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Schattenlord

unregistriert

1

Sonntag, 8. Juli 2012, 20:04

Epic Vision Pictures - "Heuchler!"




Synopsis
Was wäre, wenn dein Leben an einem Tag aus den Fugen gerät und du alles verlierst, was du je hattest? Und das nur, weil du eine einfache Entscheidung nicht getroffen hast: Passt du dich dem Schwarz‐Weiß‐Denken der Leute an, oder wählst du deinen eigenen Weg? Das Leben ist hart und voller Entscheidungen. Nur was passiert, wenn man diese Entscheidungen nicht treffen will? Welche Wahl bleibt einem dann?

Hintergründe
Der Kurzfilm entstand in Rahmen der Berufsschule. Andreas und ich machen eine Ausbildung zum Film- und Videoeditor. Aufgabe war es, einen Kurzfilm zum Thema Kontraste zu drehen, inhaltlich wurden uns dabei keine Beschränlungen aufgeworfen. Gedreht wurde in einem kleinen Dorf in Brandenburg namens Gottsdorf an zwei Tagen. Dabei mussten wir zwingend an den beiden vorgegebenen Tagen drehen, was uns leider manchmal nicht zu Gute kam, da die Sonne uns bei einigen Bildern immer dazwischen kam. (Angesagt war ein bewölkter Himmel für den Tag. War nur leider nicht so.)

Die Story entstand an einem Tag innerhalb der Berufsschule, auch hier waren uns die Hände gebunden. Aber im Nachhinein bin ich stolz auf die Geschichte, denn sie ist nicht nur persönlich geprägt, sondern schafft es auch, durch die bildliche und textliche Ebene im metaphorischen Sinne eine gewisse Tiefe zu erzeugen. Man muss halt nur wieder ein bisschen Nachdenken. ;) Außerdem lässt sie Platz zur eigenen Interpretation.

Gedreht wurde auf einer Canon 550D mit einem Sigma 17-50mm, Tokina 12-24mm und einen Sigma 30mm Objektiv. Es war meine erste Erfahrung mit DSLR Kameras und ich bin dafür doch recht zufrieden. Außerdem kamen eine Flycam und ein Arri-Lichtkoffer, sowie Beluchtungsfolien für die Innenszenen zum Einsatz.
Geschnitten wurde an einem halben Tag und einer Nacht durchgängig mit dem Avid Media Composer, die restliche Nachbearbeitung sowie die Komposition der Musik von Steffen Brinkmann zog sich über einige Wochen hin. Insgesamt stecken in dem Film (ohne Musik mitgerechnet) ca. 206 Stunden Arbeit.









Download
HEUCHLER! MP4 H264 - FullHD - 228MB
HEUCHLER! MP4 H264 - SD - 124MB
(Speichern mit "Rechtsklick - Ziel speichern unter")
Länge: 2:52min

Stream

Youtube:


Vimeo:


Ein Film von
Andreas Höhle und Christoph Nowak


Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns schon jetzt über eure Kritiken!! :)

MP-Digital

Steadicam Operator

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2

Sonntag, 8. Juli 2012, 20:39

Ein richtig guter Kurzfilm. Das „Gute“ und das „Böse“ in einem wurden sehr gut gegenübergestellt. Nur leider hat das „Böse“ gewonnen.

Aufnahme- und Lichttechnisch wurden überzeugend in Szene gesetzt. Die Musik und vor allem der Sprecher bringen gute Spannung herüber. Der Schauspieler spielt seine Rolle sehr gut. Der Gesichtsausdruck + Maske kommen richtig gut, man erkennt wie fertig er ist.
Prima :thumbsup:

SR-Pictures

Schmidbauer-Film

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3

Sonntag, 8. Juli 2012, 20:39

Ansich ein gelungenes Werk mit schönen Bildern und einen herausragenden Schnitt. Die Länge war genau richtig, es kam nie Langatmigkeit auf und der Film hat mich sofort in seinen Bann geschlagen.

Als erstes fiel mir ein wenig negativ auf, dass die Stimme nicht so wirklich zur Person passen wollte und etwas übertrieben auf möglichst cool/amerikanisch daher kam. Der Offtext hat dem Film aber nicht geschadet, er hat ihn gut vorangetrieben. Nur war mir wohl die Stimme ein bisschen zu verstellt, jedenfalls im ersten Moment.
Die Farbkorrektur war vielleicht ein wenig übertrieben, passte aber gut zum Film/Thema und ist daher auch berechtigt.

