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Fabsi King

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1

Sonntag, 21. April 2013, 02:49

Kurzfilm "CHAMBER"

Es ist nun endlich soweit!
Nach kurzer Ankündigung hier unter "Vorschau" und erfolgreicher Premiere im Kino, ist der Film nun online zu sehen.
Wir werden ihn außerdem an sämmtliche Festivals verschicken.
Mal sehen, ob es auch anderen gefällt...


Kurzfilm "CHAMBER"

Genre: Drama
Drehbuch/Regie/Kamera/Schnitt/Musik: FABSI KING
Ausführende Produktion/Ton/Licht: KATJA LENA GIESEN
Produktionassistenten: SASCHA ANDREWS

Inhlat:
Nelli wurde nach jahrelanger Beziehung von ihrer großen Liebe Tim verlassen.
Ihre beste Freundin Amily versucht Nelli auf andere Gedanken zu bringen.
Doch Nelli befindet sich bereits im Alltagstrott und wacht eines morgens, gefesselt, in einem heruntergekommenden Raum auf.
Wie ist sie hier hergekommen? Kann sie sich aus ihrer misslichen Lage befreien?
Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...




Poster





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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fabsi King« (1. September 2013, 13:56)


2

Sonntag, 21. April 2013, 10:22

Ehm, was soll man dazu noch sagen?

Wow wäre wohl der passende Ausdruck! Ich war voll drin, so muss das sein! Die Schauspieler haben auch ihre Arbeit gemacht, war alles stimmig, ich bin im Moment einfach nur begeistert.


Nur war da ein Übergang, den ich nicht so gelungen fand, dieses "von der Seite einblenden" oder wie das heißt, ich persönlich bevorzuge den harten Schnitt.


Sonst Top-Leistung, bravo!


JayKay

7River

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3

Sonntag, 21. April 2013, 11:26

Erst einmal ein Wow! Technisch gefällt mir der Film wirklich gut, auch Deine selbst komponierte Musik ist sehr atmosphärisch/melancholisch. Der Teaser und Trailer haben ihren Zweck erfüllt und haben einen sehr neugierig gemacht. Zuerst habe ich aber vermutet, dass es sich um einen perfiden Horrorfilm handeln würde... die Poster, der Teaser und der Trailer alles so horrormäßig aufgezogen ...

Zum Film: Zu Beginn, wo die, zugegeben, tolle melancholische Musik einsetzt (fast schon zu melancholisch), weiß man nicht so recht, wo man dran ist – da ich noch den Teaser/Trailer im Hinterkopf habe und mit einem völlig anderen Genre rechne. Man erahnt aber irgendwie schon, dass es sich um eine rührende Geschichte drehen muss – das verrät natürlich auch die Musik. Aber im Nachhinein gesehen, kann sich der Film nicht so richtig zwischen Grusel- und Tragikfilm entscheiden. Diese Horrorelemente wie Z. B. wo die Darstellerin im Bett liegt und der Tod vorbeischaut (spannende Musik), oder sie angekettet in der Kammer liegt, wollen sich nicht so richtig einfügen mit den restlichen Elementen. Klar sind dies alles Sinnbilder, aber es wirkt etwas verwirrend und im Ganzen gesehen nicht aus einem Guss. Das Ende ist okay, wo er als Engel sie „befreit“ und sie gemeinsam ins himmlische Licht schreiten, auch die Sanitäter bei der Wiederbelebung. Die Friedhofs-Szene wirkt ein wenig erklärend und nachgeschoben.

Zugegebenermaßen ist das auch alles Geschmackssache.

PS: Wie schon gesagt, finde ich den Film sehr gut gemacht – aber irgendwie bin ich durch den Teaser und den Trailer „befangen“. Hätte ich den Teaser und den Trailer nicht vorher gesehen, wäre meine Kritik ähnlich meinem Vorredner ausgefallen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »7River« (21. April 2013, 11:32)


Fabsi King

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4

Sonntag, 21. April 2013, 12:02

Erstmal vielen Dank für Eurer Feedback.

