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tougheye

unregistriert

1

Samstag, 11. September 2010, 15:03

The Loss - Kurzfilm



THE LOSS
Deutschland 2008, 13 Minuten
Format: MiniDV 2,35:1 / 16:9 anamorph

Inhalt:
Das frisch verliebte Pärchen Lara und Erik will sich eine Auszeit vom stressigen Alltag nehmen. Das abgelegene Waldhaus von Eriks Onkel entpuppt sich als idealer Ort für ein paar romantische Tage zu Zweit.

Doch bereits nach der ersten gemeinsamen Nacht stellt sich heraus: Das Paar ist nicht allein...
Cast:
Mario Zuber als Erik
Laila Maria als Lara
Samuel Müller als Ben
Alexia von Wismar als Anna

Crew:
Regie: Markus Hagen
Produktion: Markus Hagen
Drehbuch: Markus Hagen
Kamera: Daniel Flügger
Schnitt: Markus Hagen
Color Grading: Markus Hagen
Sounddesign: Markus Hagen
Special Prosthetic & Make-Up Effects: Lukas Escher
Musik: Jan Glembotzki

Bei vimeo ansehen: Hier



Viel Spass und gute Unterhaltung!

Gruß
Markus Hagen

www.mhfilm.de

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HTS_HetH« (11. September 2010, 15:12)


2

Samstag, 11. September 2010, 18:18

Hey :D

da ich grade eine miese Inet verbindung habe, schreibe ich schonmal zwischendrin ein wenig dazu :D

Also den Anfang fand ich ziemlich Top, hatte richtigen Fernsehproduktionen Style ;)
Bislang bin ich von dem Blutbad noch ein wenig verwirrt, aber denke mir schon, dass es das Ende des Filmes war und irgendwer dort wohl durchdrehen wird
Die Szene mit dem Küssen etc. war ganz gut aber mir irgendwie viel zu lange...
ewig streicheln sie sich, die kamera rüttelt zwar ein wenig, aber ist immer gute 1,5m in einem Halbkreis um die Darsteller entfernt... mal eine richtige Nahaufnahme der Hände etc. wäre toll gewesen, damit man sich mehr reinfühlen kann
Das Licht dort war recht inordnung und stimmig zu sein

einmal konnte man den Schatten beim wilden Ritt auch sehen, da hätte ich eher eine einen Shot z.b. nur vom Schatten oder aber Schatten groß hinter den beiden genommen... aber naja, das sind dann denke ich persönliche vorlieben...

schauen wir nun mal ein wenig weiter ;)
Das Licht in der Nacht ist schonmal top gesetzt und sieht klasse aus :D
Frage mich nur grade, warum der Typ nach draußen geht aber ok ;)
woah danke, hätte mich total genervt, wenn er nun zum Busch beim rascheln gegangen wäre und dann bla bla... das ist ausgelutscht, hat mich grade total gefreut ;)
*glaube, dass es ganz hilfreich ist, so genau wie möglich meine Gedanken während des Filmes wiederzugeben oder? :D*
der 1. Shot der Morgenszene wirkt nicht so morgendlich wie der 2. Shot, da das licht nen leichten Spot wirft und nicht gleichmäßig im Bild ist ;)

Die Duschszene ist mir jetzt schon zu lang irgendwie...
zum Teil kommt es mir wirklich vor, als wäre das ganze eine Profilierung, dass eure Darstellerin gerne nackte Haut zeigt? o0 Ist zwar sehr selten im Amateurfilmbereich, aber hier wirklich schon zu übertrieben für mich...

WTF?
Wieso hat es so ewig lange gedauert, bis sie mal losschreit? Soll das ein Schock gewesen sein?
Und irgendwie hätte ich bei dem Überfall... hm... irgendwie waren die Shot nicht soo prickelnd, da hätte die perspektive anders gewählt werden können... nebenbei noch, das ganze Anziehen der Darstellerin fand ich auch wieder ermüdend...
Und was ist das für ein seltsames Gewimmer?
Und der typ sticht auf sie ein, sie schaut nur blöd rum und hä? o0

Also sie hätte ruhig von anfang an schreien können , sodass ihr freund vor einer Messerattacke zur stelle ist...
aber naja... das Ende nun, ja war wirklich überraschend aber irgendwie doch dumm oder?
Warum ein komplize?
Warum sich Zeit lassen mit einem Mord? Und hätte er wirklich spass haben wollen, hätte er nicht so einschreiten müssen, da er es sofort mit einem Stich plötzlich beenden kann?

