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Marcus Gräfe

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Mittwoch, 22. Juni 2016, 15:44

2D-Retusche mittels 3D-Kameratracker in After Effects CS6 einfügen bereitet Probleme

Ich mache öfters Retuschen in After Effects unter Zuhilfenahme von Photoshop (jeweils CS6) und arbeite bei Bewegtbildern (Kameraschwenks) teilweise mit dem 3D-Kameratracker, weil der 2D-Tracker nicht ausreicht.

Fast jedes Mal habe ich allerdings nachfolgendes Problem. Dieses tritt nur auf, wenn der retuschierte Frame nicht der erste ist, sondern einer in der Mitte z. B.! Zunächst einmal mein Weg, was ich mache:

- Auswahl des zu retuschierenden Frames
- Frame speichern als PSD
- In Photoshop neue Retuscheebene erstellen und darauf die Retusche stempeln
- Retusche-Ebene in AE importieren und in Komposition legen
- 3D-Kameratracker auf Bewegtbild anwenden
- Nach Tracking einige Trackingpunkte in der Nähe des Zielbereichs meiner Retusche auswählen, rechte Maustaste, Nullebene und Kamera erstellen

(bis hierhin ist alles super)

- Retuscheebene auf 3D umschalten, damit diese von der Kamera erfasst wird
=> hier tritt mein Problem auf: die Retusche springt nun an eine andere Position und sie dreht sich u. U., also sämtliche Transformationsangaben werden verändert

Ich finde es etwas schwer, das Problem konkret in Worte zu fassen. Es ist wohl so, dass der Tracker vom ersten Frame ausgeht, er aber eigentlich z. B. Frame 100 als Urzustand ansehen muss, weil nur in Frame 100 passt die Retusche aufs Bild.

Nun könnte man sich vielleicht fragen, warum ich nicht direkt den ersten Frame retuschiere. Die Antwort ist, dass das zu retuschierende Objekt im ersten Frame evtl. noch gar nicht sichtbar ist bzw. nicht komplett. Und natürlich suche ich mir den erstbesten Frame, auf dem das Objekt vollständig zu sehen ist, damit ich mit einem einzigen Bild das komplette Video retuschieren kann.

Ein Verwenden des Stempels in AE ist definitiv keine Option, weil das viel zu aufwendig ist (und zudem sehr langsam rendert).

Weiß jemand, wie ich AE dazu bringen kann, Frame XY (z. B. 100) als Nullzustand anzusehen und die 3D-Kameradaten nur davor und danach anwendet? Bzw. als Alternative müsste ich irgendwie rausfinden können, wie ich die Retuscheebene transformieren muss, damit diese in Frame 100 perfekt passt. Im Moment mache ich das nach Augenmaß, was mühselig und fehleranfällig ist.

Hat jemand eine Idee?

Mutzmann

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2

Mittwoch, 22. Juni 2016, 18:26

Ich habe es nicht selbst ausprobiert und weiß nicht genau, ob es eine Lösung für deinen speziellen Fall wäre.
Aber in folgendem Tutorial zeigt Andrew Kramer zu Beginn, wie er eine Szene nach dem Tracking "normalisiert" um auf diese Weise "besser" 3D-Objekte in eine Szene einfügen zu können.

Ich weiß jetzt nicht wie sich das ganze verhält, wenn du Ebenen einfügst und ob es in deinem Fall überhaupt was bringt. Aber vielleicht liefert es zumindest einen weiteren Ansatz.

Marcus Gräfe

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Samstag, 25. Juni 2016, 22:56

Danke für den Link. Ich habe mir das Tutorial soeben angeschaut und konnte einiges lernen. In einem anderen Shot habe ich derzeit tatsächlich das Problem, dass sich die 3D-Objekte nicht perfekt mit der Kamera bewegen, obwohl das Tracking sauber zu sein scheint. Ich denke, mit der Normalisieren-Methode müsste es möglich sein. Seltsamerweise hat bei mir AE noch nie Tiefeninformationen erkennen können, alle Trackingpunkte sind flach nach vorne gerichtet, als wenn diese auf der Kameralinse kleben.

Allerdings hilft mir das Tutorial bei dem in Post #1 beschriebenen Fall leider nicht weiter.