Es war gewollt, dass am Ende was kommt, womit nicht alle gerechnet haben.
Das ganze Filmprojekt sollte einen immer wieder irgendwie überraschen.
Wir haben bis jetzt fast nur Horrorfilme gedreht, es sollte diesesmal was ganz anderes sein.
Trotzdem konnten wir es einfach nicht lassen 1-2 "Horrormomente" mit reinzunehmen.
Das gibt dem Film aber auch nochmal eine ganz andere Note finde ich und wir geben dem Film dadurch unser Markenzeichen.
Ich kann Dich aber voll und ganz verstehen. :)

shortcutcliffe

unregistriert

5

Sonntag, 21. April 2013, 15:05

Technisch hat der Film mir gut gefallen, schöne Kameraarbeit (auch wenn die Schwenks manchmal ein wenig unsauber waren) und die Nachbearbeitung hat auch ihren Zweck erfüllt.

Die Schauspielerin fand ich überzeugend, in dem Rahmen, der ihr gegeben war. Mir fiel es allerdings sehr schwer, mich mit dem Mädchen zu identifizieren, bzw. sie zu mögen, denn du hast direkt am Anfang schon angefangen, sie als melancholischen, missmutigen, gebrochenen und leeren Menschen zu charakterisieren, der da apatisch in seinem Küchenstuhl hängt und auf nichts Bock hat. Das hat mir gleich schon die Lust genommen, diesem Charakter weiter zuzusehen. Ich (und viele andere bestimmt auch) bevorzuge es, wenn sich ein Film um willensstarke Figuren dreht. Sie können noch so viele Steine in den Weg gelegt bekommen, sie können noch so oft scheitern, aber sie lassen sich nicht so hängen wie das Mädchen in dem Film. Als sie da in der Küche saß oder vor dem Spiegel stand, hatte ich den Drang ihr entgegen zu brüllen, sie solle sich mal zusammenreißen - und das ist ja nicht gerade die Haltung, die das Publikum gegenüber dem Protagonisten einnehmen sollte. Besser hätte ich es gefunden, wenn sie es sich selbst nicht eingestehen kann, dass dieser "Schicksalschlag" sie so belastet, sie sich selbst vorspielt, dass sie alles locker wegsteckt und irgendwann dann aber doch die Trauer durchbricht.

Außerdem finde ich, dass es gerade im Kurzfilm-Bereich einen Overkill an metaphorisch, melancholischen Filmen gibt. Nach dem poetischen Off-Kommentar am Anfang und der direkt einsetzenden Trauer-Klavier-Musik dachte ich nur: "Oh nee, nicht schon wieder." denn diese Art Film sieht man an jeder Ecke. Auch die surrealen Elemente sind absolut nicht meins, obwohl das natürlich Geschmackssache ist.

Alles in allem finde ich, hättest du dein Potential an technischem Know-How ruhig nutzen können, um mal eine kommerziellere (ich weiß, das Wort ist in Deutschland fast ein Schimpfwort) Art von Film zu machen. Denn mit so einem Kunstfilm erreichst du nun mal kein alt so großes Publikum und gehst unter, im Meer der ganzen anderen Kurzfilme, die genau die selbe Schiene fahren.

.SAMUEL.