Also der Film war bis zum Ende wirklich gut gemacht...
die ganze Badezimmer sache fand ich aber zum Teil schlecht geschauspielert, die Geschichte finde ich so sehr schwach und auch die Einstellungen sind nicht wirklich passend uns stimmig...

Die Musik war aber durchgehend stimmig und gut.

Der Film war eigentlich gut gemacht, ein wenig zu viel nackte Haut und einige Szenen hätte man gut um die hälfte kürzen können oder irgendwie anders bereichern können.
Die Logik der Taten der Darsteller ist zum Schluss immer weniger gegeben.
Der Blutige Anfang war eigentlich auch unnötig, für mich hatte er nun keinen notwenigden Effekt.
Wie gesagt, ab dem Badezimmer lässt die Qualität des gesamten Filmes ziemlich nach.
Hätte mir dort andere Einstellungen, andere schauspielerische Leistungen und eine andere Geschichte gewünscht/erwartet...

naja :D

ich hoffe, dass es dir ein wenig hilft ;)

Freue mich auf mehr von dir

lg

Marco

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3

Samstag, 11. September 2010, 20:32

Zitat

ein wenig zu viel nackte Haut

Das hör ich so, glaub ich, zum ersten mal ;) Und es stimmt auch nicht. Es wirkt dadurch meiner Meinung nach realistischer und auch spannender.
Denn :

Spoiler Spoiler

Nacktheit zeigt auch die angreifbarkeit der jungen frau bei der Duschszene. Auch das immer nur ihr Rücken gezeigt wurde, steigert die Spannung mit der Zeit immer mehr. Wäre die Szene kurz hätte man (im Hitchcock-Sprachgebrauch) nur eine Überraschung, aber keinen Suspense. Deshalb ist die Nacktheit auch in der Länge filmisch gut gelöst.

Ich würd übrigens noch paar sachen bei dir als Spoiler setzen. Du verrätst sehr viel.

Meine Meinung zum Film: Technisch wirklich toll (super Licht), und gute Schauspieler. Story ist aber schwach

Spoiler Spoiler

Die beiden Pointen sorgen aber für schmunzeln.

Birkholz Productions

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4

Samstag, 11. September 2010, 22:50

Heyho!
Hab mir nun auch mal den Film angesehen und ein paar Impressionen niedergeschrieben! :) Liest sich schlimmer als angedacht, aber ich will ja nur dass ihr euch beim nächsten Mal selbst in den Arsch tretet! :P BTW: Spoileralarm!

Der Anfang wirkt erst mal wie ein billiger Porno oder so ein Rosa-Munde-Pilcher-Schinken, sorry!^^ Der Typ ist mir irgendwie unsympathisch. Wirkt so „schleimig“. Noch komischer wirkt es durch die extrem kitschige, aufdringliche Musik... Als wäre es im Bett der glückliche Höhepunkt des Filmes... So hörts sich an. (Anmerkung von nach dem Film: Irgendwie war es das ja auch! :D)
Ich bin noch bei den Sexszenen (:D) und die Kameraführung will mir nicht ganz so gefallen (sorry Daniel!;)). Die ruhigen Schwenks die wahllos von so schnellen Zooms unterbrochen werden sind irgendwie etwas deplatziert.
Der Mond bei 04:22 sieht aus wie in Paint billig ausgeschnitten und eingefügt!?!
Das Licht im Schlafzimmer war immer ein Mix aus Tages- und Kunstlicht. Das macht unglücklich! :(
Warum zieht sie sich ein Hemd an um zur Dusche zu gehen? Das finde ich unlogisch und allgemein auch unvertretbar! … Nurn Spaß!^^
Zu 07:35: Ah, so funktioniert das also! :D
Ok, dass es zu nem erhöhtem Gorefaktor kommt hätte ich nicht erwartet! Die Wendung dass der Freund mitmacht wirkte aber wieder so aufgesetzt...
Zur Schlussszene: Hostel lässt grüßen, oder? :P

