Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

1

Mittwoch, 2. September 2009, 14:45

Der erste Tag

Titel: Der erste Tag
Genre: Drama
Art: Kurzfilm
Länge: 7 Minuten 56 Sekunden
Drehort: Hamburg
Drehzeit: 27. August - 1. September
Drehtage: 6
Format: 16mm
Bild: 16:9
Finanzierung: privat

Zum Inhalt:
In der Nacht vor der Einschulung sitzt Britta in der Küche und Bastelt die Schultüte für ihre Tochter Sophia.
Anhand der Schultüte erinnert Britta sich an Situationen aus ihrer Kindheit, in denen sie versucht hat ihr Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und dabei immer wieder gegen Wände rennt.
Unentschlossen bringt sie die kleine Pia am nächsten Morgen in die Schule und ist sich nicht sicher, ob sie ihre Tochter jetzt schon in diese große Welt entlassen soll.

Visuelles Konzept:
"Der erste Tag" ist ein stiller Film, was durch die Kameraauflösung unterstützt wird.
Dem Zuschauer wird duch subjektiv angelegte Sequenzen ermöglicht sich in Britta hinein zu versetzen und ihren Gedankengängen zu folgen.
Farblich sind Brittas Erinnerungen kindlich und bunt. Trotz dieser Buntheit wird das Farbsprektrum nie ganz ausgeschöpft und in Anlehung an den Look vergilbter analoger Fotos verfälscht. So werden die Rückblenden stilistisch von der Gegenwart abgehoben.

Hier noch ein paar Bilder zur Einstimmung:




Jetzt wünsche ich nur noch viel Spaß beim schauen.

JonasKaufmann

unregistriert

2

Mittwoch, 2. September 2009, 15:06

mir hats sehr gefallen, es war echt aufwendig gemacht, für so einen kurzen Film!
Die Schauspieler waren echt toll, und die Story fand ich auch gut!!


lg
Jonas

cj-networx

unregistriert

3

Mittwoch, 2. September 2009, 15:37

Wau .. uuui
Das sieht mir nach einer aufwendigen Produktion aus. Sehr Profesionell!
Macht ihr das alles kommerziell? als Firma.. oder seit ihr eher Amateure?
Nach eurem Konzept, sieht alles aus wie von einer Produktionsfirma gemacht.

4

Mittwoch, 2. September 2009, 16:36

Vielen dank für das viele Lob.
Wie kam es dazu? Nun, ich kenne die Kamerafrau schon länger und sie hat es geschafft dieses Projekt im Rahmen ihrer Ausbildung im Studio Hamburg mit mir als Regisseurin realisieren können. Das war ein harter Kampf.
Wir haben alle beide viel Geld und Arbeit investiert.
Das ganze Team hat nur für Catering und in eigenem Interesse mitgemacht.
Ein ganz tolles Erlebnis für mich, aber abgesehen von unserer eigenen Professionalität, ist dieser Film ohne Professionelle Hilfe entstanden.
Nur mit sehr viel Engagement, Gefühl und Zeit.
Die Postproduktion hat jetzt fast ein dreiviertel Jahr gedauert, eben weil wir nichts bezahlen konnten. Alles entstand aus unserem know how, Kontakten zu Menschen die uns unterstützen wollten und viel Geduld.

Einen Überblick über mein bisheriges werden auf: www.MarlisMueller.de

Birkholz Productions

Registrierter Benutzer

Beiträge: 2 603

Hilfreich-Bewertungen: 190

  • Private Nachricht senden

5

Mittwoch, 2. September 2009, 16:57

Also das wirkte ja schon eher wie ne professionelle Produktion. Könnte auf ZDF und co. laufen.
Darf ich fragen, inwiefern ihr noch Amateure seid? Und was kostet eigentlich der Gebrauch ner 16mm Kamera für sechs Drehtage und die anschließende Entwicklung?
Der Look war natürlich super, in dem Sinne dass es nach Film aussah. Beleuchtung war zwar gut, hätte aber viel interessanter gestaltet werden können. Farbkorrektur hätte man ja auch ein wenig machen können.
Insgesamt wirkte mir das alles etwas "alteingefahren". Halt typisch deutsch. Immer wenn ich nach TV-Produktionen im deutschen TV gucke, wirkt alles so blass und gewöhnlich. Anders kann ichs kaum beschreiben.
Die Story war sehr interessant und auch gut umgesetzt. Ist halt ein schönes Thema. Die Looks der damaligen Zeiten habt ihr super hinbekommen. Nimmt man euch ab! Die Schauspieler waren allesamt passabel und machten ihren Job gut. Wirkten aber keinesfalls wie Amateure oder Anfänger. Man fragt sich natürlich auch, wie ihr so viele Schauspieler und vor allem Kinderdarsteller auftreiben konntet.
Die Kameraführung war gut, aber absolut gewöhnlich und ohne Highlights. Da hätte ich mir lieber ein paar schöne Close Ups und experimentellere Einstellungen gewöhnt.

Alles in Allem: Eher ne Produktion die auf ZDF, Arte und co. laufen könnte, für mich typisch Deutsch und leider bei dem interessanten Thema nicht außergewöhnlich genug, in Sachen Stilistik. Ein paar interessante Plots wären auch nicht schlecht gewesen. Aus dem Thema hätte man noch mehr machen können.

Ich kritisiere übrigens nur so scharf, weil das auf mich "zu" professionell wirkt. Wäre das von einem 17 jährigen Amateurfilmer (!) gekommen, wäre ich wohl durchaus toleranter in manchen Punkten gewesen. Will hier nicht provozieren und hoffe ihr erzählt uns mehr über euch. Aber in "professionellem" Rahmen, sind das meine Kritikpunkte! ;)

EDIT: Der letzte Beitrag klärt ja schon einiges. In dem Sinne seid ihr wohl "professionelle Amateure"! :D Aber vielleicht könnt ihr euch die hiergenannten Kritikpunkte für zukünftige Projekte trotzdem zu Herzen nehmen. :)

6

Mittwoch, 2. September 2009, 17:24

Ich antworte mal Stück für Stück

Zitat

Also das wirkte ja schon eher wie ne professionelle Produktion. Könnte auf ZDF und co. laufen.
Darf ich fragen, inwiefern ihr noch Amateure seid? Und was kostet eigentlich der Gebrauch ner 16mm Kamera für sechs Drehtage und die anschließende Entwicklung?
Sowohl das Filmmaterial, als auch die Entwicklung des Filmmaterials haben über Kontakte bekommen, war auch nicht viel.
Was das alles in Echt kostet will ich gar nicht zusammen rechen *g*
Die Abtastung hat auch die Kamerafrau in ihrer Freizeit gemacht, was oft Nachtschichten bedeutet hat, da der Abtaster oft ausgelastet ist und wir nur in die Lücken rein durften.