unregistriert

6

Sonntag, 21. April 2013, 17:36

Zitat

Mir fiel es allerdings sehr schwer, mich mit dem Mädchen zu
identifizieren, bzw. sie zu mögen, denn du hast direkt am Anfang schon
angefangen, sie als melancholischen, missmutigen, gebrochenen und leeren
Menschen zu charakterisieren, der da apatisch in seinem Küchenstuhl
hängt und auf nichts Bock hat. Das hat mir gleich schon die Lust
genommen, diesem Charakter weiter zuzusehen. Ich (und viele andere
bestimmt auch) bevorzuge es, wenn sich ein Film um willensstarke Figuren
dreht. Sie können noch so viele Steine in den Weg gelegt bekommen, sie
können noch so oft scheitern, aber sie lassen sich nicht so hängen wie
das Mädchen in dem Film. Als sie da in der Küche saß oder vor dem
Spiegel stand, hatte ich den Drang ihr entgegen zu brüllen, sie solle
sich mal zusammenreißen - und das ist ja nicht gerade die Haltung, die
das Publikum gegenüber dem Protagonisten einnehmen sollte.
Da bin ich zum Beispiel ganz anderer Meinung. Weil ein Charakter ist wie er ist, und im Film sollten nicht nur die besten Charakteren dargestellt werden. Abgesehen davon sind vielleicht 5 % der Bevölkerung Kämpfer, der Rest halt eher weniger bis gar nicht. Vielleicht hast du das jetzt nicht als Contra- Punkt gesehen und wolltest das nur mitteilen. Ich finde es auf keinen Fall einen Kontrapunkt - weil es gibt immer Charakteren im Film, die man nicht so gern mag. ^^
Ich persönlich konnte mich im Großen und Ganzen schon mit ihr identifizieren, ich hab mit 15 meine Mutter verloren und kenne die Phasen, an denen ein Selbstmord als die einzige Lösung scheint. (- um Missverständnisse zu vermeiden, ich hatte trotzdem nie einen Versuch- ich bin dann doch eher mehr Kämpfer) Aber trotzdem gibts die Phasen, wo man sitzt und für immer sitzen bleiben möchte, weil nichts mehr sinnvoll erscheint. Genauso ist es.

Zitat


Besser hätte ich es gefunden, wenn sie es sich selbst nicht eingestehen
kann, dass dieser "Schicksalschlag" sie so belastet, sie sich selbst
vorspielt, dass sie alles locker wegsteckt und irgendwann dann aber doch
die Trauer durchbricht.
Ich würde sagen, es wäre einfach anders..

Zitat

Außerdem finde ich, dass es gerade im Kurzfilm-Bereich einen Overkill an
metaphorisch, melancholischen Filmen gibt. Nach dem poetischen
Off-Kommentar am Anfang und der direkt einsetzenden Trauer-Klavier-Musik
dachte ich nur: "Oh nee, nicht schon wieder." denn diese Art Film sieht
man an jeder Ecke. Auch die surrealen Elemente sind absolut nicht
meins, obwohl das natürlich Geschmackssache ist.
Ja es gibt sicher mehr Dramas als sonst etwas, aber ich persönlich finde das zum Beispiel nicht schlimm. Dramas sind sehr gut realistisch umzusetzen - im Gegensatz zu Action/Horror/Fantasy. Komödien sind auch nicht einfach. Dramas können sitzenbleiben und gut umgesetzt werden. Ich für meinen Teil sehe immer wieder gerne gute Dramas. Wenn man keine mag - sollte man sie halt nicht ansehen :P . Aber Filmemacher machen das, was sie inspiriert. Bei Bollywood denke ich mir auch immer "Hilfe", aber viele Zuschauer gehen da richtig auf. Geschmackssache eben.

Zitat

Denn mit so einem Kunstfilm erreichst du nun mal kein alt so großes
Publikum und gehst unter, im Meer der ganzen anderen Kurzfilme, die
genau die selbe Schiene fahren.
Ob der Kurzfilm untergeht oder nicht entscheidet doch immer nur das eine: Marketing. Gut genug ist er. Es gibt vielleicht viele Kurzfilm- Dramas, aber die meisten, die ich kenne, sind auch wesentlich schlechter.


Ich finde, der Film hat wirklich das gewisse Etwas. In der Umsetzung kreativ und liebevoll. Kleinere Fehler hier und da haben sich schon eingeschlichen, aber nichts weltbewegendes.