Es ist mal wieder eine dieser Stichpunktkritiken geworden, aber ich will jetzt auch los und mich besaufen, also entschuldigt. Außerdem meckert die Frau mit den Kindern... Die Schrauben liegen noch im Kofferraum, die Vitrine ist nicht aufgebaut und das Lichtspektrum hat mir meinen letzten Film zu Nichte gemacht. Kurz: Ich bin vom Film nicht wirklich begeistert. Von Markus Hagen habe ich zwar noch nichts gesehen, aber vom Flügger bin ich deutlich Besseres gewohnt! Ich drücke mal ein Auge zu, da der Film ja schon zwei bis drei Jahre alt ist. Ansonsten... Nun ja... Seht euch die Kritikpunkten an! Es war halb kitschiger Liebesfilm von ARD und co. und halb Krimi, der dann doch blutiger als gewohnt war und mit Hostel endete... Ehm... Nee, sorry, war nicht so entertainend.

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5

Sonntag, 12. September 2010, 00:00

Hm mir fallen bei diesem Film wieder die Fehler auf, die bei fast allen Kurzfilmen auftauchen. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen aber würde gerne etwas hier reinkopieren, was ich mal in ein anderes Forum geschrieben hatte.

Da ihr alle anscheinend keine Ahnung vom Unsichtbarem im Film habt sondern nur das Sichtbare Trainiert, wird es vllt helfen. Ich werde in der kommenden Zeit eine Generalkritik schreiben, die ich dann bei allen dazu passenden Kurzfilmen einfach reinkopiere. Die Fehler sind immer die selben.

Spoiler Spoiler

Ich denke der größte Kurzfilmfehler der einen passieren kann, sind die einzelnen Bilder.
Die meisten Kurzfilm Regisseure sind keine Regisseure sondern schlechte Kameramänner,
die glauben mit einem schönen Bild haben sie einen guten Film gedreht.
Ich denke es ist wichtig Bild für Bild Informationen zu vermitteln. Dazu dann noch das schöne Bild,
damit das Auge auch was zu staunen hat. Oft werden unnütze Informationen vermittelt und nicht aufgelöst.
Meistens sehen wir irgend einen Menschen der irgendwas macht, was uns meistens auch bekannt ist.
Dann wissen wir ok das und das hat mit dem Charakter zu tun. Dabei passiert nichts und viele Schnitte
gehen viel zu lang. Die tollen Logos brauchen manchmal 20 Sekunden. Ein Kurzfilm braucht so etwas nicht
in meinem Weltbild. Es reicht beim Abspann oder kurz als Einblendung wer den Film gemacht hat.

Oft denken sich Amateure, wenn sie etwas zeigen, was unser Interesse weckt, wie es dazu gekommen sein könnte,
dass wir den Film mit Begeisterung gucken. Dann wird von Minute 0 bis 5 der Zuschauer mit blödsinnigen Einstellungen,
dunklen Räumen und viiiiel zu langen Szenen gequält und bekommt am ende etwas ganz simples aufgetischt.
Oder sie denken, wenn sie ein riesen Geheimnis um die Geschichte machen und sie nur Stück für Stück aufdecken,
dass wir den Film interessant finden. So sind übrigens auch viele deutsche Spielfilme aufgebaut und das kotzt mich an.

Die ersten Minuten sind entscheidend! Ein Film muss verstanden werden. Die Charaktere müssen verstanden werden damit der Film funktioniert.
Dazu ist es wichtig in den ersten Minuten die halbe Geschichte zu erzählen. Wenn die halbe Geschichte erzählt ist, kann der Kampf für den Helden
beginnen. In einem klassischen Spielfilm ist die Expo meistens nicht länger als 30 Minuten Maximal. Ein Durchschnittsfilm geht 90 Minuten. Der Anstoß für die Geschichte,
ist noch in diesen 30 Minuten. In vielen Filmen, kommt dieser schon nach 5-10 Minuten! Was ich damit sagen will ist, Die erste Hälfte des Films,
wird schnell erzählt. Sonst verhungert der Zuschauer und schaltet um oder pennt ein. Auf Youtube spult er einfach vor. Meistens
gucke ich Kurzfilme bis zum Ende mit der Frage >wird das alles irgendwann noch einen Sinn ergeben? schafft es der Filmemacher mich zu beeindrucken?<

Ich hasse Kurzfilme in dem ich eine Erzählung und kein Drama aufgetischt bekomme. Ich sehe meistens nur Menschen,
die halt in einer Situation irgendwas tun. Die Umgebung ist uninteressant, es geschieht nichts, wir verstehen die >Krankheit<
des Helden nicht, wir verstehen den Sinn des Schnittes nicht usw.

