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Thom 98

unregistriert

1

Samstag, 30. Januar 2010, 14:46

Das Paar [Wave Pictures]

Hallo,
Nun ist er endlich fertig, der neue Film von Wave Pictures: Das Paar (Länge: 6 Minuten)
Schon seit über einen halben Jahr abgedreht und nun nach langer Postproduktion endlich online. Viel Spaß dabei!


Oder auch auf Youtube oder Blip

Bilder




Nachmittag in einem Cafe. Zwei gehen Ihrer Routine nach. Gerade wenn nichts passiert, verändert sich doch am Meisten.

Credits
Ein Kurzfilm von Gregor Bös und Thomas Bünger
mit Thomas Koch und Nadine Petry
nach einer Kurzgeschichte von Marlene Freitag
Regie - Gregor Bös
Kamera und Schnitt - Thomas Bünger
Maske - Sonja Ziegler
Ton - Daniel Börchers
Musik - Cathleen / Hold me
Produktionsdesign - Natascha Flachs, Kim Lammer, Werner Reisfelder
speziellen Dank an die Schauspieler und den Golfclub Sinsheim!

Released under Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0


Mehr Infos und Downloads: daspaar.wave-pictures.de

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Thom 98« (30. Januar 2010, 20:19)


JWF-Entertainment

unregistriert

2

Samstag, 30. Januar 2010, 15:19

ich persönlich fand den film jetzt nicht soo prickelnd, weil er sich an vielen stellen sehr hingezogen hat. auch die sory bzw. den sinn hab ich nicht wirklich kapiert, also entweder bin ich zu doof oder es gibt keinen. das beste war der abspann. der hat mir gefallen. :thumbsup:
ansonsten hat mich die unschärfe sehr irritiert, die ist meiner meinung nach nicht so gut gelungen. (meine meinung 8-) )

Marcus Laubner

unregistriert

3

Samstag, 30. Januar 2010, 15:20

Gefällt mir ausgesprochen gut von der Stimmung her. Erinnert mich an die Blind Date Reihe mit Dittrich und Engelke. Die Farben sind angenehm und die Performance sehr gut. Schönes Wave Pictures Logo übrigens. Kurze Frage am Rand: Warum hat die Postpro so lange gedauert?

Inhaltlich hab ich die gleichen Probleme wie JWF. Und was so ein gezeichneter Abspann mit dem Rest zu tun hat, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Hätte Thomas auf einer Serviette aus Langeweile Skizzen gezeichnet während des Films, hätte ich den Bezug verstanden ;)

Negativ fiel mir auch noch Folgendes auf (hab übrigens die Vimeoversion gesehen):
-Bild
Cinemascope macht hier wenig Sinn. Die Darsteller verlieren sich irgendwie in dem Bild, oder war das beabsichtigt? Der Bildausschnitt ist leider auch nicht immer optimal (besonders bei Nadine zu linkslastig), weshalb das noch mehr auffällt.

Was soll eigentlich diese eigenartige Unschärfe an den Rändern? Hab die Wirkung, die das hervorrufen sollte, nicht ganz nachvollziehen können. Teilweise hat sie mich auch gestört, an der Unterkante des Tisches zum Beispiel.

War die allgemeine Unschärfe gewollt? Besonders im Vorspann, wenn beispielsweise Thomas das Bier abstellt, das dann auch das Bier unscharf ist oder vereinzelte Szenen im Film selbst.

Das Bild weist teilweise extrem viele Artefakte auf, habt ihr das Video vor dem Upload zu stark komprimiert?

-Ton
Nadine ist sehr schlecht zu verstehen und geht in der Geräuschkulisse unter. Klingt als hättet Ihr zwei Spuren gehabt, das Hintergrundscheppern und den O-Ton - letzterer rauscht auch extrem und wenn man genau hinhört, sind auch ab und zu Geräusche des Kameramanns zu hören. Ein externes Mikro hätte hier sicherlich bessere Ergebnisse erzielt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Laubner« (30. Januar 2010, 15:25)


Selon Fischer

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4

Samstag, 30. Januar 2010, 15:24

Wow, das erinnert mich total an den letzten Monat in der Beziehung mit meiner Ex...bloß dass ich Buch lesen und sie Golfspielen würde...
Mir war beim Schauen richtig eklig zumute - ihr habt eine wirklich tolle Atmosphäre geschaffen.
Die beiden Darsteller waren auch sehr natürlich und wirkten durch die reduzierte Spielweise authentisch. Tolle Sache :)

Nur die Unschärfe fand ich stellenweise zu krass, da säuft mir zuoft eine Stirn mit ab...

