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freezer

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21

Donnerstag, 24. Juli 2008, 00:58

Die RED ist größer als ich dachte.


Ich war auch überrascht, als ich das Gerät das erste Mal gesehen habe - sie wirkt ziemlich wuchtig, der Body ist äußerst massiv. Im Vergleich dazu wirkt meine Sony HVR-V1E geradezu wie Spielzeug. Im Vollausbau bring die RED auch ordentlich Gewicht auf die Waage.

Wie macht ihr das mit dem Schärfeziehen, aslo mit den ganzen Werten? Gibt es eine Schärfe-Formel, an der ihr euch richtet?


Es gibt Markierungen am Boden für die Darsteller, die sie treffen müssen. Auf diese Entfernungen hin wird gemessen und Markierungen an der Schärfeziehvorrichtung angebracht. Der Schärfezieher (Simon) muß nun den Fokus je nach Spielsituation verlagern. Zusätzlich ist der Schärfebereich zu berücksichtigen, d.h. bei kritischen Nahaufnahmen muß eine Blende bestimmt werden, die ein Spiel des Darstellers innerhalb eines Toleranzbereichs noch erlaubt. Berechnet wird das mit Hilfe einer Palm-Software die Leif mitgebracht hat.

dv-kameraverleih.de hat die wohl ab demnächst im sortiment, ich würd ja die 80 € leihkosten pro tag ausgeben, allein um das ding mal bedient zu haben


Ich kann mir den Preis nicht vorstellen, denn deren Verleihpreise betragen ca. 0,75 % des Anschaffungspreises. Und da wäre man bei der RED schon mal ohne Optik nur mit den nötigen Teilen zum Betrieb bei 150 Euro und mehr. Ohne entsprechende Optiken kann man sich aber die RED sparen. Aufgrund des Gewichts brauchst Du auch ein teures Stativ. Dazu noch eine gute Mattebox, Filter usw. Wer da spart, braucht keine RED. Realistisch würde ich die Verleihkosten auf 350 Euro pro Tag schätzen, bei einem vernünftigem Verleih eher auf 650 Euro pro Tag.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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22

Donnerstag, 24. Juli 2008, 02:30

EDIT: Fotos hinzugefügt (12.08.2008)

2. Drehtag: Sonntag, 13.07.2008

Am Set: 14.00 Uhr / Drehbeginn: 15.00 Uhr / Drehschluß: 06:30 Uhr
Drehort: Graz, Café Stockwerk am Jakominiplatz; Ziegelmauer in der Kleisztstraße; Bankomat am Tummelplatz
Szenen: Gespräch zwischen Basti und Markus im Café; Markus fährt bei Straßenprostituierten vorbei; Markus behebt Geld

Noch lädiert vom späten Heimkommen vom ersten Drehtag schreibe ich meinen ersten Bericht im Forum, dann holt mich Simon mit dem Technikwagen ab und wir fahren zu mir ins Büro und danach ins LOOM-Lager um weiteres Equipment einzuladen. Schön langsam wird der Transporter voll. Etwas verspätet treffen wir am Set ein, wo es schon zu wuseln beginnt. Wir parken direkt am Gehsteig vor dem Café und schleppen die Sachen hoch, was dank etlicher Helfer schneller als erwartet vonstatten geht. Leif geht mit mir sein gewünschtes Licht durch und ich beginne mit dem Aufbau. Meine Helfer sind noch unerfahren und wissen nicht so recht was sie tun sollen. Leider fehlt mir auch die Zeit mit ihnen alles durchzugehen, Begriffe zu erläutern, Vorgehensweisen zu zeigen und das viele Grip beim Namen zu nennen.

Außer den beiden Hauptdarstellern sind auch 5 Statisten und 2 Nebenrollen am Set, darunter 1 Gehörloser, der im Hintergrund eine Tasse Kaffee zu bestellen versucht, aber von der Kellnerin nicht verstanden wird. Dank der Gebärden-Dolmetscherin klappt die Kommunikation sehr gut und der gehörlose Darsteller entpuppt sich als lustiges Kerlchen, der es versteht auch Nicht-der-Gebärdensprache-mächtigen seine Scherze am Set rüberzubringen.

Der Darsteller von "Basti" - Felix - entpuppt sich als Mensch mit ausgeprägtem Ego und unterhält das Set mit seinen nicht immer ganz jugendfreien Sprüchen. Seine darstellerische Leistung sitzt jedenfalls, er bringt seine Texte mit einer Präzision, beliebig wiederholbar.