Zur Musik: Ich schreibe ja selbst Klaviermusik (hoffentlich bald unter Vertrag), von daher, ich hab bisserl Ahnung was das angeht.
Grundsätzlich würde ich sagen, sie ist durchgehend zu laut (außer ganz zum Schluss, wo's dramatisch ist). In den 70ern hatte man gern so eine laute Hintergrundmusik. Aber eigentlich sollte Hintergrundmusik im Hintergrund sein. Wenn du die Musik so laut haben möchtest
musst du ein richtiges Thema haben. Und am besten nicht elektrisch (das schmerzt mir in den Ohren). Den meisten wird das mit der elektrischen Musik egal sein, ich finde, wenns die richtige Lautstärke aht, ist auch ertragbar. Aber so laut, ohne richtiges Thema (also reine Hintergrundmusik), elektrisch - ist nicht optimal. Hier und da waren auch einige harmonische Fehler im Stück, aber keine schwerwiegenden.

Alles in allem ein sehr gelungener Film, kann sich echt sehen lassen! :thumbsup:

7River

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7

Sonntag, 21. April 2013, 17:45

Ich denke mal, .SAMUEL., dass da ein großer Unterschied besteht ob eine Beziehung in die Brüche geht, oder jemand stirbt.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

MovieJan

unregistriert

8

Sonntag, 21. April 2013, 18:23

Super gemacht. Mit was für einem Farbkorrektur-Programm arbeitet ihr/du`?

Fabsi King

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9

Sonntag, 21. April 2013, 20:02

Die Frage ist dann natürlich, wo fängt das Kommerzielle an und muss das unbedingt sein?
Mein persöhnliches Vorbild als Regisseur ist Rob Zombie.
Klar macht er auch kommerzielle Filme, aber er zieht halt seine Schiene so durch, wie er es gerne hätte und verzichtet hier und da auf "mehr" Erfolg bzw. Publikum.
Jeder Regisseur sollte seine eigene Note haben und auch sein Ding durchziehen und es wird immer welche geben, die es mögen oder nicht.
Das ist auch gut so, sonst wäre das Leben auch zu langweilig.
Es ist bei uns ähnlich denke ich, da wir durch den bestimmten Stil vielleicht nicht jeden ansprechen, wir uns aber dabei selber treu bleiben.
Wenn ich mir jetzt vorstellen würde solche Filme wie Schweighöfer oder Schweiger machen zu müssen, nur um mehr Publikum damit anzusprechen, kann ich gut darauf verzichten. :)


Der komplette Schnitt + Farbkorrektur fand in Premiere Pro CS5 statt.

shortcutcliffe

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10

Sonntag, 21. April 2013, 21:24

Zitat

Da bin ich zum Beispiel ganz anderer Meinung. Weil ein Charakter ist wie
er ist, und im Film sollten nicht nur die besten Charakteren dargestellt
werden.

Natürlich gibt es in Filmen auch schwache Charaktere, aber das sind eben nicht die Protagonisten.

Zitat

Abgesehen davon sind vielleicht 5 % der Bevölkerung Kämpfer,
der Rest halt eher weniger bis gar nicht.

Deshalb lieben die Menschen Filme, die von starken Menschen erzählen, die sie inspirieren. Die 5% sind deshalb so interessant, weil es eben nur 5% sind. Waschlappen gibt es an jeder Ecke, um die zu sehen, muss man nicht ins Kino gehen und inspirieren tun sie, wenn überhaupt, eher im negativen Sinne (Nach dem Motto: "Gut, dass ich nicht so bin."). Man sagt zwar, geteiltes Leid ist halbes Leid, aber damit lassen sich keine 90 Minuten füllen. Die Figur kann ruhig ein Loser sein, aber irgendwann muss sie anfangen für das zu kämpfen, was sie will.

Zitat

Vielleicht hast du das jetzt nicht als Contra- Punkt gesehen und
wolltest das nur mitteilen. Ich finde es auf keinen Fall einen
Kontrapunkt - weil es gibt immer Charakteren im Film, die man nicht so
gern mag. ^^

Klar, aber das dürfen nicht die Protagonisten sein.