Zitat

Der Look war natürlich super, in dem Sinne dass es nach Film aussah. Beleuchtung war zwar gut, hätte aber viel interessanter gestaltet werden können. Farbkorrektur hätte man ja auch ein wenig machen können.
An der Farbkorrektur haben wir auch lange gesessen und auch einiges Getan. Zum Beispiel zieht sich die Farbe rot sehr konsequent durch. Also was ich sagen will. Der Look ist, wie wir ihn haben wollten... konkrete Beispiel würden mir sicher helfen mich mit deinen Argumenten auseinander zu setzen.

Zitat

Insgesamt wirkte mir das alles etwas "alteingefahren". Halt typisch deutsch. Immer wenn ich nach TV-Produktionen im deutschen TV gucke, wirkt alles so blass und gewöhnlich. Anders kann ichs kaum beschreiben.
Ich mag kritik, aber ich muss sie auch verstehen... Damit kann ich leider nicht so viel anfangen... ;)

Zitat

Die Story war sehr interessant und auch gut umgesetzt. Ist halt ein schönes Thema. Die Looks der damaligen Zeiten habt ihr super hinbekommen. Nimmt man euch ab! Die Schauspieler waren allesamt passabel und machten ihren Job gut. Wirkten aber keinesfalls wie Amateure oder Anfänger. Man fragt sich natürlich auch, wie ihr so viele Schauspieler und vor allem Kinderdarsteller auftreiben konntet.
Danke für die komplimente. Die Darsteller sind aufwändig zusammengesucht, bei den Kindern kann man ja im Abspann sehen, welchen Kindercastingagenturen wir für die Zusammenarbeit danken. Auch Kinder fangen an und brauchen für ihre Vita etwas zum zeigen.
Also sehr viele Anfänger. Man bekommt sehr viel Hilfe, wenn man ein Projekt auf die Beine stellt, wenn man es geschickt anstellt.

Zitat

Die Kameraführung war gut, aber absolut gewöhnlich und ohne Highlights. Da hätte ich mir lieber ein paar schöne Close Ups und experimentellere Einstellungen gewöhnt.
*räusper* gewöhnlich... ohne highlights... also wir haben die Kameraeinstellungen sehr genau ausdiskutiert und auch für uns einige Highlights eingebaut. Und wenn ich jetzt "lieber ein paar schöne Close Ups" lese, dann denke ich schon an den RTL Krimie... Sorry, aber einfach ein paar schöne Close Ups war nicht das, was wir erzählen wollten... Die Einstellungen sind aus Dramaturgischen gründen gewählt worden... Finde ich besser zum erzählen, als einfach einen Film zu machen, der hübsch aus sieht.

Zitat

Alles in Allem: Eher ne Produktion die auf ZDF, Arte und co. laufen könnte, für mich typisch Deutsch und leider bei dem interessanten Thema nicht außergewöhnlich genug, in Sachen Stilistik. Ein paar interessante Plots wären auch nicht schlecht gewesen. Aus dem Thema hätte man noch mehr machen können.
Was hast du gegen Arte? Da läuft echt gutes Zeug (im übrigen auch Kurzfilmsparten).
Aber was genau meinst du mit typsich deutsch?
Und was meinst du mit "ein paar interessante Plots"? Das Wort kenne ich... Und meinermeinung gibts auch welche im Film...
Klar hätte man noch mehr draus machen können. Im nachhinein würde ich wieder ganz viel anders machen. Aber am Ende ist sowas immer leicht zu sagen. Ich hab viel draus gelernt.

Zitat

Ich kritisiere übrigens nur so scharf, weil das auf mich "zu" professionell wirkt. Wäre das von einem 17 jährigen Amateurfilmer (!) gekommen, wäre ich wohl durchaus toleranter in manchen Punkten gewesen. Will hier nicht provozieren und hoffe ihr erzählt uns mehr über euch. Aber in "professionellem" Rahmen, sind das meine Kritikpunkte! ;)
Das finde ich gut, nicht die kleinen so hart ran nehmen. Ich bedanke mich für die Kritik und hoffe dass auch du meine Reaktionen darauf nicht als Angriff sondern als versuch zu begreifen aufnimmst.
Ich stehe auf "professionelle" Kritik, aber bitte äußere dich ein wenig professioneller. Damit ich deinen Kritikpunkte anerkennen kann ;)

Zitat

EDIT: Der letzte Beitrag klärt ja schon einiges. In dem Sinne seid ihr wohl "professionelle Amateure"! :D Aber vielleicht könnt ihr euch die hiergenannten Kritikpunkte für zukünftige Projekte trotzdem zu Herzen nehmen. :)
Mache ich, sobald ich was draus gelernt habe :D

Birkholz Productions

Registrierter Benutzer

Beiträge: 2 603

Hilfreich-Bewertungen: 190

  • Private Nachricht senden

7

Mittwoch, 2. September 2009, 18:26

Mache ich, sobald ich was draus gelernt habe :D


Ich stehe auf "professionelle" Kritik, aber bitte äußere dich ein wenig professioneller. Damit ich deinen Kritikpunkte anerkennen kann ;)