Diesmal steht uns genügend Strom zur Verfügung (nachdem ich aus dem Veranstaltungsraum des Cafés mir die Starkstromleitung geschnappt habe), was wir auch weidlich nutzen. Draußen ist es bewölkt und wir benötigen daher viel zusätzliches Licht um den Anschein eines sonnigen Cafés zu geben. Die 2500 Watt HMI strahlt indirekt über eine große Styrofläche in den Raum, eine 1200 Watt Flächen-HMI liefert durch eine vorgespannte WD-Folie (= White Diffusion) das weiche, schmeichelnde Licht. Leif bevorzugt hauptsächlich weiches Licht mit wenigen Spielereien und Akzenten, wie sich in den nächsten Tagen für mich herausstellt. Sehr konträr zu dem von mir bevorzugten Ausleuchtungsstil - jedoch er ist der Boss und ich tue mein Bestes um ihm die Arbeit zu erleichtern. Nicht einfach, wenn man sich in einen fremden Stil hineinzudenken versucht, aber mit der Zeit wird es besser und ich lerne gerne Neues dazu.
Es gibt kein echtes Richtig oder Falsch beim Ausleuchten (sofern Beleuchter am Werk sind, die wissen, was sie tun), sondern nur unterschiedliche Auffassungen, wie mit Licht und Schatten modelliert wird. So wie zwei Maler das gleiche Bild unterschiedlich gestalten würden.

Als das Café abgdreht ist, wechseln wir in die Kleisztstraße, dort befindet sich eine alte Ziegelsteinmauer, die ein Firmengelände umringt, wir haben diese Straßenseite für andere Fahrzeuge sperren lassen - dort sollen sich unsere 3 Prostituiertendarstellerinnen aufstellen und Markus fährt an ihnen vorbei.
Beim Übersteigen der Mauer hält plötzlich ein Polizeifahrzeug neben uns und ein Polizist fragt mich "Was wird denn das wenn's fertig ist?" Ich erkläre ihm, was wir hier machen und er meint nur "Ach ihr seid die Pizzaparty, die jemand angezeigt hat. Na dann viel Erfolg noch." Da hat uns tatsächlich ein Anrainer angezeigt, weil wir am Gehsteigen saßen und Pizzen aßen.

Der Lichtaufbau gestaltet sich in der Theorie einfach: 3 Scheinwerfer strahlen oberhalb der Mauer auf die Darstellerinnen herab, eine Kinoflo hellt seitlich auf. Leider ist die 3,5 m hohe Mauer nicht so ohne weiteres besteigbar, zudem sind die Zinnendächer abgeschrägt, sodaß man nicht einfach was daran befestigen kann. Es vergehen zwei Stunden bis das Licht aufgebaut ist: An herausragenden, mit Spannseilen befestigten Autopoles werden die Scheinwerfer mit Superclamps befestigt und werfen ihre Kegel nach unten. Um das Verkabeln und Aufbauen zu erleichtern parken wir den Transporter unterhalb der jeweiligen Positionen und arbeiten vom Dach des Wagens aus.

Immer wieder bleiben Schaulustige stehen und begaffen v.a. die leicht bekleideten Mädels, aber auch den Dreh selbst. Strom bekommen wir von einem hilfsbereiten, aber nicht mehr ganz nüchternen Anrainer, nachdem ihm seine Frau geduldig erklärt hat, was wir von ihm wollen.

Gerade starten wir die letzte Einstellung an diesem Drehort, als uns gegen 02:30 Uhr ein gehöriger Platzregen die Tour vermasselt und wir panisch die Lichttechnik in Sicherheit zu bringen versuchen. Damit beginnt unser Wetterpech, welches uns auch bei den nächsten Außendrehs ein ständiger Begleiter sein würde. Glücklicherweise haben wir von der letzten Einstellung zumindest einen Take und der ist laut Leif brauchbar.
Wir entschließen uns zum Wechsel des Drehortes und begeben uns in die Innenstand zum Bankomaten. Dort warten wir zunächst ab, in der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Regens. Ich nutze die Gelegenheit um im Wagen ein wenig Schlaf nachzuholen und versinke bald in wohliger Bewußtlosigkeit, aus der ich widerwillig erwache.