Zitat

Ich persönlich konnte mich im Großen und Ganzen schon mit ihr
identifizieren, ich hab mit 15 meine Mutter verloren und kenne die
Phasen, an denen ein Selbstmord als die einzige Lösung scheint. (- um
Missverständnisse zu vermeiden, ich hatte trotzdem nie einen Versuch-
ich bin dann doch eher mehr Kämpfer) Aber trotzdem gibts die Phasen, wo
man sitzt und für immer sitzen bleiben möchte, weil nichts mehr sinnvoll
erscheint. Genauso ist es.

Da du eine ähnliche Situation schon erlebt hast, war es für dich natürlich leichter, dich in das Mädchen hineinzufühlen, aber für mich, der so etwas glücklicherweise noch nie erlebt hat, hat die undifferenzierte Ausgestaltung zu wenig Anlaufpunkte geboten, an denen ich das Mädchen verstehen konnte.

Zitat

Ob der Kurzfilm untergeht oder nicht entscheidet doch immer nur das eine:
Marketing. Gut genug ist er. Es gibt vielleicht viele Kurzfilm- Dramas,
aber die meisten, die ich kenne, sind auch wesentlich schlechter.

Ich finde, der Film hat wirklich das gewisse Etwas. In der Umsetzung
kreativ und liebevoll. Kleinere Fehler hier und da haben sich schon
eingeschlichen, aber nichts weltbewegendes.

Schlecht ist er nicht, aber innovativ eben auch nicht. Und du musst zugeben, dass wenn man den selben Stoff immer und immer wieder inszeniert, irgendwann ein wenig die Luft raus ist, egal wie gut man ihn umsetzt.


Zitat

Jeder Regisseur sollte seine eigene Note haben und auch sein Ding
durchziehen und es wird immer welche geben, die es mögen oder nicht.

Du sagst es, aber trotzdem gibt es Grundprinzipien, die zwar keine Gesetze sind, aber sich über die Zeit als wirksam erwiesen haben, damit Menschen deine Filme mögen. Eines davon ist ein charakterstarker Protagonist. Wenn du dir mal die Top 250 der besten Filme auf IMDb.com ansiehst, findest du keinen einzigen Film mit einem Charakter, der den ganzen Film über nur einsteckt und sich hängen lässt. Alle diese Protagonisten haben etwas sympatisches und wir bewundern sie oft für ihren Kampefwillen und ihren Mut bis an Äußerste zu gehen, um ihr Ziel zu erreichen.

Nehmen wir nur mal "Die Verurteilten" (auf Platz 1 der IMDd Liste). Der Protagonist kommt unschuldig in den Knast und wird dort von allen Seiten schickaniert. Aber lässt er sich deswegen hängen und badet in Selbstmitleid? Nein. Er kämpft gegen die psychische Walze dieser Umstände an und das Publikum liebt ihn für seinen ungebrochenen Willen und den meisterhaften Plan, den er schließlich ausheckt.

Zitat

Wenn ich mir jetzt vorstellen würde solche Filme wie Schweighöfer oder
Schweiger machen zu müssen, nur um mehr Publikum damit anzusprechen,
kann ich gut darauf verzichten. :)

Schweighöfer und Schweiger sind der Grund, warum das Wort "kommerziell" in Deutschland so verpönt ist. Die Filme sind Müll, aber nicht weil sie sich an die eben erwähnten Grundprinzipen halten, sondern weil sie sich allein auf diese verlassen und ihre Filme stupide nach Schema F aufbauen. Die Kunst ist eben, aus den Grundwerkzeugen etwas einzigartiges zu schaffen. Nehmen wir nur mal Quentin Tarantino. Ein außergewöhnlicher Filmemacher mit einem unverwechselbaren Stil. Trotzdem spielen seine Filme Millionen ein. Sie sind daher absolut kommerziell. Kino, das die Massen fasziniert. Aber heißt das gleich, dass er eine Marionette der Studios ist, die sich allein nach aktuellen Trends richtet? Sicher nicht. Insofern ist es überhaupt nichts schlimmes zu wollen, dass sein Film von möglichst vielen Menschen gesehen wird. Auch wenn man einen eigenen Stil entwickeln und beibehalten möchte, heißt das nicht, dass man jegliche filmische Prinzipien ablehnen muss. Du solltest diese Prinzipien eher als Werkzeuge sehen, die dir dabei helfen, deine Botschaften besser zu senden und sie nicht als Grenzen ablehnen, die deine Kreativität einschränken.