Ich konnte mittlerweile rausfinden, dass ich zumindest die Ausrichtung meiner Retuscheebene korrekt festlegen kann, indem ich die Ausrichtung der Kamera an der Startposition der Retusche übernehme (also auf die Retusche kopiere). Bei der Position konnte ich allerdings noch keinen Zusammenhang feststellen. Irgendwie muss man das aber doch berechnen können, wie die ideale Position sein muss.

Im Adobe-Forum gibt es einen Thread, den ich dummerweise gerade nicht mehr finden kann, der sich mit exakt dem selben Problem beschäftigt. Allerdings gibt es auch da bisher keine Lösung (und der Thread war schon alt). Dort hat aber scheinbar niemand die genaue Problematik verstanden.

LennO

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Sonntag, 26. Juni 2016, 17:54

Ich denke, mit der Normalisieren-Methode müsste es möglich sein. Seltsamerweise hat bei mir AE noch nie Tiefeninformationen erkennen können, alle Trackingpunkte sind flach nach vorne gerichtet, als wenn diese auf der Kameralinse kleben.


Wenn deine Trackingpunkte eigentlich in der Aufnahme/Realität Tiefe haben, ist dein Track falsch. Dann hat dir AE das eher als nodal pan, also Kameraschwenk, gesolved als als tatsächliche 3D Transformation. Ist das der Fall, ist dein 3d-Track ehrlich gesagt gleichwertig mit einem planar Track, bzw einem Corner-Pin, also ein 2d-Track. Liegen kann das daran dass du tatsächlich nur schwenkst in der Aufnahme, oder es viel zu wenig Parallaxe für einen ordentlichen Track gibt. Das Problem ist, dass du durch fehlende Tiefeninformationen in der Trackingpunkten, eigentlich keinerlei Ahnung hast wo in der Tiefe deine Retusche-Ebene liegen muss. Funktioniert aber dennoch dann soweit ok, sofern du sie in der Entfernung der Tracking-Punkte zur Kamera platzierst, sofern es ein Schwenk ist.



Ich konnte mittlerweile rausfinden, dass ich zumindest die Ausrichtung meiner Retuscheebene korrekt festlegen kann, indem ich die Ausrichtung der Kamera an der Startposition der Retusche übernehme (also auf die Retusche kopiere). Bei der Position konnte ich allerdings noch keinen Zusammenhang feststellen. Irgendwie muss man das aber doch berechnen können, wie die ideale Position sein muss.


Nein, es gibt keine "ideale" Position ausser der, die du für richtig hälst in der Tiefe. Logischerweise ist die Entfernung deiner Retusche-Ebene zur Kamera die Entfernung der Trackingpunkte, die auf der betreffenden Retusche Ebene liegen würden. Wenn es also eine Wand in der Ferne ist, in der Entfernung Wand-Kamera. Grundsätzlich ist es richtig die Transformation der Kamera zu übernehmen. Sowohl Rotation als auch Position. Nun bewegst du deine Retusche-Ebene solange entlang ihrer Z-Achse von der Kamera fort, bis sie in der korrekten Tiefe liegt, diese siehst du ja anhand der Trackingpunkte. Dann skalierst du sie hoch (oder kleiner) bis sie den Frame füllt. Durch die Transformation entlang Z liegt sich weiterhin in der richtigen Position, die Größe ist die schnell auf die Framegröße angepasst über den Scale.

Die andere Möglichkeit ist über Camera-Projection mit nem Licht – allerdings ist der Workflow leider für eine simple Projection in AE unglaublich ätzend, könnte ich aber beschreiben wenn gewünscht (wirst aber online auch Tutorials dazu finden).

Marcus Gräfe

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5

Sonntag, 26. Juni 2016, 19:38

Liegen kann das daran dass du tatsächlich nur schwenkst in der Aufnahme

Ja, es ist ein Schwenk.

Nun bewegst du deine Retusche-Ebene

Also wieder nach Augenmaß, oder? Ist nach wie vor ziemlich unpräzise, aber wenn es keinen anderen Weg gibt...

Ist sehr schade, denn beim 2D-Tracker geht das. Wenn ich da an die Ursprungsposition meiner Retuscheebene gehe und dort diese Ebene an mein Tracking-Nullobjekt hänge, bewegt sich die Retusche immer relativ zu dieser Position. Beim 3D-Tracking bewegt sich die Retusche aber leider relativ zum 1. Frame.

LennO

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Sonntag, 26. Juni 2016, 20:27


Also wieder nach Augenmaß, oder? Ist nach wie vor ziemlich unpräzise, aber wenn es keinen anderen Weg gibt...