Um überhaupt drehen zu können, zerren wir einen riesigen Sonnenschirm über den Platz bis knapp vor die Bank, alle sind bereits bis nass bis auf die Haut und kaum einer hat Regenkleidnung dabei. Der Generator wird ums Ecke hinter der Bank gestellt, bei dem Regen ist uns der Lärm egal, hauptsache Strom!
Unter dem Sonnenschirm wird das Licht platziert - endlich können wir die Szene abdrehen. Es dämmert bereits, als wir beginnen die Technik abzubauen, gegen 6:30 geht es nachhause - wo ich mit meiner gerade aufgestandenen Freundin frühstücke und dann ins Bett falle, um nach 3 Stunden Schlaf dem dritten Drehtag hingegenzudämmern.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »freezer« (12. August 2008, 15:35)


freezer

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23

Sonntag, 27. Juli 2008, 13:47

Frage: besteht überhaupt Interesse an den Drehtagebüchern? Sonst spare ich mir die ganzen Stunden der Schreiberei.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Blood Angel

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24

Sonntag, 27. Juli 2008, 13:54

Mich interessierts eher von der technischen Seite: Wie lief der Workflow mit der RED? Hat alles so geklappt wie es sollte? Seid ihr in irgendwelche unerwarteten Fallen gelaufen? Etc. pp.

Alexxx11

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25

Sonntag, 27. Juli 2008, 13:58

Ich lese interessiert mit, weiß aber nicht so recht was ich dazu schreiben könnte. Ich finde es spannend solche Projekte mit zuverfolgen :)

Konstantin

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26

Sonntag, 27. Juli 2008, 14:20

Ich schließe mich Alexxx11 an.


Ich find das sehr nett, dass du alles immer sehr genau hinschreibst.


Was ich mich immer frage: Wenn ihr dreht und alles, bleibt die komplette Gruppe immer ruhig und seriös? Also damit möchte ich fragen, ob es auch bei euch ein paar Leute gibt, die gern manchmal über andere Themen sprechen oder Musik mit ihrem Handy hören oder sonst was, wenn grade die nächste Szene geplant wird? ^^ Mich nervt das eigentlich fast immer, dann kann man in dem Moment z.B. das Gaffa-Tape nicht holen, weil man mit der Kamera oder so beschäftigt ist und fragt die Anderen, ob die das holen könnten, aber die versuchen das zu ignorieren und man muss dann letztendlich alles wieder selbst machen.

Und müsst ihr den Film an einem bestimmten Datum fertighaben (was ja eigentlich nicht soo schlecht ist, weil dann herrscht ja auch ein wenig Druck) ?

Mfg
Konstantin

KingCerberus

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27

Sonntag, 27. Juli 2008, 14:28

Jo ich verfolge das Ganze auch mit großem Interesse.
An eurem Beispiel sieht man wunderbar wieviel Arbeit in einem richtigen Dreh steckt. Das ist ja vielen leider garnicht bewusst.

Kurze Frage nebenbei. Ist es schwierig an einer Bank eine Drehgenehmigung zu bekommen? Und wer blockt bei euch den Verkehr wenn ihr dreht? Habt ihr Vollsperrungen oder lediglich Intervallsperrungen?

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28

Sonntag, 27. Juli 2008, 16:00

Habe bisher auch interessiert mitgelesen. Vorallem die technische Seite interessiert mich hierbei am meisten. Die nächsten paar Wochen habe ich keinen Internetanschluss (wegen Umzug), aber danach würde ich mich über neuen Lesestoff sehr freuen! :)

Weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt! ;)
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29

Sonntag, 27. Juli 2008, 17:31

Mal abgesehen davon, dass es mich ebenfalls interessiert.. ;)

Kann es sein das sich der Titel des Filmes geändert hat? Ich meine immer "Abgehoben" gelesen zu haben, und nicht "Abheben". Einen heftigen Sehfehler meinerseits schließe ich allerdings nicht aus.. :D

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30

Dienstag, 12. August 2008, 15:03

So, sorry daß ich mir mit Antworten solange zeitgelassen habe, aber zum einen mußte ich erst die Fotos vom Set bearbeiten und zum anderen sind Berichte einfach unheimlich zeitintensiv und ich habe ja auch eine Firma die laufen soll.

Mich interessierts eher von der technischen Seite: Wie lief der Workflow mit der RED? Hat alles so geklappt wie es sollte? Seid ihr in irgendwelche unerwarteten Fallen gelaufen? Etc. pp.