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Black Cinema

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Sonntag, 21. April 2013, 22:59

Technisch sehr sehr gut!
Kritiken wurden schon alle gesagt. Das geswitche zwischen Drama und Psycho hat mich persönlich am meisten gestört. Vor allem im Bereich Musik.
Und ein wenige zu viel geshake in den Aufnahmen teilweise. Wenn aus der Hand dann etwas ruhiger.

Mutzmann

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12

Montag, 22. April 2013, 16:29

Vorne weg: sehr schöner Kurzfilm. Hat mir wirklich gut gefallen.
Technisch habe ich ebenfalls nichts auszusetzen. Die Kameraarbeit hat mir sehr gut gefallen. Und die Atmosphäre gerade in der "Chamber" war unglaublich. Super Lichsetzung. Tolles Grading.
Zur Musik, kann ich meinen Vorrednern zustimmen. Diese war zum Teil ein wenig zu laut. Und auch die Wechsel in der Stimmung der Musik haben mir nicht ganz so gefallen.
Generell finde ich es aber immer richtig gut, wenn man sich in seinen Filmen vieler verschiedener Elemente der unterschiedlichsten Genres bedient. Auch hier fand ich das überhaupt nicht störend (außer natürlich was die Musik betrifft, wie bereits erwähnt).

Ich habe auch den Teaser und den Trailer gesehen und mit was völlig anderem gerechnet. Bin aber keineswegs enttäuscht. Ich bin ein riesiger Freund von "Überraschungen". Und wenn meine Erwartungshaltung bezüglich etwas völlig überrascht wird (und dabei meine ich jetzt nicht negativ überrascht), finde ich das sogar besser als wenn ich danach sage "okay, war ja eigentlich klar, dass es so läuft und ausgeht". Und das war bei deinem Film der Fall. Von daher auch noch mal ein Lob an deinen Trailer. Da hast du also umso bessere Arbeit geleistet, um den Film von der "Masse von Dramas" abzuheben, um es mal so zu formulieren.

Einen Punkt, der mir nicht gefallen hat, muss ich allerdings auch noch einmal ansprechen:

Spoiler Spoiler

Und zwar handelt es sich dabei um das Buch mit dem Titel "Übersinnliche Kräfte", welches auf dem Schrank steht, als der Schatten in das Schlafzimmer kommt. Das in Verbindung mit den Tabletten hat mir dann leider schon ziemlich früh diese "Überraschung" genommen, weil ich dann in der kompletten Szene wusste, was passieren wird. Ohne das Buch, hätte ich viel gespannter in den Rest des Films gehen können. Zuvor hattest du es geschafft, völlig von den Tabletten abzulenken. Ich hatte in dem Moment, als sie die Tabletten genommen hat, mit der Musik dazu natürlich gleich an Schlaftabletten gedacht. Weil es aber glaube ich auch nur eine war und weil sie danach noch n paar andere Dinge gemacht hat, hätte es auch ne einfache Kopfschmerztablette sein können. Sie wäre angekettet aufgewacht und hätte sonst wo sein können und es hätte noch sonst was passieren können. Leider hast du mir diese Optionen aber durch dieses Buch genommen :D


Die von shortcutcliffe angesprochene Problematik mit dem fehlenden Identifikationspotential kann ich durchaus verstehen. Wäre dein Film ein Spielfilm, in dem es genug Zeit und Raum gibt, einer Person auch weitere Charakterzüge zu erlauben, würde ich wahrscheinlich auch genau diese fehlende Identifikation kritisieren. An sich, und das gilt denke ich für Kurzfilme im Allgemeinen, ist leider schon allein von der Zeit und dem Budget etc. eine solche Charakterentwicklung nur schwer umzusetzen und durchführbar.