Ich denke das liegt daran, dass viele Kurzfilm Regisseure sich zu sehr mit ihrer Kamera beschäftigen statt mit der Geschichte und dem ganzen Film.
Kurzfilmregisseure sind meistens selbst auch Autoren, weil sie ihren eigenen Stoff besser verfilmen können. Das ist auch gut so aber dabei erlauben
sie sich aus Faulheit viele Fehler. Sie lösen Probleme in der Geschichte mit einem blöden Schnitt oder einer seltsamen Kameraeinstellung.
Daher ist es sicher gut wenn sie sich etwas mit dem Drehbuchschreiben auseinander setzen, um zu verstehen wie der gute Film erstmal auf dem
Papier entsteht.

Die Technik am Set ist meiner Meinung nach nicht das Entscheidende an einem gelungenen Kurzfilm sondern die Technik im Kopf des Regisseurs
und der des Kameramanns. Ich kenne viele gut gemachte Kurzfilme aber kaum einen der wichtige Punkte beachtet, die einen Film zu etwas besonderem machen. Ich will mit all dem nicht sagen, dass eine gute Technik am Set überflüssig ist. Aber ich will den Kurzfilm Regisseuren zeigen,
dass es noch etwas gibt, was sie nicht beachten und lernen müssen um mal richtig gute Kurzfilme oder Spielfilme zu machen.



Spoiler Spoiler

Ja es gibt immer mehr Menschen die von der Technik geblendet werden und sich nicht klar darüber werden, was einen wirklich guten Film ausmacht. Ich habe für mich festgestellt, dass jeder am Set dramaturgisches Wissen besitzen muss, um einen guten Film zu schaffen. Das gilt in erster Linie für den Regisseur, dann für den Kameramann, dann für die Schauspieler usw. Bis ins letzte Glied des Teams, muss jeder wissen, was eigentlich erzählt wird, damit der Fokus auch darauf gelenkt werden kann. Ich rate immer meinen Mitschülern die Schauspiel lernen, sich mit Dramaturgie auseinanderzusetzen um zu verstehen, was sie eigentlich in der Geschichte tun, wie wichtig sie sind und vor allem, was wichtig für die Geschichte ist und daher mit besonders viel Mühe gespielt sein muss.

Ein Kameramann der nur gute Bilder machen will aber die Geschichte nicht unterstützen kann mit seinen Bildern, ist ein schlechter Kameramann. Mit dramaturgischem Wissen, weiß er wann er eine schöne Fahrt reinmachen kann, oder WAS er überhaupt ins Bild rücken soll, damit die Geschichte weitererzählt wird. Zwar wird der Zuschauer nicht mehr auf die Sprache der Kamera achten, weil einfach das wichtigste immer im Bild ist und der Laie sich auf die Handlung konzentriert, statt auf die Machart, wird sein können nicht gesehen. Aber erfahrene Filmemacher sehen das und stellen ihn ein.

Ein Schauspieler der nur mit Emotion an die Rolle geht, macht den Film kaputt. Wendepunkte werden einfach arrogant >überspielt< und die Frage oder Antwort wird nicht klar. Der Konflikt kommt nicht raus weil der Schauspieler kein Akzent in die Rolle bringt sondern diese mit großen Fades spielt. Mit dramaturgischem Wissen, wird das alles einfacher und man wird besser, weil man weiß, worauf es in DIESEM Film ankommt. Anders wie beim Kameramann, wird diese Erfahrung sichtbar und der Laie sieht einen GUTEN Schauspieler.

Ein Regisseur der nur nach seinem Kopf an die Sache ran geht, wird entweder niemals die Bücher anderer verfilmen können oder wird nur Auftragsarbeit machen können, ohne eine Vision zu erschaffen. Mit dramaturgischem Wissen, erkennt er am Drehbuch, wo, was, warum geschieht und kann das im Kopf so zum funktionieren bringen, wie es ihn faszinieren würde. Und beim Schnitt legt er großen Wert darauf, dass die Dramaturgie eingehalten wird. Das macht übrigens den Unterschied aus ob es sich um einen Profi handelt oder um einen Quereinsteiger der engstirnig an seinem >Talent< festgehalten hat und nur halbgare Geschichten erzählt.