Ich stehe auch auf "professionelle" Kritik, aber da bist du bei mir an der falschen Adresse! :D Ich habe lediglich gute und negative Sachen, die mir beim ersten Sehen deines Films aufgefallen sind aufgezählt und da ich ja eure professionelle Vorgeschichte nicht kannte, natürlich auch versucht Tipps zu geben. Kann mir schon gut vorstellen, dass ihr alles genau durchgeplant habt und auch mit allem zufrieden seid, aber den Look finde ich an manchen Stellen einfach zu "altmodisch". Ich hab für sowas einfach kein Wort, aber es wirkt wie das, was sich meine Eltern in den 90er Jahren im ZDF angeguckt haben. Ich hab heute auch extrem wenig Zeit, aber ich verspreche, die Tage noch Mal näher darauf einzugehen, damit du mit meiner Kritik auch was anfangen kannst. Gegen Arte hab ich übrigens nichts (jedenfalls das Arte vor einigen Jahren), ich schaue nämlich seit mehreren Jahren kein Fernsehen mehr... :)

MP-Digital

Steadicam Operator

  • »MP-Digital« ist männlich

Beiträge: 2 855

Dabei seit: 6. März 2009

Wohnort: Reutlingen

Hilfreich-Bewertungen: 127

  • Private Nachricht senden

8

Mittwoch, 2. September 2009, 19:21

Ich kann mich nur positiv äußern. Hat mir sehr gefallen. :thumbsup:

Selon Fischer

Super-Moderator

  • »Selon Fischer« ist männlich

Beiträge: 2 099

Dabei seit: 22. September 2008

Wohnort: Essen

Hilfreich-Bewertungen: 348

  • Private Nachricht senden

9

Mittwoch, 2. September 2009, 23:16

Ui, mit Frank Kallinowski hab ich auch schon drehen dürfen (also ich als Klappenmann ^^) Grüß ihn mal, wenn ihr noch Kontakt habt :)

Du siehst: ich hab bis zum Ende durchgehalten. Und das ist jetzt erstaunlich, weil ich eigentlich etwas ganz anders machen wollte. Die Geschichte wurde subtil erzählt, die Kamerapositionen waren sinnvoll eingesetzt (besonders schön fällt es gleich am Anfang auf, wenn die Kamera länger steht, als nötig, man dann aber das Licht im Flur ausgehen sieht). Ich hab die detailverliebten Shots genossen - nur, und hier muss ich Meister Birkholz Recht geben - wurde es dadurch fast schon gewöhnlich. Ein bisschen mehr Mut zur Exotik hätte das ganze aufgelockert - auch auf die Gefahr hin, den Fluss zu stören. :)

Aber vielleicht verarbeiten Frauen Erinnerungen anders als Männer ;)

10

Mittwoch, 2. September 2009, 23:39

Aber vielleicht verarbeiten Frauen Erinnerungen anders als Männer ;)
Ui, ich wünschte es, dann dann wären mit einem Schlag alle Argumente vom Tisch. *g*

Vielen dank für den herzlich-schönen Kommentar.

Die Erzählweise war schon sehr typisch, wir haben uns sehr an die Konventionen gehalten. Es gab für diesen Film in unseren Augen keinen Grund sie zu Brechen. Aber spannender hätte es den Film schon gemacht. Ich glaube ich habe ein bisschen zu allgemein erzählt, oft auf Klischees zurück gegriffen, wobei es sich doch eigentlich um etwas persönliches handeln sollte. Ich habe wie schon erwähnt wieder sehr viel gelernt, diesmal auch vor allem über die Wirkung von Einstellungen auf den Konsumenten und Timing, da habe ich auch dieses Mal wieder viel im Schnitt gelernt.

Nächstes Mal wird wieder alles ein bisschen besser*g*

cj-networx

unregistriert

11

Donnerstag, 3. September 2009, 00:29

Oha.. noch eine Frau im Forum^^
Das find ich ja total klasse. Und wie man sieht, könnens die Frauen sogar besser als die männlein ;)
Wollt nochmal Lob für den Kurzfilm aussprechen.

Gruß

Frederik Braun

unregistriert

12

Donnerstag, 3. September 2009, 17:25

Hat mir auch sehr gut gefallen. Sowohl von der Handlung her als auch vom technischen Aspekt. Weiter so. :)

NHP

Registrierter Benutzer

  • »NHP« ist männlich

Beiträge: 365

Dabei seit: 31. März 2008

Hilfreich-Bewertungen: 32

  • Private Nachricht senden

13

Freitag, 4. September 2009, 19:03

sehr nice. gute handlung, gute technik...

14

Montag, 7. September 2009, 17:15

Sehr schön. Als ich eben die "Auseinandersetzung" zwischen dir (Marlis) und Birkholz Productions gelesen habe, dachte ich mir, schreibst du auch mal deinen Kommentar dazu. Die Kritik von Birkholz Productions ist durchaus berechtigt, wenn auch nicht ganz "professionell" ausgedrückt. Den Look, den er meint, ist mir auch beim ersten Mal schauen sofort aufgefallen. Wenn du mal den Look der hier im Durchschnitt produzierten Filme im Forum ansiehst und danach einfach mal Tatort oder RosaMundePilcher anschaust, merkst du vielleicht, was gemeint ist: Der Look deines Filmes sind nicht nach Amateur aus, aber auch nicht "interessant", wie zum Beispiel Kinofilme oder sehr aufwendige Amateurproduktionen, sondern einfach nach Fernsehen. Um das Ganze ein wenig professioneller auszudrücken. Die Farben sind stumpf und einfach gehalten, der Kontrast ist nicht besonders hoch und es gibt keine Schatten, verdunkelungen etc. Also einfach der typische "Arte, Das Erste, ... - Look".

So, auch wenn es vielleicht so rüber kommt, das ich diesen "Look" nicht mögen würde, ich tue es trotzdem. Und das hat den einfachen Grund, das ich selten so ein Film gesehen habe, der nach Fernsehen aussieht oder um ehrlich zu sein; im Amateurfilmbereich noch nie. Das gefällt mir sehr!

Bei den Kameraperspektiven ist es übrigens das Selbe. Keine Amateurhaften Perspektiven, keine Experimente, einfache und klare Standartperspektiven. Allerdings passen diese auch sehr gut zu dem Look und geben ein professionelles Gefühl.

Der Rest überzeugt ebenfalls. Gemeint ist hier, Schauspiel, Vfx, etc.

