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Kinemedia_eu

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Mittwoch, 18. März 2020, 19:56

Günstige Einsteiger Filmlichter

Hallo zusammen,

bis jetzt habe ich immer mit Available Light gefilmt.
Für einige Imagefilme will ich mich jetzt jedoch auch mit Lichtern (gerade für Innenräume) befassen.
Voraussetzung wäre natürlich, dass sie so günstig wie möglich sind.
Wer sich gut mit dem Thema auskennt und vlt. auch Gaffer am Set ist kann mir da gerne was vorschlagen.
Am besten in verschiedenen Größen: z.B. ganz kleine, die man z.B. in Regalen Verstecken kann (da gibt es ja auch diese, die Polizeilich und sowas imitieren können)
Dann welche in Mittlerer Größe für Indoor. Und vlt auch was Starkes für draußen bei wenig Licht (falls sowas für einen Schmalen Taler zu haben ist.)
Das Mittlere und Große Licht sollte auch mit Lichtformern nutzbar sein.

P.S. bitte keine Vorschläge wie ARRI Tungsten oder Baustrahler (sollte schon direkt fürs Filmen gedacht sein)

Grüße Janno von Kinemedia :thumbsup:

ToXic pictures

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Donnerstag, 19. März 2020, 12:07

Hallo hallo...

ich freue mich - endlich gibts mal wieder einen Licht-Beitrag!

Sich mit Licht zu befassen ist definitiv für ein anständiges Video / Werbefilm essentiell. Bevor man dir aber sinnvoll Fragen beantworten kann, gibt es so ein paar Randinfos, die man bräuchte.
1) das schmale Budget in Zahlen ... du bekommst viel billiges Zeug, was Mist ist und viel teures Zeug, was überteuert ist, aber irgendwo wird man eine Richtung finden müssen. Dazu kommt, mit einer einzelnen Lampe ist keinem geholfen, denn zumindest auf ein Stativ muss man die drauf stellen... also Zubehör spielt in aller Regel eine Rolle.
2) welchen Qualitätsanspruch gibt es ... bezieht sich ein bisschen auf die Budgetfrage, aber auch auf die Frage, wie gedreht wird. Soll die Lampe (ich spreche mal stellvertretend immer von "der Lampe") einfach hell machen? Soll die Lampe bi-color sein? Soll die auf Akku laufen oder nicht? Soll die sehr leicht sein? Wieviel Output soll die haben? Es gibt da unzählige Fragen, die man da stellen kann.
3) arbeitest du gewerblich oder hobbymäßig ... wichtig zu wissen, denn gerade für Jobs würde ich sehr lange warten, bis ich im Bereich Film selbst in Licht investiere. Da läuft vieles über den Verleih wesentlich einfacher, denn da bekommst du für das Budget was der Kunde zahlt genau das, was für den Job sinnvoll ist. Leihen ist auf Dauer teurer, ohne Frage, aber billig gekauft ist mindestens 2x gekauft, deswegen lieber auf hochwertige Technik sparen und dann sinnvoll in das investieren, was sich bewährt.
4) wieviel Platz gibts für Lager & Transport ... ebenfalls essenzielle Frage wenn es darum geht, was man anschafft...
5) womit drehst du & wie ist dein Workflow ... finde ich auch eine wichtige Frage im Bezug auf das Licht, denn manche Kameras verzeihen im Licht mehr als andere... Gleichermaßen - wenn der Colorgrading Workflow zB. kaum durchgeführt wird ist das was anderes, als wenn dieser gewissenhaft gemacht wird.

Grob noch ein paar Gedanken zu dem, was du schreibst...

Grad bei dem Begriff Imagefilm ist die Lichtsetzung oft nicht trivial, weil es eben so eine undankbare Kombi aus möglichst klein arbeiten, aber möglichst nach Highend-Werbung aussehen ist. Rein mit Avaliable Light kommt man da nicht weit, aber es ist eine Sache des Maßes. Im Foto wesentlich einfacher... Grundlegend würde ich bei Innenräumen schauen, was vorhanden ist und dann mit Fingerspitzengefühl dem Ganzen eine Richtung geben.