Was mich aber am Ende gestört hat, dass es wieder ein Film mit

Spoiler Spoiler

Drogen und Tod (!?)
war. Irgendwie kommen diese Elemente immer wieder in Kurzfilme vor, ehrlich gesagt zu oft. Findet man da keine besseren Themen/Lösungen?

Und zum Abschluss nochmal gesagt: Das Beste war wohl wirklich der Schnitt. Sehr gelungene Arbeit!





Schattenlord

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4

Sonntag, 8. Juli 2012, 21:11

Vielen Dank schon einmal für eure Kommentare! Ich möchte gleich schon mal auf eine Sache antworten, um weitere Missverständnisse vorzubeugen. ;)
Nur leider hat das „Böse“ gewonnen.

Das stimmt nicht. :P

Spoiler Spoiler

In dem Fall ist es dir selbst überlassen, wer gewonnen hat, aber eigentlich wird genau dieser Ausgang ja offen gelassen. Der innere Konflikt findet in seinem Kopf statt, er hat nicht vor, sich für eine Seite zu entscheiden. Letztlich flieht er vor dieser Entscheidung in den Tod. Im Prinzip hat er sich also gar nicht entschieden. :)


Findet man da keine besseren Themen/Lösungen?

Spoiler Spoiler

Nuuun, tatsächlich war es ja auch mein erster Film zu diesem Thema. :P Das ich direkt in das Klische hinein rutsche, war nicht meine Absicht. Allerdings hatten wir beim finden der Story nicht viel Zeit (ein paar Stunden), die Idee kam spontan und mir gefiels. Im Prinzip gehts ja hauptsächlich auch um den Konflikt den er selbst ausficht an sich, die Drogen sind da eher die Nebensache. Trotzdem berechtigter Einwand!


Danke euch schon mal! :)

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7River

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5

Sonntag, 8. Juli 2012, 21:14

Ein ansehnlicher Kurzfilm, der den Kampf um die
Existenz mal anders darstellt . :) Was ich daraus interpretiere: Das Leben ist ein
Kampf, gerade in der heutigen unsicheren Zeit passender denn je.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“

LucasHD

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6

Sonntag, 8. Juli 2012, 22:12

Ein tolles Ding habt ihr da auf die Beine gestellt!!!
Wirklich klasse visuelle Arbeit! Technisch sehr professionell wirkend und ich denke auch nicht mit alt zu kleinem Aufwand!? :thumbsup:

Einzige Mankos meiner Seits, wo ich mich SR-Pictures anschließen möchte, sind die Stimme und die Hauptperson.
Die Stimme ist viel zu übertrieben (...) und aus meiner Sicht nicht ganz passend dem Wesen des Hauptdarstellers. Oder eher dem Wesen des Darstellers der das "Gute" und das "Böse" spielt. Das passt für mich irgendwie nicht. Zum "fertigen Typen" fällt mir nicht viel zu ein. Toll in Szene gesetzt und hier hätte die Stimme ohne dieses "möchte gern cool klingen" sich auch total toll angehört. Nun zu meinem zweiten Manko: Der Darsteller bzw. das Aussehen des "Guten" und des "Bösen" passt nicht in meinen Augen. Vlt hab eich nicht gut genug hingeschaut oder ich denke einfach zu anders... aber ich kann den "fertigen Typen" nicht mit diesen beiden Gestalten verbinden. (Äusserlich)

Zum Schluss trotzdem nochmal großes Lob! Ich hab mir alles angeschaut und mir wurde nicht langweilig. Ein echter Kurzfilm eben. Die Musik hat alles sehr schön untermalt!

Liebe Grüße,

Lucas

Mr. B

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7

Sonntag, 8. Juli 2012, 23:36

Was mir an diesem Kurzfilm am meisten gefällt sind die epischen Bilder, die ihr hier gezaubert habt. Der Film macht sowohl optisch als auch akustisch einen sehr guten Eindruck und zieht einem dadurch gleich in seinen Bann. Auch ich finde den Schnitt sehr lobenswert, wodurch nie Längen aufkommen und der Film bis zum Schluss mitreisst.
Die Story hingegen finde ich, wie so oft bei Amateurfilmen, etwas dürftig.

