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Jumperman

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Montag, 14. Juni 2010, 16:02

RUNN3D / Runned - Testfilm in STEREO-3D

Hallo Leute,
ich möchte euch hier mal ein kleines Testprojekt vorstellen, dass ein Ausbildungskollege und ich vor kurzem gemacht haben. Es handelt sich um einen kurzen 3D-Realfilm namens "RUNN3D"




Hintergrund:
Vor einiger Zeit schon habe ich festgestellt, dass ich das gleiche Kameramodell besitze, wie ein Ausbildungskollege von mir. Da wir schon seit längerem vor hatten einen 3D-Test zu drehen, haben wir schließlich auf diese beiden Kameras zurück gegriffen.
Es sind leider ältere Camcorder, die nur in SD-Auflösung aufzeichnen können. HD wäre natürlich schöner gewesen, aber zum grundsätzlichen Testen reichts ja.
Wir haben dann eine Vorichtung gebaut, auf der wir beide Kameras befestigen und auch im Abstand verschieben konnten.
Und um nicht nur einige wahllose Bilder zu drehen, haben wir uns noch eine kleine Geschichte ausgedacht, in der mit Hilfe einer Hetzjagd möglichst viele verschiedene Drehorte gefilmt werden konnten. Das ist auch der Grund, warum ich es in den "Clip"-Bereich gepostet habe.





Produktion:
Unser 3D-Kamera-Rig war eine simple Metallstange, an die zwei Uniklemmen befestigt wurden, auf welche die Kameras geschraubt wurden. So ließ sich der Abstand der Kameras auch verstellen.
Von vorne gesehen hat es übrigens überraschend starke Ähnlichkeit mit "Nummer 5" oder "Wall-E" ;)

Synchronisiert haben wir die Kameras mit einfachem Klatschen. So konnten wir die Aufnahmen bildgenau im Schnitt aufeinander anpassen. Natürlich haben wir das Klatschen auch oft genug vergessen, aber mit ein bißchen Augenmaß ließen sich die Aufnahmen auch so angleichen.
Da ich ja schon "Quiqueck & Hämat - Proll out" in 3D produziere, konnte ich tatsächlich einiges an Erfahrung in diesen Testfilm stecken. Die 3D-Prinzipien sind ja bei Animation und Realfilm die selben.
Ich bin ja im Besitz eines 3D-polarisierten Monitors, auf welchem ich auch die gesamte Nachbearbeitung dieses Films gemacht habe. Mit Polarisations-Brille kommt der 3D-Effekt natürlich noch besser rüber, als mit den Rot/Cyan-Brillen.
Die 3D-Nachbearbeitung fand übrigens komplett in Adobe After Effects statt.





Ergebnisse des Tests:
- Im allgemeinen waren wir sehr überrascht, wie gut das ganze letztendlich funktioniert hat. Der 3D-Effekt kommt im Großteil der Einstellungen wirklich gut rüber. Grundsätzlich ist es wirklich sehr einfach, einen 3D-Film zu produzieren.
- Die Variierung des Kameraabstandes hilft viel. Bei einigen Einstellungen war der Abstand der beiden Kameras merklich zu groß (vorallem am Anfang im Büro, sowie beim ersten Zusammentreffen der zwei "Runner"). Vor allem wenn sich Objekte nahe dem Objektiv befanden, hätten wir einen noch kleineren Abstand wählen müssen bzw. uns weiter vom Objekt entfernen müssen. Anders bei Panorama-Aufnahmen (z.B. die vom Hausdach)! Hier haben wir mit etwa einem halben Meter Kameraabstand gedreht. Da hätten wir ruhig noch mehr geben können. Es ist zwar nicht realitätsgetreu, jedoch soll ja ein 3D-Effekt erzielt werden und darum gehts ja grade beim Film.
- Ein Problem war die korrekte Ausrichtung der Kameras auf einen bestimmten Punkt. Es hat zwar letztendlich ausreichend funktioniert (mit einigen Korrekturen in der Postproduktion), aber es hätte auch besser sein können. Dafür war unser Rig einfach zu windig gebaut!
- Dadurch das wir die Kameras taktmäsig nicht koppeln konnten, hatte ich Angst, dass der 3D-Effekt dadurch stark beeinträchtigt sein würde, da die Kameras ja mit einem minimalen Versatz ihre Einzelbilder aufnehmen. Jedoch fällt dies im finalen Film gar nicht ins Gewicht.


Hinweis: Nur um falsche Hoffnungen gleich auszuräumen! Die 3D-Brillen, die im Kino verteilt werden, funktionieren bei euch zu Hause natürlich nur, wenn ihr auch einen speziellen 3D-Monitor mit Polarisationstechnik besitzt! Am besten nutzt ihr zum Schauen auf einem normalen Monitor ein Rot/Cyan-Brille mit der YouTube-3D-Einstellung "Red Cyan Optimized". Solltet ihr keine 50 Cent für eine 3D-Brille besitzen, dann könnt ihr euch den 3D-Effekt auch mit dem Kopfwehverursachenden "Cross-Eyed" (bzw. "Parallel") hinschielen.