Aber wie gesagt, alles in allem sehr sehr guter Kurzfilm. Er hat mich auf jeden Fall gut unterhalten.

Fabsi King

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13

Dienstag, 23. April 2013, 00:22

Als erstes nochmal vielen Dank für Euer Feedback.
Finde es super auch mal viele andere Sichten und Meinungen zu hören und freue mich natürlich besonders, dass es den meisten auch gefällt.


Zum Spoiler von Mutzmann:

Spoiler Spoiler

Es sind zwei Verscheidene Wohnungen im Film. Die Schlafzimmerszenen haben wir bei Bekannten gedreht.
Die Bücher auf dem Schrank waren schon vorher da und waren keineswegs vom Buchtitel her oderso geplant. Ich brauchte nur etwas "interessantes" im Hintergrund, wo der Schatten rüberfliegt. Eine weiße Wand wäre da zu langweilig gewesen.
Das ist mir, ohne Witz, beim drehen garnicht richtig bewusst geworden. Klar hab ich gewusst, was da drauf steht, aber es sollte eigentlich nichts direkt mit dem Film zu tun haben.
Krass das dir das aufgefallen ist... :)

Und wegen den Tabletten:
Es sind starke Schmerztabletten. Wir hatten extra eine Krankenschwester am Set, die uns genau gesagt und gezeigt hat, wie das mit den Wiederbelebungen funktioniert und realistisch ist etc.
Sie hatte uns dann auch den Tipp gegeben Schmerztabletten zu nehmen. Es kommt häufiger vor, dass Leute, die sowas veruschen eher zu solchen greifen und du einfach ne Packung weghaust, von der dann einfach nach und nach die Organe versagen...


Die Charaktere...
Wie Mutzmann schon sagt, ist es schwer in so kurzer Zeit einen Charakter zu entwickeln.
Vorallem Dialoge machen sich bei solch einem Film, wenn sich 90% nur mit einer Person abspielt, schwer.
Man stürzt sozusagen gleich in die schwierige Situation von der Hauptperson rein und überspringt die ganze Einleitung und Entwicklung.

shortcutcliffe

unregistriert

14

Freitag, 26. April 2013, 21:04

Die Charaktere...
Wie Mutzmann schon sagt, ist es schwer in so kurzer Zeit einen Charakter zu entwickeln.
Vorallem Dialoge machen sich bei solch einem Film, wenn sich 90% nur mit einer Person abspielt, schwer.
Man stürzt sozusagen gleich in die schwierige Situation von der Hauptperson rein und überspringt die ganze Einleitung und Entwicklung.
Das verstehe ich auch, aber letztlich hat das doch wenig mit meiner Kritik zu tun. Mir ging es vor allem darum, dass die Hauptfigur zu passiv ist. Sie lässt sich herumschupsen von ihren Problemen und Umständen. Sie ist nicht aktiv, sie kämpft nicht, verändert nichts. Selbst am Ende rettet sie sich nicht selbst, sondern wird gerettet. Das finde ich langweilig und wenig inspirierend. Alles was sie tut, ist weglaufen vor ihren Problemen. Solche Menschen mag ich nicht und ich finde die Botschaft des Film irgendwie zweifelhaft. Was willst du mit dem Ende sagen? Tot ist eine adäquate Lösung?

Fabsi King

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15

Samstag, 27. April 2013, 03:23

Ne, das wollen wir ganz sicher nicht sagen.

Es kann ja sein, dass du solche Leute nicht gerne siehst, aber sie sind trotzdem da.
Leute, die im Selbstmitleid versinken usw...

