein Camcorder in Frage. Eine DSLR musst du zwingend manuell bedienen, sonst kommt Grütze raus. Die Automatiken in den Camcordern funktionieren deutlich besser.

Zu den beiden Konkreten Modellen kann ich nichts sagen, da ich sie nicht weiter kenne. Ich könnte jetzt auch nur die Slashcam-Tests lesen. Aber das kannst du ja auch direkt selbst machen.

Zitat


-Mir ist wichtig, dass die Kamera scharfe Bilder und klare Kontraste liefert. Ich würde gerne in naher Zeit wieder anfangen mit Greenscreens zu arbeiten und da wäre mir das sehr wichtig (eine gute Beleuchtung natürlich vorausgesetzt). Sind die drei Bildsensoren der Panasonic hierfür ausschlaggebend? Wie groß ist der Nachteil, wenn nur ein Bildsensor vorhanden ist?


Ob ein Sensor oder drei verbaut ist, ist nicht so besonders entscheidend. Entscheidend ist eher, dass die Kamera ein möglichst scharfes Bild liefert, wenn es um Greenscreen geht. Ein weiterer Grund gegen eine DSLR, da die ein ziemlich matschiges Bild liefern. Wichtiger als der Sensor ist eine wirklich gute Ausleuchtung.

Zitat

-Sehr wichtig ist mir auch, dass ich die Videos möglichst einfach auf den PC übertragen kann. Einen integrierten Speicher fände ich also nützlich - allerdings weiß ich nicht, inwieweit das evtl. andere Nachteile mit sich zieht (brummt dann da eine Festplatte im Hintergrund der Aufnahme?)


Ein Festplatten- oder DVD-Camcorder erzeugt in der Tat ein gewisses Eigengeräusch. Geräte mit SDHC-Aufzeichnung oder Flashspeicher haben dieses Problem nicht.

Zitat

-Eine gute Tiefenschärfe-Funktion (ohne wiegesagt immer nachjustieren zu müssen) fände ich auch sehr nützlich, um nicht zu sagen total cool! :-)


In Maßen kann man auch mit einem Camcorder bei ruhigen Szenen eine schöne Tiefenunschärfe erzeugen. Den typischen Unscharf-DSLR-Look gibts so aber nur mit einer DSLR und damit zwingend mit manuellem Fokus.

Zitat

-Leider kann ich die Test-Bilder von Slashcam nicht bewerten, weil ich nicht weiß, was "gut" und was "schlecht" ist. Ich vermute mal, dass dunklere Bilder


Nein, so pauschal stimmt das nicht. Hell bedeutet, dass die Kamera lichtempfindlicher ist. Interessanter ist aber, ob das Bild bei wenig Licht stark rauscht, oder noch ein brauchbares Bild liefert. Wenn du vor Grün drehst, ist das aber nicht so entscheidend, so du meinen Lichtrat von oben beherzigst.

Zitat

Wie schaut das mit DSLRs und Schulterkameras aus? kann man sich in dem preislichen Rahmen auch schon mal in diesem Bereich umschauen?


DSLR wäre preislich drin, allerdings glaube ich nicht, dass das das richtige ist für dich. Um da einen genaueren Rat zu geben, müsste ich wissen was du damit machen willst. Szenische Kurzfilme, Dokus..?
Schulterkameras fangen bei etwa 5000€ an. Es gibt zwar ein paar recht günstige Blender (zB die Sony HD1000e) aber das sind Schafe im (Plastik-)Wolfspelz. Lass da die Finger von. Du bezahlst viel Geld für Plastik, die bildqualität ist unterdurchschnittlich und den größten Vorteil, nämlich tatsächlich alle wichten Parameter als Knopf am Gehäsue zu haben, erfüllen diese Dinger auch nicht.

