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WinstonBishop

unregistriert

1

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 11:35

Drehbuch für Kurzfilm

Hi Leute,

ich bin neu hier und hab mal ne Frage. Ich muss von der Uni aus ein Drehbuch schreiben für einen eventuellen Kurzfilm. Am PC schneiden ist kein Problem, da frimmel ich gerne. :thumbsup: Und fürs Filmen direkt haben wir jemanden. Aber Ideen sammeln und Drehbuch schreiben hab ich vorher noch nie gemacht. ?( Vielleicht könnt ihr mir da ja weiterhelfen?

Generell ist mir klar, dass es einen Einstieg (Vorstellung Szenerie,
Charaktäre und Ziel) geben muss, ein Spannungsbogen gezogen werden muss
und am Schluss die "Lösung" des Ganzen.

Leider habe ich zur Zeit 0 Ideen für die Story. Wisst ihr, wo ich mich inspirieren lassen könnte? Gibt es Programme, die einem dabei helfen ein Dreh zu planen/schreiben?

Gruß,
WB

z3r0_88

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2

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 11:49

Zum Schreiben/Planen kann ich dir celtx (https://www.celtx.com/index.html ) empfehlen.
Es ist kostenlos und sollte für deine Ansprüche genau das Richtige sein.

Zum Thema Ideen finden:
Da reihe ich mich gerne mit ein.
Es gibt wohl nichts schwierigeres als das richtige Thema für seinen Kurzfilm zu finden.
Da wird dir wohl leider niemand wirklich helfen können.

Ein paar Tipps um eine Geschichte zu entwickeln gibt es hier im Forum.
Dazu musst du einfach nur die Suchfunktion bemühen.

stimp

Bowler Hat

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3

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 12:31

Als ich mit Kurzfilmen angefangen hatte, hab ich mir von "Axel Melzener - Kurzfilm-Drehbücher schreiben" geholt.
Das war schon mal ein guter Start in die Materie. Wenn auch nicht der Weisheit letzter Schluss...

Ansonsten gibts auch Seiten/Foren in denen Kurzgeschichten Autoren unterwegs sind.
Da einfach mal anfragen ob sie dir ihre Story zum Filmen zur verfügung stellen.

Ein guter Ideengeber ist meist das wahre Leben.
An Bahnöfen, Cafes oder belebten Plätzen findet man, wenn man einfach mal eine halbe Stunde oder gern auch mehr, an einer Stelle bleibt und das treiben beobachtet.
Motto des Tages:
Wir sind der Brokkoli in der Currysoße der Vernunft...

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wabu

WinstonBishop

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4

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 16:49

@z3r0_88 Das mit celtx habe ich schon gelesen, aber der Beitrag war von 2012, deswegen wusste ich nicht, ob das noch aktuell empfehlenswert ist. Vielen Dank für die Bestätitung! Hatte auch einen Beitrag gefunden, der was von irgendwelchen Gläsern erzählt, um Ideen zu finden/zusammenzuführen. Leider hab ich mir den Beitrag nicht gespeichert und finde ich jetzt nicht mehr wieder. :S

@stimp Vielen Dank für den Hinweis (zum Glück kostest es nur 9€ bei Amazon :D ). Dann werd ich mich wohl ins Café setzen und das Buch lesen.

Wenn sonst noch jemand einen Tipp rund um Pre-Production hat, würde mich freuen. Oder anders gefragt, gibt es Anfängerfehler, die ich auch jeden Fall vermeiden sollte?

5

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 21:45

Oh, Anfängerfehler können viele gemacht werden. Sie haben eines gemeinsam: Sie sind erstmal scheiß egal, weil es erstmal darum geht, überhaupt eine Idee zu finden und ein Drehbuch zu entwickeln und idealerweise auch fertigzuschreiben. Darum mach dir um Anfängerfehler erstmal keine Gedanken.
Mit zwei Ausnahmen.

