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[abgeschlossen] Das Reh

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AIR-MARKY

unregistriert

1

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 12:49

Das Reh

Titel: Das Reh

Beschreibung:

Ein Mann wird durch ein Foto, welches aus einem alten Buch fällt, von der Zeit (symbolisiert durch eine Uhr) eingeholt! "Kindheitstrauma"!?

Auf dem Bild ist der Mann zu sehen, als kleiner junge mit holen Augen und sein Opa mit einem erlegten Rehbock.

Dieses Bild reißt eine alte, längst vergessene Wunde wieder auf und ihm wird bewusst, daß er dieses für ihn schreckliche Erlebnis ein Tier zu töten, nie überwunden hat!

Langsam beginnt er sich an die traumatischen Geschehnisse zu erinnern und daran, daß auch noch Gegenstände von damals in dem Haus, das er von seinem Opa geerbt hat, irgendwo existieren!

Er beginnt danach zu suchen und wird gedanklich immer weiter in die alte Geschichte gezogen, mit schrecklichen Folgen!





Habe schon ein paar Test-Shots gemacht und Donnerstag wenn alles glatt läuft wird mit dem eigentlichen Dreh begonnen, wenn die Location steht.

Equipment: wird "nur" meine Samsung HD-Kompaktcam und evtl. eine Aktioncam sein, ansonsten selbstgebastelte Slider- und Steadycam, Stativ, Teleskop-Einhandstativ.

Geschnitten wird mit WMM, Musik von Michael Donner.

Inspiration: inspiriert wurde ich durch eine Geschichte, die mein Vater erlebte, als er mit seinem Vater auf Jagd ging und er durch diese Erlebnisse zum Tierfreund wurde, die "wahre" Geschichte ging aber besser aus als mein Film, nichtdestotrotz hat es ihn bis ins erwachsenen Alter nicht losgelassen!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »AIR-MARKY« (30. Dezember 2013, 19:44)


2

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 13:01

8| So ein Gewese wegen einem Reh??? (Kindheitstrauma??) Ich würde das ja verstehen, wenn er als Soldat im 2. Weltkrieg auf ein sich bewegendes Ziel geschossen hätte, das sich hinterher als Kind herausstellte, so was in der Art.

AIR-MARKY

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3

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 13:16

Wenn ich einen Teil des Filmes online habe, wirst du auf dem original Foto sehen, das mein Dad damals ungefähr vier Jahre alt war, du warst in dem alter vielleicht schon "abgebrühter", ihn hat das töten, ausnehmen, fellabziehen in dem alter wohl etwas geschockt, sodaß er als Mann nicht mal mehr ner Fliege was zu Leide tun konnte, respektiere bitte diese wahren Gefühle!

Für den Krieg war mein Dad (Jahrgang 1929) zu klein, aber hungern musste er auch und trotzdem hat er nichts von dem Wildfleisch meines Opas gegessen!

7River

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4

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 15:17

Sicher kann so etwas bei einem Kind ein Trauma auslösen. In dem Film „Das Schweigen der Lämmer“ war das doch ein Thema, wenn ich mich recht entsinne...
„Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen.“ -Jean-Luc Picard, Star Trek: Treffen der Generationen

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Mr. B

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5

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 16:05

8| So ein Gewese wegen einem Reh??? (Kindheitstrauma??) Ich würde das ja verstehen, wenn er als Soldat im 2. Weltkrieg auf ein sich bewegendes Ziel geschossen hätte, das sich hinterher als Kind herausstellte, so was in der Art.

Ich weiss ja nicht, wie es bei dir um den Respekt gegenüber dem Leben steht, aber bei mir würde das wohl heute noch ein Trauma auslösen ...

Finde ich ein gutes Thema und bin gespannt auf den Film ;)

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Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

7River

AIR-MARKY

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6

Freitag, 20. Dezember 2013, 16:17

So, also die ersten Dreharbeiten sind gemacht, technisch muß ich mich schon noch sehr verbessern, aber deshalb macht man ja so Dinge um besser zu werden und dabei zu lernen!