Thom 98

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5

Samstag, 30. Januar 2010, 15:39

Danke schonmal an euch für die Kommentare. Interessant, wie total unterschiedlich die ersten hier ausfallen; der eine mags, der andere nicht^^ War uns irgendwie klar...

Zum technischen: Wir hatten extreme Probleme mit dem Equipment, das ganze war eine totale DIY-Konstruktion für absolut minimalstes Budget. 35mm Adapter für 50€ ist wohl nicht optimal. Aber das haben wir immerhin gelernt und filmen das nächste Mal mit was richtigem! Das Bild war total grottig, als ich es mir am PC das erste Mal ansah. Verrauscht, unscharf, platt. Haben da noch versucht sehr viel rauszuholen in AE (tageslanges Render von Scharfzeichungsfiltern), aber wo nix is, kann man auch nix hinzaubern.
Die Bildkomposition war eigentlich mit Absicht "falsch" gewählt. Wir haben vorher beim Storyboaden lange überlegt, ob wir so eine unkonventionelle Bildaufteilung wagen sollen und haben uns am Ende dafür entschieden, um diese Assymetrie und Leere zwischen den beiden noch besser darzustellen. Nadine ist wie du richtig bemerkt hast, immer rechts im Bild und schaut aus dem Bild hinaus. Beide sollen durch die Bildkomposition getrennter und weniger harmonisch wirken. War aber klar, dass das nicht immer funktioniert und beim ersten Schauen wohl als "falsch" bemerkt werden könnte. Hoffentlich schwingt trotzdem unterbewusst dieses Gefühl der Unharmonie mit...

Der Ton war auch so ne Sache. Haben natürlich mit einem externen Mikro gefilmt. Aber auch hier wieder: Aus Geldmangel wieder nur das billigste vom günstigen. Das alleine war aber nicht das Problem: Am Set lief eine Kühltruhe, die wir nur selten abschalten konnten - immerhin drehten wir da auf dem Golfclub und konnten denen nicht einfach die Kühlung abdrehn. Außerdem liefen uns im Nebenraum ständig die Putzkolonne durch die Gegend, schrubbten die Fenster und machten Krach. Wegschicken ging acuh hier nur sehr eingeschränkt.

Das soll jetzt alles keine Ausrede für die technische Qualität des Filmes sein, aber für manche vielleicht eine Erklärung und für uns ist es auf jeden Fall nochmal eine Erfahrung gewesen, zu sehen, was schief gehen kann bzw wie man das eben in der Post noch so gut wie möglich rausholt.

Zum Abspann: Schön, dass er gefällt! Da haben wir uns auch sehr viel Mühe gegeben. Duzende verschiedene Sachen haben wir probiert (Der Ordner "Abspann" hat 16,4GB^^) und haben lange gebraucht, bis wir das so fertig hatten!

Borgory

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6

Samstag, 30. Januar 2010, 15:41

Joa, hat mir gefallen. Etwas unscharf wirkte es zwar aber irgendwie war es auch passend. Schönes Filmchen und gute Schauspieler. Die Stimmung kam bei mir sehr gut rüber.

Frederik Braun

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7

Samstag, 30. Januar 2010, 16:17

Die Schauspieler waren gut, der Kurzgeschichte hätte aber etwas mehr Tempo gut getan. Wenn ihr damit die Belanglosigkeit bzw. das Desinteresse der Partner, die das bevorstehende Ende der Beziehung unausweichlich machen, symbolisieren wollt, dann ist das zwar gut und schön, aber ihr hättet vielleicht zwischendurch mal mit anderen Einstellungen spielen sollen, um das ganze etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Ansonsten bildtechnisch sehr gut umgesetzt. Die Unschärfe an den Seiten des Bildes wirkte etwas künstlich, war das gewollt so? Ansonsten hat mir der Ton nicht so gefallen.