Spoiler Spoiler

Die Bilder suggerieren klar einen inneren Konflikt und der Protagonist scheint für einen guten Ruf und ein erfolgreiches Leben nicht zum Heuchler verkommen zu wollen, aber sich deswegen gleich umzubringen - ich weiss ja nicht ^^ Da fehlt etwas, meiner Meinung nach.
Auch sonst kann ich aus dem Inhalt nicht wirklich neue Ideen oder gar eine andere Weltanschauung herausfiltern, er wirkt, trotz der bedeutungsschwangeren Bilder, etwas bedeutungslos ...


Insgesamt hat mich der Film aber gut unterhalten und war wirklich schön anzuschauen, inhaltlich war er aber etwas einfach gestrikt. Gute Arbeit :thumbup:

Errortalk

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8

Montag, 9. Juli 2012, 00:30

Gesamteindruck ( 4/5 Sterne )
Sehr gelungener Kurzfilm! Die Message (Das Pro und das Kontra, in wie fern das Leben einen Sinn hat) wurde hier bildlich, echt genial rüber gebracht. Die Figur im Film hat zweifellos die falsche Entscheidung getroffen, und dies wiederum war vom Regisseur genau die richtige Entscheidung, den auf die Art gibt es dem Zuschauer "Antrieb" sich Gedanken darüber zu machen. Außerdem bin ich ein Fan, von Metaphern, die in eben genau diesem Stiel vermittelt werden, das sich zwei Szenen auf diese Art überkreuzen. Der Film hat natürlich eine sehr hektische Ausstrahlung, ist aber in dem Fall gut und passend.

Regie & Kamera: ( 5/5 Sterne )
Ich war echt begeistert von dieser Atem beraubenden Optik! Die Stelle, wo das Pro und das Kontra auf einander zu gerannt sind... einfach unglaublich. Kunst auf höchsten Niveau. War bestimmt ein Haufen Arbeit.


Drehbuch & Idee: (4/5 Sterne )
Auf die Idee zu kommen, in einem Kurzfilm das Thema Suizid an zu sprechen, ist nicht schwer, aber die Art, wie es rüber gebracht ist, und wie dem entsprechen das Drehbuch aussehen muss, das erfordert schon ein gewisses Maß an Fantasie. Auch hier meinen Respekt.

Schauspiel & Besetzung: ( 4/5 Sternen )
Ich kann hier nur sehr schwer beurteilen, in welchem Ausmaß das jetzt Leistung erfordert hat, da einfach sehr viel bearbeitet wurde. Im großen und ganzen muss ich aber sagen, ihr habt auch hier, nen guten Job gemacht! Zum Voice Over: Ich dachte mir, in den ersten 2 Sekunden: "Oh Gott, die Stimme vom Erzähler passt voll nicht" und habe meine Meinung aber in den nächsten 2 Sekunden wieder geändert.

Ton & Musik: ( 3/5 Sterne )
Film-Musik war okay. Sehr passend, aber nicht wirklich was besonderes. Die Sounds waren Laut und deutlich, und immer an der richtigen Stelle.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Errortalk« (10. Juli 2012, 13:53)


rick

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9

Montag, 9. Juli 2012, 07:30

Technisch gesehen und gemessen an der kurzen Produktionszeit, spielt der Film wirklich auf hohem Niveau. Nach zweimaligem Anschauen fällt mir nur die Totale am Ende ein (Fisheye), wo der Horizont 2-3 Grad mehr nach rechts hätte geneigt sein können und der erste Satz der Off-Stimme, der in der Tat zu gepresst (unnatürliche Stimme) wirkt. Im zweiten Satz hat man sich aber bereits an den Klang gewöhnt und dann kommt die Stimme ziemlich gut. Die Musik finde ich gut gewählt. Schnitt, CC und VFX sind top. Ebenso die Lichtsetzung und das Schauspiel sowie die Einstellungen. Bis hierher würde ich 9 von 10 Punkten vergeben (einen Punkt Abzug für die Szenen im Wald die optisch nicht ganz so spannend waren) - Insgesammt gibt es also kaum mehr Luft nach oben was den technischen Bereich (ausgehend von einer DSLR) betrifft.