Mein Equipment wird wohl so schnell nicht professionell werden, aber ich hab mal irgendwo gelesen, man könne auch mit nem Handy nen guten, interessanten Film drehen. ;)

Auch die Story möchte ich noch ausbauen/ausdehnen, mittlerweile habe ich sogar schon so etwas wie ne kurze abgeschlossene Geschichte und würde sie euch auch gerne zeigen zum bewerten, auf der anderen Seite verrate ich damit alles und der längere Film wird dann wohl kaum mehr Spannung aufbauen können, weil ihr die Story ja dann schon kennt!

Was meint ihr, soll ich einen ersten kurzen First-Cut bereits online stellen oder lieber warten bis ich mehr habe? Dann ist aber das Problem, wenn ich grundsätzliche Fehler drin habe, könnte ich diese in der Langversion bereits vermeiden!

AIR-MARKY

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7

Samstag, 21. Dezember 2013, 07:46

Ach was soll's, hier schon mal die erste Version.

Mein eigentlich gedachter Hauptdarsteller, der meiner Meinung die viel bessere Besetzung gewesen wäre ist leider im letzten Moment abgesprungen und hat sich lieber hinter die Kamera verzogen, sodaß ich selbst "spielen" musste! :S

Musik muß ich noch besser an die einzelnen Cuts anpassen und mit Farbkorrektur (rotstichig) hab ich mich auch noch nicht beschäftigt!

Vielleicht lasse ich aber die Länge sogar und "verkünstel" die Geschichte nicht zusätzlich, sondern wende mich lieber neuen Projekten zu. Hab noch so viele Ideen ;)


7River

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8

Samstag, 21. Dezember 2013, 08:10

Der Anfang mit der Uhr war schön atmosphärisch. Auch die Kamerafahrt ans / „durchs“ Fenster sah gut aus. Bei der einen Szene ( 1:08) fiel Schatten auf den Darsteller. Aber letzten Endes fehlt dem Ganzen für eine Laufzeit von 3 Minuten die Substanz. Dass er sich am Ende das Leben nimmt, ist too much, finde ich.
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AIR-MARKY

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9

Samstag, 21. Dezember 2013, 08:38

Dass er sich am Ende das Leben nimmt, ist too much, finde ich.
Das ist ja jedem seine eigene Interpretation, vielleicht hat er ja nur mal wieder mit dem alten Gewehr aus dem Fenster in die Luft geballert und ist danach ruhig auf der Couch eingeschlafen. ;)

Black Cinema

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Mittwoch, 1. Januar 2014, 16:04

Ich muss sagen für dein Equipment ist es wirklich nicht schlecht! Die Kamerabewegung gefällt mir sehr gut! Die Musik wechselt aber noch zu abrupt. Da müssen die Übergänge noch etwas passender werden. Und das Geschauspieler sieht natürlich noch etwas aufgesetzt aus :)

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pascal

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11

Mittwoch, 1. Januar 2014, 16:34

Technisch fand ich es nicht gut. Inhaltlich war es auch weniger ansprechend. Klar der moderne Mensch ist recht verweichlicht und voll mit Idealen. Aber mit einer unpersönlichen Waffe auf ein Reh zu schießen wird in der Regel nicht zu Selbstmord führen. Der Mensch frisst sein Fleisch aus der Verpackung und fragt nicht woher es kommt, aber wenn man das Fleisch mal selber schießt kullern gleich die Tränen. Man sollte nicht vergessen dass die Tierwelt vom Töten lebt. Der Mensch gehört dazu. Hat mich nicht berührt.

Jannis74

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12

Donnerstag, 2. Januar 2014, 10:44

Auch die Kamerafahrt ans / „durchs“ Fenster sah gut aus.
Ist das dein Ernst?

7River

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13

Donnerstag, 2. Januar 2014, 11:28

Ich fand' die Szene halt atmosphärisch. Du hättest zu dem Film ja Deine versierte Meinung äußern können.
„Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen.“ -Jean-Luc Picard, Star Trek: Treffen der Generationen