Bei nem Schwenk wenn du keinen vernünftigen 3d-Track kriegst, ist das nun eher das geringste Problem, dein Track an sich ist schon nicht sonderlich akkurat, ein bisschen eye-balling sollte da drin sein. ;)


Ist sehr schade, denn beim 2D-Tracker geht das. Wenn ich da an die Ursprungsposition meiner Retuscheebene gehe und dort diese Ebene an mein Tracking-Nullobjekt hänge, bewegt sich die Retusche immer relativ zu dieser Position. Beim 3D-Tracking bewegt sich die Retusche aber leider relativ zum 1. Frame.


Ein 2d-Track und 3d-Track sind einfach grund verschiedene Dinge.

Ein 2d-Track ist auf die Dimensionen x und y beschränkt, und existiert in After Effects 2-dimensionalen Framegrößenbezogenen Bezugsystem. Selbst als 3d Ebene liegt das Tracker Null immernoch auf z=0. Wenn du auf Frame 100 eine andere Ebene an das Null parentest, bleibt sie dort wo sie ist. Machst du's auf Frame 1, natürlich auch. Ist aber was völlig anderes als ein 3d Track:

Du solvest mit einem 3d Track nunmal eine Kamera, welche eine beliebige Start und Endposition in XYZ haben kann, und auf jedem Frame dazwischen. Affter Effects macht annahmen darüber, was die schlaueste Startposition ist, sodass beispielsweise das, was AE als Boden interpretiert, in der XZ Ebene landet. Zwischen 3 Tracking-Punkten eine Ebene definieren kannst du ja, um das Bezugssystem so zu definieren, wie du es für deine Szene brauchst. Auch Nulls aus Trackinpunkten erstellen, um deine Szene händisch an für dich brauchbare Koordinaten zu bewegen. Deine "Retusche-Ebene" hat i.d.R eigentlich kein Equivalent im 3d Raum. Wenn es sich um eine Wand handelt, so liegen gewisse Trackingpunkte sicherlich auf dieser Wand, aber die Wand ist meistens nicht exakt Richtung Kamera ausgerichtet. Also sollte die Wand (halt die 3d Ebene) auch dort liegen, wo die Trackingpunkte liegen (meistens ist es ein Mittelwert zwischen verschiedenen Punkten da Tracking nunmal nicht exakt ist, nur exakt genug, wobei man schauen muss mit welcher Fehlertoleranz man leben kann. In AE hat man da sowieso ziemlich wenig bis garkeine Kontrolle drüber, was der Tracker für richtig hält). Koordinaten von den Trackingnulls übernehmen kannst du ja. Standardmässig liegt jede Ebene halt am Koordinaten-Ursprung, also XYZ 0 0 0. Dass dein zu retuschierendes Objekt GENAU Richtung Kamera zeigt, ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Grundsätzlich ist es für eine solche Retusche korrekter, deine Realaufnahme mit 3d-Cards (in anderen Programmen auch mit komplexerer 3d Geometrie) zu nachzustellen, und deinen Retusche-Patch aus Kamerarichtung wieder auf diese Ebene(n) zu projizieren. Alles andere funktioniet nur bei nem Schwenk. Und ein Schwenk liefert dir leider keine korrekten 3d dimensionalen Koordinaten. Deine Szene hat keine Tiefe, und alle Trackingpunkte liegen auf einer Kugel um die Kamera herum.

Ich kenne zwar deine Aufnahme nicht, würde aber jetzt einfach mal in den Raum stellen dass du für dein Shot mit einem Planar-Track in Mocha besser bedient wärest, aber der 3d Camera Track funktioniert natürlich genauso – mit den o.g. Einschränkungen.

Da das Prozedere unhandlich, unmodern, und nervig in Worte zu fassen ist, hab ich dir mal ein Tutorial rausgesucht, welches einen Überblick über Camera-Mapping in AE bietet, für komplexere Fälle:


LennO

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7

Sonntag, 26. Juni 2016, 21:59


Also wieder nach Augenmaß, oder? Ist nach wie vor ziemlich unpräzise, aber wenn es keinen anderen Weg gibt...


