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Ephigenia Vlidd

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Samstag, 4. Juli 2020, 17:24

3 D ist ist das fotografieren von Dingen, die es gar nicht gibt (mit der richtigen Software)

Liebe Bildveränderer,

das Forum um den Bereich 3D ist ja nicht so doll frequentiert, wenn ich mir anschaue, dass der letzte Post 2018 geschehen ist.
Vielleicht kann ich das ja etwas beleben. Ich habe die Postings mal kurz überflogen und gesehen das 80% von Fragen und Antworten um das Programm Blender gehen.
Ist das so ein tolles Programm?
Ich weiß nicht, was ihr damit im Einzelnen macht, man soll darin auch Filme oder Film Stücke editen können. Den Edit-Part habe ich selber noch nicht ausprobiert, weil mir der Sinn dieser Übung nie ganz klar geworden ist. Filme schneidet man irgendwie am besten mit einem FilmSchnitt-Programm?Außerdem finde ich das Blender Programm super schwierig, weil tausend Kleinigkeiten in tausend Bereichen eingestellt werden müssen.
Das Ergebnis des eingebauten Render Programmes (von Render-Engine spreche ich hier nicht) ist auch mehr als mäßig, denn Blender ist eigentlich nicht für fotorealistische Wiedergabe ausgelegt, weder in der Bildbearbeitung noch beim Rendern. Ich lese dann ab und zu von Poser-Modellen und -Charakteren, die damit bearbeitet werden. Nun, das mag ich noch glauben, denn Poser ist auch zwar am Anfang der 3D@home-Bewegung ein sehr schönes Programm gewesen aber doch recht antiquiert.
Positiv ist natürlich, dass Blender kostenlos erhältlich ist. Ich finde Blender sehr allgemein veranlagt, es ist ähnlich wie einen Serien-PC von Media Markt zu kaufen, gebaut für den durchschnittlichen "Max Mustermann", und den für den FilmSchnitt oder 3D Bearbeitung einzusetzen...


Dies ist weit weg von einer Werbeveranstaltung, aber warum ladet ihr nicht mal DAZ Studio runter und schaut es euch als Alternative an? Funktioniert komplett anders als Blender aber nach einigen Tutorials auf YouTube werden viele Sachen deutlicher. Außerdem ist es ein lernendes Programm, das heißt ein Anfänger hat einen recht leichten Einstieg, auch wenn für mich die Tatsache, dass das Programm sich eines schönen Tages komplett verändert hatte als ich den PC einschaltete, mir einen Faustschlag in den Magen versetzte - endlich hatte ich es ein bisschen begriffen und jetzt das!


Das war aber schnell wieder vergessen.
Ich wende 3D Creation beruflich an, und kombiniere 3D mit Filmschnitt, sogar sooft wie möglich baue ich die 3D Möglichkeiten in Storyboards ein - mit grossem Erfolg. Ich habe aus diesem Grunde die verschiedensten 3D Programme ausprobiert, darunter auch recht teure Kaufprogramme. Mein Schwerpunkt liegt in der Gestaltung von Charakteren (also menschenähnlichen Schöpfungen) und in diesem Bereich ist DAZ Studio wirklich absolut top. Wenn der Computer dann noch über eine brauchbare Nvidia/GeForce - Karte verfügt, kannst Du in iRay rendern und mit entsprechend leistungsfähiger Apparatur ist es kein Problem um supertolle fotorealistische Renders zu machen.
Gleich dazu sei gesagt, wer Architekt oder Landschaftplaner ist, ist bei DAZ nicht so toll aufgehoben. Dafür ist es nicht gemacht - wer aber alles andere machen will, wie Städte/Häuser bauen, Fahrzeuge, Geräte und so weiter und ganz speziell die erwähnten Charaktere, wird nach kurzem ausprobieren nichts anderes mehr haben wollen.