14

Donnerstag, 2. Januar 2014, 11:43

Ohne deinen ersten Post gelesen zu haben, wo du den Hintergrund zu deinem Film erläuterst, verstünde man überhaupt nichts, null, nada, nothing!!! Der Film hat null Aussagekraft! Warum? Weil der Bogen totes Reh/Schockerlebnis in der Kindheit/Gewissensbisse die zum Selbstmord (?!) führen nicht gelingen kann! Nicht in drei Minuten und nicht in drei Stunden von James Cameron gedreht. Das Thema reicht bestenfalls für einen Imagefilm für einen Vegetarierverein, etc. - Kindheitstrauma, Erinnerung, Griff zum Laptop, meldet sich beim Kochkurs fürs vegetarisches Kochen an, oder so ähnlich. Das ist nachvollziehbar, ein Suizid ist völlig absurd!! Maximal denkbar bei einem Kriegsveteranen, der Zivilisten umgebracht hat und nun von Selbstzweifeln zerfressen wird. Aber (und ich wiederhole meinen ersten kritischen Post): wegen einem Reh????
Schade drum, denn filmtechnisch finde ich einiges recht gelungen, ok, die Kamerafahrt ist doch recht wackelig und insgesamt sind einige Wackler drin, aber der Filmlook und die Anmutung, der Schnitt auf die Musik und die Atmosphäre insgesamt haben mir gut gefallen. Sieh das als Fingerübung zum Erfahrung sammeln und gut is...

Jannis74

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15

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:30

Wenn es gewünscht ist, dann hier meine versierte Meinung zu dem Film :)

der Film sieht mir ziemlich dahingeschustert aus.


Die Beschreibung des Inhaltes lässt erstmal viel erwarten und bildet letztlich die Bewertungsgrundlage für die technische Umsetzung:


"Dieses Bild reißt eine alte, längst vergessene Wunde wieder auf und ihm
wird bewusst, daß er dieses für ihn schreckliche Erlebnis ein Tier zu
töten, nie überwunden hat!

Langsam beginnt er sich an die traumatischen Geschehnisse zu erinnern
und daran, daß auch noch Gegenstände von damals in dem Haus, das er von
seinem Opa geerbt hat, irgendwo existieren!

Er beginnt danach zu suchen und wird gedanklich immer weiter in die alte Geschichte gezogen, mit schrecklichen Folgen!"


Wo erkennt man dass diese längst vergessene Wunden aufgerissen wird? Der Darsteller guckt in der Gegend rum, als würde er sich überlegen welche Pizza er sich beim vom Pizzabringdienst bestellen soll.
Emotionen werden durch entsprechendes Acting UND entsprechender Kameraeinstellung (Close-up) dargestellt und mit entsprechender Musik untermalt.
"Langsam" beginnt er sich zu erinnern? Nee... da erinnert sich niemand "langsam". Der Suizid ist nicht nachvollziehbar, aber nicht, weil wie gesagt wurde der Tod des Rehs zu profan ist. Sondern weil das Trauma nicht entsprechend herausgearbeitet wurde. Bei "Schweigen der Lämmer" wurde es in zwei Stunden herausgearbeitet, aber es führte trotz aller Nachvollziehbarkeit eben nicht zum Suizid.


Neben der schwachen Umsetzung der Geschichte sind die technischen Mängel ein weiterer Punkt der mich stört.

Bei 0:18 wurde beim Schnitt nicht akurat gearbeitet so dass ca. 2 Frames von einer anderen Einstellung dazwischen gerutsch sind, Absicht kann das kaum gewesen sein.
Bei 1:06 bis 1:07 sieht man den Schatten der Kamera mit Videoleuchte oder Monitor an der Wand.
Bei 1:08 bis 1:09 wirft der Kameramann komplett Schatten auf den Darsteller. Die Einstellung ist zudem extrem schlecht - Kamera schafft es nicht die Person entsprechend einzufangen.
Bei 1:59 wieder Schatten des Kameramanns zu sehen.
Insgesamt zuviele sinnlose und langweilige und schlechte Kameraeinstellungen und -fahrten. Ist es wirklich nötig den ganzen Weg vom Sofa bis zum Schrank in der oberen Etage zu filmen, vor allen in fast einer einzigen Einstellung, die dann noch schlecht umgesetzt wurde? Die mit Wollsocken bekleideten, Stufen erklimmenden, Füße des Hauptdarstellers sind nicht gerade spannend. Auf den Weg zurück zum Sofa zurück wurde glücklicherweise verzichtet. Die Einstellung der letzte Szene, die die Dramatik des Films ausmachen soll besteht zu 50% aus einem häßlichen Teppich - das kanns doch wohl nicht sein!

Ich bleib dabei, der Film wurde zusammen geschustert, nach dem Motto "ich hab ne Videokamera" und bin jetzt Filmemacher.