Insgesamt aber ein durchaus gelungener Kurzfilm.

PS: 666 Beiträge. *hrhr*

Birkholz Productions

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8

Samstag, 30. Januar 2010, 18:57

Nun ja… Ziemlich unspektakulär!
Ich hab ständig mit einer tollen Pointe gegen Ende gerechnet. Ich dachte schon, dass das Gespräch zwischen den beiden mit ihren verhaltenen Gesprächsthemen und Reaktionen den Zuschauer hinters Licht führen sollte. Dachte wirklich es schwingt noch auf den Tot eines Angehörigen oder ne anderen interessante Sache um. Fehlanzeige. Schade!
Der Ton war soweit ok. Das Schauspiel vom Mann hat mir gut gefallen. Die Frau hat ihren Job nicht schlecht gemacht, nur habe ich immer das Gefühl, dass Amateurfilm-Frauen die Angewohnheit haben, viel zu leise zu sprechen… Die Betonung geht dabei meistens auch ziemlich flöten.
Technisch bleibt mir nur noch zu sagen, dass euer versuch mit der Tiefenunschärfe ein Fehlgriff war. Ich denke ihr habt einen Adapter benutzt… Sah nämlich ALLES unscharf aus und an den Rändern war selbst das fokussierte Objekt wieder unscharf… War einfach nur ein großer Brei und so richtig geholfen hat es der Atmosphäre nicht.
Die Credits am Ende fand ich gut. Wie ihr schreibt, habt ihr in einem Golfclub gedreht. Hättet ihr euch auch sparen können, denn bis auf die Erwähnung im Dialog des Mannes ist das überhaupt nicht aufgefallen. Die Küche eurer Wohnung hätte wahrscheinlich die selbe Wirkung erreicht.
Da ist in allen Bereichen noch ordentlich Luft nach oben. Schade fand ich nur die Sache mit der Story und der misslungenen Tiefenunschärfe.

Huggy Bear

unregistriert

9

Samstag, 30. Januar 2010, 21:05

Ihr seid wirklich schnell.
Da antworte ich doch auch gerne drauf, wenn ihr euch schon die Mühe macht hier zu schreiben.
Bei dem kleinen Film habe ich Regie geführt und um diverse Andere Sachen gekümmert. Nochmal kurz was zur Entstehung:
Das ganze war eine Art "geplantes Experiment" - wir haben viele Dinge ausprobiert, aber nicht etwa in der Art dass wir vorher nicht wissen von wo wir die nächste Einstellung filmen wollen, sondern dass wir viele Elemente und Stilisierungen eingebaut haben die Thomas oder mich schon länger gereizt haben. Grundlegend war, dass ich den Film vorher genauer als sonst in Storyboards gezeichnet hatte. Wir versuchten uns dann auch möglichst genau danach zu richten. Bei einigen Dingen machte uns dann allerdings der Hintergrund oder die Location an sich einen Strich durch die Rechnung - aber unter den miserablen Drehbedingungen (viel zu wenig Crew, etwa ein halber Drehtag mit Unmengen an "Audiopollution" (auch wenn die eigentliche Restaurant-Atmo tatsächlich eine Extra-Tonspur war). Das Bild wurde wirklich nicht besonders toll, das was digital noch zu machen war hat Thom sicherlich rausgeholt. Wieso sollten wir uns da auch rechtfertigen, dicke Mängel in Bild und Ton sind leider da und nicht zu bestreiten, ich hoffe es war doch halbwegs anzusehen.

Die Umsetzung erfolgte nach einer Kurzgeschichte in der eigentlich wirklich nichts passiert, also auch nicht gesprochen - kurze Passagen wurden dann aber, um doch etwas über die Charaktere zu verraten in lustlose Sätze gepackt. Ich bin ehrlich gesagt überrascht dass sich scheinbar doch ein Publikum für so einen Kurzfilm findet denn