Also: Schöne fernsehreife Produktion die sehr wohl durch den Look und durch die Geschichte überzeugend und vor allem professionell rüberkommt!
MfG
David Mahlfeld

15

Dienstag, 8. September 2009, 16:01

Mir hat das Thema nicht gefallen. Ist aber auch nicht schlimm. Denn ich schaue ja die Filme, um deren Produktion zu beurteilen.

Ich kann nur sagen, dass dies der beste und am professionellste "Amateurfilm" war, den ich jemals gesehen habe. Einfach unglaublich. Alles war authentisch - einfach unglaublich.

Schattenlord

unregistriert

16

Samstag, 12. September 2009, 13:02

Soooooo. Also, der Film ist an mir nicht vorübergegangen, hab ihn schon vor längerer Zeit gesehen, bin aber leider nicht eher zum bewerten gekommen.

Fangen wir mal an.

Ich find es immer wieder toll, wenn auch solche aufwändigen, ja, professionellen Produktionen, hier den Weg ins Forum finden. Gerade der Aufwand der sicherlich betrieben wurde bei der Filmherstellung, ist nicht zu missachten. 16mm, professionelle Schauspieler, aufwändige Beleuchtung… hier stimmt fast alles. Kritik gibt es trotzdem. ;) Aber fangen wir mal von vorne an.

Schon die Titelsequenz hat mich überzeugt. Schlicht und einfach, aber man wusste sofort um was es geht, die Aufmachung konnte überzeugen. Die Musik im Hintergrund hatte sofort gepasst, und der Übergang mit der Schere war natürlich super.
Die Mutter hatte sehr gut und überzeugend gespielt. Man merkt, dass sie sich hineinkniet. Mit wie viel Liebe und Detailverliebtheit sie die Schultüte anfertigt, finde ich echt toll. Ich hab ihr die Rolle wirklich abgenommen. Sehr schön gespielt.

Auch das Kleine Mädchen, wie süß. :love: ^^
Hat wirklich toll gespielt.

Kommen wir mal zu den Zwischensequenzen. Alle waren sehr aufwändig, ohne Frage. Grade von der Ausstattung oder auch von der Maske her. Es wurde wirklich auf Authentizität wert gelegt. Das macht den Film wirklich glaubhaft. Ohne Frage – hier wurde viel Liebe in Details gesteckt.
Hehe, mir sind aber kleine Filmfehler aufgefallen. ;) Zum Beispiel als die Kleine das Bild zeichnet – da liegen drei verschiedene Varianten mal auf den Tisch. ;) Einmal in gelb, dann einmal in Blau, und ein weiteres Mal mit dickeren Linien. ^^ Ist nicht schlimm, ist mir nur aufgefallen ;)
Ansonsten fand ich die Sequenzen eigentlich durchgehend gut gemeistert.

Ich finde aber, man hätte dahingehend mehr Wert in die Gestaltung legen können. Klar, man hat gewusst, dass es Rückblicke waren, aber optisch hätte man da noch mehr rausholen können. Vielleicht mit einer gewollten Überbelichtung, blassere Farben oder ähnlichem. Gerade bei der Szene in der Disco ist mir das aufgefallen. Die fand ich übrigens von allen Zwischeneinblendungen noch am schwächsten inszeniert. Nicht unbedingt, weil mir Mittänzer gefehlt haben, oder zumindest mal eine Totale des Innenraums, sondern auch wegen der komplett fehlenden Geräuschkulisse und der unpassenden Musik.

Sehr gefallen hat mir das Ende. Die Handkamera-Atmosphäre kam gut rüber, und die Aussage natürlich auch.

Der Schnitt war durchgehend in Ordnung, hätte aber manches Mal noch ein klein wenig zügiger sein können.
Die Vertonung war okay, aber da ist sehr viel Luft nach oben, Umgebungssounds hätten mehr sein können, Soundeffekte, etc.
Die Musik war in Ordnung, aber leider immer das Gleiche. Mir hat die Tiefe gefehlt...

Insgesamt hat mir der Film sehr gefallen. Allerdings hätte ich mir mehr Mut und Kreativität gewünscht. Der ganze Film sieht aus, und da gebe ich Mr. Birkholz auch recht, wie eine gewöhnliche Fernsehproduktion, ohne Mut, sich ein wenig stilistisch abzuheben. So wirkt es jetzt etwas wie eine typisch deutsche Massen-Produktion. Und das hat der Film nicht verdient, da gibt’s viel Luft nach oben :)

Ich will dazu mal ein wenig näher eingehen, nehme als Vorbild mal deine Antwort an Daniel.

Zitat von »Marlis«

An der Farbkorrektur haben wir auch lange gesessen und auch einiges Getan. Zum Beispiel zieht sich die Farbe rot sehr konsequent durch. Also was ich sagen will. Der Look ist, wie wir ihn haben wollten... konkrete Beispiel würden mir sicher helfen mich mit deinen Argumenten auseinander zu setzen.
Die Farbkorrektur ist kaum aufgefallen. Natürlich, man muss immer das umsetzen, was man für richtig hält, was man als Bestes erachtet, und nach seiner Vorstellung gehen. Ich bin aber der gleichen Meinung wie Daniel (Birkholz), dass ein wenig kräftigere Farben dem ganzen einen noch intensiveren Anstrich gegeben hätten. Aber das ist, denk ich, Geschmackssache. :)
Die Beleuchtung fand ich relativ unspektakulär. Halt normal Drei-Punkt zumeist. Ein paar Farbfolien wären toll gewesen. Das weiße Licht wirkt oft etwas kalt…