Vllt probiert Ihr es einfach mal aus. Wenn ihr Fragen dazu habt könnt ihr Euch gerne an mich wenden.
Auf der anderen Seite würden mich aber auch Eure festgestellten Blender-Vorzüge interessieren. Ich benutze Blender zur Zeit nur als Conversationsprogramm für "ausgefallene" Extensions oder um .3DS oder .obj - Bestände in die Einzelteile zu zerlegen... :-)


Greets from the LowLands, Ephigenia Vlidd


[Created in DAZ-Studio 4.13.1. Beta, iRay-rendered op PC WIN 7, 32GB RAM watercooled, Renderzeit ca. 2,0 h -nicht voll ausgerendert]


*Topic verschoben in den 3D-Bereich!*
mfg. Ephigenia Vlidd | Ефигеня Влидд
ArtDirectrice @ n.a.m.e.s.-media NCV Amsterdam
Derzeitiges Filmprojekt: "A Murdered Nightmare" oder (auf NL) "Het Keukentafeltje van de Achtertuinse Weg"
The true&tragic story of Karla van Houten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (4. Juli 2020, 17:33)


Tiger

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Mittwoch, 8. Juli 2020, 15:20

Das Ergebnis des eingebauten Render Programmes (von Render-Engine spreche ich hier nicht) ist auch mehr als mäßig, denn Blender ist eigentlich nicht für fotorealistische Wiedergabe ausgelegt

Hast du dir Blender schon mal richtig angeschaut? Blender verfügt aktuell über zwei Render Engines, die beide fotorealistische Ergebnisse liefern können. Cycles ist ein Path Tracer und liefert absolut sensationelle Ergebnisse, vergleichbar zu kommerziellen Render Engines. Und Cycles ist genau auf fotorealistische, physikalisch korrekte Wiedergabe ausgelegt. Alternativ ist Eevee an Bord, eine Rasterisation Engine ähnlich wie in aktuellen Video Games. Auch damit bekommt man seht gute Ergebnisse, wenn auch mit technologiebedingten Einschränkungen gegenüber Cycles. Dafür ist Eevee extrem schnell und gerade im Filmbereich zu empfehlen, wenn man keine große Renderfarm hat und nicht ewig auf das Rendern einer Animation warten will. Man muss allerdings etwas mehr Vorarbeit leisten als bei einem Pathtracer (z.B. Global Illumination backen) da die Engine um schnell und effektiv zu sein mit einigen Tricks arbeiten muss. Wer mit beiden Engines nicht klar kommt, kann auch mit V-Ray, Octane oder anderen kompatiblen Engines arbeiten, Blender ist in der Beziehung relativ offen.

Ich arbeite selbst mit DAZ3D und Blender, man kann die Programme nicht wirklich vergleichen:

DAZ ist eher ein Spielzeug, man kann ohne große Vorkenntnisse aus fertigen Assets Szenen zusammenstellen. Der kreative Prozess beschränkt sich auf das Arrangieren der Assets, die man mehr oder weniger teuer im Store kaufen muss. Das ist ganz gut für Konzepte oder wenn man nicht die Zeit hat, selbst etwas zu modellieren. Dafür wird die Sache schnell recht teuer, vor allem wenn man für Spiele produziert, da dann die Interactive License jedes mal gekauft werden muss.

Blender kann im Prinzip das, was jedes andere professionelle 3D Paket auch macht. Man kann selbst beliebige Assets modellieren und mittlerweile auch richtig gut sculpten (ala ZBrush). Auch das ganze Rigging und Skinning ist sehr gut implementiert, in DAZ macht das keinen Spaß. Im Bereich Animation würde ich Blender 4 von 5 Sternen geben, man kann extrem viel machen und die Engine skaliert auch für große Projekte (siehe z.B. Blender open Movies), es fehlen aber noch ein paar Features wie Motion Path Editing. Aktuell haben Spezialprogramme wie Motion Builder da noch die Nase vorn, aber gerade in dem Bereich wird noch einiges kommen bei Blender. Für VFX Kram war schon immer einiges an Bord, neuerdings ist Mantaflow mit dabei und bietet hier noch deutlich schönere Simulationen als bisher. Rigid/Soft Bodies, Partikel und Hair Dynamics waren schon immer recht gut und auch der Bereich entwickelt sich ständig weiter. Fell lässt sich z.B. mit Hair Dynamics und dem neuen Principled Hair Shader in sensationeller Qualität simulieren (der Shader basiert auf dem Disney Shader z.B. aus Zootopia). Natürlich geht auch Filmschnitt in Blender, dafür gibt es aber tatsächlich besseres. In den Kernbereichen ist Blender dagegen was Preis/Leistung angeht absolut unschlagbar und auch im Vergleich zu 3DS oder Maya findet man kaum noch Lücken bzw. einiges kann Blender schon besser als die teuren Profipakete.

