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Bluescreen

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Montag, 12. März 2018, 18:48

Diskussion um die Framerate

Hallo zusammen,

vor einiger Zeit wurde dieses Thema schon mal von mir und anderen in einem anderen Thread erwähnt bzw. kurz angerissen und nun möchte ich mal euren Standpunkt dazu erfahren.

Laut Wikipedia nimmt das menschliche Auge Bewegungen ab einer Framerate von ca. 16fps als flüssig wahr. Also sollte es auf den ersten Blick visuell keinen Unterschied machen, ob man sich ein Video mit 25fps, 30fps, 50fps oder 1000fps anschaut. Dass das nicht stimmt, habe ich gemerkt, als Youtube vor ein paar Jahren begann, höhere Framerates als 30fps zu akzeptieren. Mittlerweile erkenne ich sofort ein Video mit 50fps und glaube sogar, den Unterschied zwischen 25fps und 30fps zu erkennen.

Der professionelle szenische Film wird ja eigentlich schon immer in 24 oder 25fps gedreht bzw. veröffentlicht und ich habe mir das für meine Filmprojekte genauso angewöhnt. Nun ist es ja so, dass so ziemlich jeder Filmemacher ein möglichst realistisches Bild haben will, dass dem Sehverhalten des menschlichen Auges möglichst nahe kommt. Genau aus diesem Grund wird ja auch 4k immer populärer und ich glaube es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir in 8k Fernsehen schauen können.
Angenommen, ich hätte eine Kamera, die bis zu 100fps und mehr ohne großen zusätzlichen Datenverbrauch aufnehmen könnte, würde ich meinen nächsten Kurzfilm in 50 oder 100fps veröffentlichen? Ich glaube nein.

Ich frage mich, woher das kommt. Ist es dieser "Filmlook" aus Hollywood, auf den sich unsere Augen geprägt haben? Eigentlich bin ich ein ziemlich progressiv und fortschrittlich denkender Mensch, aber in dieser Frage möchte ich gar nicht den Fortschritt wagen, obwohl er technisch und objektiv gesehen eigentlich selbstverständlich wäre.
Für mich haben Spielfilme eine niedrige Framerate, ansonsten sehen sie für mich qualitativ minderwertig ("wie eine Doku-Soap") aus. Bei anderen Formaten wie Dokumentarfilmen oder Sportübertragungen habe ich nichts gegen hohe Framerates, denn diese sehen dadurch realistischer aus und nehmen den Zuschauer dadurch mehr mit.

Andererseits möchte man ja auch beim Szenischen Film den Zuschauer mitnehmen; nicht umsonst gibt es Stilmittel wie die Subjektive, um den Eindruck zu vermitteln, man befände sich mitten im Geschehen. Trotzdem sträubt es sich mir, eine hohe Framerate zu verwenden oder sie auch bei anderen Werken als Konsument zu akzeptieren.

Wie seht ihr das Ganze? Ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Sehgewohnheiten ändern oder wird dieser Filmlook sich über Generationen halten?

Bin gespannt auf eure Meinung.

Viele Grüße
Felix

wabu

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Montag, 12. März 2018, 22:12

Du greift sehr unterschiedliche Aspekte auf.
Wie sehe ich den Film: auf Leinwand und in welchem Raum, Kino oder Wohnzimmer
da gibt es schon die ersten Unterschiede
oder etwa TV nit HDR und Superfarbraum etc - jede Menge Unterschiede.
Wie ist die Wiedergabe Frequenz: 200Hz?
Hier habe ich was über die Schärfe, auch der Bewegungsschärfe geschrieben - also wie ist die Belichtungszeit bei 24/25 fps

So wäre ein Film mit 200fps und entsprechender Beli Zeit super flüssig in der Bewegung und jedes einzelne frame scharf

Das wäre aber bei Landschaft belanglos - bei Sport super und im Spielfilm nicht zu merken.

Der typische analoge Kinofilm hat sicher seine eigene Ästethik - in SW besonders. Das wäre für mich aber auch nur die Kennzeichnung einer bestimmten Zeit der Filmherstellung.
Das ist wie Ofenheizung zur Zentralheizung oder Schallplatte zur CD oder analoge Fotografie zur digitalen Fotografie. Ich kenne die Unterschiede und war froh als der Ofen raus war und die CD im Auto spielbar war und ich endlich weg von der Dunkelkammer war.

