Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Tofuhuehnchen

Registrierter Benutzer

  • »Tofuhuehnchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 127

Dabei seit: 21. Juni 2015

Hilfreich-Bewertungen: 2

  • Private Nachricht senden

1

Dienstag, 16. Januar 2018, 21:28

Tipps für einen weicheren Schnitt

Servus Leute,

ich spiele mich grade mit einigen Testaufnahmen meiner GH4 und wundere mich über meine recht aprupten bzw. "harten" Schnitte.
Habt Ihr Tipps wie man Schnitte so einsetzt, dass diese nicht so stören bzw. wie man diese "weicher" kriegt?


Danke schonmal im Vorraus

Euer Tofuhuehnchen
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Davinci

Registrierter Benutzer

  • »Davinci« ist männlich

Beiträge: 44

Dabei seit: 12. Oktober 2015

Wohnort: Reutlingen

Hilfreich-Bewertungen: 5

  • Private Nachricht senden

2

Mittwoch, 17. Januar 2018, 00:58

Auf die schnelle fallen mir da gleich ein paar ein, wenn ich dich richtig verstehe.
1. im Schnittprogramm einen Übergang (Transition) einfügen (geht eigentlich bei allen, außer bei ganz rudimentärer Software)
2. mit der Bewegung schneiden. Das heißt man schneidet zwei Clips hintereinander, welche die selbe Bewegung im Bild haben. (Kamerabewegung horizontal/vertikal/usw.; Bewegung im Bild; usw.)
3. im Schnittprogramm eine kurze Bewegung ins Bild bringen (z.B. Zoom oder Kameraschwenk). Man könnte z.B. in den 1. Clip ein paar Frames vor dem Cut plötzlich ins Bild reinzoomen und dann bei dem Clip danach genau das selbe am Anfang machen.
4. mit Slomotion/Zeitraffer arbeiten (gehört eig auch zu 1.). Damit meine ich, dass man z.B. die Mitte des 1. Clips verlangsamt, dann kurz vor dem Cut eine sogenannte Speedramp einbaut, man das Video also plötzlich schneller werden lässt und dann im zweiten Clip es genau umgekehrt macht. (zuerst ganz schnell, dann wieder normal oder wenn du kannst/willst Slomotion)

Hilft das? Oder wolltest du eig. was anderes wissen? ;)

Es hat bereits 1 registrierter Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

Tofuhuehnchen

Tofuhuehnchen

Registrierter Benutzer

  • »Tofuhuehnchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 127

Dabei seit: 21. Juni 2015

Hilfreich-Bewertungen: 2

  • Private Nachricht senden

3

Mittwoch, 17. Januar 2018, 19:49

Servus Davinci,

danke für deine ausführliche Antwort. :)
Du hast mich richtig verstanden - genau sowas wollte ich wissen. ;)

Ein paar Punkte sind mir noch unklar und ich b in mir nicht sicher ob ich verstanden habe was du meinst:

zu 1) Du meinst damit die Überblendungen wie zB dass ein Bild ins andere übergeht?

zu 4) Hmmm...du meinst sowas in der Art oder(Sekunde 7 - 12):


So..um diesen Clip geht es konkret(Upload hat gestern nicht funktioniert): test.mp4
Abgesehen, dass die Qualität grottig ist, ist die Austeige-Sequenz total abgehakt...das habe ich gemeint als ich sagte die Schnitte sind so aprupt/hart. :)


lg
Euer Tofuhuehnchen
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Bluescreen

Registrierter Benutzer

  • »Bluescreen« ist männlich

Beiträge: 65

Dabei seit: 8. April 2014

Wohnort: Frankfurt

Hilfreich-Bewertungen: 14

  • Private Nachricht senden

4

Mittwoch, 17. Januar 2018, 23:04

Zerlegen wir deine Szene mal in kleine Bewegungsabläufe.
Konkret heißt das bei dir:

Einstellung 1: Totale, das Auto kommt zum stehen
- Schnitt -
Einstellung 2: Halbtotale, sie öffnet die Tür
- Schnitt -
Einstellung 3: Close-up, sie streckt den Fuß heraus
usw.

Der Grund, warum die Schnitte in deinem Video so abrupt erscheinen (insbesondere die bei 0:07 und 0:11), ist, dass sich eine Bewegung immer jeweils ausschließlich innerhalb einer Einstellung befindet. Du filmst also immer eine kleine Bewegung nach der anderen.
Dadurch sieht die Szene sehr gestellt aus und die Gesamtbewegung wirkt nicht gerade flüssig.