Zitat

Nun ja… Ziemlich unspektakulär!
war vorprogrammiert und dieser Kommentar überrascht mich hierbei nicht. Aber wie viel kann denn auch passieren, ohne dass es dabei einen großen Knall gibt? Ja, das ist eben nicht das gewohnte Bild. Und hier bietet sich ein Übergang zur "Antiästhetik" der Bilder an.
Wie schon erwähnt habe ich den Film vorher Einstellung für Einstellung gezeichnet (und noch einige Einstellungen mehr) - und nunja, wer würde schon "schuss- Gegenschuss" zeichnen wollen, ständig hintereinander? Geplant war es so, dass die Blickrichtungen voneinander weg weisen und die Beiden nur in (ich glaube max. 2?) kurzen Halbtotalen gemeinsam im Bild sein sollten. In den überwiegenden Einzelaufnahmen sollten sie so im Bild platziert werden bzw. schon fast an den Rand gedrängt werden, dass zwischen ihnen viel Raum liegen sollte. Sie also auf keinen Fall verbunden dargestellt werden, und sich insgesamt ein eher unangenehmes, bedrückendes Bild ergibt. Ja, so schön in der Theorie sowas auch klingen mag, in der Praxis kommen dann so nervige Sachen dazu wie "zu wenig Platz","begrenzte Drehzeit"; "begrenzte Lichttechnik", "Reflektionen" und ... ach ihr kennt das alles. Jedenfalls mussten hier und da Kompromisse gemacht werden und vor lauter Pragmatismus ist wahrscheinlich von den ursprünglichen Ideen etwas zu wenig übrig geblieben.
Dass vieles leider nicht so funktioniert wie gedacht wurde dann in der Postpro klar, und hat daher dem ganzen erstmal einen Dämpfer verpasst (-um damit die Frage nach der langen Postpro-Zeit zu beantworten). Das Logo hab ich erst danach gebaut und das hat halt ein bisschen gedauert. Der Abspann ist, wie schon erkannt, ein völlig separates Element :D Ja, zugegeben, das war wirklich nur ein Experiment,wollten einfach mal aus einer schnellen Zeichnung einen netten Effekt machen. Wenn man schon mal einen kurzen Film raushaut kann man sich das ja mal erlauben ;) .

Wenn ihn jemand nicht verstanden hat dann braucht er sich deshalb nicht zu schämen :D Eigentlich hatte damit gerechnet, dass sich die Kommentare erstmal durchweg auf

Zitat

den sinn hab ich nicht wirklich kapiert, also entweder bin ich zu doof oder es gibt keinen
beschränken würden.

Vielleicht Interessiet ja den Einen Oder anderen die originale Kurzgeschichte, ich entschuldige mich hiermit mal für den wahrscheinlich größten Zitatrahmen seit langem. "Das Paar" (c) Marlene Jäger.

