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kaSio86

unregistriert

1

Mittwoch, 19. November 2008, 21:59

Brauche Hilfe bei der Umsetzung meiner Filmkonzeption

Hallo liebe Amateurfilmer,

mittlerweile bin ich auch stolzer Besitzer einer Videokamera und wollte mich mal an mein erstes Projekt wagen. Ich will eine Art Kurzfilm drehen, bei dem eine Intension dahinter steckt. Ich habe schon mal eine grobe Storykonzeption, die aber, finde ich noch dringend ausgebaut werden muss. Und dazu brauche ich Hilfe.

Spoiler Spoiler

Konzept:
Es beginnt mit einem Wecker - 5:59 Uhr. 6:00 Uhr, der Wecker klingelt. Der Mann steht auf, geht ins Bad putzt sich die Zähne, duscht, rasiert sich. Zieht sich an, geht in die Küche und macht sich Frühstück. Er sitzt an einem kleinen Tisch, wo nur sein Teller und der Becher platz haben. Steht am Fenster und schaut raus. Sitzt am Tisch und macht Kreuzworträtsel. Läuft in der Wohnung rum. Schaut aus dem Fenster (lehnt sich gegen Fenster). Kocht sich ein Kaffee setzt sich in sein Sessel und liest Zeitung. Springt auf, läuft zur Tür, reist sie auf und schaut raus (schaut sich um). Geht wieder rein steht mitten in der Wohnung (nachdenkliche Gestik). Sitz in einem Zimmer und macht alle 5 Sekunden eine Nachtischlampe an und aus. Beim dritten anmachen steht er wieder am Fenster. Dreht sich auf einem Drehstuhl. Dann klopft es an der Tür. Er rennt zur Tür, macht sie auf und schaut sich um. Nichts. Er schaut runter - es steht eine blühende Blume auf der Treppe. Er nimmt sie an sich. Er schmeißt die verwelkte Blume in den Mülleimer, stellt die neue Blume an den Platz und geht ins Bett.
ENDE


Intensionsgegenstände (für Einsamkeit):
- verwelkte Blume
- Fernseher mit kaputten Knopf
- statische Kamera (keine Kameraschwenks)
- schiefes Bild
- kaputter Stuhl
- altes Telefon

Ich will eine Art Einsamkeit veranschaulichen und rüberbringen, das es keine Einsamkeit in dem Sinne gibt, sondern dass immer jemand gibt, der an einen denkt. Hab ich das so ungefähr geschafft? Oder was denkt ihr, was könnte man mit meiner Storykonzeption verstehen? Was für Gegenstände könnte ich noch einbauen um es mehr zu verdeutlichen?
Bin für jeden Rat dankbar.

mfg kaSio

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2

Mittwoch, 19. November 2008, 22:10

Ich kann nix mit "Kunstfilmen" anfangen.
Die verstören mich eigentlich immer nur. :D

Aber wenn du Sachen für "Einsamkeit" suchst, ein leeres Bett (Partner weg), halb aufgegessene Mahlzeit. Nur ein paar Schuhe.
Sowas denke ich mal.

Aber ich kann echt nix mit soetwas anfangen. ^^
Bleib mit der Kamera einfach nur sehr nah am Protagonisten.

Obwohl Einstellungen wo er kann klein ist, (Totale) wirken an manchen Stellen auch sehr geil. :thumbup:

kaSio86

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3

Freitag, 21. November 2008, 10:48

danke, ghostpictures. Das klingt schon mal sehr gut. :-)

Gibt es noch andere, die mir helfen können. Vielleicht noch ein bißchen an der Story feilen?

mfg kaSio

Selon Fischer

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4

Freitag, 21. November 2008, 15:49

wow..schon ne echt geile skizze!
und am ende weist du ihm einen weg aus der einsamkeit. bloß: noch eindeutiger wäre es, wenn vorher keine blume in der vase stehen würde und die blume, die vor seiner tür liegt, eine verwelkte ist. diese stellt er in die vase und sie blüht wieder auf. damit hast du dann 2 fliegen mit einer klappe geschlagen: 1) der hoffnungsaspekt ist stärker und geht nicht in der Ewigen Wiederkehr unter (entschuldigung für die nietzsche anspielung ;)) und 2) du hast mit einem rückwärtslaufenden zeitraffer einen schönen technischen aspekt der zugleich lyrisch is

oh weh, ich fang wieder an zu schwafeln^^ :thumbsup:

Der Unaussprechliche

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5

Freitag, 21. November 2008, 20:29

Äh naja ist noch seeeehr ausbaufähig. Ich wette 95% der Leute die den Film anschauen würden, kämen nicht mal ansatzweise darauf was du aussagen willst. All das könnte doch genauso ein Mensch machen der nicht einsam ist. Wenn er zb einen Tag frei hat, eine spezielle Person erwartet oder ähnliches. Ich arbeite momentan auch an einem Drehbuch, wo es um eine Person geht, die völlig einsam ist. Aber die Ideen möchte ich ehrlich gesagt hier nicht alle preisgeben. Die ganzen Intensionsgegenstände funktionieren denke ich so noch nicht wirklich, weil man den Zusammenhang nicht erkennt.

Einsamkeit kann man fast besser mit vielen Menschen zeigen, die ihn alle ignorieren. Ausserdem mit Gegenüberstellungen: Der Einsame - Eine Gruppe/Familie.

Was hat den eine schiefe Kamera mit Einsamkeit zu tun? Ich würde auch so wenig Close Ups wie möglich nehmen, sondern mehr Totalen und Halbtotalen.

Aber so oder so, schöne Idee eigentlich, die Grundaussage gefällt mir auch, aber mit dem was du bis jetzt hast wird sie nicht so recht deutlich.

