Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

  • »schleiereule« ist männlich
  • »schleiereule« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 345

Dabei seit: 2. August 2010

Wohnort: Herne

Hilfreich-Bewertungen: 37

  • Private Nachricht senden

1

Dienstag, 3. August 2010, 00:21

Eine Art Familienfilm

Hallo liebe Freunde der bewegten Bilder!

Ich bin totaler Anfänger. Meine Kamera habe ich noch keine zwei Wochen.
Und in diesem Zeitraum habe ich sehr viel gelesen, einiges fotografiert und alles gefilmt. Nun möchte ich euch mein erstes Projekt vorstellen:

Ich habe die Kinder meiner Freundin gefilmt. Zum einen weil ich sie niedlich finde, zum anderen weil sie gerne vor der Kamera rumacten.
Im Grunde genommen haben sie vor der Kamera gespielt. Hier und da habe ich Vorschläge gemacht, ansonsten nur draufgehalten.
Ziel war es, die beiden Hauptdarstellerinnen möglichst gut aussehen zu lassen. "Uncool" zu wirken, war ihre größte Sorge.
Nebendarsteller sind die Mutter und der Kameramann.
Mein größtes Problem ist derzeit die Kameraführung. Mir fehlt noch das richtige Stativ. Mein Panikkauf für 80€ kann nur einfangen, was nicht weglaufen kann.
Deswegen bitte ich darum, die Kameraführung erstmal zu ignorieren :)
HD verfügbar.



*Topic verschoben*

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Thom 98« (3. August 2010, 09:46)


2

Dienstag, 3. August 2010, 09:31

Ist doch voll gut geworden! Was mich stört, ist höchstens die Musik. ;) Die Kameraführung ist doch super! Sehr schöne Aufnahmen.

Thom 98

unregistriert

3

Dienstag, 3. August 2010, 11:44

Ich finds fürs erste Mal auch echt verdammt gut. Viele der Aufnahmen sind echt sehr gelungen und sehen ganz und gar nicht nach "einfach nur draufhalten" aus. Zwei Beipiele für absolute Top-Shots wären für mich bei 1:08 der Closeup der kleinen und der allerste Shot - jedenfalls bis kurz vor dem Wackeln nach oben.
Damit wären wir auch schon beim ersten Problem: Sowas schneidet man weg! Am besten macht man es natürlich erst gar nicht beim Dreh, vor allem weil du dir ja bewusst bist, dass dein Stativ nicht unbedingt das beste ist (Welches ist es denn? Für 80€ bekommt man normalerweise schon relativ gute Stative mit Fluid-Kopf). Dazu kommt dann noch, dass du dich offensichtlich im Telebereich befindest, dadurch wird jedes Wackeln und jedes Schwenken noch offensichtlicher. Dazu aber noch ein kleiner Trick: Nimm ein Gummiband und befestige die eine Schlaufe an dem Schwenkarm. Dann schwenkst du die Kamera, indem du an dem Gummi ziehst. Dadurch wird die Bewegung zusätzlich gedämpft und der Schwenk wird ruhiger. Probiers mal aus :)

Auch ein...nya, "Anfängerfehler" - oder zumindest etwas, das man in Videos von Anfängern sehr oft "falsch gemacht" sieht: Zooms! Die sehen immer doof aus, speziell wenn sie keine Motivation dahinter haben. Wenn du vom Objekt weiter weg willst, dann bewege entweder die Kamera, oder mache einen simplen Schnitt. Das wirkt immer asthetischer wie ein Zoom. Unser Auge kann nämlich auch nicht zoomen - jedenfalls nichts auf die Art und Weise, wie das eine Kamera macht. Wenn wir etwas näher sehen wollen, gehen wir entweder näher hin oder wir konzentrieren und auf die Stelle. Dabei zoomen wir aber nicht langsam hin, sondern unser Auge springt gewissermaßen da hin. Eben wie ein Schnitt!
Heißt natürlich nicht, dass man nie zoomen darf. Gibt genügend Gelegenheiten wo es Sinn macht. Zu oft wird es aber an der falschen Stelle eingesetzt. Deshlb lieber vermeinden und auf saubere Schnitte oder Kamerabewegung setzten.

Die Musik ist natürlich sehr gewöhnungsbedürftig, gibt dem ganzen aber auch eine gewisse Einzigartigkeit und einen Wiedererkennungswert. Im Laufe des Videos wird dann durch das Tanzen die Musik auch legitimiert und ist von daher schon angebracht. Dass sie Gema-geschützt ist, könnte natürlich zum Problem werden. Ich habe früher auf meine ersten Videos auch stets Gema-Musik gelegt, doch irgendwann hab ich mich dann davon losgerissen und nehme jetzt nur noch lizenzfreie Musik von Jamendo und Freeplaymusic.

Noch was, was mir aufgefallen ist: Oftmals stehe die Personen am Anfang noch etwas planlos herum, als ob sie auf irgendein Signal warten (Ich schätze mal "Kamera läuft"). Auch soetwas schneidet man weg. Lieber direkt in die Bewegung reinschneiden. Das wirkt dann alles viel dynamischer. Manchmal hast du das ja gemacht, manchmal aber auch die Personen noch warten lassen. Das ist dann unterbewusst wieder ein Signal für Zuschauer, dass da etwas speziell für die Kamera inzeniert wurde; dass es eben nicht authentisch "einfach abgefilmt" ist.