Vergessen das ganz konkrekt zu beantworten: Nein, automatisch geht das nicht (macht auch keinen Sinn…). Aber unpräzise ist das auch nicht. Wenn du Translation und Rotation deiner Kamera auf die 3D Ebene übertragen hast, musst du die Ebene ja nur entlang Z verschieben (lokal Z der Ebene, also einfach am blauen Anfasser). Wenn es sich wirklich um einen reinen Schwenk handelt (d.h die Kamera darf auch wirklich nur Rotieren und sich keinen Milimeter bewegen (mit ner gewissen Toleranz…;))), ist es völlig egal wie weit die Ebene von der Kamera weg ist, sie muss halt nur davor liegen sodass du sie siehst. Ob 2, 1000 oder 15000 Einheiten entfernt - wurscht. Sie hat bereits die korrekte Position im Frame (also Bildmittig) und du musst sie nur auf die Comp-Größe skalieren. Das exakt zu treffen ist ja ne Sache von 3 Sekunden, einmal siehst du ja die Frameborder, meinetwegen auf 500%reingezoomt, plus du kannst den Originalframe auf die 3d Ebene legen, 50% Deckkraft und siehst sofort wenn du eine pixelgenaue Übereinstimmung hast.

Marcus Gräfe

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Montag, 27. Juni 2016, 19:57

Danke erstmal für die ausführlichen Erläuterungen.

dass du für dein Shot mit einem Planar-Track in Mocha besser bedient wärest, aber der 3d Camera Track funktioniert natürlich genauso

Unterscheidet sich Mocha sehr stark vom 2D-Tracker in AE? Denn der 2D-Tracker versagt da total. Auch wenn ich problemlos eine Stelle verfolgen kann, die Bewegung der Retusche ist völlig falsch (sicher dadurch, dass sich im Schwenk die Perspektive ändert). Ich habe es bei diesem Shot nun so gemacht (das ist allerdings nicht der, um den es eigentlich im Thread geht, sondern der mit der sich nicht perfekt mitbewegenden Ebene), dass ich noch mit einem weiteren Nullobjekt eine Korrekturbewegung mache. Ist immer noch nicht perfekt, aber reicht in dem Fall aus. Mehr Zeit kann ich da sowieso nicht reininvestieren.

Sie hat bereits die korrekte Position im Frame (also Bildmittig) und du musst sie nur auf die Comp-Größe skalieren

Das leider nicht — und im Prinzip ist das genau das Problem (jetzt geht's wieder um den Shot der Usprungsfrage). Wenn's wirklich nur das Skalieren wäre, wäre das wirklich in drei Sekunden gemacht. Aber welche Position soll ich denn einstellen? Denn unmittelbar nach dem Klick auf den 3D-Schalter springt die Ebene doch. Und nicht zuletzt durch die veränderte Ausrichtung, die ich von der Kamera übernehme, ist es eine ziemliche Frickelei, die Position UND gleichzeitig die Skalierung exakt zu treffen.

LennO

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9

Montag, 27. Juni 2016, 20:46


Unterscheidet sich Mocha sehr stark vom 2D-Tracker in AE? Denn der 2D-Tracker versagt da total. Auch wenn ich problemlos eine Stelle verfolgen kann, die Bewegung der Retusche ist völlig falsch (sicher dadurch, dass sich im Schwenk die Perspektive ändert). Ich habe es bei diesem Shot nun so gemacht (das ist allerdings nicht der, um den es eigentlich im Thread geht, sondern der mit der sich nicht perfekt mitbewegenden Ebene), dass ich noch mit einem weiteren Nullobjekt eine Korrekturbewegung mache. Ist immer noch nicht perfekt, aber reicht in dem Fall aus. Mehr Zeit kann ich da sowieso nicht reininvestieren.


Ja, AE's 2d Tracker sind Punt-Tracker. Halt eben ein Punkt, oder 4 Punkt für einen Corner-Pin. Die können oft versagen, oder einer der 4 Punkte für einen Corner-Pin ist nicht ständig zu sehen und sobald einer fehlt – pustekuchen mit dem Track und Handarbeit.