16

Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:48


Ich bleib dabei, der Film wurde zusammen geschustert, nach dem Motto "ich hab ne Videokamera" und bin jetzt Filmemacher.
Eine fundierte Kritik, bei der auch ich noch was lernen konnte. ;) Der letzte Satz ist jedoch persönlich, unsachlich und hinterlässt in deinem hilfreichen Post einen schlechten Nachgeschmack .. :huh:

Mr. B

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17

Freitag, 3. Januar 2014, 00:45

So, da der Film hier ja rege diskutiert wird (irgendwie wird Werken dieser Art hier häufig mehr Aufmerksamkeit geschenkt, siehe der Schlitzer von Hobbyfilm ^^ ), habe ich ihn mir jetzt endlich auch mal angesehen und muss mich den eher kritischen Meinungen anschliessen.

Der Film hat eigentlich überhaupt keinen Inhalt. Der Protagonist findet ein Foto und erschiesst sich - das wars. Ich habe zwar zuvor geschrieben, dass mich ein solches Jagderlebnis durchaus auch etwas verstört hätte (und auch heute, würde ich kein Reh töten wollen), aber der Selbstmord als Reaktion auf eine längst vergessene Tat wie diese, ist nicht nur völlig realitätsfremd, sondern lässt auch Spekulationen zu, dass beim Betrachten des Bildes vielleicht eher ein traumatisches Erlebnis im Zusammenhang mit seinem Opa (Belästigung o.ä.) zu Tage gefördert wurde.

Aber mal der Reihe nach:

Zu Beginn des Films wird eine Uhr gezeigt, das Ticken dazu läuft nicht synchron mit dem Zeiger (auf sowas unbedingt achten, ist ja wirklich nicht schwer, die Soundspur darauf anzupassen). Die Uhr ist schwarz-weiss, der Rest des Films farbig, ausserdem hat die Uhr keine Bedeutung für die Handlung oder scheint sonst irgendeinen Sinn zu haben. Eine solche Szene muss einen Zusammenhang zum Film haben, sonst sollte man sie weglassen. So wirkt es, als wäre die Uhr nur drin, weil es cool aussieht.

Kurz nach dem Titel wird schon das Auffinden des Fotos gezeigt und später dann die gleiche Szene nochmal. Das scheint ein Versuch zu sein, durch Foreshadowing Spannung zu erzeugen, macht aber reichlich wenig Sinn, da das Foto an sich kaum eine dunkle Vorahnung hervorruft. Ein rauchender Gewehrlauf oder Bluttropfen am Boden wäre ein Foreshadow - da würde man sich als Zuschauer fragen, was denn hier nun geschehen ist und möchte weitersehen. Auch ein geschockter Blick des Protagonisten, ohne das Bild zu zeigen (sonst ist man nicht mehr gespannt darauf zu erfahren, weshalb er so geschockt ist) hätte ev. genügt.
Danach wackelt jemand ein bisschen mit der Kamera in der leeren Wohnung rum, eine unnötige Szene, die dem Zuschauer bloss eines verrät: Du hast weder Steadycam noch Dolly.

Nach etwa einer Minute belangloser Szenen kommt der eigentliche Film. Ein Typ macht ein Buch auf, nimmt ein Foto raus, über das der Zuschauer rein gar nichts erfährt, und erschiesst sich dann grundlos.
Dazwischen schaut er in kurz in die Luft und (wie ein Vorposter so treffend bemerkte) überlegt sich, welche Pizza er nun bestellen sollte. Er wirkt weder traurig, noch geschockt.
Die eigentliche Handlung wäre hier doch gewesen, zu zeigen was damals geschehen und wer der Junge und wer der alte Mann daneben ist. Man hätte zeigen können, was damals so dramatisches vorfiel, dass das Foto im Protagonisten schlechte Erinnerungen hervorruft. Schlussendlich hätte der Protagonist das Foto nachdenklich weglegen und den Rehbraten von seiner Einkaufsliste streichen können.