Zitat

Das Paar
Später Nachmittag in einer Kleinstadt. Das Paar ist zum Kaffee hierher gekommen, doch nur vor ihr steht eine Tasse mit bräunlichen Milchschaumrändern und ein Teller mit einem halb aufgegessenen Croissant. Vor ihm steht eine dunkelgrüne Bierflasche.
Er sitzt zusammengesunken auf einem Stuhl, die Beine von sich gestreckt, die Schultern nach vorn gekrümmt und schaut mit ausdruckslosem Gesicht zu dem schräg über ihm aufgehängten Fernsehgerät hinauf, über dessen Bildschirm ein belangloses Fußballspiel flimmert. Sie sitzt ihm gegenüber auf der Bank, aufrecht, die Beine übereinander geschlagen, und liest mit derselben schlaffen, desinteressierten Miene in einem Buch, das sie in ihrer Handtasche mitgebracht hat.
Sie hatten plaudern wollen über dies und das. Die Arbeit, gemeinsame Freunde. Schon lange hatten sie das nicht mehr getan, jedes Mal war etwas dazwischen gekommen, Verein, Beruf, Verpflichtungen. Morgens stand er immer vor ihr auf, verbrachte den ganzen Tag im Büro, kam abends spät und sah noch Sport im Fernsehen, wenn sie schon lange zu Bett gegangen war.
Sie stand immer spät auf, arbeitete morgens im Kosmetiksalon und traf sich nachmittags oft mit Freundinnen. Abends las sie bis um halb zehn ein Buch, löschte dann das Licht und schlief fast augenblicklich ein.
Wenn sie sich mit einer ganz bestimmten Freundin in deren Wohnung traf, besuchte sie sie meistens direkt nach Arbeitsschluss. Auf dem Weg lag ein Kindergarten, und wenn sie sich etwas beeilte, konnte sie sehen, wie die Kinder am Nachmittag dorthin gebracht wurden. Manche von ihnen weinten jedes Mal und klammerten sich verzweifelt an ihre Eltern, andere schmatzten diesen nur einen flüchtigen Kuss auf die Wange und stürmten dann den Pforten entgegen.
Mit der Zeit gewöhnte sie sich an, langsamer zu gehen.
Er spielte sonntags morgens gern Golf mit seinem besten Freund, und manchmal brachte dieser seine große, blonde Frau mit. Zwischen Loch fünf und sechs begannen die beiden jedes Mal zu streiten, kurz vor Ende des Spiels versöhnten sie sich tränenreich und beim Brunch waren sie wieder ein Herz und eine Seele und erzählten immerfort von ihren vielen Gemeinsamkeiten. Er beobachtete das Ganze jedes Mal völlig ruhig.
Nur manchmal zuckte sein rechter Mundwinkel kurz und unkontrolliert.
Früher, da waren sie oft gemeinsam Tennis spielen oder ins Kino gegangen, auch manchmal tanzen mit ihren Freunden. Doch langsam hatte sie die Lust am Tennis und er die Lust an Filmen verloren, und Spaß am Tanzen und geselligen Beisammensein hatten sie irgendwann auch nicht mehr. Worüber reden, wenn man sich nichts zu sagen hat? Banale Gespräche mit alltäglichen Plattitüden mochten sie beide nicht. Samstag abend hatten sie oft gemeinsam auf der Couch verbracht, mit einem Kuchen, den sie am Nachmittag gebacken hatte. Auch zwischen den Laken vergnügten sie sich noch eine Weile miteinander, denn dort sind viele Worte fehl am Platz. Doch mit der Zeit wurden auch diese letzten Annäherungen immer seltener, langsam und schleichend, und hörten schließlich ganz auf.
Wieso sie hier eigentlich heute zusammen sitzen, wissen sie selbst kaum. Ein Anflug von Nostalgie vielleicht. Doch die Erinnerung schmeckt schal angesichts der Wirklichkeit.
Seine Mannschaft hat ein Tor geschossen, er reagiert darauf mit einem anerkennenden Nicken.
„Ich werde jetzt gehen.“, sagt sie. Ihre Stimme zittert ein wenig.
Er neigt ihr den Kopf zu, schaut sie lange an. „Ja,“,sagt er dann, „es ist besser so.“ Dann richtet er seine Augen wieder auf den Bildschirm. Noch zwei Minuten Spielzeit.
Sie schließt ihr Buch, steckt es in ihre Handtasche, zählt das Geld für Kaffee und Croissant ab, legt es auf den Tisch. Sie versucht, ihren Bewegungen den Anschein von Gelassenheit zu geben. Dann schlüpft sie in ihren Mantel, geht zur Türschwelle. Sie zögert, wirft einen kurzen Blick zurück – und verlässt eilig das Café.
Er sitzt immer noch da, jetzt aber steif und verkrampft, den Kopf hartnäckig nach oben gewandt. Langsam verschwimmt das Bild vor seinen Augen. Er wird heute erst sehr spät nachhause gehen.
Vielen Dank für eure Kommentare, der lehrreichste Teil ist dann doch, auszuloten "was funktioniert und was nicht".

10

Mittwoch, 3. Februar 2010, 14:29

Erinnert mich irgendwie an Erich Kästners "Sachliche Romanze"...

Ist irgendwie traurig... Als sie am Ende geht, sie kommt nicht mehr wieder, oder?

Obwohl das Ganze vorhersehbar war, dieses Thema wurde ja doch schon öfters auf ähnliche Art und Weise behandelt (da ist: "Der lange Weg" eine originelle Ausnahme).

Ich finde die Resignation ist gut rüber gekommen, dabei war der Film arg an der Grenze zwischen Resignative Stimmung zu erzeugen und selbst langweilig zu sein.

Insgesamt fand ich den Film gut, obwohl sehr traurig, sehr hoffnungslos. Resignation ist noch schlimmer als Kummer oder Schmerz...

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