Aber - nach den 3 Minuten Unterhaltung, viel mir spontan ein Zitat eines Drehbuchschreibers ein, welches er mir kürzlich um die Ohren gehauen hat: "Das Problem mit den Kurzfilmen ist, daß ihr Filmemacher tolle Bilder zeigen wollt, aber keine Geschichten erzählt" und so wirkt der Film leider auch auf mich.

Ich kann den Bezug zu dem was die Synopsis "verspricht" nicht erkennen. Emotional berührt mich das Werk überhaupt nicht. Der Protagonist ist für mich bereits zu Lebzeiten schon tot und ich bin nicht geneigt sein Schicksal zu hinterfragen. Ich suche vergeblich die Entscheidung die er nicht getroffen hat. Alles was ich mir dahingehend zusammenreimen kann entspringt nur meiner Fantasie und ich fühle mich in keiner Weise durch die Story zu einer Erkenntnis geführt - aber genau das erwarte ich von einem Film der eine oder mehrere Problematiken zum Thema hat. Aus einem einfachen Grund. Ich will wissen ob Euer Storytelling auf so hohem Niveau ist, daß nur ich es nicht verstehe oder ob Eure Story einfach zu schwammig oder unpräzise inzeniert wurde in der Hoffnung, daß sich der Zuschauer schon selber etwas zusammenreimen wird. Als Beispiel nenne ich die Drogenthematik, die hier in meinen Augen einfach nur klischeehaft in Form der Spritze als Tötungswerkzeug gezeigt wird. Ich bin ein großer Freund von Klischees, wundere mich aber, wenn diese im Zusammenhang mit einer anscheinend komplexen und vielschichtigen Thematik losgelöst von der eigentlichen Problematik auftauchen.

Ich bitte das nicht als negative Kritik aufzufassen, da es wirklich nur meine persönliche Sichtweise darlegt. Aber ich glaube, daß meine Sichtweise sehr nah am "mainstream" liegt und denke, daß sich viele Zuschauer ähnlich alleine gelassen fühlen, wenn sie die sonst ohne Frage, sehr oppulenten 3 Minuten eures Werkes gesehen haben.

Abschließend gehe ich davon aus, daß ihr eine Top Note für den Film bekommen habt - Interessant fänd ich die Meinung des Lehrers/Dozenten und welche Kritikpunkte von seiner Seite gekommen sind.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rick« (9. Juli 2012, 07:36)


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Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

SR-Pictures, Costa

10

Dienstag, 10. Juli 2012, 10:03

Das ist genau so ein Film, wie ich ihn von Schattenlord erwarten würde^^ Höchstwahrscheinlich hätte ich den Macher der CC auch erkannt, wenn dein Name nicht drunter stehen würde ;) Ich habe mich gefragt, was Christof jetzt wieder für uns bereit hält und es ist (das ist absolut nicht negativ) ähnlich wie ich es mir gedacht habe: Wahnsinnig tolle Bilder, so viele SFX wie man nur in 3min reinknallen kann, wahnsinnig tolle für dich typsiche CC und eine verwirrende Story ^^ Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich die Story wie meine Vorredner teilweise für besonders (ich sag mal) "flach" oder besonders "tiefsinnig" halten soll^^ Das meine ich mit Verwirrung - aber alles in allem echt toll gemacht - du stehst auf SFX und setzt es gern ein^^ War nur überrascht, dass du es mit einer DSLR probiert hast - aber tolle Bilder. Bin gespannt, was wir demnächst von dir hören können :)

Frederik Braun

unregistriert

11

Dienstag, 10. Juli 2012, 10:43

Visuell gesehen wieder wie man es von dir kennt, sehr "künstlerisch" durch fette Filmlooks etc. angehaucht. Da erkennt man sofort den Zack Snyder-Fan. ^^ Generell technisch sehr solide umgesetzt.
Die Story hat mich auch nicht bewegt, diese Drogengeschichten sind echt nichts Neues mehr. Den Sprecher fand ich ebenfalls unpassend in Bezug auf die zu sehende Person.