Der Workflow am Set selbst lief einwandfrei. Einmal gab es Panik, als der Generator wegen Benzinmangels ausfiel und gerade vom RED Drive auf das externe RAID gesichert wurde, aber es ist nichts Schlimmes passiert. Unerwartete Fallen gab es keine, die RED hat immer brav gebootet und auch nie Fehlermeldungen von sich gegeben. Das LCD ist zwar schön scharf, aber auch fürchterlich winkelabhängig, sodaß ich oft nicht mal bei der Kamera mitschauen konnte was gerade gefilmt wird. Die Akkus halten ca. 90 Minuten, wir hatten 6 Stück und 2 Ladegeräte - damit konnten wir die Kamera im Dauerbetrieb lassen. Interessant ist das Lüfterkonzept - während man aufnimmt, läuft dieser nur sehr langsam und nahezu geräuschlos, nach der Aufnahme föhnt das Ding wieder fröhlich drauflos :D


Was ich mich immer frage: Wenn ihr dreht und alles, bleibt die komplette Gruppe immer ruhig und seriös? Also damit möchte ich fragen, ob es auch bei euch ein paar Leute gibt, die gern manchmal über andere Themen sprechen oder Musik mit ihrem Handy hören oder sonst was, wenn grade die nächste Szene geplant wird? ^^ Mich nervt das eigentlich fast immer, dann kann man in dem Moment z.B. das Gaffa-Tape nicht holen, weil man mit der Kamera oder so beschäftigt ist und fragt die Anderen, ob die das holen könnten, aber die versuchen das zu ignorieren und man muss dann letztendlich alles wieder selbst machen.


Wir haben das wie folgt gelöst: zum einen gibt es am Beginn des Drehtages eine kurze Teambesprechung, sodaß jeder weiß, welche Arbeiten anstehen. Dazu gibt es definierte Zuständigkeiten, jeder hat sein Aufgabengebiet. Unruhig wird eine Gruppe immer nur, wenn sie nichts zu tun hat - das gilt es abzustellen und gleichzeitig die Effizienz zu steigern.
Vor dem eigentlichen Dreh ruft der Aufnahmeleiter: "Alles auf Ausgangsposition!" und kurz danach "Ruhe bitte, wir drehen!", ermahnt ev. noch Teammitglieder die auf den Ruf nicht reagiert haben zur Ruhe. Klappe, Ton und Kamera sind in Bereitschaft.
Dann werden diese Bereiche abgefragt: "Ton?" Tonmeisterin antwortet mit "Ton läuft" oder nur "Läuft." "Kamera?" - Kameramann antwortet mit "Kamera läuft", Klappenschläger hält diese ins Bild, sobald der Kameramann sagt "Und Set" wird die Klappe geschlagen. Der Regisseur wartet ein paar Sekunden und gibt nun das Kommando "Und bitte" für die Darsteller. Das Ende des Takes wird vom Regisseur mit "Danke und aus!" angegeben. Wird ein weiterer Take angeschlossen, so ruft der Aufnahmeleiter "Ruhe bleibt" um zu zeigen, daß es gleich weiter geht. Wird jedoch umgebaut, so wiederholt der Aufnahmeleiter das Kommande der Regie "Danke und aus!" damit alle wissen, daß sie wieder sich bewegen, reden, arbeiten können.

Das mag anfangs für manche Teammitglieder belustigend sein, führt aber recht schnell zu der Gewöhnung auf die Kommandes zu hören. Wichtig ist, daß Aufnahmeleiter und Regisseur am Set respektiert werden, dann werden Befehle auch problemlos angenommen. Hält man diese Gangart bei, kann man auch mit einem Amateurteam recht schnell und effizient arbeiten.

Und müsst ihr den Film an einem bestimmten Datum fertighaben (was ja eigentlich nicht soo schlecht ist, weil dann herrscht ja auch ein wenig Druck) ?


Nein, Termin gibt es derzeit keinen außer grob die geplante Premiere im Frühjahr 2009. Das ist auch aufgrund des neuartigen Workflows sinnvoll, denn wir wollen das Maximum aus den Bildern holen.

Jo ich verfolge das Ganze auch mit großem Interesse.
An eurem Beispiel sieht man wunderbar wieviel Arbeit in einem richtigen Dreh steckt. Das ist ja vielen leider garnicht bewusst.

Kurze Frage nebenbei. Ist es schwierig an einer Bank eine Drehgenehmigung zu bekommen? Und wer blockt bei euch den Verkehr wenn ihr dreht? Habt ihr Vollsperrungen oder lediglich Intervallsperrungen?


Es war recht leicht die Drehgenehmigung zu bekommen, da wir das Bankenlogo nie zeigen und die Bank dann mit dem Image keine Probleme hat.
Der Verkehr wurde intervallmäßig gesperrt (also während der Takes), an der Hauptstraße von der Polizei und bei Nebenstraßen durch unsere Helfer.

