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tomaso75433

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1

Donnerstag, 11. Mai 2017, 12:22

Richtig Arbeiten mit LUTs

Hi liebe Communtiy,

ich bin recht neu im Bereich Filmen. Mich würde interessieren wie man richtig mit LUTs arbeitet.
In vielen YouTube Tutorials wird immer empfohlen ein LUT als Basis zur weiteren Verarbeitung zu verwenden. Also LUT und dann oben drauf noch bei bedarf eine Farbkorrektur.

Für mich würde aber mehr Sinn machen vorher das Footage mit einer Farbkorrektur alles zu vereinheitlichen. Also eine gleiche Basis zu schaffen.
Erst dann mit einem LUT ein passendes Mood (Stimmung) zu erzeugen.

Sehe ich das falsch? Wie geht ihr da vor?

Wäre für einen Tipp dankbar. Hänge da irgendwie und komm nicht weiter. Ich will einen guten Workflow für mich finden.

Danke!
Liebe Grüße
Tom

Tiger

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2

Donnerstag, 11. Mai 2017, 13:37

Kommt immer drauf an, was man erreichen will. Beim Bearbeiten von Log Footage kommt normalerweise zuerst eine LUT (Log->Rec.709) und dann wird das entzerrte Bild weiter bearbeitet. Künstlerische LUTs würde ich eher weiter hinten in die Bearbeitungskette setzen. Erst sollten alle Shots auf eine einheitliche Basis gebracht werden, dann wird per LUT die gewünschte Farbstimmung erzeugt. Eine LUT reduziert üblicherweise die zum Graden zur Verfügung stehende Datenmenge, nach der LUT kann man nur noch mit den übrig gebliebenen Rest-Daten arbeiten. Dadurch ergibts sich normalerweise aus der LUT selbst, wo man sie sinnvoll in der Kette platziert. Eine feste Regel gibt es aber nicht, richtig ist immer, was funktioniert und gut aussieht.

Grundsätzlich sind LUTs wie Tütensuppe. Man kann alles auch selber machen und hat dann die volle Kontrolle drüber. Wer mit der fertigen Mischung zufrieden ist, kann das machen. Die Gefahr ist aber, daß alles irgendwie gleich langweilig schmeckt und man lernt auch nicht wie es wirklich funktioniert. Ich verwende daher nahezu nie LUTs und bin lieber selbst kreativ. Ich habe schneller meine Bildvorstellung von Hand umgesetzt als eine passende LUT rausgesucht. Daher ist meine Empfehlung, lerne deine Tools und wie sie funktionieren und betrachte LUTs nur als Notlösung.

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joey23

tomaso75433

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3

Donnerstag, 11. Mai 2017, 18:31

Vielen Dank Tiger für die rasche Rückmeldung. Das hat mir weitergeholfen. Noch eine Frage: Log->Rec.709 verliert man da nicht wieder Bildinformationen?

Tiger

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4

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:26

Die Verluste halten sich an der Stelle in Grenzen (minimale Rundungsfehler), da die LUT nur die Helligkeitswert von der Log Kurve auf die Rec.709 Kurve mappt. In einer guten Software sollte das so gut wie verlustfrei ablaufen. Die komplette Farbinformation bleibt bei diesen LUTs erhalten. Bei vielen "look" LUTs werden Chroma Werte auf andere gemappt, z.B. wenn ein zweifarbiger Look erzeugt wird. Die übrigen Farben sind dann futsch und können auch nicht wieder nachträglich "reingedreht" werden. Viele Film Look LUTs komprimieren zusätzlich stark die Schatten, auch das lässt sich später kaum wieder rückgängig machen. Solche "krassen" LUTs gehören daher ans Ende er Nahrungskette.

Tofuhuehnchen

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5

Donnerstag, 11. Mai 2017, 20:15

Auch auf die Gefahr hin dass ich mich jetzt unbeliebt mache... aber was sind LUTs?
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Tiger

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6

Donnerstag, 11. Mai 2017, 20:33

LUT = Look Up Table, im Prinzip eine Tabelle mit der einem Wert ein neuer Wert zugewiesen wird. Ein Telefonbuch ist eine simple LUT, "Heinz Müller" wird z.B. "030 9837592837492875984735" zugewiesen. Bei LUTs zur Filmbearbeitung wird Jedem RGB Eingangswert ein neuer RGB Ausgangswert zugewiesen. Damit damit kann z.B. zwischen verschiedenen Farbräumen umgerechnet werden oder es können spezielle Looks erzeugt werden. Schnitt- und Color Grading Programme können solche LUTs importieren und auf das aktuelle Film-Bild anwenden.

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joey23, Zeitraffer

Tofuhuehnchen

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7

Donnerstag, 11. Mai 2017, 20:50

Servus Tiger,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort - jetzt weiß ich bescheid. Dankeschön! :)

lg
Euer Tofuhuhnchen
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Zeitraffer

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8

Freitag, 12. Mai 2017, 14:50

Hallo Tiger,

worin liegen noch weitere Untersciede zwischen "709" und RGB? Diese Auswahl gibt es zum Beispiel bei After Effects für den Export. Also fürs nachträgliche Colorgrading wäre 709 besser geeignet? Habe mal grob gelesen, daß beim 709 oder umgekehert die Farben "matter" sind bzw. für YT nicht kompatibel sind. Was ist daran wahr?

Tiger

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9

Freitag, 12. Mai 2017, 16:03

Der Export Farbraum wird immer danach gewählt, für was der Film produziert wird. HD Fernseher erwarten REC.709 Material, Computerbildschirme in der Regel sRGB, für digitales Kino gibts den DCI-P3 Farbraum. Für zukünftiges HDR Material steht REC.2020 in den Startlöchern, aktuell gibt es aber noch keine Displays mit denen man das vernünftig graden könnte. Bei Youtube wirds schwierig, schaut die Zielgruppe auf dem Fernseher oder am Computer? Im Zweifelsfall dürftest du hier mit sRGB relativ richtig liegen.

Für nachträgliches Color Grading ist keiner der Farbräume geeignet, fürs Grading solltest du immer Raw oder den unbearbeiteten Log Output (Prores/DNxHR) aus der Kamera abliefern. Der Ziel-Farbraum wird erst beim Grading bzw. beim Export festgelegt.

Hier ein paar Infos zu Farbräumen: http://www.burosch.de/technik/395-farbraum.html

Wichtig ist immer beim Farben bearbeiten, das Referenz-Display muss auch den gewünschten Farbraum darstellen können und muss entsprechend kalibriert sein. Sonst kann man sich die gesamten Überlegungen sparen.

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Zeitraffer

Zeitraffer

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10

Freitag, 12. Mai 2017, 18:06

Wenn ich testweise einen Clip aus After Effects per DNxHD als 709 oder RGB exportiere, sehe ich auf dem PC Bildschirm keinen Unterschied. Ich lese mal Deinen Link durch. Scheint sehr informativ zu sein... :)

Tiger

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11

Freitag, 12. Mai 2017, 18:17

Das könnte daran liegen, daß beide Farbräume die gleichen Primärfarben und den gleichen Weißpunkt (D65) verwenden, nur mit einer etwas unterschiedlichen Transferfunktionen. Auf einem guten Display sollte im direkten A/B Vergleich trotzdem ein minimaler Unterschied sichtbar sein.

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