Der Rest der Crew, arbeitet zwar an den Einzelheiten die alle vorgegeben werden aber dennoch müssen sie ein Gespür dafür entwickeln, was gerade Erzählt wird, um ihre Arbeit, auch wenn es noch so ungefragt ist, anzupassen. Kleinigkeiten können einen Film zum stolpern bringen und wenn zu viele davon auftreten, fällt der Film sowas von auf die Fresse. Das könnt ihr mir glauben.

Wenn jetzt jeder seinen Beitrag geleistet hat und die Dramaturgie, wie sie von Nöten war eingehalten hat, kann der Regisseur den Film auch nach dieser Schablone schneiden und es kommt ein gut erzählter Film raus.

Man darf aber seine künstlerische Seite nicht vergessen während man einen Film macht. Das gilt wieder für alle. Ein gut erzählter Film kann gut wirken aber wenn er Scheiße aussieht, wird er nur anerkannt, wenn er überhaupt gesehen wird. Daher ist auch die Technik am Set wichtig und die Kunst jedes einzelnen am Set aber nicht entscheidend ob der Film gut wird oder nicht.


Die Kamera muss nach jedem Schnitt die Geschichte weiter erzählen. Dein Film macht den Fehler, dass er dinge doppelt und dreifach zeigt. Ich sehe hier aber auch klare Fehler in dem Drehbuch und der Regie. Die Schauspieler waren passabel aber hatten auch keine Ahnung was sie eigentlich machen.

Epi

tougheye

unregistriert

6

Sonntag, 12. September 2010, 18:05

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, die ich mit Interesse gelesen habe!

Viele Grüße
Markus Hagen

www.mhfilm.de

bluestargfx

unregistriert

7

Sonntag, 12. September 2010, 18:57

Jetz ich:

also ich fand des Film zuerst einmal sehr gut. Das Licht in der "Kuschelszene" hat mir gut gefallen und die Kameraarbeit (abgesehen von schon erwähnten fehlenden Close-Ups) fand ich auch gut.

Schauspielerisch war es jetz nich soooo der Hammer. Obwohl körperlich gut vorbereitet. Dazu herzlichen Glückwunsch. Die Frau hat am Boden bei den Schlägen einfach zu sehr die Augen aufgerissen. Ein Mensch, der angegriffen wird, kneift eher die Augen zusammen um sie zu schützen. Die Pupillen werden von allein weit.

Was ich ziemlich geil fand, waren die Schläge, die die Frau am Boden abbekommt (also rein technisch gesehen :-)) Sag mal tougheye: Wie machst du es, dass es tatsächlich so aussieht, als wird sie voll getroffen? Lässt du da mittendrin ein Frame weg oder wie funktioniert das? Also diese Bilder vermitteln eine ziemliche Härte - eben die Härte des Treffers im Gesicht. Das is echt gut gelungen, finde ich. Also wie ging das nochmal? :-)

Ansonsten ist die Auflösung nun nichts Neues, aber eine meiner Meinung nach sehr schönes Lösung für das Ende.

Ach ja: Den Ton in den Sprechszenen hätte ich vielleicht ein wenig runtergepegelt. War mir einen Tick zu laut - vor allem am Anfang als die beiden das Haus betreten. Aber angesichts der restlichen Leistung find ich das kicki.

So, und nun zum Schluß noch ein Wort zu Epicon dem Geschichtenonkel:
Hat hier irgendjemand nach einer Allgemeinrezension im Romanstil gefragt? Du hast scheinbar vergessen, dass das Forum hier mit "Amateur" anfängt. Also wenn du Leute mit wenig Ahnung vom Filmen (wie mich zum Beispiel) nicht magst, dann solltest du dich vielleicht auf www.ich-hör-mich-gern-reden.de anmelden. Viel Spaß dabei. :-)

Was ich damit sagen will ist: Bring Kritik, aber sachlich und auf den Punkt! Und nicht A4-Seiten-Weise das gleiche "Technik ist nicht so wichtig"-Geschwafel.