Zitat

*räusper* gewöhnlich... ohne highlights... also wir haben die Kameraeinstellungen sehr genau ausdiskutiert und auch für uns einige Highlights eingebaut. Und wenn ich jetzt "lieber ein paar schöne Close Ups" lese, dann denke ich schon an den RTL Krimie... Sorry, aber einfach ein paar schöne Close Ups war nicht das, was wir erzählen wollten... Die Einstellungen sind aus Dramaturgischen gründen gewählt worden... Finde ich besser zum erzählen, als einfach einen Film zu machen, der hübsch aus sieht.
haha, jetzt musste ich Lachen. ^.^ Das Argument hab ich auch schon öfters von Filmstudenten und Professoren gehört.
Aber – das eine schließt doch das andere nicht aus! Man kann dramaturgische Elemente doch auch in künstlerisch hochwertigen Bildern verbauen. Ich bin so ein Typ, der brauch solche außergewöhnlicheren Sachen mehr. Wenn in einem Bild mehr liegt, als nur die Dramatische Geste des Darstellers… wenn das ganze Bild eine Einheit ist und bei mir die gleichen Gefühle hervorruft, dann ist es für mich perfekt. :)
Versteh mich nicht falsch, ich finde, du hast eine sehr gute Kameraarbeit abgeliefert, da gibt’s nichts zu meckern, Top. Aber es wirkt halt alles sehr gewöhnlich. Man hat alles schon mal irgendwie so gesehen, es gibt keine Innovationen… Und RTL-Krimi ist übrigens das allerwenigste worauf ich damit anspielen will. ;)
Also Dramaturgie schließt hübsch nicht aus. :)

Zitat

Was hast du gegen Arte? Da läuft echt gutes Zeug (im übrigen auch Kurzfilmsparten).
Aber was genau meinst du mit typsich deutsch?
Und was meinst du mit "ein paar interessante Plots"? Das Wort kenne ich... Und meinermeinung gibts auch welche im Film...
Klar hätte man noch mehr draus machen können. Im nachhinein würde ich wieder ganz viel anders machen. Aber am Ende ist sowas immer leicht zu sagen. Ich hab viel draus gelernt.
Das ist doch das wichtigste. :) Warum machen wir Filme? Weil es Spaß macht und wir eine Geschichte erzählen wollen. Wir wollen die Leute fesseln mit unseren Gedanken und Ideen, sie überwältigen mit Gefühlen, und ein Stückchen mit auf dem Weg geben – und gelungen ist dir das alles. :)
Zum Thema deutschen Film…ich glaube, du verstehst es, wenn du dir dieses Topic durchliest, eine sehr interessante Diskussion. :)
DER deutsche Film

Aaaalso, insgesamt kann ich sagen, dass mich der Film überzeugt hat. Trotz wenig Innovationen und nur wenig Story, konntet ihr die Gefühle der Darsteller gut vermitteln und rüberbringen. Sehr toll gemacht, und natürlich sehr professionell.

Ich gebe 9/10 Punkten. Da ist Luft nach oben. :) Dennoch, hat mir sehr gefallen!

Schattenlord

17

Donnerstag, 17. September 2009, 16:39

Ich war eine Woche weg und habe deswegen nichts mehr geschrieben.
Ich bedanke mich artig fürs anschauen. Vielen Dank dafür. Und auch vielen Dank für die Kritik.
Für mich gibt es nur ein Mittel, um die Achtung vor mir selbst nicht einzubüßen: fortwährende Kritik. (Zitat von Christian Morgenstern)
Sehr schön. Als ich eben die "Auseinandersetzung" zwischen dir (Marlis) und Birkholz Productions gelesen habe, dachte ich mir, schreibst du auch mal deinen Kommentar dazu. Die Kritik von Birkholz Productions ist durchaus berechtigt, wenn auch nicht ganz "professionell" ausgedrückt. Den Look, den er meint, ist mir auch beim ersten Mal schauen sofort aufgefallen. Wenn du mal den Look der hier im Durchschnitt produzierten Filme im Forum ansiehst und danach einfach mal Tatort oder RosaMundePilcher anschaust, merkst du vielleicht, was gemeint ist: Der Look deines Filmes sind nicht nach Amateur aus, aber auch nicht "interessant", wie zum Beispiel Kinofilme oder sehr aufwendige Amateurproduktionen, sondern einfach nach Fernsehen. Um das Ganze ein wenig professioneller auszudrücken. Die Farben sind stumpf und einfach gehalten, der Kontrast ist nicht besonders hoch und es gibt keine Schatten, verdunkelungen etc. Also einfach der typische "Arte, Das Erste, ... - Look".

Das finde ich irgendwie spannend eigentlich. Ich muss ja zugeben, dass das nicht der gewünschte Effekt war. Aber ich erinnere mich an Worte von meiner Kamerafrau. Licht setzen für 16mm ist ne heikle Angelegenheit. Und sie hatte es auch noch nicht so oft gemacht. Außerdem waren unsere Filmrollen zum Großteil geschnorrte Restrollen von Fernsehproduktionen. Also zum Teil angefangene Rollen oder Rollen die nur einmal ein und wieder ausgelegt wurden oder so. Die verwenden die nicht mehr, weil die halt schon offen waren. Außerdem sind die teilweise schon ein wenig gelagert gewesen. Es konnte also keiner garantieren, dass das Material noch in Ordnungsgemäßem Zustand war. Also sagte sie irgendwann mal, dass sie beim Belichten auf Nummer sicher gehen würde. Damit meinte sie bestimmt, dass sie vorsichtshalber weniger Kontrastreich beleuchtet, damit der Dynamikbereich nicht überschritten wird. Außerdem haben wir glaube ich immer eine Blende drüber belichtet, das macht man oft so mit unsicherem Material. Meint ihr das vielleicht? Das ist sicher ein wenig schade, aber ich verstand die Entscheidung und trage sie mit. Lieber auf ein wenig Kontrast verzichten, als am Ende vielleicht gar nix verwendbares zu haben.
Mir hat das Thema nicht gefallen. Ist aber auch nicht schlimm. Denn ich schaue ja die Filme, um deren Produktion zu beurteilen.

Ich kann nur sagen, dass dies der beste und am professionellste "Amateurfilm" war, den ich jemals gesehen habe. Einfach unglaublich. Alles war authentisch - einfach unglaublich.

