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Arya

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Freitag, 10. Mai 2019, 22:41

Kompressionsartefakte bei Farbübergängen / Banding

Hallo,

ich bearbeite zurzeit Videomaterial von Zeichentrickfilmen. Was Kompression/Codecs angeht hab ich noch nicht viel Erfahrung und habe folgendes Problem:
Auch bei relativ hoher Qualitätseinstellung (libx264, VBR, 95% Qualität) sind bei kontinuierlichen Farbübergängen (besonders von dunklen Bereichen) nach der Kodierung Felder mit diskreten Farben zu sehen, abgeteilt durch unschöne Wellenlinien (siehe Anhang, oben vor, unten nach Kompression). Bzw sind diese Farbfelder auch schon vorher zu sehen, wenn auch nicht so ausgeprägt.

1) hat jemand Links wo man sich genauer zu dieser Art Artefakt informieren kann?
2) weiß jemand, mit welcher Art Kompression man solche Artefakte minimieren kann?

Ich verwende Shotcut.

Für Antworten bin ich dankbar!
»Arya« hat folgendes Bild angehängt:
  • vgl.png

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arya« (15. Mai 2019, 19:17)


Monitor

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Samstag, 11. Mai 2019, 09:53

Grundsätzlich treten bei jeder Neukodierung Verluste auf, die sich aber durch geeignete Exporteinstellungen in Grenzen halten lassen.

Da ich dein Programm nicht verwende, kenne ich dessen Möglichkeiten nicht, auch hast du keine Angaben über die technischen Videoeigenschaften des Filmes in Gegenüberstellung "Vorher - Nachher" gemacht. Um etwas genauer auf das Problem eingehen zu können, wäre eine solche Gegenüberstellung erforderlich. Ich verwende zur Analyse das Tool MediaInfo, wobei die "Ansicht - Text" alle Eigenschaften in Listenform ausgibt.

Tiger

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Samstag, 11. Mai 2019, 13:04

Die Artekfakte nennen sich "banding", das tritt auf, wenn für die Darstellung eines Farbverlaufs zu wenig Farben zur Verfügung stehen. Statt einem Verlauf entsteht ein "Treppeneffekt" aus diskreten Farben. Helfen kann eine geringere Kompression (= höhere Bitrate), bessers Farb-Subsamling und mehr Bittiefe. Möglicherweise ist das Problem aber gar nicht der Ausgabe-Codec sondern die interne Farbverarbeitung in der Software. Solche Fehler können auch durch interne Rundungsfehler entstehen. Probier doch mal einen unkomprimierten Codec zur Ausgabe, wenn das Problem dann immernoch auftritt, liegt es an der Software selbst.

Arya

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Mittwoch, 15. Mai 2019, 12:18

Vielen Dank für die beiden Antworten!

Ich bin jetzt von Shotcut auf AviSynth umgestiegen, und hab aus den Rohdaten (PNG Bilder) eine Avi-Datei mit 24 bit RGB erzeugt.
Soweit so gut! Kein verstärktes Banding vorhanden!

Wenn ich allerdings den Farbraum wechsle und das Video als Avi-Datei in z.B. 4:4:4 planar YCbCr (YV24) speichere, ist wieder verstärktes Banding sichtbar.

Gleiches passiert, wenn ich die 24 bit RGB Avi-Datei mit x264.exe encodiere (per Kommandozeile).
Dabei kommt die Meldung:
resize [warning]: converting from bgra to yuv420p
und es tritt danach ebenso Banding auf.

Also ist das Problem anscheinend die Konvertierung des Farbraumes, oder?

Wie kann ich also am besten den Farbraum umwandeln ohne dass verstärktes Banding auftritt?
(edit: vielleicht Dithering?)

Arya

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Mittwoch, 15. Mai 2019, 16:03

fast fertig

Okay, ich hab die Konvertierung zu YV12 mit Dithering hinbekommen, und es sieht auch schon ganz gut aus.

Da bleibt mir nur noch ein letztes Problem:
Wenn ich die mp4 nun mit VirtualDub öffne sieht es ein Stück besser aus als wenn ich dieselbe mp4 mit Windows Media Player öffne.

In VirtualDub sind die Farben satter/kräftiger, und das Banding ist weniger stark ausgeprägt.
Weiß jemand, woran das liegen könnte?





falls nötig hier die Infos zu der fertigen mp4-Datei:


Format : MPEG-4
Format-Profil : Base Media
Codec-ID : isom (isom/iso2/avc1/mp41)
Dateigröße : 4,38 MiB
Dauer : 10s 0 ms
Gesamte Bitrate : 3 672 kb/s
Kodierungs-Datum : UTC 2019-05-15 13:06:31
Tagging-Datum : UTC 2019-05-15 13:06:31
Kodierendes Programm : Lavf58.17.100

Video
ID : 1
Format : AVC
Format/Info : Advanced Video Codec
Format-Profil : High@L5.1
Format-Einstellungen : CABAC / 16 Ref Frames
Format-Einstellungen für CABAC : Ja
Format-Einstellungen für RefFrames : 16 frames
Codec-ID : avc1
Codec-ID/Info : Advanced Video Coding
Dauer : 10s 0 ms
Bitrate : 3 670 kb/s
Breite : 1 920 Pixel
Höhe : 1 080 Pixel
Bildseitenverhältnis : 16:9
Modus der Bildwiederholungsrate : variabel
Bildwiederholungsrate : 9,000 FPS
minimale Bildwiederholungsrate : 8,997 FPS
maximale Bildwiederholungsrate : 9,001 FPS
ColorSpace : YUV
ChromaSubsampling/String : 4:2:0
BitDepth/String : 8 bits
Scantyp : progressiv
Bits/(Pixel*Frame) : 0.197
Stream-Größe : 4,37 MiB (100%)
verwendete Encoder-Bibliothek : x264 core 157 r2969 d4099dd
Kodierungseinstellungen : cabac=1 / ref=16 / deblock=1:1:1 / analyse=0x3:0x133 / me=tesa / subme=11 / psy=1 / psy_rd=0.40:0.00 / mixed_ref=1 / me_range=24 / chroma_me=1 / trellis=2 / 8x8dct=1 / cqm=0 / deadzone=21,11 / fast_pskip=0 / chroma_qp_offset=-2 / threads=12 / lookahead_threads=3 / sliced_threads=0 / nr=0 / decimate=1 / interlaced=0 / bluray_compat=0 / constrained_intra=0 / bframes=16 / b_pyramid=2 / b_adapt=2 / b_bias=0 / direct=3 / weightb=1 / open_gop=0 / weightp=2 / keyint=250 / keyint_min=9 / scenecut=40 / intra_refresh=0 / rc_lookahead=60 / rc=crf / mbtree=1 / crf=10.0 / qcomp=0.60 / qpmin=0 / qpmax=69 / qpstep=4 / ip_ratio=1.40 / aq=1:0.60
Sprache : Englisch
Kodierungs-Datum : UTC 2019-05-15 13:06:31
Tagging-Datum : UTC 2019-05-15 13:06:31
Codec configuration box : avcC





Im Anhang ist der Vergleich zwischen meinen verschiedenen Bearbeitungsschritten:
1) ursprünglich aus der Videodatei extrahierter Frame
2) und 3) manuelle Bearbeitung mit Photoshop
4) verworfene Enkodierung wegen Banding
5) fertige mp4 mit VirtualDub
6) fertige mp4 mit Windows Media Player
»Arya« hat folgendes Bild angehängt:
  • vgl4.png

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