Gruß, Majo

PS: Ihr klickt jetzt aber nicht wirklich alle auf www.ich-hör-mich-gern-reden.de, oder? :-)

sollthar

unregistriert

8

Sonntag, 12. September 2010, 19:19

Hm, da fährst du ja reichlich grosse Geschütze auf. :)

Die Mordszene am Ende wirkt und verstört, obwohl sie (und auch der Rest des Films) über reichlich inszenatorische Schwächen verfügt.

Jetzt, wo der Film fertig ist und ich was niederschreiben soll, merk ich, dass ich im Prinzip einen Effekt gesehen habe. Du spielst mit Spannung, Angst und Schock und hast die für Kurzfilme obligate Schlusspointe. Der Film bietet daher Effekt-Kost - und das auf einem okay bis gutem Level.
Inhaltlich verpasst der Film es aber, mir eine interessante Geschichte zu erzählen oder mir interessante Figuren zu zeigen. Da wird viel mit nackter Haut gearbeitet und es erzeugt auch ein Gefühl von Intimität, ändert aber nur wenig daran, dass im Prinzip nichts weiter passiert als: Paar kommt an, hat Sex, Frau duscht und wird ermordet. Die Szenen sind für meinen Geschmack daher zu lange und zeigen einfach nichts. Die Sexszene will nicht aufhören (und die Musik tut, als ob es immens wichtig wäre), die Duschszene auch nicht. Mann raucht Zigarette, nichts passiert.

Technisch macht der Film eine durchmischte Figur und wirkt ähnlich wie der Inhalt: Da wird gezoomt, schnell geschnitten, Sounddesign zu jedem Moment und die Musik drückt und diktiert was Sache ist. Es geht fast alles auf Effekt und die Spannugn im Film wird durch Technik getragen: Fast durchegehend spannende Musik, viel Sounddesign. Das ist zwar löblich, aber es kaschiert mir halt zu sehr die fehlende Dramaturgie. Die Sexszene wirkt wie der Höhepunkt eines Films, den ich irgendwie verpasst habe, die Duschszene verpasst es, Spannung zu erzeugen. Die einzelnen gewählten Bilder gehen auf den Effekt und nicht unbedingt auf deren dramaturgische Notwendigkeit. Das macht die Schnitte und Einstellungswahl grösstenteils leider sehr willkürlich. Und da liegt für mich gute Kameraführung - nicht in Tiefenschärfe. Deswegen find ich Kameraführung auch schlicht okay. Drehbuch eher schwach.


Auch wenn Epicon es sehr drastisch formuliert und ich wohl auch eher zu viel kritisiere, muss ich ihm zustimmen. Der Film hat einige Chancen verpasst, mehr zu sein, als das, was er ist. Er ist nicht schlecht. Stellenweise funktioniert er wirklich gut. Darum ist es schade, dass er substantielle Dinge verfehlt.

Unterhalten hats mich aber! Und verstört hats mich stellenweise auch.


Edit:

Zitat von »"bluestargfx"«

Hat hier irgendjemand nach einer Allgemeinrezension im Romanstil gefragt? Du hast scheinbar vergessen, dass das Forum hier mit "Amateur" anfängt.


Nach einer schnippischen Reaktion auf jemandes Kritik hat auch keiner gefragt und trotzdem gibst du sie. Du darfst anderer Meinung sein - das ist kein Grund, auf ein "Wer hat den lustigsten denunzierenden Spruch"-Niveau zu gehen.

Und betreffend des "Amateurs": Ja. Gerade WEIL es ein "Amateur" am Anfang hat sind genau solche Voten relevant. Die meisten Amateure scheitern nämlich tatsächlich nicht unbedingt an der Technik. Die lässt sich mittlerweile billig kaufen und mit ein wenig Geduld auch sauber bedienen. Aber dramaturgisches Verständnis kann man weder kaufen noch mit irgendeinem Plugin oder Adapter faken.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sollthar« (12. September 2010, 19:25)