Um auf die verschiedenen Größen zu antworten und mal ein paar Begriffe in den Post zu werfen...
Was ganz kleines... Was sich im Handyformat bei mir immer bewährt hat sind die LED Panel von Aladdin - in dem Fall das A-Lite. Bicolor - Akku - relativ anständiges Output und Farblich sehr gut. Preislich würde ich sagen im mittleren Segment. Auch immer gut sind Dedolights oder vergleichbare Lampen. Gibt es inzwischen auch LED Versionen. Sind sehr harte Lichtquellen, eignen sich aber um zB. mal eine Spitze zu geben, oder einen Lichtakzent.
Mittlere Größe ... Da wird es schon kniffeliger. Für Image würde ich da schauen, dass man sich ein paar LED Flächen mitnimmt. Da gibt es diverse Varianten in diversen Größen und Preisklassen. Aperture light hat da einiges im Angebot für faire Preise. Qualitativ sind die eher mittelmäßig, aber Preis-Leistung muss man da beachten. Für den großen Geldbeutel - ich will es einfach mal angesprochen haben - ARRI Skypanel, definitiv 100% zu empfehlen... Hervorragende LED Fläche, RGB, sämtliche LEE & Rosco Folien als Preset und mega Output. Nachteil - sehr schwer. Gute aber auch preisintensive Alternative LED KinoFlo... selbe Vorteile nur etwas weniger Lichtoutput und viel leichter. Wirklich großartig aber auch teuer sind die Astera Titan Röhren... Das sind LED Röhren die über Akku laufen und übers Handy bzw. Tablet gesteuert werden können. Viel Output, ebenfalls RGB und überall zu verstecken. Von klassischen Scheinwerferköpfen würde ich in mittlerer Größe wahrscheinlich abraten, weil die für Imagefilme in aller Regel zu hart sind.
Was Starkes für draußen... Hier kommt es bisschen drauf an, denn wenn draußen wenig Licht vorhanden ist, dann macht es keinen Sinn mit viel Licht einen extrem unnatürlichen Kontrast zu erzeugen. Dann reichen zum aufhellen alle mittleren Einheiten vollkommen aus. Wenn es aber darum geht zB. eine Sonne von außen in ein Innenmotiv zu bringen oder bei Tag außen eine Richtung zu geben, dann macht eine große Einheit durchaus Sinn. Allerdings sind wir da sehr schnell bei wirklich großen Geschützen, also so in der Liga 4KW Tageslicht, evtl. 1,8KW aber dann nur im Schatten. Heißt das muss man sich gut überlegen, ob das etwas bringt.

Kleiner Vermerk noch zum PS... ARRI Tungsten sind nach wie vor an zahlreichen Filmsets im Einsatz...

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Alexxx11, wabu

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3

Donnerstag, 19. März 2020, 13:47

Hallo hallo...

ich freue mich - endlich gibts mal wieder einen Licht-Beitrag!

Sich mit Licht zu befassen ist definitiv für ein anständiges Video / Werbefilm essentiell. Bevor man dir aber sinnvoll Fragen beantworten kann, gibt es so ein paar Randinfos, die man bräuchte.
1) das schmale Budget in Zahlen ... du bekommst viel billiges Zeug, was Mist ist und viel teures Zeug, was überteuert ist, aber irgendwo wird man eine Richtung finden müssen. Dazu kommt, mit einer einzelnen Lampe ist keinem geholfen, denn zumindest auf ein Stativ muss man die drauf stellen... also Zubehör spielt in aller Regel eine Rolle.
2) welchen Qualitätsanspruch gibt es ... bezieht sich ein bisschen auf die Budgetfrage, aber auch auf die Frage, wie gedreht wird. Soll die Lampe (ich spreche mal stellvertretend immer von "der Lampe") einfach hell machen? Soll die Lampe bi-color sein? Soll die auf Akku laufen oder nicht? Soll die sehr leicht sein? Wieviel Output soll die haben? Es gibt da unzählige Fragen, die man da stellen kann.
3) arbeitest du gewerblich oder hobbymäßig ... wichtig zu wissen, denn gerade für Jobs würde ich sehr lange warten, bis ich im Bereich Film selbst in Licht investiere. Da läuft vieles über den Verleih wesentlich einfacher, denn da bekommst du für das Budget was der Kunde zahlt genau das, was für den Job sinnvoll ist. Leihen ist auf Dauer teurer, ohne Frage, aber billig gekauft ist mindestens 2x gekauft, deswegen lieber auf hochwertige Technik sparen und dann sinnvoll in das investieren, was sich bewährt.
4) wieviel Platz gibts für Lager & Transport ... ebenfalls essenzielle Frage wenn es darum geht, was man anschafft...
5) womit drehst du & wie ist dein Workflow ... finde ich auch eine wichtige Frage im Bezug auf das Licht, denn manche Kameras verzeihen im Licht mehr als andere... Gleichermaßen - wenn der Colorgrading Workflow zB. kaum durchgeführt wird ist das was anderes, als wenn dieser gewissenhaft gemacht wird.