Ein Planar Track wie in beispielsweise Mocha ist etwas völig anderes. Durch eine Maske definierst du, welcher Pixelbereich getrackt werden soll. Alle Pixel in diesem Bereich werden getrackt, teilweise verdeckende Objekte damit auch ignoriert (und können ausmaskiert werden). Der Planar Track erzeugt eine Pseudo-3D Ebene anhand der Pixelbewegung, da, wie das Wort planar andeutet, alle Pixel die du trackst annähernd auf einer Ebene liegen sollten, und der Planar Track davon ausgeht dass sie es tun, und eine "best fit" 3D Ebene aufspannt deren Perspektivänderung der Gesamtveränderung des Pixelbereichs entspricht. Diesen Track kannst du in AE beispielsweise als Corner-Pin (die 4 Punkte entsprechen dabei der virtuellen 3d-Ebene aus Mocha) anwenden. Beispielsweise ideal für flache Dinge wie Wände, Schilder, Werbebanner etc. Allerdings kannst du auch alles andere planar tracken, hauptsächlich wird das halt, wie in Mocha, gerne für Rotoscoping benutzt.

Allerdings kommst du damit auch natürlich nicht immer ans Ziel. Welcher Track wann nötig ist, hängt von wirklich vielen Faktoren im Shot ab, und was genau gemacht werden muss.


Das leider nicht — und im Prinzip ist das genau das Problem (jetzt geht's wieder um den Shot der Usprungsfrage). Wenn's wirklich nur das Skalieren wäre, wäre das wirklich in drei Sekunden gemacht. Aber welche Position soll ich denn einstellen? Denn unmittelbar nach dem Klick auf den 3D-Schalter springt die Ebene doch. Und nicht zuletzt durch die veränderte Ausrichtung, die ich von der Kamera übernehme, ist es eine ziemliche Frickelei, die Position UND gleichzeitig die Skalierung exakt zu treffen.


Ich dachte das hattest du dir schon selbst erklärt, mit dem Position übernehmen, ich hatte dass dann in meiner Erklärung nochmal um die Rotation und die Bewegung entlang Z ergänzt.

Nochmal Schritt für Schritt beschrieben.

Du hast eine 3D Ebene, diese liegt am Koordinatenursprung. Du hast eine Kamera. An Frame 100 möchtest du dass die Ebene Bildmittig vor der Kamera liegt in größe des Frames:

Dazu machst du folgendes:

1. Du kopierst die Position der Kamera an Frame 100 auf die Ebene.

2. Du kopierst die Rotation der Kamera an Frame 100 auf die Ebene.


Deine Ebene liegt jetzt auf der Position der Kamera und ihre Ausrichtung ist identisch mit der Kamera. Da sie "auf" der Kameraposition ist, kannst du sie nicht sehen. Du schiebst sie also von der Kamera fort. Dazu machst du folgendes:

3. Du wählst in der Draufsicht, oder eine anderen Perspektive, deine Ebene und bewegst sie entlang ihrer Z-Achse nach vorne. Der blaue Anfasser (wenn das Achsensapping aktiv ist wird dir ein kleines Z neben dem Cursor angezeigt, du musst den Pfeil in der Mitte treffen…). Ihr Ankerpunkt bleibt damit in der Bildmitte, da die Z-Achse der Ebene durch die übernommene Rotation der Sichtachse der Kamera ist. Da die Ebene im Frame mittig liegt, brauchst du sie nur noch skalieren, und wie ich bereits beschrieben habe, ist bei einem reinen Schwenk ihre Position entlang Z egal, schieb sie also einfach von der Kamera soweit fort, bis sie fast bildfüllend ist und dann skalier sie einfach hoch bis sie exakt den Frame füllt.

Übrigens mal als allgemeine Erklärung nochmal: Deine Ebene springt nicht. Ebenen liegen im After Effects Standardmässig halt am Koordinatenursprung. Es kann sein, dass deine Kamera bei Frame 1 zufällig genau auf diesen schaut, ist aber nicht immer der Fall je nachdem was der 3d Solver für richtig hält. Auf Frame 100 dann halt nicht. Was du getrackt hast ist halt die Kamera, und die bewegt/rotiert halt nunmal. Eine 3d Ebene im 3d Raum ist halt etwas völlig anderes, als eine 2D Ebene.

Mit den oben gennanten Schritten hast du auf Frame 100 das erreicht was du willst. Ob aber auf den Frames davor oder danach die Ebene an ihrer richtigen Position bleibt oder driftet hängt dann jetzt wirklich davon ab ob es ein reiner Schwenk ist. Wenn es ein reiner Schwenk ist, wird sie von Frame 1 bis Ende auf ihrem richtigen Fleck bleiben und nicht driften solange der Kameratrack korrekt ist. Wenn es aber kein reiner Schwenk ist, ist dein Track nicht ausreichend präzise genug und sie wird driften. Genauso, wenn die Kamera Translationswerte hat, da diese Ebene entlang der Kameratiefe auf Frame 100 halt eben nicht dem tatsächlich vorhandenen 3d Objekt entspricht, auf dass du deinen Retuschepatsch projezieren willst.