Zitat

Falls es dazu etwas Lektüre gibt, will ich mich ehrlich gesagt auch sehr gerne noch ein wenig einlesen. :-)


Unser Camcorderkaufberatungsthread, mein DSLR-Beratungsthread (siehe Signatur) und die Slashcam-Datenbank sind da schon gute Anlaufstellen.

Einen Punkt erwähnst du nicht: Mikrofonanschluss! Wir haben hier regelmäßig Threads, in denen User ernüchtert feststellen, dass sie keinen Anschluss für ein externes Mikrofon haben. DAS IST EIN ABSOLUTES MUSS!!! Sonst gibt es früher oder später (meist früher) tränen.

Joey

Es hat bereits 1 Gast diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Andreas Scott

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3

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 09:54

Moin Moin,

ich bin ja eigentlich nicht so der Markenfetischist, aber nach meiner Camcorder Erfahrung musste ich schon in Übereinstimmung mit vielen anderen erfolgreichen Filmemachern hier feststellen, dass Panasonic in der Preisklasse um die 1000 Euro super High End Semi Pro Geräte macht. Ich selbst habe mir letztes Jahr die Panasonic HDC HS 700 gekauft. Mit diesem 3 CCD Modell arbeiten inzwischen auch verschiedene TV Sender. Die integrierte 360 Gigplatte habe ich noch nie als störend empfunden, selbst wenn ich auch mal ohne externes Mikrofon arbeite. Die Bildqualität (25p/50P) ist für die Amateur- bzw. Independentfilmansprüche vollkommen in Ordnung. Über einen Beachtec DXA kann man XLR Kabel verwenden, ansonsten einfach über die Klinke mit dem Mikrofon arbeiten.

Natürlich hat dieses Modell nicht den Filmlook wie die DSLRs aber das ist ja eine Frage des eigenen Geschmacks....(manchmal wird dieses Thema fanatischer diskutiert als es nüchtern betrachtet eigentlich ist). Für die nächsten Jahre, eine solide Kamera mit der du eine scharfe Bildqualität erzeugen kannst, die viele manuelle Einstellmöglichkeiten bietet und vom LowLightverhalten sowie den Farbwerten in der Preisklasse um die 1.000 Euro, ist die 700er Serie Aufwärts imho bestens geeignet. :)

Ich will meine übrigens verkaufen......aber nicht weil sie schlecht ist sondern weil ich aufrüste. :)

CommiXV

unregistriert

4

Freitag, 28. Oktober 2011, 16:52

Hey Joey,

du bist wirklich mein Held vom Dienst - vielen, vielen Dank für diese mega ausführliche Antwort!

Also ich werde mich dann auf jeden Fall in Richtung Camcorder (keine Schulterdinger) mit Flashspeicher umsehen. :-)

Auf den Kino-Look kann ich vorerst definitiv verzichten, bzw. wenn sich das dann "nur" in kleinem Maße umsetzen lässt, ist das auf jeden Fall gut genug.

Einige Fragen hätte ich noch:
- Gibt es zu der Bildschärfe eine "Einheit" oder wie kann ich da die Kameras untereinander vergleichen?
- Ob das Bild bei wenig Licht stark rauscht, hängt doch vom internen (ich glaube der Begriff ist) Gain ab, oder? Wie kann man da Feststellen, ob es eher wenig oder eher mehr Rauschen gibt? Mehr Gain = mehr Rauschen?

Deinen DSLR-Thread habe ich mir schon durchgelesen und habe ehrlich gesagt auch aufgrund dessen eher zu einem Camcorder tendiert. Vielleicht hätte es ja noch eine Ausnahme gegeben - nur deshalb wollte ich das nicht komplett ausser Acht lassen. Den Camcorder-Thread habe ich auch schon angefangen zu lesen, danke!

Zum Mikro-Anschluss: Ein XLR-Anschluss ist da besser oder? Wenn ja - warum? Weil ich dann ein "dickeres" Mikro anschließen kann? Wie läuft das denn in der Postproduktion, habe ich dann die Soundspur immer noch an den Film gekoppelt, oder ist das losgelöst voneinander und muss manuell zusammengefügt werden?