Naja, also die meisten die da mitgemacht haben, die planen irgendwie mal ihr Leben davon bestreiten zu können. Es ist einfach ein super Team zusammen gekommen, in dem jeder in seinem Department schon Erfahrung mitbrachte. Und ich glaube jeder hat an unserem Set auch wieder ganz viel dazu gelernt. Unser Setrunner (war zum ersten Mal in seinem Leben an einem „Filmset“ wurde während der Dreharbeiten zum Ersten Aufnahmeleiter ausgebildet, weil unser eigentlicher erster Aufnahmeleiter am letzten Drehtag weg musste (seine Ausbildung fing an dem Tag an). Und der geht jetzt zu vielen anderen Filmen mit raus und bekommt da immer gutes Feedback. Also ein hoch motiviertes Team.

18

Donnerstag, 17. September 2009, 16:39

Für einen Beitrag wars leider zu lang... also hier der zweite Teil
Soooooo. Also, der Film ist an mir nicht vorübergegangen, hab ihn schon vor längerer Zeit gesehen, bin aber leider nicht eher zum bewerten gekommen.

Fangen wir mal an.

Ich find es immer wieder toll, wenn auch solche aufwändigen, ja, professionellen Produktionen, hier den Weg ins Forum finden. Gerade der Aufwand der sicherlich betrieben wurde bei der Filmherstellung, ist nicht zu missachten. 16mm, professionelle Schauspieler, aufwändige Beleuchtung… hier stimmt fast alles. Kritik gibt es trotzdem. ;) Aber fangen wir mal von vorne an.

Schon die Titelsequenz hat mich überzeugt. Schlicht und einfach, aber man wusste sofort um was es geht, die Aufmachung konnte überzeugen. Die Musik im Hintergrund hatte sofort gepasst, und der Übergang mit der Schere war natürlich super.
Die Mutter hatte sehr gut und überzeugend gespielt. Man merkt, dass sie sich hineinkniet. Mit wie viel Liebe und Detailverliebtheit sie die Schultüte anfertigt, finde ich echt toll. Ich hab ihr die Rolle wirklich abgenommen. Sehr schön gespielt.

Auch das Kleine Mädchen, wie süß. :love: ^^
Hat wirklich toll gespielt.
Kommen wir mal zu den Zwischensequenzen. Alle waren sehr aufwändig, ohne Frage. Grade von der Ausstattung oder auch von der Maske her. Es wurde wirklich auf Authentizität wert gelegt. Das macht den Film wirklich glaubhaft. Ohne Frage – hier wurde viel Liebe in Details gesteckt.
Hehe, mir sind aber kleine Filmfehler aufgefallen. ;) Zum Beispiel als die Kleine das Bild zeichnet – da liegen drei verschiedene Varianten mal auf den Tisch. ;) Einmal in gelb, dann einmal in Blau, und ein weiteres Mal mit dickeren Linien. ^^ Ist nicht schlimm, ist mir nur aufgefallen ;)
Ansonsten fand ich die Sequenzen eigentlich durchgehend gut gemeistert.

*lach* das war so schwer die Kinder bei Laune zu halten. Es ist total ein paar Kindern zu erklären, sie müssen jetzt zum dritten Mal so tun als ob sie Malen würden, aber dürfen eigentlich nicht. Es gab auch einen Boykott. Da haben die Kinder für ne halbe Stunde gestreikt, dann haben sie sich die Making of Kamera geschnappt und einen eigenen Film gemacht. War irgendwie lustig. Mit Kindern drehen ist sehr anstrengend und ich verstehe die vielen Auflagen, die man beim Drehen mit Kindern erfüllen muss sehr gut. Die sind einfach noch nicht so ausdauernd. Also denen wird es ganz schnell langweilig, wenn wir 3 Takes machen und manchmal muss man ja noch mehr Takes machen. Und dann muss man den kleinen erklären, dass wir jetzt zwar mit der Kamera wo anders stehen aber die immer noch genau das selbe machen müssen. Meine Regieassistentin hat die Continuity zusammen mit der Ausstatterin gemacht, aber irgendwie ging es drunter und drüber mit der Rasselbande. Und ich muss sagen, du bist der erste, dem es aufgefallen ist. Bzw. der erste der es sagt. An dieser Stelle vielen Dank für intensive Sichtung.
Ich finde aber, man hätte dahingehend mehr Wert in die Gestaltung legen können. Klar, man hat gewusst, dass es Rückblicke waren, aber optisch hätte man da noch mehr rausholen können. Vielleicht mit einer gewollten Überbelichtung, blassere Farben oder ähnlichem. Gerade bei der Szene in der Disco ist mir das aufgefallen. Die fand ich übrigens von allen Zwischeneinblendungen noch am schwächsten inszeniert. Nicht unbedingt, weil mir Mittänzer gefehlt haben, oder zumindest mal eine Totale des Innenraums, sondern auch wegen der komplett fehlenden Geräuschkulisse und der unpassenden Musik.

Tja, die Gestaltung. Ich habe mit meiner Freundin im Studio Hamburg in der Farbkorrektur (Da Vinci) gesessen. Ich hab ihr immer gesagt sie soll es intensiver machen, und irgendwann hat man alles so sehr verzerrt. Um ehrlich zu sein, weiß ich jetzt auch immer noch nicht, ob die Farbkorrektur für die Rückblenden nicht hätte krasser sein müssen, oder nicht. Ich kann so lange wie ich will drauf starren, aber ich finde es nicht raus. Ich weiß noch, dass Jana immer entsetzt war, wenn ich ihr Vorschläge für die Farbkorrektur gezeigt haben, sie meinte immer das wäre viel zu viel. Naja, jetzt ist es so wie es ist.
Die Disco-Szene finde ich lustigerweise eigentlich am schönsten. Leider ist die Totale unscharf gewesen, in der das Ende gezeigt wird, deshalb mussten wir im Schnitt ein wenig tricksen. Aber ich finde die Gesamtkomposition einfach großartig. Vielleicht bin ich aber auch nur verleitet, weil der Schwenk so perfekt mit der Musik harmoniert, oder weil die Close von der Darstellerin so traumhaft schön war. Oder wegen der Lichtstimmung. dieses Bunte flattern wurde vollkommen manuell erzeugt. Jede Beleuchterin (nur Frauen) hatte einen oder mehrere Dimmer mit verschieden folierten Scheinwerfern in der Hand und machten auf Kommando Party. Ich liebe das Licht da einfach fürchte ich… *g* Und die Bank wurde von uns noch eigenständig vor dem Dreh beschriftet. Da steht übrigens nicht SS, falls das jemand gelesen hat. Das steht KISS. Naja, ich hab diese Szene unheimlich gern.
Die Geräuschkulisse sollte auch die einer Erinnerung darstellen. In Brittas Erinnerung existieren die ganzen Menschen um sie herum nicht. Sie ist völlig auf den Typen fokussiert. Also für mich war das der beste Weg. Leider nicht immer ganz konsequent durchgehalten.
Sehr gefallen hat mir das Ende. Die Handkamera-Atmosphäre kam gut rüber, und die Aussage natürlich auch.