Ich finde, der häufigste Anfängerfehler - und der, der mit am wenigsten besprochen wird - ist die Hinderung der Kreativität durch irgendwelche Zielvorgaben oder Schemata, die man einhalten muss/möchte. Erst kommt das Schreiben und dann das Korrigieren. Einfach drauflosschreiben, alles ist erlaubt. Rechtschreibung und Anpassung an andere Formalia kommen später. Ich mache gerne Mindmaps, mit einem zentralen Begriff in der Mitte, den ich behandeln möchte. Zum Beispiel: Liebe. Dann alle Stichworte drumrumschreiben, die man damit assoziiert und von dort aus frei weiter assoziieren. Geschichten leben von Gegensätzen und Konflikten, darum kann man auch mit einem Gegensatzpaar anfangen (z.B. Liebe vs. Hass). Wenn dir nichts weiter einfällt, kannst du dir Charaktere ausdenken und sie allen Worten zuordnen, die du aufgeschrieben hast. Dann hast du zum Beispiel einen Charakter, der in jemanden verliebt ist, und gleichzeitig eine andere Person hasst. Das ist der Grundkonflikt. Und jetzt die Preisfrage, aus der sich die ganze Story speist: Was passiert, wenn alle drei in einem Raum zusammenkommen? Steck sie irgendwohin, wo sie sich nicht aus dem Weg gehen können. Ein Aufzug, der stecken bleibt oder eine 10 m²-Insel, auf der sie stranden. Welche Ziele und Wünsche haben die einzelnen Charaktere, und wie versuchen sie die zu erreichen?

Der zweithäufigste Anfängerfehler ist m.E., dass Werke nicht ausreichend überarbeitet werden. Alles, was ich schreibe, ob Gedichte oder Romanszenen oder Drehbücher, lege ich mindestens eine Woche in die Schublade und lese es dann nochmal. Ich finde immer Stellen, die verbessert werden müssen. Genauso verfahre ich mit den korrigierten Fassungen, und erst wenn ich nichts weiteres mehr dran auszusetzen habe, bin ich fertig. Wenn ich mir heute durchlese, was ich vor 5 oder 10 Jahren geschrieben haben, rollen sich meine Zehennägel hoch. Aber ein Werk ist nie perfekt. Es muss nur gut genug sein.

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wabu

Selon Fischer

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6

Donnerstag, 11. Dezember 2014, 23:24

und erst wenn ich nichts weiteres mehr dran auszusetzen habe, bin ich fertig

Stimme dir im Prinzip zu. Ein Anfängerfehler liegt aber genau in deinem Satz: viele Anfänger planen und revidieren am Anfang zu viel, sodass am Ende nie ein Projekt zustande kommt. An einem Punkt muss man Mut zur Lücke beweisen und "einfach anfangen". Im besten Fall entwickelt sich etwas am Set in Form von Schauspielerinput. Im schlechtesten Fall wird's ne miese Szene - aber dann hast du die Mödlichkeit genau zu analysieren, warum genau sie mies wurde und es nächstes Mal besser machen.

joey23

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7

Freitag, 12. Dezember 2014, 10:30

Ich finde Zeitungen eine tolle Inspiration. Zeitungen sind voll mit Geschichten. Und ganz prinzipiell mag ich Geschichten, die "anders" erzählt sind.

WinstonBishop

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8

Freitag, 12. Dezember 2014, 15:55

Hey, vielen Dank für die tollen Ratschläge! ^^ Ich finde das Thema des digitalen Fortschritts ganz interessant. Ne Lovestory wäre natürlich auch cool.

Die Idee mit der Mindmap find ich super! Werde das am besten mit meinen Gruppenmitgliedern beim nächsten Treffen machen. ;)

Duisburger

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9

Freitag, 12. Dezember 2014, 19:02

Ich bin auch schon einige Zeit mit dem Verfassen meines ersten Drehbuchs beschäftigt. Immer schön aufpassen, dass die Requisiten, Drehorte und Budget zum Drehbuch passen, sonst wird es kompliziert. Die Story ist recht banal, was mir aber zunächst einmal egal ist, da ich sehen möchte, wie die ganze Umsetzung funktioniert. Ich denke, die Erfahrungen, die man beim ersten Film macht, werden für den dann folgenden Film sehr wertvoll sein. Da kann man dann auch schauen, etwas "Gehaltvolleres" zu produzieren. Ich habe nun auch das zu anfangs zitierte Buch gelesen, was nicht uninteressant ist.
Ich weiß nicht, wie es den Drehbuchschreibern in diesem Forum geht. Ich habe für mich festgestellt, dass sich eine Geschichte fast von selbst schreibt, wenn man einfach anfängt, sich die Story zusammen zu stellen. Plötzlich bekommt man eine Idee und schmückt die Story aus, was zu nächsten Idee führt. Hilfreich sind auch Freunde, die ihre Meinungen oder Einfälle abgeben können. Man muss diese nicht unbedingt übernehmen, aber es eröffnet einen vielleicht schon wieder den Raum für weitere Ideen, die sich aus diesen Denkanstößen entwickeln. Es ist eine nicht so einfache Sache, kann aber echt Spaß machen, wenn es denn läuft.

rick

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10

Freitag, 12. Dezember 2014, 19:46

Ich habe für mich festgestellt, dass sich eine Geschichte fast von selbst schreibt, wenn man einfach anfängt, sich die Story zusammen zu stellen.