Aber deine Ebene dahin wo du sie haben willst (bildmittig und bildfüllend) bekommst du sie wie oben beschrieben.

Ob es noch an anderen Stellen in deiner Aufnahme hapert, kann ich dir dann tatsächlich nur sagen, wenn man das Shot sehen würde.

Ich hoffe die Erklärung ist nun verständlich - falls nicht, melde dich einfach nochmal, dann muss ich wohl n bisschen was malen oder screencapturen ;)

------

Kleiner Edit der dir vielleicht erstmal reicht und dich schneller ans Ziel führt als es fix "per Hand" zu machen (deine Ebene muss dabei einen Scale von 100% haben sonst wird sie zu klein oder groß im Bild):

Wähle deine 3d-Ebene aus, dann Ebene->Transformieren->In Ansicht zentrieren. Deine Kamera-Ansicht muss dabei aktiv sein.

Damit ist die Ebene auch zentriert und richtig skaliert im View, ihre Ausrichtung aber noch nicht.

Dann kannst du einfach die Rotation der Kamera übernehmen. Entweder per Kopieren & Einfügen (zu Empfehlen) oder folgendermaßen, allerdings versagt die Methode recht schnell und artet in mehr Arbeit aus, dennoch mal der Vollständigkeit halber:

Dafür könntest du Unter Ebene->Transformieren->Automatische Ausrichtung... "Auf Kamera ausrichten" wählen. Dann ist sie richtig orientiert. Dann musst du allerdings nochmal in den Dialog und die Auto-Ausrichtung auf "Keine" stellen, damit sie sich nicht weiter automatisch auf die Kamera ausrichtet. Eigentlich sollte sie dann so orientiert bleiben wie sie ist… tut sie aber nicht, da musst du dich bei Adobe beschweren. Allerdings kannst du sie dann dublizieren, für das Dublikat die Ausrichtung auf Keine stellen, und dann die beiden Ebenen über die Rotation der nicht ausgerichteten Deckungsgleich bekommen. Allerdings versagt das Ausrichten bei bestimmten Winkeln, also bitte mit Vorsicht genießen und evtl lieber per Hand machen. Zumal Rotationen matchen deutlich fummeliger ist als Scale…

Das erledigt im Endeffekt das selbe wie Rotation und Position kopieren, Bewegen und skalieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »LennO« (27. Juni 2016, 22:07)


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EvilMonkey, Marcus Gräfe

LennO

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Dienstag, 5. Juli 2016, 15:47

Hat dich das jetzt weitergebracht? Kurzes Feedback wäre nett ;)

Marcus Gräfe

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Dienstag, 5. Juli 2016, 18:46

Sorry, dass ich noch nicht geantwortet habe. Nur dummerweise habe ich derzeit keine Gelegenheit, die Infos aus deinem Post zu testen/anzuwenden. Ich weiß noch nicht, wann ich dazu komme.

Auf jeden Fall vielen Dank für deine Mühe und Hilfe! Ich gehe davon aus, dass sich der Thread dann erledigt hat, werde mich aber natürlich noch zurückmelden, sobald ich genaueres weiß.

Ich denke aber, ich bin nun mit ausreichend Infos versorgt. ;)

Danke nochmals!

LennO

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Dienstag, 5. Juli 2016, 20:47

Alles klar. War nur neugierig, wenn man sich die Mühe macht n halben Roman zu schreiben, möchte man ja auch wissen obs hilft ;)

Marcus Gräfe

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13

Montag, 1. August 2016, 15:12

Wähle deine 3d-Ebene aus, dann Ebene->Transformieren->In Ansicht zentrieren. Deine Kamera-Ansicht muss dabei aktiv sein.

Damit ist die Ebene auch zentriert und richtig skaliert im View, ihre Ausrichtung aber noch nicht.

Dann kannst du einfach die Rotation der Kamera übernehmen. Entweder per Kopieren & Einfügen (zu Empfehlen)

Genau so habe ich es nun getestet — funktioniert tadellos!

Danke!

LennO

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Montag, 1. August 2016, 16:07

Bitte!