Für ein Schulprojekt, was auch noch in kurzer Zeit realisiert werden musste, aber schon ziemlich gut geworden! :)

PS: Kommt dein Darsteller zufällig aus Kassel ursprünglich? :D

Schattenlord

unregistriert

12

Mittwoch, 11. Juli 2012, 11:14

So, vielen Dank für eure Kritiken! :)
Dann werde ich mal ein paar Dinge beantworten, die hier öfter angesprochen wurden.

Die Story (@SR-Pictures , @Mr. B , @rick , @Tine , @Frederik Braun : )
"Das Problem mit den Kurzfilmen ist, daß ihr Filmemacher tolle Bilder zeigen wollt, aber keine Geschichten erzählt" und so wirkt der Film leider auch auf mich.

Nun - tatsächlich reicht sie sicher nicht an die Tiefe heran, die ich normalerweise anstrebe, aber zu meiner Verteidigung: Wir hatten ca einen halben Tag Zeit, um sie überhaupt nur auszudenken. Schulische Vorgaben sind ätzend, von einem auf den anderen Moment kriegst du ein Thema, aber bitte hab mal innerhalb von ein paar Stunden dazu eine geile Story parrat. Aber der Film geht auch nur drei Minuten, und ich bin eigentlich schon zufrieden mit dem, was ich da zusammengewurschtelt hab. Tatsächlich ist sie wieder einmal etwas philosophisch geprägt und basiert auf einen Text den ich vor einem halben Jahr geschrieben hatte, eine Selbsteinschätzung. Die Story an sich funktioniert wieder mit vielen Metaphern im bildlichen Sinne (wie von mir gewohnt) und besitzt mehr Tiefe, als einige hier gesehen haben. Hier die Auflösung:

Spoiler Spoiler

Der Protagonist hatte einmal ein gutes, normales Leben, wie auch die Bilder suggerieren, die überall auf dem Tisch liegen. Zugegebenermaßen etwas sehr schnell geschnitten. ;) An einem Punkt ist er aber ins Straucheln geraten: Er sollte eine Entscheidung treffen, die er nicht treffen wollte. ("Das Leben ist hart, man muss sich früh entscheiden was man will.") Aufgrund dieser nicht getroffenen Entscheidung ist er abgestürzt, drogensüchtig geworden und schreibt nun seinen Abschiedsbrief, ein Resumé dessen, was er in der Welt kennen gelernt hat. Er sieht sich als Menschenversteher und versucht seine Eindrücke und Erfahrungen niederzuschreiben. Für ihn sind alle Menschen Heuchler, da sie so tun, als gehören sie einer bestimmten Seite an, obwohl sie die Entscheidung vielleicht gar nicht treffen wollten. (Zum Beispiel "Gut" oder "Böse". In dem Film dargestellt durch den Dunklen und den Hellen.) In seinem Kopf wird diese Entscheidung, zwischen den beiden Seiten ausgefochten, die beiden Seiten rennen aufeinander zu, bereit zu kämpfen. Kurz, bevor sich die beiden Seiten aber in der Mitte treffen, bevor der Protagonist eine Entscheidung treffen kann, stirbt er und entzieht sich somit der Entscheidung. Damit bleibt das Ende offen und jedem sich selbst überlassen. Die Lilie, die dabei in der Mitte der beiden Seiten steht, steht als Symbol des Todes. Es steckt also doch ein bisschen mehr dahinter. ;)

Ich persönlich sehe die Geschichte als Menschenkritik, bzw. Verhaltenskritik. Immer wird einem suggeriert, das Moral, Gut, Böse und ein reines Gewissen eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Man soll seine Handlungen abwägen, immer "gut" sein, usw. Aber wenn man nicht selbst hundert Prozent von seinen Handlungen überzeugt ist (wie ich es von vielen selbst kenne), dann ist man nicht mehr, als der Filmtitel sagt: Ein Heuchler. :)


Ich habe mich gefragt, was Christof...

... *hust*... "Christoph! Wir sind drei Jahre zusammen in die Schule gegangen, und du kannst mich immer noch nicht schreiben? ;)

War nur überrascht, dass du es mit einer DSLR probiert hast - aber tolle Bilder.

Nunja, man geht mit der Zeit. Meine HV30 hat langsam ausgedient. :)

Da erkennt man sofort den Zack Snyder-Fan.