Und noch eine Kleinigkeit zum Schnitt: Es gibt da so ne Regel (Wiki), dass man bei einem Schnitt die Kamera immer um mindestens 30° zur Kameraachse bewegen sollte, damit der Schnitt nicht "springt". Diese Regel hast du u.a. bei 1:51 nicht beachtet, dadurch wirken die Schnitte hier sehr hart und fließen nicht so schön wie im Rest des Videos.
Oftmals setzt man solche s.g. "Jump-Cuts" aber auch als Stilmittel ein. Besonders bei Musikvideos hat man dann aber die Möglichkeit im Beat der Musik zu schneiden und somit solche Schnitte wieder zu kaschieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Schnitte dann Leuten, die nichts mit Filmemachen am Hut haben, gar nicht auffallen.
Wenn man Jumpcuts vermeiden will, hilft es auch oft, Closeups dazwischenzuschneiden. Mal ein paar Ideen, gerade für dieses Beispiel: Nahaufnahmen von Händen an der Stange, oder von den konzentrierten Gesichtern, oder von möglichen Zuschauern. Allgemein sind Closeups extrem wichtig um das Video interessant und fesselnd zu gestalten! Deshalb beim Dreh immer darauf achten, möglichst viele Schnittbilder mit Details wie eben Händen, Füße, Gesichter ect. festzuhalten.

Mit welcher Kamera hast du denn gefilmt? HD klingt schonmal nicht schlecht, aber leider sah das hier aufm 24" kaum noch nach HD aus. Auch die Farben waren oftmals etwas ausgebleicht. Da hätte vielleicht eine Farbkorrektur geholfen. Das ist auch ein sehr wichtiges Tool für einen Amateurfilmer, weil wir mit unserem begrenzten Budget oftmals nicht schon am Set durch geschickte Ausleuchtung und solche Tricks einen "coolen Look" erzeugen können. Durch ein paar Handgriffe im Schnittprogramm kann man aus den Videos noch sehr viel rausholen, solange man es nicht übertreibt!
Ein weiteres Problem der Kamera scheint die Belichtungsautomatik zu sein: Ein übergang von sehr dunkel auf sehr hell ist das anspruchsvollste was es gibt für eine Kamera. Da scheitern oft sogar die ganz teuren Profikameras. Bei 0:28 sieht man das in deinem Video leider extrem. Auch hier: Wegschneiden und vermeiden!


Oh mein Gott, ist wieder etwas länger geworden! :) Ich hoffe ich konnte dir ein paar wertvolle Tipps geben. Wie gesagt ist das schonmal ein sehr gelungener Anfang. Weiter so!

PS: Der Tab ist hier im Firefox schon die ganze Zeit offen, weil mich dein Video komischerweise total an das neue TheGuild-Video erinnert!

  • »schleiereule« ist männlich
  • »schleiereule« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 345

Dabei seit: 2. August 2010

Wohnort: Herne

Hilfreich-Bewertungen: 37

  • Private Nachricht senden

4

Dienstag, 3. August 2010, 14:17

Lieber Jonas, danke für dein Lob :)

Lieber Thom98, ebenfalls vielen Dank für dein Lob. Noch viel mehr aber für deine ausführliche Kritik!
Die Sache mit dem Stativ ist wirklich ärgerlich. Es ist ein ACTIV EA-750. Für Fotoaufnahmen ist es völlig ausreichend, aber man kann eben nicht vernünftig damit schwenken.
Den Trick mit dem Gummiband werde ich vielleicht mal ausprobieren. Momentan tendiere ich aber mehr zu einem Neukauf.

Jaa, das zoomen. Jetzt hab ich es auch gelernt. Es sieht wirklich komisch aus. Den Vergleich mit dem menschlichen Auge finde ich sehr gut nachvollziehbar und logisch. Danke dafür! In Zukunft werde ich es unterlassen, oder künstlerisch sinnvoll einsetzen.

Die Musik habe ich mehr oder weniger willkürlich gewählt. Im Nachhinein wird sie aber, wie du auch schon sagtest, durch die Tänze legitimiert. Und natürlich würde ich mich mit lizenzfreier Musik auch wohler fühlen. Morgen mache ich ein Video mit einer Schülerband. Die haben eigene Songs :)

"In die Bewegung reinschneiden".. ist angekommen. Genauso wie die 30° Regel. Und in dem Zusammenhang habe ich dann auch gleich die 180° Regel kennengelernt. Grandiose Einsichten, die mich vermutlich weiter bringen.

Und das Licht ja.. ich habe schon viel darüber gelesen, aber eigentlich nichts verstanden :) Hier muss ich einfach noch mehr rumprobieren.

Mit den Closeups hast du natürlich auch recht. An sowas habe ich gar nicht gedacht.

Die Kamera war eine Panasonic HDC-TM700. Und da steht auf der Verpackung "HD" drauf :)
Ne, also bei mir sieht es schon danach aus.

Nochmal vielen Dank fürs Nichtzerreissen und tolle Tips! Davon habe ich letzte Nacht geträumt :)

Oliver

Social Bookmarks