Das klingt so als wenn Du ein "gardner" bist. Das ist die eine Variante eine Geschichte zu schreiben, irgendwo anfangen und ausbauen, meist ohne das Ende vorher zu kennen. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Art des Schreibens wäre Stephen King, dessen Geschichten man das "gardning" häufig am Ende anmerkt, da liegt auch oft die Schwäche bei dieser Methode - man schreibt bis man alles erzählt hat und "erfindet" dann eine "halbwegs" passendes Ende.

Die andere Gattung sind die "architects", diese kennen das Ende ganz genau und arbeiten mit aller Konsequenz die Geschichte so durch, daß alles auf dieses Ende hinzuläuft, wobei von A-Z alles sehr genau geplant und durchdacht wird. Das schließt nicht aus, das man sich Input von anderen holt, neue Ideen bekommt und dort ausschmückt wo es immer noch der Prämisse dient.

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile und es erfordert nach meiner Erfahrung große Anstrengung von der einen Methode, die einem vielleicht vom schreiben mehr liegt, auf die andere zu wechseln, die vielleicht beim Leser besser ankommt. Ich kann aber jedem empfehlen mal Beides auszuprobieren und dann zu entscheiden was einem mehr liegt und evtl. was besser beim Leser/Zuseher ankommt.

Hier werden die beiden Typen nochmal im original Wortlaut von George R.R. Martin erklärt: http://www.goodreads.com/quotes/749309-i…-the-architects

Duisburger

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11

Samstag, 13. Dezember 2014, 08:52

@rick: Klingt interessant. Wusste ich gar nicht. Vielleicht ist die Mischung aus beiden Varianten die ideale Schreibweise. Wenn man eine bestimmte Begebenheit mitbekommt, z. B. in diesem vielzitierten Café und man überzeugt ist, daraus eine gute Geschichte machen zu können, hat man ja schon eine gewisse Vorstellung, wie es laufen soll. Wenn einem dann noch passende Handlungsstränge dazu einfallen, die man ja gar nicht geplant hatte, besteht die Chance, dass man dann eine komplette Story zusammen bekommt. Die Szene im Café war da der Auslöser der Idee.
Wenn ich so darüber nachdenke, stimme ich Dir zu, dass ich wohl eher in die Kategorie "gardener" passe.

stimp

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12

Samstag, 13. Dezember 2014, 23:04

Um die Sache mit dem Cafe nochmal aufzugreifen - es ist ein ganz guter Weg, selber fest an einem Ort zu sein.
Dann bekommt man viele Sachen um einen herum mit. Das ist halt anders als wenn du dich selbst bewegst, weil in dem Fall die Überschneidungsmöglichkeiten für klasse Eindrücke geringer ist.

Was ich mal hier gelesen hab, das zum Ideen finden, eine Zeitung zur Hand genommen wird. In 30 Minuten werden 3 Schlagworte, die interessant erscheinen notiert.
Nach den 30 Minuten ist Schluss und man versucht eine Geschichte um die 3 Schlagworte zu basteln.

Versuch doch das mal als Grundlage. Um Charaktere und weitere Handlungsstränge zu konstruieren, gehst du dann in ein Cafe oder anderen belebten Platz...
Motto des Tages:
Wir sind der Brokkoli in der Currysoße der Vernunft...

WinstonBishop

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13

Dienstag, 16. Dezember 2014, 10:16

Schöne Analogien mit dem "Gardener" und "Architect". Ich hab das Gefühl, dass ich eher ein Architekt bin. Ich werd dann mal ein "Haus" bauen! :D

Trotzdem scheint es mir sehr wichtig zu sein, dass man Schreibübungen macht, wie Stimp vorschlägt.

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Drehbuch, Kurzfilm

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