Grob noch ein paar Gedanken zu dem, was du schreibst...

Grad bei dem Begriff Imagefilm ist die Lichtsetzung oft nicht trivial, weil es eben so eine undankbare Kombi aus möglichst klein arbeiten, aber möglichst nach Highend-Werbung aussehen ist. Rein mit Avaliable Light kommt man da nicht weit, aber es ist eine Sache des Maßes. Im Foto wesentlich einfacher... Grundlegend würde ich bei Innenräumen schauen, was vorhanden ist und dann mit Fingerspitzengefühl dem Ganzen eine Richtung geben.

Um auf die verschiedenen Größen zu antworten und mal ein paar Begriffe in den Post zu werfen...
Was ganz kleines... Was sich im Handyformat bei mir immer bewährt hat sind die LED Panel von Aladdin - in dem Fall das A-Lite. Bicolor - Akku - relativ anständiges Output und Farblich sehr gut. Preislich würde ich sagen im mittleren Segment. Auch immer gut sind Dedolights oder vergleichbare Lampen. Gibt es inzwischen auch LED Versionen. Sind sehr harte Lichtquellen, eignen sich aber um zB. mal eine Spitze zu geben, oder einen Lichtakzent.
Mittlere Größe ... Da wird es schon kniffeliger. Für Image würde ich da schauen, dass man sich ein paar LED Flächen mitnimmt. Da gibt es diverse Varianten in diversen Größen und Preisklassen. Aperture light hat da einiges im Angebot für faire Preise. Qualitativ sind die eher mittelmäßig, aber Preis-Leistung muss man da beachten. Für den großen Geldbeutel - ich will es einfach mal angesprochen haben - ARRI Skypanel, definitiv 100% zu empfehlen... Hervorragende LED Fläche, RGB, sämtliche LEE & Rosco Folien als Preset und mega Output. Nachteil - sehr schwer. Gute aber auch preisintensive Alternative LED KinoFlo... selbe Vorteile nur etwas weniger Lichtoutput und viel leichter. Wirklich großartig aber auch teuer sind die Astera Titan Röhren... Das sind LED Röhren die über Akku laufen und übers Handy bzw. Tablet gesteuert werden können. Viel Output, ebenfalls RGB und überall zu verstecken. Von klassischen Scheinwerferköpfen würde ich in mittlerer Größe wahrscheinlich abraten, weil die für Imagefilme in aller Regel zu hart sind.
Was Starkes für draußen... Hier kommt es bisschen drauf an, denn wenn draußen wenig Licht vorhanden ist, dann macht es keinen Sinn mit viel Licht einen extrem unnatürlichen Kontrast zu erzeugen. Dann reichen zum aufhellen alle mittleren Einheiten vollkommen aus. Wenn es aber darum geht zB. eine Sonne von außen in ein Innenmotiv zu bringen oder bei Tag außen eine Richtung zu geben, dann macht eine große Einheit durchaus Sinn. Allerdings sind wir da sehr schnell bei wirklich großen Geschützen, also so in der Liga 4KW Tageslicht, evtl. 1,8KW aber dann nur im Schatten. Heißt das muss man sich gut überlegen, ob das etwas bringt.