Marcus Laubner

unregistriert

6

Samstag, 22. November 2008, 02:33

Muss PsychoProductions da zustimmen, wie die "Intentionsgegenstände" schiefes Bild,, kaputter Fernsehknopf etc. die Einsamkeit ausdrücken sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Die Perspektive ist natürlich enorm wichtig,, weil sie durchaus Gefühle und Stimmungen darstellen kann. Wenn dann noch der Schnitt und die Musik stimmen, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der grobe Storyentwurf an sich funktionieren würde.

Ich überlege die ganze Zeit, welche Filme da vielleicht als Anregung dienen könnten. Vielleicht wäre ja Mark Romanek's "One Hour Photo" etwas. Ich meine die Szene

Spoiler Spoiler

in der Sy (Robin Williams) gedanklich bei den Yorkin's einbricht und sich vorstellt, in dieser Wohnung zu leben.

Leider finde ich keinen Ausschnitt der Szene bei youtube, aber vielleicht kennst du den Film ja. Zugegeben, dort sollte weniger die Einsamkeit dargestellt werden, aber inspiriert Dich vielleicht trotzdem. Vielleicht kennt auch jemand anderes hier im Forum ein besser passendes Beispiel.

Ich glaube wie gesagt, dass man den Entwurf weiter ausarbeiten müsste, es fehlt an den Details die für so ein Projekt wichtig sind. Wenn man dann noch ein klares, passendes Konzept zum Schnitt, Perspektive (inklusive Bildformat) und Musik hat, kann das ein toller Film werden. Ich bin gespannt nd wünsche Dir viel Glück!

NO!R

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7

Samstag, 22. November 2008, 14:38

@kaSio86
Bin für jeden Rat dankbar.
Weiß nicht ob dir das was bringt. Ich würde persönlich nur extreme Weitwinkelaufnahmen benützen. Notfalls mit einen Weitwinkelkonverter. Das hat zum einen den Effekt das der Darsteller in dem Zimmer "verschwindet" und das sonst menschenlerre Zimmer an Präsenz gewinnt. Erzeugt denke ich ein Gefühl der Einsamkeit (-> man sieht mehr vom Zimmer und der Darseller macht weniger vom Bild aus) Ob der Effekt 100 prozent rüberkommt weiß ich nicht. ;)

Aber die Ansätze die du hast find ich im Gegensatz zu meinen Vorrednern eig. schon sehr gut und vor allem Passend. Was auch genial ist, ist der Vorschlag von Ghostpictures mit dem lerren Blatt. Gefällt mir. Schiefe Kamera kann passen muss aber nicht: Hat halt einen verwirrenden Effekt.

NHP

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8

Samstag, 22. November 2008, 19:53

hmm, ich finde das konzept hört sich nicht schlecht an.
ich persönlich mag kunstfilme... teilweise - aber nur wenn sie wirklich kunst sind und nicht so "ich drehe einen kunstfilm, deshalb lass ich sachen aus und du musst dir den rest selber denken, ist ja schließlich kunst"...

Du sasgt selber es ist dein erstes projekt. Kunstfilme wie nach diesem konzept sind meiner meinung nach für den betrachter immer bis zu einem gewissen grad anstrengend. - weil eben meistens nicht viel passiert. deshalb sollte so ein film meiner meinung nach handwerklich so perfekt wie möglich gemacht werden, weil man sich nur drauf einlassen KANN, wenn die technik makellos ist.
wenn der betrachter einen einfacheren zugang zu einem film hat, spielt die technik eine untergeordneterere rolle.

also ich hoffe du verstehst, was ich zu sagen versuche...

ich hab noch nichts von dir gesehen, und erlaube mir deshalb kein urteil. aber da wir hier aus einem gigantischen portfolio von newcomererfahrungen und arbeiten schöpfen können befürchte ich eher, dass der film stinklangweilig als interessant wird, da dir schlicht die nötige technische erfahrung fehlen KÖNNTE.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NHP« (22. November 2008, 20:00)


Genesis

unregistriert

9

Sonntag, 23. November 2008, 02:31

hey kasio86

willkommen im forum erstmal!!

hab mir eben dein konzept durchgelesen und ich muss sagen, ich lieb so zeug ^^
ich find deine intention, die dahintersteckt, wirklich sehr ansprechend und die grundidee, die du hast, hat was.

ich würd dir auf jeden fall raten, dir sehr gut zu überlegen, wo du den film drehen kannst, denn um die einsamkeit ansprechend rüberzubringen, ist auch eine etwas einfache/heruntergekommene/schlichte location notwendig, glaub ich.
schau dir nach ner etwas schlicht eingerichteten wohnung, evtl. ner WG, denn mit dem eindruck, den das setting macht, steht und fällt das ganze unter anderem, wie ich finde.

ich denke, bei solchen projekten hängt einfach sehr viel von den dingen ab, die man zwar nicht so bewusst wahrnimmt wie einen aufwändigen visuellen effekt, das man aber vermisst, wenn es nicht da ist (ansprechende location, gutes schauspiel, gute montage, d.h. schnitt und anordnung des materials).

schau dir auch nach passender musik, da wirst du hier im forum zig links zu kostenloser und sehr empfehlenswerter musik finden.

ich finds auch sehr sympathisch, dass das erste, was du realisieren willst, nicht ein lichtschwertgefummel ist (wie damals in meinem und vieler anderer filmer fälle auch^^), sondern ein film mit etwas mehr inhalt.

wenn du erstes material hast, würd mich sehr interessieren, wie es dir beim dreh gegangen ist.

lg andi

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