Deswegen ist es für mich entscheidender mit der heutigen Technik gute Filme zu machen (was mir trotzdem nicht gelingt)

Bluescreen

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Montag, 12. März 2018, 23:06

So wäre ein Film mit 200fps und entsprechender Beli Zeit super flüssig in der Bewegung und jedes einzelne frame scharf. Das wäre aber bei Landschaft belanglos - bei Sport super und im Spielfilm nicht zu merken.
Warum sollte man das im Spielfilm nicht merken? Es gibt schließlich auch Actionszenen in Spielfilmen. Schauen wir uns mal dieses Video an:

Unten rechts im Youtube-Player kann man Auflösung und Framerate auswählen. Merkt ihr den Unterschied zwischen 720p60 und 480p bezüglich der Framerate? Für mich ist das ein sehr deutlicher Unterschied, den ich schon bei kleinen Bewegungen auch in einem Spielfilm erkennen würde, wenn solche Filme denn mit so einer Framerate produziert würden.


Der typische analoge Kinofilm hat sicher seine eigene Ästethik - in SW besonders. Das wäre für mich aber auch nur die Kennzeichnung einer bestimmten Zeit der Filmherstellung.
Das ist wie Ofenheizung zur Zentralheizung oder Schallplatte zur CD oder analoge Fotografie zur digitalen Fotografie. Ich kenne die Unterschiede und war froh als der Ofen raus war und die CD im Auto spielbar war und ich endlich weg von der Dunkelkammer war.
Auch wenn ich von diesen Veränderungen aufgrund meines Alters nichts mitbekommen habe, gebe ich dir natürlich Recht. Der springende Punkt ist aber doch, dass anscheinend niemand (auch in Hollywood) sich dem Fortschritt in Sachen Framerate zunutze macht.

Ich habe gelesen, dass Peter Jackson als einer der Ersten "Der Hobbit" in 48fps gedreht hat. Ich selbst habe den Film im Kino nicht gesehen, deswegen kann ich nicht beurteilen, wie das auf mich gewirkt hätte. In diesem Artikel aber zum Beispiel sagt ein Kinogänger, durch die hohe Frequenz fühle sich der Film nicht wie ein klassischer Kinofilm an.


Deswegen ist es für mich entscheidender mit der heutigen Technik gute Filme zu machen (was mir trotzdem nicht gelingt)
Genau das wollen wir doch alle. Nun haben aber die meisten modernen Kameras die Möglichkeit, in einer hohen Frequenz aufzunehmen, und trotzdem macht das fast niemand (in diesem Forum und auch sonst wo) - sehen wir mal von Zeitlupen ab. Die höheren Datenmengen, die durch hohe Framerates entstehen werden ja schließlich durch effizientere Speichermedien kompensiert.

Eigentlich bin ich ja ein Befürworter vom klassischen Filmlook, aber ich merke, dass ich hier gerade ein Plädoyer für hohe Framerates schreibe. Und trotzdem werde ich meinen nächsten Film nicht mit einer solchen drehen. Warum genau, erklärt sich mir nicht...

Noisefever

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Dienstag, 13. März 2018, 21:01

Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit hohen Frameraten. Ich begrüße sie sogar. Der verlinkte Peru Film wirkt sagenhaft!

Ich denke da muss man sich einfach nur dran gewöhnen. Wenn ich mich richtig erinnere, meine ich mal gelesen zu haben dass es das selbe Spiel auch schon bei Stumm- zu Tonfilm gab, bei SW zu Farbe und auch bei 18 Frames zu 24. Ich hab bei meinem TV lange Zeit die künstliche Framerateerhöhung angestellt gehabt und es auch bei Kinofilmen genossen. Ich finde das kommt großartig! Leider hab ich irgendwann "gelernt" die Fehler zu sehen, die bei der Hochrechnung passieren. Dann musste ich es wieder abschalten. Ich vermisse es.

Ich denke es geht bei Hollywood auch um die Kosten. Durch mehr Frames entstehen halt mehr Kosten. Vorallem bei Spezialeffekten würde ich sagen. Aber auch beim Rendern und beim Speicherplatz. Das ist der Grund warum ich auch meine eigenen Animationen bisher nicht in HFR 4k render. Es dauert wesentlich länger und verschlingt mehr Platz. Und bei meinen (Zeichentrick) Animationen entstünde vermutlich auch nicht wirklich ein Mehrwert ;)

Ich finde das 24 (bzw 25) Frame Zeitalter ist abgelaufen.

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wabu

Tofuhuehnchen

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Dienstag, 13. März 2018, 21:10

Zwischen 00:19-00:26 wirkt es wie eine 3D-Renderszene kommt mir vor - das wirkt so künstlich.
Also ich hab mir das Video angesehen einmal mit 1080p60 und einmal mit den normalen 480p - ich konnte da i-wie keinen Unterschied erkennen.
Dumme Frage: Worin bestünde denn der bemerkbare Unterschied?
Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

Verwendete Tags

fps, framerate

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