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mx_wmnn

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Donnerstag, 27. August 2020, 12:20

Her Whole Life - ein Kurzfilm über das Hamsterrad der Geschäftswelt

Liebe Amateurfilmer,

eine kurze Vorstellung zu mir: Ich bin Max, 28 und sass bis jetzt in einem 40h Job als Werbetexter fest, den ich mir zunehmend schönreden musste, weil: "man kann ja immerhin kreativ sein" und "Karriere muss sein". Dann kam Corona, dann das Home-Office und schliesslich die Kündigung. Die ganze freie Zeit habe ich nun genutzt um mir mal wieder klar zu werden, dass mich Filme schon mein ganzes Leben begleiten und mich die Filmkunst begeistert. Also habe ich jetzt schon meinen zweiten kleinen Kurzfilm innerhalb von zwei Monaten gedreht. Wie ihr gleich sehen werdet, behandelt dieser Film genau die oben angesprochene Thematik.

Ich wäre euch sehr dankbar für ein kritisches Auge und ein ungeschöntes Feedback! Denn mein Ziel momentan ist, auszutarieren, ob mein Talent ausreicht, meine Leidenschaft möglicherweise in eine professionelle Richtung zu lenken.

Filmtitel:
Her Whole Life

Beschreibung:
Eine junge Business-Frau hat heute ihren ganz grossen Tag.

Infos zur Entstehung:
Kamera: iPhone 7 + Weitwinkel- und Tele-Objektiv
Sonstiges Equipment: Tascam DR40X
Schnittsoftware: Davinci Resolve 16
Sonstige Software: Logic Pro X für Soundtrack, Photoshop für Poster und Requisiten

Filmposter:
Im Anhang

Filmlänge:
3'00" Minuten

Stream:
»mx_wmnn« hat folgendes Bild angehängt:
  • Poster_HerWholeLife.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »mx_wmnn« (27. August 2020, 12:30) aus folgendem Grund: Formatierung macht was sie will


Selon Fischer

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Donnerstag, 27. August 2020, 15:09

Willkommen im Forum! :)

Schöner kleiner Film! Talent hast du auf jeden Fall, die Bildsprache und Motivik fand ich (bis auf Ausnahmen z.B. den unnötigen Schwenk bei 0:25) gut und passend. Bei ihren Reaktionen hätte ich ein bisschen clippiger geschnitten und sie weniger ausspielen lassen. So nimmt die z.B. die Einstellung mit dem Kissen etwas Tempo raus.

Geendet hätte ich übrigens bei 1:49.

Spoiler Spoiler

Der letzte Teil nimmt nämlich gehörig Fahrt raus und endet auch noch mit diesem unsäglichen Mir-ist-kein-anderes-dramatisches-Ende-eingefallen-also-lass-ich-den/die-Protogonist/in-vom-Auto-überfahren-Ende, das man schon soooo oft gesehen hat. Ich hab auch das Gefühl, dass das gar keine "Lösung" für ihr Problem ist. Sie fühlt sich ja "gejagt" und "zerfleischt", das sie auf etwas geartet hättet, hab ich so nicht gesehen. Dafür hätte ich sehen müssen, dass sie auf etwas verzichtet.

mx_wmnn

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3

Donnerstag, 27. August 2020, 16:08

Hi Selon

Danke für deine Kritik!

Der Schwenk beim Master Shot war eig dazu gedacht, dass die Kamera ähnlich wie die vorhergehenden Shots nicht stillsteht und dennoch die Szene und Katze etabliert (Das kleine Vieh spielt ja auch irgendwo ne Rolle, hehe).

Spoiler Spoiler

Zu unterstellen, mir sei kein anderes Ende eingefallen, finde ich jetzt schon mutig. Zumal du glaube ich die Aussage des Filmes übersehen hast- soll jetzt nicht herablassend klingen oder so, aber anderen denen ich das Teil gezeigt habe ist die Message recht klar geworden. Und um die Message geht es. Nicht um ein Filmklischee, was diesen Tod im Endeffekt verursacht. Ich meine, Sie hätte auch am Kaugummi ersticken können, aber das rummst halt nicht und erfordert gutes Schauspiel und Maske. Hab ich beides nicht zur Verfügung gehabt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mx_wmnn« (27. August 2020, 16:15)


Selon Fischer

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Donnerstag, 27. August 2020, 16:16

Ich weiß, das Kritik anzunehmen besonders am Anfang hart ist. Aber du wolltest es ja auch ungeschönt.

Spoiler Spoiler

Nun, wenn dir ein anderes Ende eingefallen wäre, du aber dieses abgedroschene Kurzfilm-Klischee-Ende gewählt hättest, wäre das deutlich schlimmer. Gefühlt fängt jeder zweite Kurzfilm an mit einer Aufwach- und endet mit einer Überfahr-Szene.


Die intendierte Aussage ist mir durchaus verständlich, sie ist aber für mich nicht konsequent erzählt. Und dann mit einem Interpretationsdampfhammer in der letzten Einstellung zu kommen, ist einfach nicht auf dem Niveau, auf dem sich der Film vorher größtenteils bewegt hat.

mx_wmnn

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Donnerstag, 27. August 2020, 16:43

Ich nehme Kritik gerne an, leider kann ich aus deiner Kritik gerade nicht so viel rausziehen - was ich gerade ein bisschen schade finde.
Du scheinst eine recht klare Vorstellung zu haben - was hättest du denn, mal ganz spontan, anders gemacht?