Kleiner Vermerk noch zum PS... ARRI Tungsten sind nach wie vor an zahlreichen Filmsets im Einsatz...
1) Also Preislich würde ich mich so an den Apputure Light Orientieren also bis 1500€
Aktuell gibt es dafür noch kein Budget, aber ich will schauen mit was man anfangen könnte.
Zubehör die Gängigsten Sachen wie Lichtformer, Was um das Licht zu Reflektieren, C-Stands und Sachen für Overhead. Sciccor Clamps werde ich auf jedenfalls holen, da wir viel in Büros Drehen. Muss nicht das beste Material sein, aber einiger Maßen flexibel zu nutzen und langlebig.
2) Also die Kleinen Lichter mir Akku
Die Größeren können auch ohne sein.
Ist mit Bicolor die Farbtemperatur gemeint? Wenn ja, dann können sie Bicolor sein, bzw. gibt es dafür ja auch Folien, wenn ich mich nicht irre.
Output hab ich keine Ahnung von.
3) Nebengewerblich. Ja Leihen macht auf jedenfalls Sinn. Nur in Leipzig und Umkreis sind die Filmverleihe relativ dürftig...
4) Lagerplatz sollte nicht das Problem sein. Und es sollte in einem Normalen Kombi Transportierbar sein.
5) Also Gefilmt wird mit einer a7S II und je nach Produktions Größe mit einer geliehen FS5/FS7 in Log Profilen. Mattbox usw. ist auch immer dabei gegen Streulicht.
Colorgrading ist eine Sache wo ich sehr viel Wert drauf Lege und was ich (meiner Meinung nach ganz gut im Griff habe)

Kleines Budget mit möglichst High End aussehen Trifft eigentlich ganz gut zu.

Also die Kleinen Lichter würde ich erstmal abhaken.
Du könntest mir was bis für 1000-2000€ Empfehlen für die Mittleren Varianten zu, Kaufen und vlt. ein Paar gute Sachen, die man bei gängigen Verleihen bekommt. (zu Kaufen gerne auch Sachen die es viel auf dem Gebraucht Markt gibt.

Und Arri Tungsten / Skypanel / Kinoflow werd ich mir in nächster Zeit wohl erstmal nicht leisten können, deswegen sollte es ausgeschlossen sein.

ToXic pictures

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Donnerstag, 19. März 2020, 18:25

Ich starte mal mit der Antwort auf Nummer 3...

In Leipzig ist Cinegate zB. - der Verleih hat zwar einen mittelmäßigen Ruf, weil die mit ihrer Technik nicht so sehr pfleglich umgehen, aber das wäre definitiv eine sinnvolle Adresse um Technik zu leihen. Ich hab mehrfach mit denen gearbeitet und kann mich eigentlich nicht wirklich beschweren.


Da jetzt für 1500 bis 2000 Euro ein Paket zusammen zu schreiben - schwierig. Weil es ist vieles wirklich vom Einsatz abhängig - keiner hier weiß, was du konkret machst, wie du arbeitest.
Mein ehrlicher Ratschlag bei deinem Budget - leih dir das Zeug - schau mit was du immer wieder arbeitest und was für deine Zwecke sinnvoll und praktisch ist und dann kauf Stück für Stück das zu, was im Verleih teuer ist und was du wirklich selbst haben willst.

Zum Thema Bicolor - genau das bezieht sich auf die Farbtemperatur. Grad bei LED's hast du öfter welche die man umstellen kann - gerade für Mischlicht-Sets ist das hilfreich. Es gibt Folien, aber auch da muss man dann natürlich schauen welche man haben will und auch die kosten Geld.

Zum Output... da hilft es auch sehr mal ein bisschen einen Überblick zu gewinnen, besonders bevor du kaufst, auch um einschätzen zu können, was du überhaupt brauchst.

Zum Transport, da vermute ich die größten Probleme. In nen Kombi passt schon einiges rein, aber da ist man dann schnell limitiert, wenn man Licht und Kamera und ggf. noch einen Slider und Team mitnehmen muss. Also auch da schauen, was ist wirklich nötig.

Die a7s und die FS7 - glaub da kommt auf jeden Fall ganz anständiges Material raus & wenn du ein Grading-Freund bist, dann weißt du ja, an welchen Stellen man mit Licht nachhelfen muss um das es anständig aussieht.

Dennoch - kleines Budget und High-End-Look... schwierige Kombi. Da ist leihen auf jeden Fall der Königsweg - zumindest denke ich das.

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Beleuchtung, Equipment, film, Grip, günstig, Licht

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