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Kantiran

unregistriert

1

Donnerstag, 20. August 2009, 11:05

Deinterlacing - Richtiger Zeitpunkt

Hallo zusammen

Ich habe eine kurze Frage zum Deinterlacing: Wann in der Nachbearbeitung sollte dies idealerweise geschehen?

Momentan mache ich folgendes:
1. Aufnahmen
2. Capture auf den Computer
3. Schnitt
4. Kleinere Effekte (Filter, Korrekturen) und Musikunterlegung (Premiere)
5. Deinterlacing während dem Rendern (z.B. für MPEG2 -> DVD)

Allerdings habe ich das Gefühl die Effekte in Schritt 4 sind teils "ungenau", bzw. nicht mehr am richtigen Frame, nach dem Rendern.
Soll ich das Deinterlacing vor dem Schritt 3 oder 4 vornehmen?

Danke & Gruss
Kantiran

Marcus Laubner

unregistriert

2

Donnerstag, 20. August 2009, 13:34

Kann mir nicht so recht vorstellen, dass die Verschiebung von Effekten am fehlenden Deinterlacing liegen kann. Im Prinzip ist es aber egal, wann du das machst. Mein Programm deinterlaced das Material nach dem Capturen automatisch. Übrigens wenn du das Material auf DVD brennen willst, macht es keinen Sinn, das bei der Ausgabe deinterlacen zu lassen. DVD-Player übergeben das Bild immer im interlaced an den Fernseher. Du kannst also bei der Bearbeitung deinterlaced Material verwenden und dann mit Halbbildern rausrechnen lassen.

HTS_HetH

unregistriert

3

Donnerstag, 20. August 2009, 14:32

Das ist so nicht ganz korrekt. Auch wenn ein TV (vornehmlich die alten Röhrenfernseher natürlich) das Bild in Halbbildern anzeigt, so sieht man doch einen Unterschied, ob es sich um interlaced oder progressives Material handelt. Interlaced wirkt etwas flüssiger und mehr wie Video als progressives Material. Für einen szenischen Film würde ich also generell beim finalen Export progressiv ausgeben, um diesen typischen Videolook einzudämmen.

Zum Workflow selbst: Man kann ansich in der Tat komplett interlaced arbeiten und am Ende den finalen Export dann erst progressiv ausgeben (sprich Deinterlacing aktivieren). Da aber nicht jedes Schnittprogramm unbedingt einen sehr guten Deinterlacer hat, greifen viele hier auch auf die Methode zurück, ihr Material direkt nachdem Import erstmal in Virtual Dub in Verbindung mit AVISynth hochwertig zu deinerlacen, um die bestmögliche Qualität zu erhalten. Erst danach wird mit dem neu generierten Material dann gearbeitet. Wenn man allerdings Zeitlupen benutzen will, sollte man sich das interlaced Material erhalten, so kann man nämlich perfekt flüssige 50% Zeitlupen daraus generieren, etwas was bei Progressivmaterial nicht mehr geht.

Kantiran

unregistriert

4

Freitag, 21. August 2009, 14:10

Hallo zusammen

Danke für die informativen Antworten.
Da bin ich ja erleichtert das der Zeitpunkt des Deinterlacing nicht so wichtig ist.

Dafür spricht übrigens auch Folgendes:
Ich habe den Film nun auch noch mittels H.264 gerendert (fürs iPhone) und die Qualität ist viel besser.
D.h. die besagten Effekte sind sauberer.

Ich nehme an das meine Standard-Rendereinstellungen oder der verwendete DVD-Rohling nicht ideal waren.
Am besten rendere ich die DVD noch einmals und sehe mir das Ergebnis an.

Danke & Gruss
Kantiran

HTS_HetH

unregistriert

5

Freitag, 21. August 2009, 14:32

Zitat

Ich nehme an das meine Standard-Rendereinstellungen oder der verwendete DVD-Rohling nicht ideal waren.


Ein Rohling hat absolut keinen Einfluss auf die Qualität des Filmes darauf. Es sind digitale Daten, also entweder funktioniert der Rohling und man kann den Film schauen oder eben nicht. Die Bildqualität aber wird davon gar nicht beeinflusst ;)

Genesis

unregistriert

6

Samstag, 22. August 2009, 12:05

(...)
Zum Workflow selbst: Man kann ansich in der Tat komplett interlaced arbeiten und am Ende den finalen Export dann erst progressiv ausgeben (sprich Deinterlacing aktivieren).
(...)
Ich dachte immer, dass das für Operationen wie den Schnitt und Farbkorrektur und dergleichen gilt, aber nicht für solche, die direkt am Bild arbeiten, also z.B. Tracking?
Macht es nicht mehr Sinn, sein Material zu deinterlacen, bevor man es trackt?

Thom 98

unregistriert

7

Samstag, 22. August 2009, 12:13

Im Grunde schon. Doch meiner Erfahrung nach kann z.B. After Effects ganz gut mit interlactem Material umgehen und interpretiert das Material korrekt, sodass keine Streifen angezeigt werden und Tracking sehr gut möglich ist.

HTS_HetH

unregistriert

8

Samstag, 22. August 2009, 14:11

Exakt, auch Icarus zum Beispiel erkennt Interlaced Material und behandelt es entsprechend, so dass das vorherige Umrechnen nichts bringt. Ganz im Gegenteil sogar, wenn man schlecht deinterlaced führt dies zu einer faktisch veringerten Auflösung des Footage, wodurch gerade Tracking eher negativ beeinflusst werden könnte. Wie Thom98 schon sagt, AE kommt damit super zurecht, sodass dort auf keinen Fall vorher deinterlaced werden muss.

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