Unsere Botschaft ist:
Es ist einfach nur nervig, dass immer das "Gute" das "Böse" besiegt.
Das ist in jeden beschissenen zweiten Film so.
Das was wir machen, ist nicht die Augen vor der Wirklichkeit zu schließen.
Es gibt (leider) genug Menschen, die keinen anderen Ausweg sehen.
Und das wollen wir damit zum Ausdruck bringen.
Filme, in denen es in letzter Sekunde nochmal gut ausgeht und alles toll ist, gibt es viele...
Das heißt jetzt aber auch nicht, dass wir sowas gutheißen.

HobbyfilmNF

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16

Samstag, 27. April 2013, 08:15

Moin mien Jung.
Wow ich bin mehr als begeistert von dem Film.
Er ging richtig unter die Haut und hat mich von der ersten bisz zur letzten Sekunde in seinen Bann gezogen.
Die Darsteller/Schauspieler waren wirklich toll. Beeindruckend was du uns da zeigst und was wirklich alle die am Film beteiligt waren geleistet haben.
Bin gespannt auf weitere Projekte. Mach weiter so.

Beaverlicious

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Samstag, 27. April 2013, 09:45

Mir hat das Filmchen auch gefallen :) Von vorne bis hinten technisch solide, gut geschauspielert und mit viel Tiefgang.

Das einzige was ich zu bemängeln hätte, sind die weichen Blenden direkt am Anfang. Das sieht irgendwie nach Notlösung aus :-P

Ansonsten, weiter so!!!

Fabsi King

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Samstag, 27. April 2013, 10:16

Meinst du den "Spaziergang" am Anfang?
Der war eigentlich so gedacht, dass

Spoiler Spoiler

man zu Beginn denkt, dass Nelli die jenige ist, die dort entlang geht, da sie ja auch direkt im Anschluss zusehen ist
und die Offstimme spricht.
Genau die gleichen Szenen kommen ja am Schluss, nur dass Amily diesmal im Anschluss zu sehen ist, wie sie auf den Friedhof geht.
Und der Text wurde so leicht verändert, dass es aus Amily`s Sicht ist.
Also ist Amily sozusagen von Anfang an die "Schattenperson".
Leider kommt das nicht so gut rüber... :/

Beaverlicious

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19

Samstag, 27. April 2013, 11:23

Versteh mich nicht falsch. Das gedankliche Konstrukt und die Pointe gefallen mir sehr gut :)

Ich finde nur, dass es technisch ein bisschen ungeschickt geschnitten ist, vorallem als direkte Einleitung in den Film.

Schatten auf Fussboden - weiche Blende - Schatten minimal anders - weiche Blende - Schatten wieder nur minimal anders - weiche Blende

Das wirkt auf mich so, als hättest du nur dieses Material gehabt und müsstest notgedrungen irgw. daraus machen. Ein ganzer Shot ohne Schnitte, hätte mir hier wesentlich besser gefallen.

Aber dieses kleine Manko steht hinten an, wenn man den ansonsten wunderprächtigen Film sieht :)

Fabsi King

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20

Samstag, 27. April 2013, 11:36

Ja das stimmt.
Am besten wäre eine schöne lange Dollyfahrt gewesen. Den hatten wir da leider nicht. :(
Ich hätte jetzt so mit der Kamera mitgehen können, da wäre aber das Bild zu verwackelt gewesen.

Geil wäre dann noch, wenn man Anfangscredits mit ins Bild eingebaut hätte.
Z.B. Schatten geht an Kantstein vorbei und Name von XY steht dann auf den Kantstein.
Also wo die Schrift immer im Bild mit eingebunden ist. Ich hab es aber wegen der kurzen Einleitung gelassen.
Das lohnt nur sich bei längeren Filmen find ich.
Das ist dann immer einwenig Aufwand, aber es macht sehr viel her (z.B. Anfang von Zombieland). :)

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