Jeder fängt mal klein an, und auch mein aktueller Film „Trabant B12“ (den du gerne im entsprechenden Thread kritisieren darfst:D ) bietet eigentlich noch nicht genug Inhalt für seine Laufzeit bzw. geht zu wenig tief und man erfährt zu wenig über die Charaktere. Aber mit jedem Film lernt man dazu und wenn du ev. zuvor Feedback zur Story einholst und dir gründlich überlegst, ob die Story plausibel ist, man alle wichtigen Informationen hat, ohne eine Beschreibung lesen zu müssen und die Charaktere ordentlich Tiefe haben, vielschichtig sind und im Film ev. gar eine (plausible) Wandlung durchmachen, so wird der Film gleich viel besser.

Ausserdem wichtig zu merken: jede Szene die nicht absolut notwendig ist muss raus! Grosse Kinofilme sind im ersten Schnitt meist 4 bis 8 Stunden lang, am Schluss wird im Kino aber bloss ein 1.5-Stünder gezeigt, da der Zuschauer schlicht einschläft, wenn er belanglose Szenen sehen muss ;)
Deinen Film könnte man auf etwa 30 Sekunden kürzen ohne dass die Handlung leidet, ein wichtiges Indiz dafür, dass du von Beginn an mehr Handlung hättest schreiben sollen.

Hoffe die Kritik ist nützlich und nicht zu ehrlich – man lernt schnell und ich bin gespannt auf deinen Fortschritt.

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AIR-MARKY

unregistriert

18

Freitag, 3. Januar 2014, 07:49

Danke für die ausführliche Aufarbeitung, war ja sozusagen mein Erstlingswerk, in der ich versucht habe eine Geschichte einzubauen :D (Schuster bleib bei deinen Leisten heißt es so schön, wahrscheinl. mache ich wieder mehr Bikeclips)

Was mich noch interessieren würde, hier wird Wackeln der Kamera kritisiert und auch mein Anspruch wäre es ruhige Schwenks und Fahrten hinzukriegen, dabei sehe ich immer mehr Fernseh- aber auch Kinoproduktionen in denen gerade eine Wackelkamera scheinbar ein Stilmittel ist, warum? Wenn man sozusagen mit den Augen des "Bösewichts/Beobachters" sieht, z.B. hinter einem Baum/Fenster vorlugt, kann ich das nachvollziehen, aber ich hab schon und in letzter Zeit immer mehr ganze verwackelte Filme gesehen, auch in Szenen, in denen es überhaupt keinen Sinn macht und nicht nachvollziehbar ist und auch sehr stört beim ansehen!?!

Da frage ich mich als Laie natürlich warum benutze ich überhaupt noch ein Stativ und ähnliches, bitte klärt mich auf!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »AIR-MARKY« (3. Januar 2014, 08:41)


Jannis74

unregistriert

19

Freitag, 3. Januar 2014, 10:34

schau Dir mal die Bilder von Pablo Picasso an... bei einigen seiner berühmtesten Gemälde könnte der Laie dazu neigen zu behaupten "das soll Kunst sein - das kann ich auch". Tatsächlich war der gute Mann aber in der Lage nahezu fotorealistische Bilder zu malen und das ist genau der Punkt. Wenn du dein Handwerk zu 100% beherrscht und dich dann bewusst dazu entscheidest dieses oder jenes zu tun, dann ist es ein Stilmittel. Wenn ich einem Schimpansen ein Pinsel in die Hand drücke entsteht danach zwar vielleicht ein abstraktes Bild, aber mit Kunst hat das nicht viel zu tun.

Wenn jetzt irgendwelche teuren Filmproduktionen auf eine verwackelte Optik setzen, dann sicherlich nicht, weil dort Dilettanten am Werk sind oder sie sich kein Stativ oder keine Dolly/Steadycam leisten können, sondern weil es gewollt ist.

Die Fage ist was soll eine solche Optik ausdrücken. Ich selbst mag diese Optik nicht. Vor ein paar Jahren habe ich einen Kriegsfilm (Namen vergessen) im Kino gesehen und habe mich tierisch aufgeregt, dass die Kamera den kompletten Film über gewackelt hat. Das Resultat dieser Optik war eine Angespanntheit während des ganzes Films. Man sitzt eben nicht entspannt zurückgelehnt im Kinosessel sondern man ist näher dran am Geschehen. Die permanente Bedrohung welche die Soldaten in dem Film ausgesetzt waren war für die Zuschauer körperlich spürbar. Das ganze war zwar extrem nervig aber stimmig.