Was meinst du denn mit "Interpretationsdampfhammer"?

Selon Fischer

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Donnerstag, 27. August 2020, 16:58

Du scheinst eine recht klare Vorstellung zu haben - was hättest du denn, mal ganz spontan, anders gemacht?

Hab ich oben schon geschrieben:
  • Reaktionen beim Üben nur andeuten, nicht ausspielen
  • Schwenk hoch zum Tisch rausnehmen - verstehe dein Verlangen nach einer Totalen, wackelt mir hier aber zu sehr und erzählt nichts neues. Sie ist ja schon eingeführt (der Schwenk müsste also in die andere Richtung)
  • Ihr irgendeine "Lösung" an die Hand gegeben, die nicht mit dem ultimativen Ende-Topos daherkommt. Du baust ihr Problem interessant auf, machst dann aber nichts. Vielleicht hilft es weniger vom Medium und mehr von der Figur aus zu denken?


Interpretationsdampfhammer ist ein geschriebener oder gesprochener Text, der den Zuschauenden genau erklärt, wie sie den Film verstehen sollen. Das ist bei dir die Zeile in der Zeitungsanzeige. Noch schlimmer ist für mich nur noch, wenn die "Moral" kurz vor dem Abspann kommt.

Vielleicht habe ich mich unglücklich ausgedrückt: Ich finde deinen Film gut! Für mich sind aber die beiden Szenen aus narrativer Perspektive nicht konsequent miteinander verbunden. Szene 2 mit ihrem Ausgang ergibt sich, weil du das im Buch so festgelegt hast, nicht weil es eine logische Konsequenz von Szene 1 wäre. Das erkennt man ganz gut daran, dass beide Szene für sich allein genommen funktionieren:

Spoiler Spoiler

Szene1: Eine Frau übt einen wichtigen Vortrag und stellt sich ihm trotz Versagensängsten. Szene 2: Eine Frau zögert, ob sie das Firmengebäude betreten soll. Als sie sich schließlich entscheidet, stirbt sie.

Beide Szenen bieten eine Lösung für das inhärente Problem an, beziehen sich aber nur thematisch und personell aufeinander.

JoeQuarantaine

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Donnerstag, 27. August 2020, 17:32

Du hast schon eine sehr zuschauerfreundliche unbekümmerheit und tendiert die Kamera auf eine Interessante stelle zu plazieren. Auch tendiert es besser zu sein eine positive Ende zu anbieten. Als Beispiel, die sms Nachricht konnte hier sagen "Sie werden über dich in die Zeitung schreiben".

mx_wmnn

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Donnerstag, 27. August 2020, 17:43

Ich habe den Eindruck du hast eine sehr analytische Sicht auf die Dinge - ich glaub wir denken da ziemlich unterschiedlich, deshalb konnte ich es erst nicht so recht nachvollziehen.

Vielen Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast!

zodiax

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Freitag, 4. September 2020, 10:10

good job

Hallo Max,

ich finde Deinen Kurzfilm einfach klasse. Die Darstellerin überzeugt in ihrer Rolle der inneren Zerissenheit, in dieser perfekten Welt zu genügen.
Auch schön die Anspielungen mit Katze und Raubtier. Das Ende war krass und überraschend, auch hier die Botschaft, dass von einem Moment zum
anderen alle bisherigen Anstrengungen und Mühe vergeblich sein können, weil das Schicksal eben andere Pläne mit einem hat.
Mir gefallen die vielen kleinen Details, jede von sich ein gesellschaftskritischer Fingerzeig auf Youtuber, Influenzer und kranke Selbstoptimierung.
Vom technischen Bla Bla wie Licht Ton etc schreibe ich bewusst nichts, weil alles sauber produziert ist und Schnitt, Kamera und Schauspiel einfach
überzeugt. Weiter so, und ich hoffe bald mehr von Dir zu sehen!

Viele Grüße aus München
Jan * Zodiax.info

mx_wmnn

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10

Sonntag, 6. September 2020, 20:10

Vielen Dank zodiax!

Ich freu mich sehr, dass dir die Details aufgefallen sind :)
Werde mit Sicherheit dranbleiben und mein neuer "Bergfilm" wird dann auch wieder hier landen. Habe wahrlich Lunte gerochen und probiere, mich in diesen Bereich auch beruflich reinzuwurschteln.

Beste Grüsse aus Zürich

7River

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Donnerstag, 10. September 2020, 10:32

Ein gelungenes Filmchen - und das alles gefilmt nur mit einem iPhone. Erstaunlich. Selons Einwand ist berechtigt. Ich frage mich nur, was für ein Ende jetzt besser wäre? Sie geht in den Konferenzraum. Am Schluss steht sie vor einer Präsentationstafel, mit erwartungsvollem Blick. Nach kurzer Stille ein Klatschen. Sie lächelt zufrieden... Ende. Keine Ahnung. Für mich funktioniert es auch so.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“

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