Du kannst das jedoch vermeiden, indem du den Schnitt jeweils auf die Bewegung setzt, also z.B. so:

Einstellung 1: Totale, das Auto kommt zum stehen + sie beginnt bereits, die Tür zu öffnen
- Schnitt in der Bewegung -
Einstellung 2: Halbtotale, sie öffnet die Tür weiter, die Tür ist am Ende aber noch nicht komplett geöffnet
- Schnitt in der Bewegung -
Einstellung 3: Close-up, sie öffnet die Tür komplett und streckt den Fuß heraus


Sowas musst du natürlich schon beim Dreh beachten. Ich kann dir empfehlen, bei sowas immer den gesamten Bewegungsablauf (also ankommen + Tür öffnen + aussteigen) komplett aus drei verschiedenen Perspektiven zu drehen, damit du später flüssig und in der Bewegung hin und her schneiden kannst. ("Cut on Action")

Ich hoffe du verstehst einigermaßen, was ich meine.
Viel Erfolg!
Felix

Es hat bereits 1 registrierter Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

Tofuhuehnchen

Tiger

Registrierter Benutzer

Beiträge: 350

Dabei seit: 7. August 2016

Hilfreich-Bewertungen: 79

  • Private Nachricht senden

5

Donnerstag, 18. Januar 2018, 00:14

Abgesehen, dass die Qualität grottig ist, ist die Austeige-Sequenz total abgehakt...das habe ich gemeint als ich sagte die Schnitte sind so aprupt/hart. :)


Ich kann Bluescreen nur zustimmen, das Timing der einzelnen Clips passt nicht richtig zusammen. Ein weiteres Problem ist der Kontrast. Der Himmel bei 00:10 ist komplett ausgebrannt und damit eine mehr oder weniger weiße Fläche, die Autotür im nächsten Clip ist dagegen sehr dunkel. Diese Kontrastsprünge lassen die Schnitte sehr auffällig erscheinen. Eine Szene wirkt in sich viel geschlossener, wenn die einzelnen Einstellungen von Kontrast und Farbe nicht zu arg auseinander sind. Erste Maßnahme ist eine saubere Belichtung der einzelnen Aufnahmen, im Beispiel sieht vieles überbelichtet aus. Später kann man Kontrast und Helligkeit im Schnittprogramm noch etwas anpassen, um mehr Harmonie reinzbringen. Der nächste Schritt wäre ein künstlerisches Color Grading (immer in Verbindung mit einem entsprechend gestalteten Szenenbild/Production Design zu sehen), um einer Szene einen noch geschlosseneren Charakter zu verleihen. Der Schnitt an sich bleibt ein harter Schnitt, wird aber vom Zuschauer nicht mehr als solcher wahrgenommen. Überblendungen (Dissolves) sollte man nur bewusst an passenden Stellen einsetzen, sie stehen üblicherweise für größere Sprünge in der Geschichte. Das können Zeitsprünge, Rückblenden oder der Übergang zu einer imaginären- oder Traumszene sein. Heute werden Überblendungen gerne auch mal in anderem Kontext verwendet, die Erwartungshaltung des Publikums ist aber in der Regel auf die klassische Verwendung "konditioniert" und der wilde Einsatz von Überbleundungen führt dann zu unnötiger Verwirrung.

Es hat bereits 1 registrierter Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

Tofuhuehnchen

Davinci

Registrierter Benutzer

  • »Davinci« ist männlich

Beiträge: 44

Dabei seit: 12. Oktober 2015

Wohnort: Reutlingen

Hilfreich-Bewertungen: 5

  • Private Nachricht senden

6

Donnerstag, 18. Januar 2018, 23:53

Zu 1.) Genau das meine ich, aber wie Tiger schon erwähnt hat, setzt man weiche Übergänge eher selten ein.
Zu 4.) Genau, nur, dass danach halt die zweite Einstellung kommt die die Bewegung sozusagen "weiterführt". Aber ich denke du hast es verstanden.

Nun zu deinem Video:

Tiger und Bluescreen kann ich nur zustimmen. Die Bewegung in einer Einstellung in der nächsten unmittelbar weiterführen würde ich zu meinem 2. Punkt zählen und würde für eine flüssigere Abfolge der Einstellungen sorgen. Auch der Kontrast stellt ein Problem da und es würde den harten Schnitt denke ich auch noch mal ein Stück weicher machen, wenn das Bild dahingehend mehr harmonieren würde.

Was aber m.M.n. das größte Problem ist, ist der Winkel der einzelnen Einstellungen. Also die Position der Kamera zum Motiv, oder besser der Winkel aus der die Kamera auf das Motiv gerichtet ist. Der Winkel ist im Video in allen Einstellungen nahezu identisch. Dadurch werden die Schnitte sehr deutlich hervorgehoben, was du verhindern könntest, indem der Winkel jeder nachfolgenden Einstellung immer, sagen wir, um min. 30° von der davor abweicht (da gibt es bestimmt auch eine genaue Regel, die jemand mal aufgestellt hat, wie die 180°-Regel, aber was weiß ich :D). Ich hoffe ich konnte das einigermaßen gut erklären. Ich finde das immer schwierig ohne Beispiel :/

Es hat bereits 1 registrierter Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

Tofuhuehnchen

Tofuhuehnchen

Registrierter Benutzer

  • »Tofuhuehnchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 127

Dabei seit: 21. Juni 2015

Hilfreich-Bewertungen: 2

  • Private Nachricht senden

7

Freitag, 19. Januar 2018, 19:26

Servus Leute - bitte entschuldigt die späte Antwort.

danke für die vielen und vorallem ausführlichen Tipps und Hinweise. :)

Das mit dem starken Kontrast und der Überbelichtung ist mir ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen - scheint als müsste ich mich doch erstmal mehr mit ISO, Blende und WB beschäftigen bevor ich was filme. :(
Der von bluescreen erwähnte Ablauf beim Dreh ist mir auch schon in den Sinn gekommen. Ich gestehe dass hinter dem ganzen Clip keinerlei Planung oder Hirnschmalz dahinter steckt.
Ich habe mir gedacht ich probier die 96FPS der GH4 mal mit so einer Zeitlupen-Szene aus -> dass ich dabei nicht an das Original von Film Riot rankomme war mir klar, aber dass ich da offenbar gravierende Handwerkliche Fehler drinnen habe ist mir ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen.