Wenn man sich vor Auge führt, dass die Kamera das Auge des Zuschauers darstellt, dann erklärt sich vieles von selbst:
Grundsätzlich wirkt eine unbewegte Aufnahme vom Stativ statisch und unnatürlich weil es nicht den Sehgewohnheiten entspricht (niemand starrt normalerweise so unbewegt auf eine Szenerie, wie es eine Aufnahme vom Stativ darstellt - ein Grund wieso Filme im Kino - im Vergleich zu Filme auf dem Fernseher - erlebt werden: weil aufgrund der Größe des projizierten Bildes die Augen und häufig auch der Kopf auf gerade interessanten Bereiche der Leinwand gerichtet werden, anstatt aus 5m Entfernung auf einen mickrigen Fernseher zu starren.)
Den normalen Sehgewohnheiten am ehesten entsprechen Aufnahmen mit dem Rig, welches natürlich trotzdem möglichst ruhig gehalten werden sollte. Die kleinen minimalen Veränderungen des Bildes werden bestenfalls unbewusst wahrgenommen als wirklich gesehen. Langsame Kamerafahrten wirken eher beruhigend, aber trotzdem natürlich. Hektische und verwackelte Bewegungen wirken eben hektisch und beunruhigend (oder einfach nur nervig). Der einzige Film bei dem das meiner Meinung nach erträglich war ist "Blair-Witch-Projekt". Auch wenn der Film die Idee des "found-footage" nicht erfunden hat ("cannibal holocaust" und "man bites dog" waren vorher) so war das Gesamtkonzept (virales Marketing) dieses Films absolut genial. Wobei man sagen muss, dass das Konzept nur in den USA zu 100% funktioniert hat, weil dort die Leute tatsächlich in die Kinos gegangen sind, weil sie dachten, dass es real ist. Bei BWP ging es nicht darum sich entspannt zurückgelehnt einen Film im Kino anzuschauen. Es stand das Voyeuristische im Vordergrund. Man wollte das Material sehen, was angeblich gefunden wurde. Man ging also ins Kino, weil man sich selbst ein Bild machen und nicht weil man einen Spielfilm sehen wollte (das aber wie gesagt nur in der Anfangsphase in den USA).
Das Stilmittel "verwackelte Kamera" möchte ich persönlich aber eigentlich nicht mehr sehen, schon gar nicht in einer Amateurfilmproduktion.
Wenn es punktuell eingesetzt wird, um damit etwas auszudrücken, ist dagegen nichts auszusetzen, aber nicht über den kompletten Film hinweg.

P.S.
Allerdings habe ich es sogar schon erlebt, dass Filme oder zumindest Teile davon
erst in der Postproduktion verwackelt wurden. Das kommt gerade bei
Filmen wo matchgemoved häufiger zum Einsatz :)

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Beaverlicious

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20

Freitag, 3. Januar 2014, 11:41

chau Dir mal die Bilder von Pablo Picasso an... bei einigen seiner berühmtesten Gemälde könnte der Laie dazu neigen zu behaupten "das soll Kunst sein - das kann ich auch". Tatsächlich war der gute Mann aber in der Lage nahezu fotorealistische Bilder zu malen und das ist genau der Punkt. Wenn du dein Handwerk zu 100% beherrscht und dich dann bewusst dazu entscheidest dieses oder jenes zu tun, dann ist es ein Stilmittel. Wenn ich einem Schimpansen ein Pinsel in die Hand drücke entsteht danach zwar vielleicht ein abstraktes Bild, aber mit Kunst hat das nicht viel zu tun.


Das halte ich für Unsinn. Nur weil der Mann sein Handwerk versteht ist es nicht gleich Kunst! Stephen King kann ja auch net auf ne Schreibmaschine einhacken und alle müssen als neues Meisterstück akzeptieren.

Genauso verhält es sich für mich auch bei anderen Künstlern. Nur weil Joseph Beuys passabel malen konnte und einige tolle Kunstwerke geschaffen hat, ist die Fettecke trotzdem nur ein Stück Butter in der Ecke und das ist FÜR MICH keine Kunst, kein Ausdruck oder sonst irgendwas ......

Dieses Denken, dass alles was irgendjemand geschaffen hat nur um seiner Genialität und Berühmtheit willen toll und wertvoll und Kunst sein soll ist sowas von kapitalistisch und ist der totale Gegensatz von allem für das Kunst stehen sollte.

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