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Marcus Gräfe

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Samstag, 17. August 2019, 13:58

Gibt es "Ransprungregeln" bei Umschnitten (Wechsel der Einstellungsgröße) bei Interviews bzgl. der Position?

Evtl. ein seltsamer Titel, aber hier die Erläuterung meines Problemfalls. ;)

Neulich habe ich ein Interview geschnitten. Es hatte eine höhere Auflösung (4K) als das Zielformat (1080) und daher konnte/sollte ich umschneiden in eine andere Einstellungsgröße, um etwas Abwechselung reinzubringen. Die folgende Fragestellung bezieht sich natürlich genau so auf den Wechsel der Einstellungsgröße direkt beim Filmen, nicht nur in der Postproduktion.

Ich habe mich gefragt, ob es "offizielle" Regeln gibt, wie der Ransprung bzgl. der Position sein muss.

Angenommen wir haben das folgende Bild (dies ist die Einstellung, die am weitesten weg ist):



Würde ich dann beim Ransprung versuchen, die Augenpartie in beiden Einstellungen an derselben Position zu lassen? Beispiel:



Oder eher den Headroom identisch lassen bzw. frei entscheiden, damit es gut aussieht (diese Einstellung gefällt mir wesentlich besser)? Beispiel:




Ich hätte da noch ein Beispiel. Wenn die Person sehr weit am Rand (hier links) steht:



sähe der Ransprung bei Beibehaltung der Augenaprtie noch bescheuerter aus (weil jetzt auch die Schulter angeschnitten ist):



Besser wäre da diese Einstellung, die allerdings völlig von der Position der 1. abweicht (nun horizontal UND vertikal):



Evtl. erkennt ihr mein Dilemma. ;)

Am Ende ist es natürlich eine Geschmacksfrage und freie Entscheidung des Cutters (oder Kameramanns), aber ich suche die lehrbuchkonforme Methode. Ich kann mich da an keine Regel erinnern, gibt es eine?

Ihr seht, man kann sich auch künstlich Probleme schaffen. :D

Bildquelle: https://pixabay.com/photos/smiling-corpo…cutive-2362136/

JoeQuarantaine

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2

Samstag, 17. August 2019, 17:50

Der Goldene Schnitt Theorie empfehlt nummer 3 und 6.

Marcus Gräfe

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3

Samstag, 17. August 2019, 20:02

3 und 6 sehen zweifelsfrei auch am besten aus und so habe ich es bisher auch gemacht.

Also im Prinzip einfach nur die Person (wieder) im goldenen Schnitt platzieren, ohne Rücksicht auf "Deckungspunkte"?

JoeQuarantaine

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4

Sonntag, 18. August 2019, 11:56

Nie über Deckungspunkte gehört, aber Rücksicht nimmst du schon. Es geht um Harmonie. Deshalb folgst du der Goldene Schnitt... um es zu brechen wo du visuell markieren willst, gegen harmonie zu gehen.

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Marcus Gräfe

Tiger

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5

Sonntag, 18. August 2019, 18:04

Ich würde das nach Gefühl machen, wenns gut aussieht ist es richtig :D

Wenn sich zu wenig am Ausschnitt ändert (Zoom "hüpft" einfach etwas rein), sieht es eher nach Schittfehler als nach absichtlichem Cut aus. Und man soll ja eher nicht sehen, daß einfach nur das Rohmaterial gecroppt wurde. Das kommt glaubhafter rüber, wenn die Person beim Schnitt ein Stück weit die Position wechselt. Wenn es immernoch zu "gezoomt" aussieht, zwischendurch einen kurzen Cut-Away einbauen, falls du zum Thema passendes Material hast.

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Marcus Gräfe

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Sonntag, 18. August 2019, 18:10

Danke, Leute, ich werde dann wohl weiterhin nach Gefühl umschneiden.

joey23

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7

Dienstag, 20. August 2019, 12:53

Ich habe irgendwo mal aufgeschnappt, dass sich zwei aufeinander folgende Einstellungen um mindestens 25% unterscheiden sollen. Das ist natürlich schwer in eine Prozenzzahl zu gießen, aber es ein Anhaltspunkt. Ich versuche die Augenhöhe halbwegs beizubehalten, und ansonsten eben nach Drittelregel bzw Goldenem Schnitt schöne Bilder zu machen.

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Marcus Gräfe

filmkuenstler

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8

Mittwoch, 21. August 2019, 00:23

Einstellungsgrößen

Vielleicht helfen dir die Informationen auf dieser Webseite

Unter Tipps fünfter Punkt.

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Samstag, 24. August 2019, 17:41

@joey23: Die 25% beziehen sich aber doch sicher auf die "Menge des Ranzoomens" (mir fällt gerade keine besser Umschreibung ein). Mir ging es aber nicht um den Unterschied zwischen zwei Einstellungsgrößen an sich, sondern lediglich um die Platzierung.

Die Augenpartie ungefähr an derselben Position zu lassen führt aber doch immer dazu, dass man entweder zu viel oder zu wenig Headroom hat (bzw. sogar einen Anschnitt), somit sähe das nie schön aus.

@filmkuenstler: Punkt 5 ist "Der Wechsel von unterschiedlichen Einstellungsgrößen verstärkt die Bedeutung der einzelnen Einstellungen.". Meintest du den? Ich wüsste jetzt nicht, inwiefern mir der bei meiner Fragestellung weiterhilft. ;)

filmkuenstler

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10

Sonntag, 25. August 2019, 00:10

Du hast recht ich meinte Punkt 4:

"Beim Schnitt zwischen verschiedenen Einstellungsgrößen, sollte man immer eine Größe überspringen, da sonst das Bild „springt“ (Beispiel: Halbnah auf Groß ist möglich, Halbnah auf Nah springt)."