Ich wollte euch unseren kleinen Testfilm einfach mal zeigen. Er ist ja auch so schon ganz witzig geworden, aber Hauptsache 3D!!!! :thumbup:

Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von »Jumperman« (14. Juni 2010, 16:44)


Costa

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Dienstag, 15. Juni 2010, 01:31

Witzige Story und gute Umsetzung. :D

Da aber der Hauptaspekt auf 3D bei diesem Test lag, werde ich mal die stereoskopische Qualität beurteilen. Der 3D Effekt kommt gut herüber, die Asynchronitäten haben in der Regel nicht gestört. Besonders gut hat mir die Szene mit dem Spiegel und der um 90° gedrehten Kamera gefallen. Die kamen naürlich klasse in 3D. :D

Negativ sind mir die vielen Scheinfensterverletzungen aufgefallen. IMHO sieht das einfach immer unschön aus, führt dazu, dass geschielt werden muss, woraus schnell Kopfschmerzen resultieren können und lässt sich auch recht einfach korrigieren. Außerdem hätte man die Möglichkeit mit schwebenden Fenstern zu arbeiten. Bei bewegten Szenen kann man sich überlegen, ob man die Parallaxe nicht animiert, um einerseits Scheinfensterverletzungen zu vermeiden und andererseits keine zu große Tiefe im Shot entstehen zu lassen.

Es ist schon klar, dass Scheinfensterverletzungen hier oft sogar hingenommen werden mussten, da, wie du ja auch selber sagst, einfach eine zu große Stereobasis gewählt wurde. In der Regel sagt man die Stereobasis sollte 3% des Abstands zum nächsten Objekts betragen (bei Hollywood Produktionen für die große Leinwand nur 1%). Wenn Shots geplant sind, bei denen ein Objekt näher dran ist, sollten diese anders geplant oder herausgenommen werden. Besonders stark fiel das hier bei den Takes auf, in denen ein Objekt (wie z.B. ein Monitor) noch vor der eigentlichen Person stand. Das wirkt vielleicht in 2D gut, in 3D sollte man so etwas entweder vermeiden, die Kameras weiter wegstellen oder eine sehr geringe Stereobasis verwenden (was ohne Beamsplitter Rig praktisch unmöglich ist). Shots wie bei 1:29 mit dem Fuß oder die Einstellungen ab 2:50 gehen daher leider gar nicht.

Ein paar Probleme mit der vertikalen Parallaxe gab es auch, wobei die beim Anschauen nur geringfügig gestört haben.

Ich hoffe das klingt jetzt nicht zu negativ. Ich weiß wieviel Arbeit 3D ist. Aber 3D ist mehr als nur zwei nebeneinander gestellte Kameras. Hier muss viel sensibler als bei 2D gearbeitet werden und eine Menge Faktoren bedacht werden. Dinge, die in 2D funktioieren, tun es in 3D nicht mehr. Am besten fängt man damit schon bei der Planung des Films an, sodass Stereobasis und Parallaxen bereits vorher durchdacht sind. Das verhindert Fehler beim Dreh, die man nicht mehr ändern kann. Wenn ich ein Storyboard für einen 3D Film schreiben würde, würde ich wahrscheinlich 50% der Shots im Vergleich zur 2D Variante verändern. Nahe Objekte sind in 3D nun mal ein echt großes Problem. Man kann zwar immer die Stereobasis verringern, aber dadurch erhält man auch deutlich geringere Tiefe.


Zitat

Ein Problem war die korrekte Ausrichtung der Kameras auf einen bestimmten Punkt.

Meinst du damit die konvergierende Aufnahme? Ich würde ja in der Regel sowieso immer eine parallele Aufnahme bevorzugen. In der Post hat man über die Konvergenz bzw. Parallaxe eh viel mehr Kontrolle. Außerdem hat man bei konvergierten Aufnahmen immer mit Verzerrungen zu kämpfen, die wieder entzerrt werden müssen.



Falls du es vielleicht nicht schon besitzt, würde ich dir das Buch 3D Movie Making sehr ans Herz legen. Ich habe mich schwarz geärgert, dass ich es erst nach unserer 3D Filmproduktion gekauft habe, da da drin echt eine Menge gute Tipps stehen mit denen man viele Fehler, die bei einer 3D Produktion entstehen können, vermeiden kann. Dinge, die ich bei unserem Dreh auf die harte Tour lernen musste. :D Also, sehr sehr informativ und ein absolutes Muss für jeden, der sich ernsthaft mit 3D Produktionen beschäftigen will.
Unsere Filmprojekte:
Irgendwohin | Ein Abend Ewigkeit | Augen Blick

"Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt."
Konfuzius

jupiieh

unregistriert

3

Dienstag, 15. Juni 2010, 12:22

in sachen 3D hab ich leider 0,0 % Erfahrungswerte (außer im Kino zu sitzen und kucken), aber die story war einfach nur geil..... SUPER ENDE !! :D :D :D :D

HobbyfilmNF

unregistriert

4

Dienstag, 15. Juni 2010, 19:34

Wow ich bin begeistert. Tolle 3D umsetzung. Habe nur minimal Geisterbilder gehabt (Bei 3D Kauf DVDs wie Amitivile 3D oder Final Destintion 4 sind viel mehr). Die Kamere war voll mein geschmack. Tolles Tempo, gut gespielt. Kann nicht genug von solchen 3D Filmen kriegen. Macht weiter so. :thumbsup:

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