:P
(Wobei ich tatsächlich versuche, irgendeinen eigenen Look zu kreieren, zwischen surreal, übertrieben und halbwegs nachvollziehbar. Er ist kein Scott oder Snyder, aber eine Mischung. Und Snyder hat mich halt geprägt. *g*)

PS: Kommt dein Darsteller zufällig aus Kassel ursprünglich?

Jap. Du kennst ihn? DAS wäre jetzt allerdings mal in der Tat ein sehr krasser Zufall. Die Welt ist klein.

Schattenlord

rick

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13

Mittwoch, 11. Juli 2012, 12:14

Spoiler Spoiler

Er sollte eine Entscheidung treffen, die er nicht treffen wollte. ("Das Leben ist hart, man muss sich früh entscheiden was man will.")

Ich hätte mir gewünscht, daß darauf näher eingegangen wird. Das zerbrochene Bild z.B. habe ich registriert, konnte aber keine Rückschlüsse daraus ziehen. Kurzfristige Assoziation wäre "Eine zerbrochene Liebe" - zerbrochen woran ? Diese Fragen stelle ich mir aber erst jetzt, nachdem Du die Story detailierter aufgeschlüsselt hast. Für mich als Zuschauer ist der Dreh und Angelpunkt, die Frage nach der Entscheidung die er nicht getroffen hat. Nur wenn ich die Begleitumstände dazu kenne, fange ich an, ernsthaft zu reflektieren und eventuell in meiner eignen Vergangenheit zu forschen ob ich nicht auch das Resultat einer nicht oder falsch getroffenen Entscheidung bin - mit anderen Worten ob ich ein "Heuchler" bin und wie nah ich die Geschichte damit an mich rankommen lasse.

Zitat

bevor der Protagonist eine Entscheidung treffen kann, stirbt er und entzieht sich somit der Entscheidung

Er kann ja keine eigenständige Entscheidung mehr treffen. Sein Handeln scheint durch den Drogenkonsum "ferngesteuert", bzw. fehlt ihm die Möglichkeit der objektiven Bewertung. Somit entzieht er sich nicht, sondern wird "einfach" nur Opfer seiner Sucht. Das ist der Grund warum ich mir gar nicht erst die Frage stelle ob er sich überhaupt für eine Seite (Gut/Böse) entschieden hat - mit anderen Worten gibt es für mich kein offenes Ende. Er ist einfach vom "rollenden Zug" überfahren worden. Wie auch immer, ist er in meinen Augen kein "Heuchler".

Wahrscheinlich kann ich es gar nicht so gut in Worte packen, was ich eigentlich meine, aber es läuft darauf hinaus, daß ich es schade finde, daß die wahre Message vielen Zusschauern möglicherweise verborgen bleibt, weil das Schlüsselelement (eine nicht getroffene Entscheidung) so wenig real greifbar ist. Ich denke dabei an den "Impact" auf den Zuschauer, wenn er erkennt, daß möglicherweise sogar eine relativ belanglose Entscheidung (wie wir sie alle täglich treffen), das Leben eines Menschen in ungeahnte Bahnen lenken kann und nach Jahren zu einem so tragischen Ende führt.


Durch Deine zusätzlichen Erklärungen, gewinnt das Werk für mich an Tiefe und die Leistungbewertung fällt jetzt umso höher aus, nachdem ich weiß, daß die Story im Großen und Ganzen, in nur wenigen Stunden erdacht wurde.

Alexxx11

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14

Mittwoch, 11. Juli 2012, 12:49

Technisch gesehen wieder mal sehr gut! Der Schnitt ist wirklich sehr glatt, in dem Sinne, dass er einen guten Fluss hat. Die Beleuchtung in seinem Zimmer find ich persönlich nicht ganz so toll, könnte aber auch mit dem Set selbst zusammenhängen. Die weiße Wand hinter seinem Rücken fügt sich nicht wirklich ins Gesamtbild ein.