@ Andreas
Ich hatte das auch schon mitbekommen und denke auch, dass Panasonic in dem Bereich die Nase weit vorne hat. In meiner Auswahl habe habe ich ehrlich gesagt auch die Panasonic stark favorisiert. Danke dir!

Grüße,

CommiXV

joey23

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5

Montag, 31. Oktober 2011, 09:55

Zitat

- Gibt es zu der Bildschärfe eine "Einheit" oder wie kann ich da die Kameras untereinander vergleichen?


Dazu gibt es sogenannte Siemenssterne, die man mit der Kamera abfilmt. So schaut das aus:



Das rechte Bild ist eben schärfer als das linke. Diese Textaufnahmen findest du eigentlich auch immer in den Slashcam-Tests. Es gibt noch eine ganze weitere Palette solcher Testbilder. Alle nötigen findest du aber auch in den Slashcam-Tests.

Zitat


- Ob das Bild bei wenig Licht stark rauscht, hängt doch vom internen (ich glaube der Begriff ist) Gain ab, oder? Wie kann man da Feststellen, ob es eher wenig oder eher mehr Rauschen gibt? Mehr Gain = mehr Rauschen?


Gain = Verstärkung
Der Sensor hat eine bestimmte Grundempfindlichkeit, und erzeugt dabei ein gewisses Grundrauschen. Durch den Gain werden die Signale des Sensors digital verstärkt. Dabei verstärkt sich das Grundrauschen entsprechend mit. Je mehr "Gain" die Kamera hat, desto stärker kannst du das Bild digital aufhellen. Je weniger Grundrauschen der Chip hat, desto besser ist das Ergebnis. Am besten ist natürlich auf den Gain komplett verzichten zu können, und entsprechend Licht aufzustellen. Bis Gain 6 ist bei den meisten Kameras aber kein Problem.

Zitat



Zum Mikro-Anschluss: Ein XLR-Anschluss ist da besser oder? Wenn ja - warum? Weil ich dann ein "dickeres" Mikro anschließen kann? Wie läuft das denn in der Postproduktion, habe ich dann die Soundspur immer noch an den Film gekoppelt, oder ist das losgelöst voneinander und muss manuell zusammengefügt werden?


Erstens ist XLR einfach ein deutlich robusterer Stecker. Die ganze Bauart ist deutlich stabiler, die Buchsen nicht so empfindlich, sie haben eine Verriegelung und so weiter. Auch die Kabel sind gegen Bruch etc meist deutlich robuster als diese kleinen Home-Audio.3,5-Klinke-Kabel. Außerdem ist XLR eine symetrische Verbindung, so dass es zB mit Handys oder Funkmikrofonen keine Störgeräusche geben kann. Solange du nicht auf einer Messe oder Veranstaltung mit vielen Geräten drehst, die du nicht kontrollieren kannst, ist XLR unverzichtbar. Wenn du eher im kleinen Team, bei dem alle ihre Handys ausschalten, und man das DECT-Telefon und die Mikrowelle notfalls ausschalten kann, ists nicht so dramatisch.

Die Audioinformationen werden auch bei XLR-Eingängen einfach synchron zum Bild aufgezeichnet, und ist im Schnittprogramm genau wie bei einfachen Kameras an das Bild gekoppelt. Losgelöst wäre es nur, wenn du einen getrennten Recorder alla Zoom H4n benutzen würdest (Was ich persönlich immer besser finde, weil der Recorder dann mit dem Tonmenschen mobil ist, und nicht das Audiokabel hinter der Kamera hergetragen werden muss.).

Gruß, Joey

Es hat bereits 1 Gast diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Verwendete Tags

Camcorder, CANON, hf g10, Panasonic, sdc 909, xa10

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