Kann es sein das sich der Titel des Filmes geändert hat? Ich meine immer "Abgehoben" gelesen zu haben, und nicht "Abheben". Einen heftigen Sehfehler meinerseits schließe ich allerdings nicht aus.. :D


Nein, Du hast ganz richtig gesehen. Ich hatte beim Threaderstellen einen falschen Filmtitel im Kopf und wurde dann später durch jemanden aus der Crew auf diesen Fehler aufmerksam gemacht.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Samstag, 16. August 2008, 06:44

Wahnsinn das übertrifft wirklich alles denkbares was man hier sieht. Das ist eigentlich schon kein Amateurfilm mehr, ich hab mal nachgeguckt und die Kamera wenn man die kauft kostet über 17000 Dollar! Auch wenn sie bei euch geliehen ist das ist wirklich toll das man sogar sowas hier im Forum sieht. Bin echt mega gespannt auf weiteres Material bwz. den ersten Trailer.

32

Donnerstag, 21. August 2008, 14:42

Pooor das haut ja jeden um :cursing:neid:cursing:

aber da freu ich mich auf den Film

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33

Donnerstag, 4. September 2008, 12:04

Der Verkehr wurde intervallmäßig gesperrt (also während der Takes), an der Hauptstraße von der Polizei und bei Nebenstraßen durch unsere Helfer.

Dazu hätte ich auch noch zwei Fragen:
- Ist eine Absperrung durch die Polizei kostenpflichtig und wie gestaltet sich das Ganze? Reicht es denen sein Anliegen zu schildern oder muss man sich erst durch einen bürokratischen Krieg schlagen, bis man deren Unterstützung erhält? Muss man eventuell auch das Skript oder sonstiges vorlegen?
- Bei der Sperrung von Nebenstraßen durch eure Helfer: Habt ihr die also einfach so abgesperrt ohne die Polizei zu informieren? Ich kann mir gerade schlecht vorstellen, dass man nach eigenem Gutdünken einfach so mal Straßen sperren kann, auch wenn es nur Nebenstraßen sind ... :D


Ich freue mich auf neue Bilder und den nächsten Bericht! :)
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34

Donnerstag, 4. September 2008, 12:14


- Ist eine Absperrung durch die Polizei kostenpflichtig und wie gestaltet sich das Ganze? Reicht es denen sein Anliegen zu schildern oder muss man sich erst durch einen bürokratischen Krieg schlagen, bis man deren Unterstützung erhält? Muss man eventuell auch das Skript oder sonstiges vorlegen?


Meine Antworten gelten ausschließlich für Österreich, d.h. in Deutschland kann das durchaus anders gehandhabt werden.
Nein, die Absperrung durch die Polizei hat nichts gekostet - das ist eine Frage des Verhandlungsgeschicks bzw. des für das Absperren nötigen Aufwands. Bürokratisch war es schon ein bißchen, wichtig ist, daß man mit jemanden spricht, der dann die Entscheidung auch treffen darf.


- Bei der Sperrung von Nebenstraßen durch eure Helfer: Habt ihr die also einfach so abgesperrt ohne die Polizei zu informieren? Ich kann mir gerade schlecht vorstellen, dass man nach eigenem Gutdünken einfach so mal Straßen sperren kann, auch wenn es nur Nebenstraßen sind ... :D


Zum Sperren einer Nebenstraße muß die Polizei nicht informiert werden, sondern das Straßenamt. Dort erhält man die Genehmigung, die stellen die notwendige Beschilderung auf usw. Diese Dienstleistung kostet dann auch etwas.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Donnerstag, 4. September 2008, 13:42

Ah, alles klar. Vielen Dank für die Infos! :)
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Montag, 29. September 2008, 17:55

So, endlich habe ich die Footage bekommen und ich muß sagen, die Qualität ist phantastisch - allerdings sind die Datenmengen auch riesig.
Werde demnächst ein paar Beispiele für euch posten. Seit kurzem ist der Apple ProRes für Windows frei erhältlich (als Decoder), daher werde ich in diesem Format die Clips online stellen (1080p) - denn alles andere wird der Qualität nicht gerecht. Nur zum Anschauen gibts dann ein hochwertiges h264 oder XviD File, was von der Datenmenge besser handhabbar ist.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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37

Montag, 29. September 2008, 18:20

Na dann gib Kette, ich bin schon die ganze Zeit hinter das Projekt her. Allein wegen euch und erst Recht wegen der RED ONE.

38

Montag, 20. Oktober 2008, 00:13

Gibts mittlerweile was neues zum Projekt ?

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Montag, 20. Oktober 2008, 16:57

Ich bin leider arbeitstechnisch ziemlich eingedeckt, aber zum Gustieren habe ich hier mal 4 Screenshots direkt von der RED ONE im verlustfreien PNG-Format (1080p).
(Zum Vergrößern anklicken.)







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40

Montag, 20. Oktober 2008, 17:15

Die Qualität ist....der WAHNSINN! :!: :!:

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