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9

Sonntag, 12. September 2010, 22:22

So, und nun zum Schluß noch ein Wort zu Epicon dem Geschichtenonkel:
Hat hier irgendjemand nach einer Allgemeinrezension im Romanstil gefragt? Du hast scheinbar vergessen, dass das Forum hier mit "Amateur" anfängt. Also wenn du Leute mit wenig Ahnung vom Filmen (wie mich zum Beispiel) nicht magst, dann solltest du dich vielleicht auf www.ich-hör-mich-gern-reden.de anmelden. Viel Spaß dabei. :-)
Es war nicht so böse gemeint wie du es siehst. Ich denke, wenn grundlegende Dinge immer und immer wieder falsch gemacht werden UND wenn sie mal richtig gemacht werden, dann durch Zufall, sollte ich doch so nett sein und mein Wissen, das ich mir angearbeitet habe, mit euch teilen. Ich habe nichts gegen Amateure. Bin selbst noch einer.

Schade dass es die von dir verlinkte Seite nicht gibt. Ich rede oft mit meinen Freunden nur um mir selbst zuzuhören. Ich rede obwohl ich weiß, dass sie mir nicht zuhören. Ein guter Regisseur studiert sich selbst und sein Medium. Ich habe so viele meiner Fehler entdeckt und ausgebügelt. Wie gesagt, schade :(

Achja, hier gibt es auch Amateure, die irgendwann mal als Profis arbeiten möchten. Ich sehe bei diesem Projekt klar, dass die Jungs das irgendwie lernen. Ob durch eine Filmschule oder alles sich selbst erarbeiten. Solche Leute müssen ihr wissen austauschen wie ich finde. Wenn man auf Kritik aus ist, sollte man auch verstehen was eine solche bringt. Ich nehme an du hast meine 2 Texte nicht gelesen. Kritik sollte, finde ich einen voranbringen und helfen seine Fehler zu entdecken und vllt auch Beispiele liefern, wie man diese Probleme und Fehler behebt. Ich bin sicher in einigen Punkten schlechter als ihr oder weiß gar nicht, dass diese Dinge überhaupt existieren. Ich hatte schon 3 Kurzfilme gedreht und wusste nicht was Fokus ist. Jeder hat NOCH irgendwo seine Fehler und sollte bereit sein, ob Amateur oder Profi, diese wegzuarbeiten.

Epi

bluestargfx

unregistriert

10

Montag, 13. September 2010, 02:28

Himmel,

jetzt muß ich mich mal entschuldigen:
Also sorry Epicon! Ich wollte damit jetzt nicht sagen, dass du unfähig bist. Ich fand nur die Kritik zu allgemein und zuviel nach "alles ist schlecht" klingend. Deine beiden Spoiler-Texte hab ich NATÜRLICH gelesen - aber ich finde einfach, dass diese beiden Texte eigentlich viel beschreiben, aber im Grunde keinen wirklichen Tip geben. Allgemein betrachtet sind das sicherlich nützliche Grundregeln, aber ohne praktischen Bezug versteh ich deren Anwendung einfach nicht. Das kann aber eben auch an mir liegen. :-)

Zum Beispiel sollen sich die Filmer mehr dramaturgisches Wissen aneignen und es einsetzen und weitergeben. Da das aber der Anspruch eines jeden ernsthaften Filmers sein dürfte, finde ich es übertrieben mehrere Absätze lang darüber zu referieren. (Meine Meinung)

Und ich mag es halt nicht, wenn jemand durch seine Erfahrungen zu dem Schluß kommt, pessimistischer Dings, alles erstmal von der schlechten Seite zu betrachten. Aber das ist natürlich dein gutes Recht.

Letztendlich hast du mit deiner Kritik vielleicht recht. Aber das betrifft DIESEN Fall und nicht gleich alle Amateurfilmer. Wie gesagt, wahrscheinlich hab ich deine Absicht einfach falsch verstanden.

In diesem Sinne, nimm mir mein Kommentar bitte nich übel. Sorry nochmal.

Prost, der Majo

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »bluestargfx« (13. September 2010, 02:47)


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11

Montag, 13. September 2010, 09:27

Ganz unrecht hast du aber nicht. Es ist nicht richtig eine Allgemeinkritik in mehrere Threads zu posten. Das macht sicher keinen freundlichen Eindruck und trifft nur Prozent weise zu.

Auch in meinen 2 Texten stehen hier zb Dinge drin, die in dem Film hier sogar richtig gemacht wurden.