Über die inhaltliche Seite wurde ja bereits argumentiert. So langsam kennt man ja deinen Ansatz viel Metaphorik und Symbolik in deine Filme einzubauen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, du versteckst dich hinter deinem Tiefgang. Deine nachträgliche Erklärung, das Menschenbild, ist nett, aber auch keine revolutionäre philosophische Ansicht. Mich stört dabei jedoch nur, dass es so groß aufgezogen wird. Visuelle Sprache und Metaphern sind natürlich tolle Möglichkeiten des Filmes, aber das in solchem Maße auszuführen, dass die Gesamtintention des Werkes davon abhängt, erfordert eine gute Regie, die sich auch der Lage des Zuschauers bewusst ist. Da geht es dann gezielt um Blickführung und Aufmerksamkeitslenkung mittels Kamera, Beleuchtung und Schnitt. Bei dem Tempo, eben dem Fluss des Schnittes, hat der Zuschauer so viele Eindrücke, dass man von einem 2 sekündigen Einspieler eines kaputten Bildes nicht erwarten kann, dass der Zuschauer diesen überhaupt erstmal als inhaltliche Notwendigkeit wahrnimmt.
Dein Anspruch ist löblich, aber vielleicht kannst du auch meinen Standpunkt nachvollziehen. Es ist vielleicht auch kein Wunder, dass viele Filme mit inhaltlich ähnlichen Ansprüchen ganz anders inszeniert wurden. So beißt sich der reißerische hollywood-ähnliche Stil mit dem Tiefgang.
Ich hoffe du kannst mit diesen paar Gedanken etwas anfangen... :P

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Frederik Braun

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15

Mittwoch, 11. Juli 2012, 12:53

PS: Kommt dein Darsteller zufällig aus Kassel ursprünglich?

Jap. Du kennst ihn? DAS wäre jetzt allerdings mal in der Tat ein sehr krasser Zufall. Die Welt ist klein.


Meine Freundin hat ihn erkannt. Sie kommt aus Kassel. :D

Schattenlord

unregistriert

16

Mittwoch, 11. Juli 2012, 20:47

Er kann ja keine eigenständige Entscheidung mehr treffen. Sein Handeln scheint durch den Drogenkonsum "ferngesteuert", bzw. fehlt ihm die Möglichkeit der objektiven Bewertung. Somit entzieht er sich nicht, sondern wird "einfach" nur Opfer seiner Sucht.

Mmh, so kann man es auch sehen, aber eigentlich setzt er sich den goldenen Schuss ja absichtlich. Das kommt aber denk ich schon gut rüber. (Abschiedsbrief, Vorbereitungen...)

Dein Anspruch ist löblich, aber vielleicht kannst du auch meinen Standpunkt nachvollziehen.

Absolut nachvollziehbar, ich danke dir für deine Gedanken. Ich werde es in kommenden Filmen berücksichtigen!

Meine Freundin hat ihn erkannt. Sie kommt aus Kassel. :D

Muhahaha, sehr interessant!

Schattenlord

TruePicVision

unregistriert

17

Donnerstag, 2. August 2012, 21:50

Wow! Klasse...ich liebe so etwas surreales und zwischenmenschliches!!! Wo man nachdenken muss und ohne das ich mir durchgelesen habe, worum es geht, war ich sofort drin und gefesselt! Liegt sicher auch an meinem vorbelasteten Verstand^^ Ich denke mir immer gleich was dazu und interpretiere etwas hinein. Jedoch leider auch meist in Filme oder Szenen bei dennen es nix reinzuinterpretieren gibt und dann bin ich am Ende enttäuscht. Aber das war hier keines Falls so!!! Der Film war mit seinen 3 Minuten einfach nur geil...perfekt für die Länge. Obwohl der auch hätte länger sein dürfen ;)
Tolle bis geniale Bilder/Kamera, super geiler Schnitt der mir neben den dezenten VFX am besten gefallen hat...und klar die Handlung war natürlich auch richtig cool! Ich steh ja eben auf sowas...und es war perfekt und richtig experimental oder episch umgesetzt!
z.B. der Blitz der echt nur für wenige Frames zu sehen ist als er aus dem Wald kommt und von der Anhöhe springt...perfekt und eben nicht übertrieben. Die Blume...und die verschiedenen CGradings! Mehr davon und/oder Zusammenarbeit X)
Epic Vision Pictures macht seinem Namen alle Ehren ;)



Nur mal so am Rande...stellt euch vor...

...Epic Vision Pictures präsentiert...
...Eine TruePicVision Produktion...

XD Nice!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TruePicVision« (2. August 2012, 22:01)