Die Handkamera ist für mich eigentlich nicht ganz so schön geworden, die Kamerafrau hat mit dem Gewicht auf der Schulter zu kämpfen gehabt, weshalb die Übergänge zwischen den Bildausschnitten manchmal nicht so schön sind, aber an sich eben auch einen sehr aufwändiger, durchkomponierter „Planschwenk“ mit anschließendem aufrichten der Kamerafrau. Also ein schöner Parcours, bei dem jeder auf Kommando am richtigen Ort sein musste. Der ganze Haufen Kinder!
Aber ich glaube wir haben nur 3 Takes gemacht.
Ein schöner Fehler noch am Ende: Der Junge, der neben der kleinen Sophia sitzt hat noch seinen Lassoband-Namenaufkleber auf dem Knie. Aller Kinder und das Ganze Team hatten an dem Tag Namensaufkleber. Für die Kinder, damit es für das Team einfacher wird. Und für das Team angeblich, damit die Kinder sich nicht komisch vorkommen, aber es war auch der erste Drehtag überhaupt und ich fand es total hilfreich.
Wir waren ja auch ein recht großes Team.

Der Schnitt war durchgehend in Ordnung, hätte aber manches Mal noch ein klein wenig zügiger sein können.
Die Vertonung war okay, aber da ist sehr viel Luft nach oben, Umgebungssounds hätten mehr sein können, Soundeffekte, etc.
Die Musik war in Ordnung, aber leider immer das Gleiche. Mir hat die Tiefe gefehlt...

Der Schnitt war von mir bewusst verlangsamt worden. Ich wollte Spannung halten. Vielleicht habe ich es ein wenig übertrieben. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir mal sagen könntest an welchen Stellen du das empfindest.
Mit der Sounddesignerin arbeite ich schon länger zusammen, vielleicht hast du recht. Beim nächsten Projekt werde ich ihr mal anraten etwas mutiger zu sein. Ich glaube sie will immer nicht den Stil des Films kaputt machen oder so… Ach, mit Musik stehe ich ein wenig auf dem Kriegsfuß. Ich kann mich dabei nicht ausdrücken, weil ich mich mit Kompositionen und Noten und Takten und so einfach nicht auskenne… Ich muss da noch ein bisschen lernen. Also wenn du da noch mal Zeit hättest die Kritik etwas mehr zu klassifizieren wären sowohl ich aus auch die Sound-Mädels die sehr dankbar.
Insgesamt hat mir der Film sehr gefallen. Allerdings hätte ich mir mehr Mut und Kreativität gewünscht. Der ganze Film sieht aus, und da gebe ich Mr. Birkholz auch recht, wie eine gewöhnliche Fernsehproduktion, ohne Mut, sich ein wenig stilistisch abzuheben. So wirkt es jetzt etwas wie eine typisch deutsche Massen-Produktion. Und das hat der Film nicht verdient, da gibt’s viel Luft nach oben :)

Ich will dazu mal ein wenig näher eingehen, nehme als Vorbild mal deine Antwort an Daniel.

Zitat von »Marlis«

An der Farbkorrektur haben wir auch lange gesessen und auch einiges Getan. Zum Beispiel zieht sich die Farbe rot sehr konsequent durch. Also was ich sagen will. Der Look ist, wie wir ihn haben wollten... konkrete Beispiel würden mir sicher helfen mich mit deinen Argumenten auseinander zu setzen.
Die Farbkorrektur ist kaum aufgefallen. Natürlich, man muss immer das umsetzen, was man für richtig hält, was man als Bestes erachtet, und nach seiner Vorstellung gehen. Ich bin aber der gleichen Meinung wie Daniel (Birkholz), dass ein wenig kräftigere Farben dem ganzen einen noch intensiveren Anstrich gegeben hätten. Aber das ist, denk ich, Geschmackssache. :)
Die Beleuchtung fand ich relativ unspektakulär. Halt normal Drei-Punkt zumeist. Ein paar Farbfolien wären toll gewesen. Das weiße Licht wirkt oft etwas kalt…

Zitat

*räusper* gewöhnlich... ohne highlights... also wir haben die Kameraeinstellungen sehr genau ausdiskutiert und auch für uns einige Highlights eingebaut. Und wenn ich jetzt "lieber ein paar schöne Close Ups" lese, dann denke ich schon an den RTL Krimie... Sorry, aber einfach ein paar schöne Close Ups war nicht das, was wir erzählen wollten... Die Einstellungen sind aus Dramaturgischen gründen gewählt worden... Finde ich besser zum erzählen, als einfach einen Film zu machen, der hübsch aus sieht.
haha, jetzt musste ich Lachen. ^.^ Das Argument hab ich auch schon öfters von Filmstudenten und Professoren gehört.
Aber – das eine schließt doch das andere nicht aus! Man kann dramaturgische Elemente doch auch in künstlerisch hochwertigen Bildern verbauen. Ich bin so ein Typ, der brauch solche außergewöhnlicheren Sachen mehr. Wenn in einem Bild mehr liegt, als nur die Dramatische Geste des Darstellers… wenn das ganze Bild eine Einheit ist und bei mir die gleichen Gefühle hervorruft, dann ist es für mich perfekt. :)