Fazit: Blender ist um Längen die flexiblere und umfassendere Software und durchaus für professionelle Produktionen geeignet (z.B. The Man in the High Castle), dafür ist die Lernkurve steil. DAZ ist deutlich einfacher aber im wesentlichen auf fertige Asset limitiert und eher kein Tool für ernsthafte Filmproduktionen. Dafür sind die fertigen DAZ Assets (z.B. Genesis 8) von recht hoher Qualität und können auch z.B. in Blender weiterverwendet werden. In Kombination wird dann schon wieder was draus.


Hier mal noch eine schöne Galerie mit Blender Artwork, von wegen kann nicht fotorealistisch:

https://blenderartists.org/tags/featured

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Arno, Ephigenia Vlidd

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Mittwoch, 8. Juli 2020, 17:19

Hallo
Tiger,


und
erstmal: WOOW! Ich habe mir die Galerie angeschaut und muss zugeben –
das hätte ich nicht erwartet/habe ich nicht gewusst!


Und
so wie ich Dich lese, hast Du sicherlich recht – man kann die
beiden scheinbar nicht vergleichen! Es scheint wirklich eine ganze
Menge Vorarbeit nötig zu sein bzw. ganz andere Kenntnisse als bei
DAZ, denn einige Begriffe in Deinem Text habe ich noch nie gehört.
Aber gerade das hat mich ja interessiert. Muss man in Blender denn
alles selber modellieren oder gibt's auch irgendwelche “Bausätze”?
Wenn ja, wie sehen die preislich aus? Denn Blender selbst ist ja wohl
gratis/Free- oder Shareware!?






Das
mit der “steilen Lernkurve” will ich absolut glauben, dennoch
habe ich mit ein paar von Deinen Darstellungen “Schwierigkeiten”
:-) (siehe unten)


Ich
habe ein Image beigefügt als Beispiel, einmal das Basismodell
“Isabis” von DAZ-Studio und dann das, was ich draus gemacht habe.
Allein die Jacke kannst Du mit etwas Geschick in 100 Variationen
darstellen – das Original war ein Hosenanzug in bedrucktem,
halbdurchsichtigen Fabric, auch das Fahrrad gab es natürlich schon
in einer Basis-Version.









Vielen Dank für
Dein Statement, ich werd mir Blender daraufhin nochmal genasuer
anschauen!





Mfg Ephi
mfg. Ephigenia Vlidd | Ефигеня Влидд
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Tiger

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Mittwoch, 8. Juli 2020, 19:18

Natürlich kann man auch in Blender mit fertigen Assets arbeiten, es können alle gängigen Formate importiert werden. Man kann auch DAZ Assets in Blender benutzen oder alle möglichen anderen Quellen wie Sketchfab, Chocofur, CGTrader, Turbosquid usw. Die Preise gehen von free bis mehrere hundert Euro je nach Qualität. Man kann aber auch from scratch alles selbst bauen oder Assets beliebig bearbeiten, d.h. nicht nur die Klamotten und Haare tauschen sondern das Mesh selbst editieren, neue Posen und Animationen bauen, Texturen und Shader basteln usw.

Ich verwende oft eine Mischung aus allem. Wenn ich ein paar Schuhe brauche, modelliere ich die nicht unbedingt, es gibt 1000e fertige Schuhe als 3D Modelle, die man oft nur noch etwas editieren muss. Ein individuelles Gebäude, das als Set Extension in real gefilmte Footage gecompt werden soll, baue ich dann in der Regel komplett selbst. Texturen nehme ich oft aus der Realität in dem ich passende Objekte abfotografiere. Für Animationen gibt es Bibliotheken wie Mixamo, manches mache ich per Editor, Animationen für humanoide Charaktere erstelle ich oft mit Motion Capture. Alles lässt sich in Blender zusammenführen und schön als Multi-Channel EXR rendern, passend für die jeweilige Compositing Applikation.