Eure Ratschläge helfen mir schon sehr weiter - mittlerweile ist mir auch die sehr statische (es sind aber auch sehr wacklige Aufnahmen dabei) Kamera in den Szenen aufgefallen. Ich denke dass man grad bei einem eigenem Projekt oft "Betriebsblind" wird und sowas - grad als Anfänger - recht leicht übersieht.

Das mit den verschiedenen Winkeln ist auch ein verdammt guter Hinweis - ich hab mir den Film von dem ich die Inspiration zu dem Clip bekommen habe nochmal angesehen und da werden auch andere Winkel verwendet (nicht nur andere Einstellungen).


Mein Plan ist, das ganze nochmal mit Beachtung eurer Tips zu drehen und dabei besonders auf das Drehen von kompletten Bewegungen zu achten und auch die Belichtung halbwegs gut hinzubekommen(ich schätze vorher sollte ich mir ein Lichtkonzept für den ganzen Clip überlegen anhand dessen ich dann die Belichtung für die Szenen festlege).

Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte ich sollte die gesamte Bewegung(Auto fährt her, Sie öffnet die Türe, steigt aus, sieht sich um, Tür zu, etc..) nicht nur statisch aus mehreren Winkeln filmen sondern eventuell auch die Kamera dabei bewegen. Sprich zB. langsam mit der Kamera nach rechts fahren wenn Sie den Fuß rausgibt, oder an der Seite vom Auto entlang wenn Sie ausssteigt.

Danke an euch drei für die ganzen Tipps - ich habt mir echt geholfen! :)


Lg
Euer Tofuhuehnchen
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Tiger

Registrierter Benutzer

Beiträge: 350

Dabei seit: 7. August 2016

Hilfreich-Bewertungen: 79

  • Private Nachricht senden

8

Freitag, 19. Januar 2018, 21:02

scheint als müsste ich mich doch erstmal mehr mit ISO, Blende und WB beschäftigen bevor ich was filme


Bei der GH4 kannst du "Zebras" anmachen, dann siehst du im Display, wenn Stellen überbelichtet sind. Im Freien bei hellem Himmel wirst du das Problem bekommen, daß der Himmel selbst bei geschlossener Blende noch zu hell ist. Die Lösung heisst ND Filter, ohne ẃirst du bei Sonnenschein immer wieder Probleme bekommen. Beim ND Filter Kauf würde ich nicht sparen, es gibt Filter aus billigem Plastik, die haben häufig einen Farbstich. Also lieber paar € mehr ausgeben für gute Glasfilter. Zwischen zwei ähnlichen Einstellungen für eine Szene ändere ich wenn möglich die Belichtung dann nicht mehr, auch das sorgt für mehr Ausgewogenheit und macht den Schnitt einfacher.

Ein Problem bei der GH4 ist die mittelmäßige Dynamik. Wenn der Himmel korrekt belichtet ist, wird es in den Schatten schon wieder arg dunkel. Hier hilft nur, die Schatten aufhellen, entweder mit Reflektoren oder mit zusätzlichen Lampen. Relativ günstig ist ein Set aus Faltreflektoren, noch billiger sind ein paar Styroporplatten aus dem Baumarkt. Mehr Dynamik gibts mit dem V-Log Upgrade und einem externen 10 Bit Recorder, die Investition lohnt sich aber erst, wenn du die Kamera im aktuellen Zustand ausgereizt hast, Wunder vollbringt das Upgrade nicht.

Tofuhuehnchen

Registrierter Benutzer

  • »Tofuhuehnchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 127

Dabei seit: 21. Juni 2015

Hilfreich-Bewertungen: 2

  • Private Nachricht senden

9

Freitag, 19. Januar 2018, 21:08

An die Zebras habe ich auch schon gedacht - beim filmen im Freien werden mir wohl ND-Filter wirklich nicht erspart bleiben.
Das V-Log Upgrade habe ich schon angedacht - aber vorerst ohne externen Recorder.

Die Arbeiten an dem Clip waren eher spontan - eine Sache von ca 30min. Keine Reflektoren, kein Plan und kein Konzept - nur die Idee was ich machen will. Das hat wohl auch dafür gesorgt dass es ein solches Machwerk geworden ist.
Und ich weiß jetzt, dass ein Schulterrig nur Sinn macht, wenn man eine Schulterauflage hat. :D

Danke dir für diese Hinweise. :)
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Social Bookmarks