Ehm… ja… ich glaube ich bin deiner Meinung. Eigentlich, aber sicher bin ich mir nicht. Ich wollte nicht sagen, dass Kunst nicht schön sein kann.
Und mit dramaturgischen Gründen, meine ich nicht, das Einfangen der Dramatischen Geste des Darstellers.
Dramaturgische Gründe sind für mich eben Informationen, die ich über die Kameraperspektive erzählen kann. Zum Beispiel sind wir furchtbar untersichtig, wenn wir und von der Lehrerin anschreien lassen. Weil diese Perspektive eben die Emotion unterstützt. So bildet es für mich eine Einheit. Wenn ich Entscheidungen treffe wie, ich zeige jetzt mal nur ganz Close irgendwas, weil es cool aussiehst, dann ist es für sich vielleicht cool, aber es muss im Rhythmus der Komposition funktionieren.
(An dieser Stelle ganz kurz, kennt ihr „Kino spüren“ von Christian Mikunda? Großartig)
Ich bin da drin leider noch kein Profi und ein Storyboard zu machen ist für mich auch immer der blanke Horror. Quatsch… Ich liebe es! *g* Also ich male ja meist nicht selber, aber zu entscheiden wie etwas aussehen soll ist halt nicht so einfach, du hast unendlich viele Möglichkeiten. Da kann man sich zu Tode grübeln, weil es viele gute Gründe für gut Einstellungen gibt, aber es kann nur eine geben *g*. Naja, in diesem Film habe ich versucht Handwerk zu lernen. Zu lernen wie man normal/korrekt erzählt. Und das ist nicht so einfach. Es gibt immer mal wieder Punkte, da stockt der Film irgendwie, aber warum er stockt, das muss man rausfinden. Also, ja, ich habe mich sehr an die Standards gehalten. Vielleicht war das nicht die beste Entscheidung, aber ich habe viel gelernt, über Einstellungen. Und war ich mal gelesen habe: Man sollte die Handwerksregeln intuitiv befolgen können, um sich über sie hinwegzusetzen. Und dieses Intuitive Gefühl erlange ich nur durch Übung und Auseinandersetzung damit.
Versteh mich nicht falsch, ich finde, du hast eine sehr gute Kameraarbeit abgeliefert, da gibt’s nichts zu meckern, Top. Aber es wirkt halt alles sehr gewöhnlich. Man hat alles schon mal irgendwie so gesehen, es gibt keine Innovationen… Und RTL-Krimi ist übrigens das allerwenigste worauf ich damit anspielen will. ;)
Also Dramaturgie schließt hübsch nicht aus. :)

Zitat

Was hast du gegen Arte? Da läuft echt gutes Zeug (im übrigen auch Kurzfilmsparten).
Aber was genau meinst du mit typsich deutsch?
Und was meinst du mit "ein paar interessante Plots"? Das Wort kenne ich... Und meinermeinung gibts auch welche im Film...
Klar hätte man noch mehr draus machen können. Im nachhinein würde ich wieder ganz viel anders machen. Aber am Ende ist sowas immer leicht zu sagen. Ich hab viel draus gelernt.
Das ist doch das wichtigste. :) Warum machen wir Filme? Weil es Spaß macht und wir eine Geschichte erzählen wollen. Wir wollen die Leute fesseln mit unseren Gedanken und Ideen, sie überwältigen mit Gefühlen, und ein Stückchen mit auf dem Weg geben – und gelungen ist dir das alles. :)
Zum Thema deutschen Film…ich glaube, du verstehst es, wenn du dir dieses Topic durchliest, eine sehr interessante Diskussion. :)
DER deutsche Film

Aaaalso, insgesamt kann ich sagen, dass mich der Film überzeugt hat. Trotz wenig Innovationen und nur wenig Story, konntet ihr die Gefühle der Darsteller gut vermitteln und rüberbringen. Sehr toll gemacht, und natürlich sehr professionell.

Ich gebe 9/10 Punkten. Da ist Luft nach oben. :) Dennoch, hat mir sehr gefallen!

Schattenlord

Wie ich jetzt so aus meinem eigenen Kommentar herauslese, sind sowohl die Kamerafrau, als auch ich, auf Nummer sicher gegangen. Das ist vielleicht der Punkt, der mit bei dem Film etwas missfällt. Vielen Dank, dass ihr mich auf den Weg gebracht habt. Aber es ist halt eher ein Handwerksstück.
Wenn ich ehrlich sein soll, finde ich die Geschichte auch nicht den Brüller. Gar nicht mein Thema. Ich arbeite eigentlich gern an dem Thema Medienreflektion. Also an Drehbüchern zu dem Thema. Ich arbeite dran, das wird dann auch etwas mutiger.
Dieser Film ist auf jeden Falls das, was es sein sollte, ein Handwerksstück.

Weitere Kommentare vor allem Kritik erbeten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marlis« (17. September 2009, 16:53)


Marcus Laubner

unregistriert

19

Donnerstag, 17. September 2009, 19:51

Mich würde interessieren, wie das mit den Castingagenturen zustande gekommen bist. Also der Ablauf bis zum Dreh und wie das finanziell geregelt wurde.

20

Samstag, 19. September 2009, 13:53

Hi Marcus,
bei uns wurde finanziell gar nix geregelt. Ich hab bei den Agenturen unser Projekt vorgeführt und weil sie es gut fanden, durfte ich mir erst mal die Kataloge anschauen. Dann habe ich mir paar Kids ausgesucht und nach einer weile haben die mir dann gesagt, wer von meinem Wunschkandidaten auch ohne Geld arbeiten würde. Dann hab ich mit den Eltern telefoniert. Und die Agenturen haben mitgemacht, damit sie ihre unerfahrenen Schauspieler aufwerten können.

Naja, also nix Geld, nur Zeit und Mühe...
Alle Agenturen mit denen ich zu tun hatte, waren sehr aufgeschlossen und nett.

Viel komplizierter waren die Bescheinigungen für die ganzen Kinder. Ein Dreh mit Kindern muss beim Amt für Arbeitsschutz angemeldet werden und jedes Kind muss verschiedenste Unterlagen einreichen... Also da könnte ich euch ne Menge erzählen. Aber das beste: einfach nicht mit Kindern drehen *g* Die dürfen eh nicht lange am Set bleiben....

Social Bookmarks