Daher habe ich nachgedacht, vllt einen Thread zu eröffnen, in denen jeder mal über Kurzfilme im allgemeinen schreibt und über ihre Fehler. Wie man diese behebt und über seine eigenen Erfahrungen. Das wäre toll, da jeder Neuling sich erstmal durchlesen könnte, was man alles für Dinge falsch machen kann. Meine beiden Texte zeigen eigentlich auch nur, dass ein Film eben sehr schwierig ist und dass er einem nicht einfach ohne weiteres gelingt. Es gibt immer viele Gründe warum ein Film nicht die Wirkung hat, die es hätte haben können. Es ist sicher besser für jeden Filmemacher, wenn er den Film mit Erfahrung angeht, statt immer Bild ins kalte Wasser zu springen und nach Jahren merkt, dass er seine Zeit mit schlechten Filmen vergeudet hat und dass diese viel besser hätten sein können als man es gemacht hat.

Ich habe meine letzten 8 oder so Kurzfilme beim Dreh abgebrochen und habe alle nachhause geschickt, weil ich einfach gemerkt habe, dass es so nichts wird oder wieder das wird, was ich schon gemacht habe. Sicher lernt man bei jedem Kurzfilm dazu aber man muss wissen, was man will und das dann auch machen.

Epi

sollthar

unregistriert

12

Montag, 13. September 2010, 09:32

Vielleicht hilft ja das hier auch weiter:

Sollthars Filmguide: "Das Drehbuch"

Deckt sicher nicht alles ab, aber kann eine Stütze sein.

Frederik Braun

unregistriert

13

Montag, 13. September 2010, 12:09

Schön mal was Neues von dir zu sehen. Hab noch deine "Deadly Nam"-DVD in meinem Regal hier rumstehen. ^^

Ich muss mich im Großen und Ganzen der Mehrheit hier anschließen. Der Film ist am Anfang sehr schleppend inszeniert, wirkt zuweilen fast schon wie Softporno ohne Porno. Und dann dieses ziemlich überraschende, aber klischeehafte Ende. Wobei es hatte in gewisser Weise etwas von Hanekes "Funny Games". :)

Filmtechnisch war es definitiv schön gemacht, nur manchmal war die Beleuchtung etwas schwach. Schauspielerisch fand ich es jetzt nicht so schlecht wie hier viele sagen. Ich denke nur, dass vor allem in der letzten Szene die Reaktionen etwas unrealistisch und komisch waren.

Alles in allem trotzdem nette Unterhaltung auf überdurchschnittlichem Niveau! ;)

bluestargfx

unregistriert

14

Montag, 13. September 2010, 12:28

@Epicon:
Also dass du so viele Drehs AM SET abgebrochen und verworfen hast, war doch sicher nicht nur für dich ne riesen Enttäuschung, sondern bestimmt auch für alle anderen Beteiligten, oder? Ich dreh solche Sachen (auch wenn ich beim Drehen ein mulmiges Gefühl im Bauch kriege) immer erstmal fertig. Allein wegen dem Spaß am Set mit den Leuten, mit denen ich das aus dem gleichen Grund auch angefangen hab. Spaß ist für mich eben immernoch das wichtigste dabei. Aber ich mach das eben auch nich beruflich - und das ändert ja wirklich viel.

@sollthar:
Ich hab mir deinen Guide und den ganzen Thread durchgelesen und bin echt angetan. Es bringt vieles auf den Punkt und hat mich zum Nachdenken angeregt.

@euch beide:
Um jetzt nicht soviel Threadfremdes zu diskutieren komm ich mal zum Punkt:
In ein paar Tagen werde ich mein aktuelles Projekt (einen 4-minütigen Kurzfilm) hier veröffentlichen. Und nachdem ich nun einiges von euch gelesen habe, würde ich mich freuen dann die Meinung von zwei sehr kritischen Fachleuten zu hören. Ein wenig Schiss hab ich schon vor der Kritik, aber ich denke, es würde mich weiterbringen.

Ich würde euch also gern via PN benachrichtigen, wenn der Film online ist und eure Meinung lesen, wenn ihr mir den Gefallen tun würdet?

@sollthar: Explizit gespannt bin ich auf die Auflösung nach deinen "Drehbuchregeln". Die hätte ich auch gern schon vor dem Drehbuch zu meinem aktuellen Projekt gelesen gehabt. MMPF

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