Marcus Gräfe

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Sonntag, 25. August 2019, 00:12

Ah, OK. Ist dann im Prinzip das, was joey sagte. Dass es nicht "springen" darf, ist mir natürlich bewusst.

Selon Fischer

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12

Sonntag, 25. August 2019, 14:25

Was Joey garantiert meint, ist die Augenposition des Zuschauers auf ungefähr derselben Position zu lassen, aber nicht die Augen der Person im Bild ;) Also: sakkadische Augenbewegungen vermeiden, stattdessen kontinuierliche Fixationen ermöglichen. Gibt dazu coole Eye-Tracking-Untersuchungen, die sich unter anderem die optimale Positionierung von Untertiteln im Bild anschauen (Spoiler: die optimale Position - zumindest wenn es um kognitive Aspekte geht - ist nicht am unteren Bildrand sondern in der Nähe der Person, die das untertitelte sagt ;)), die kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

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13

Sonntag, 25. August 2019, 15:07

Was Joey garantiert meint, ist die Augenposition des Zuschauers auf ungefähr derselben Position zu lassen

Kommt das nicht in diesem Fall im Prinzip aufs selbe hinaus? Der Zuschauer wird sicher der Person in die Augen schauen und somit müssten die an der gleichen Position bleiben nach dem Umschnitt.

Selon Fischer

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14

Sonntag, 25. August 2019, 15:28

Nicht unbedingt. Die meisten Menschen scannen abwechselnd die Augen und den Mund, wodurch sich Heatmap-Visualisierungen meinst über das gesamte Gesicht legen. Demnach wäre es vor allem wichtig, dass das Gesicht ungefähr am gleichen Platz ist. Mini-Sakkaden haben wir sowieso die ganze Zeit, weil unsere Augen nie ruhig stehen (können).

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15

Samstag, 31. August 2019, 17:25

Das Gesicht/der Kopf bleibt natürlich ungefähr am selben Platz, nur die Augen eben nicht.

Danke für alle Antworten!

Sigi.M.

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16

Sonntag, 1. September 2019, 11:14

Regeln für Ransprung?
Braucht es eigentlich keine, denn bei Benutzung der klar definierten Einstellungsgrößen gibt es das Problem nicht.
Zudem hilft die Kenntnis der Gestaltungsschwerpunktline bzw. Augenkennlinie.
Gruß
sm

Boyzie

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17

Sonntag, 1. September 2019, 12:34

Die 30°-Regel wäre hier wohl passend / Jumpcuts.
Kamerafahrt statt Schnitte, Person hier auf jeden Fall dabei immer symmetrisch halten, würde ich sagen.
Zwischenschnitte einfügen oder Art des Schnittes anpassen / ändern, Überblendung statt harten Schnittes (zum Beispiel Übergänge wie in Interviews üblich, Angleichung Jumpcuts)?

Nur Bild 1 und 3 von oben müßten hier brauchbar / akzeptabel, sein die anderen gar nicht, die Person sollte frontal zur Kamera stehend genau / symmetrisch in die Mitte, also noch etwas weiter nach rechts, falls ich richtig erkenne.

Sigi.M.

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18

Sonntag, 1. September 2019, 19:27

Zu Beitrag von Boyzie
Die 30 Grad-Regel löst das angesprochene Problem nicht, sie hat in anderem Zusammenhang Relevanz. Zudem verändert sich damit die Handlungs-/Kamerachse, was in vielen Fällen ungünstig ist. Das geht also besonders dann nicht, wenn der Zuschauer direkt angesprochen wird.

Der Vorschlag einer Kamerafahrt ist im Prinzip gut, da dann Schnitte vermieden werden. Aber dürfte zB, in einem Interview , dass nach dem Inhalt geschnitten wird, nicht realsierbar sein.
Eine Person in der Mitte zu platzieren ist in der Mehrzahl der Fälle eher schlecht, da dann der Person durch die Platzierung ein Status von Wichtigkeit/Macht zugeordnet wird. Deshalb gibt es auf die Bildfläche bezogen zwei Punkte mit erhöhter Wahrnehmungsrelevanz. (Hängt mit dem goldenen Schnitt zusammen und ist bei 16:9 etwas schwieriger, denn dort kann nicht gedrittelt werden).
Überblendungen werden zB. bei einem Interview, das gekürzt werden muss, nicht funktionieren.
Und zu den Jumpcuts wäre zu sagen: Bitte dringend vermeiden, es sein denn, man benutzt diese als gestalterisches Mittel. Beispiele gibt es dafür genügend.
Nochmals zu dem Thema "Ransprung".
Einfach die definierten Einstellungsgrößen benutzen, dann stellt sich das Thema gar nicht.
Gruß
Sigi M.

filmkuenstler

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Sonntag, 1. September 2019, 20:39

Scheint doch ein interessantes Thema zu sein. ;)
Ich würde die Schnittfolge bzw. Einstellungsgrößen dem „Aussagewunsch“ unterordnen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »filmkuenstler« (1. September 2019, 20:55)


Sigi.M.

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20

Montag, 2. September 2019, 10:44

zu Filmkünstler
Das Thema "Einstellungsgrößen" sollte zur "Grundausstattung" eines jeden ambitionierten Filmers gehören.

Darüberhinaus ist wohl klar, dass alles filmisches Tun (Bilder/ Töne/ Schnitt/ Musik/Text) einem definierten Ziel (Künstler sagt: Aussagewunsch) dienen soll.