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Theater!

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21

Donnerstag, 18. September 2014, 23:22

Ich verstehe Kinski. Produktionsleiter sind manchmal auch echte Arschlöcher.

Ich glaube Reibungen innerhalb des Teams können tatsächlich auch fördernd für das projekt sein. irgend jemand sollte dann aber soweit einen kühlen kopf behalten dass es weitergeht. Grad in den vielen Theaterproduktionen die ich gemacht habe gings öfters rund. Wenns nicht zu reibungen kommt ises meiner meinung nach mehr ein einzelding des regisseurs weil es die anderen gar nicht interessiert was aus dem projekt wird. Wenn alle feuer und flamme für das projekt sind muss es ja zwangsläufig zu diskussionen kommen!

Lierov

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22

Freitag, 19. September 2014, 11:38

gibt da sicherlich unterschiedliche Erfahrungen und Einschätzungen. Ich vergleiche das ganze immer mit einer professionellen Fußballmannschaft. Der Trainer ist für das Ergebnis verantwortlich. Er hat einen Plan und eine Taktik. Und die Aufgabe alle Einzelcharaktere so einzustellen, wie es seiner Meinung nach am erfolgversprechendsten ist. Und die Spieler müssen diesem Plan folgen. Das bedeutet ja nicht, dass es sich bei den Spielern um stumpfe Soldaten oder Roboter handelt. Aber wenn jetzt jeder Spieler seine Sicht der Dinge versucht durchzusetzen und den Trainer reinzureden, wird es kritisch.
Bei meinem letzten Film habe ich für die Rolle einer Mutter eine Frau mit jahrelanger Schauspielerfahrung im Bereich Theater eingesetzt. Als ich ihr den Text gegeben habe hat sie ihn umgeschrieben, wie es ihrer Meinung nach besser und authentischer wäre. Es waren wenige Veränderungen, aber die Dramatik der ursprünglichen Aussage war dadurch extrem gemildert und hat dadurch ein bisschen den Effekt, den ich erzielen wollte abgeschwächt. Ich hatte ihr vertraut und aufgrund ihrer Erfahrung die Änderung des Textes zugestanden. Im Nachhinein war ich aber mit dieser Entscheidung nicht mehr zufrieden und würde es rückblickend nicht mehr so handhaben. Aber ich denke das es kein Patentrezept gibt, wie man verfahren sollte. Aber sicherlich erschwert es die Arbeit, wenn man einen Egomanen wie Kinski im Team hat und es erleichtert vieles, wenn der Regisseur der Leitwolf ist und dies von allen Beteiligten so akzeptiert wird.
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CyberSkunk

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23

Freitag, 19. September 2014, 17:00

Kinski kann ich eher nicht verstehen. Wie in der oben verlinkten Doku erwähnt, bekam er sogar die Krise, weil er mal nicht der Mittelpunkt war, als ein Forstarbeiter wegen eines Schlangenbisses innert Sekunden mit der Kettensäge das eigene Bein abschneiden musste. Wie krank ist das?

Oder einmal sah ich den Mitschnitt einer Liveshow, wo er auf der Bühne Streit mit dem Publikum bekam und meinte, sie seien alle Arschlöcher (wörtlich). In der Zeit war es auch gängige Praxis in Hollywood, die Farbe der Augen durch Heroin zur Geltung zu bringen (Stecknadelpupillen) und Polytoxomanie einschliesslich exzessivem Kokskonsum kann Persönlichkeiten schon verändern, ganz zu schweigen von physischen Erkrankungen des Gehirns.

Sicherlich war er ein interessanter Schauspieler.

Dagegen ist zh. Frank Oz bekannt dafür, daß er während eines Drehs nicht ein einziges Mal laut wird

Ich denke, es kommt sehr darauf an, welche Prioritäten man bei der Zusammenstellung des Teams setzt. Das ist dann auch eine Frage der Erfahrung.

Ich selbst hatte noch nie Streit an nem Dreh, aber was mir zu schaffen macht, sind Teammembers, insb. Hauptdarsteller, die ein Projekt im Stich lassen, indem sie zuerst mal mit Ausreden alles verschieben und um zig Monate verzögern und schliesslich gar nicht mehr auf Mails antworten. Solche Leute wissen, daß sie damit ein Projekt mittendrin zum scheitern verurteilen und sie tun es aus reiner Schadenfreude, was die übelste Art von Egotrip ist. Da wär mir selbst ein amoklaufender Kinski noch lieber.

In dem Zusammenhang nenne ich auch klipp und klar die Leute, die in solcher Weise unzuverläßig sind, im Audiokommentar und auch sonst. Irgendwo muß man mal ne Linie ziehn.

LG





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Tarantino

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24

Samstag, 20. September 2014, 15:17

In der Zeit war es auch gängige Praxis in Hollywood, die Farbe der Augen durch Heroin zur Geltung zu bringen (Stecknadelpupillen) und Polytoxomanie einschliesslich exzessivem Kokskonsum kann Persönlichkeiten schon verändern, ganz zu schweigen von physischen Erkrankungen des Gehirns.


Schauspieler haben Koks und Heroin eingenommen wegen des Effekts der Augen??? ?(

CyberSkunk

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25

Samstag, 20. September 2014, 18:09

Heroin, da das durch Verkleinerung der Pupillen zb. blaue Augen viel strahlender macht. Kokain dagegen bewirkt das Gegenteik. Schau mal Spiel mir das Lied vom Tod.

Ist natürlich ne Tragödie, aber Gründe für Drogenabsturz gibts in Hollywood ja genug.

Dann gabs auch die Augenstrahler, die ausschliesslich die Augen beleuchten, mit ähnlichem Effekt.

Riesige Pupillen sind auch manchmal erwünscht für pechschwarze Augen, wie zb. Jack the Ripper mit Depp Beimischung von Datura Extrakt in Augentropfen.

Wär wohl ein eigenes Thema.



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Tarantino

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26

Samstag, 20. September 2014, 18:58

Wenn das stimmt dann sind die nicht mehr ganz dicht :thumbdown:

CyberSkunk

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27

Samstag, 20. September 2014, 19:24

Ja, also ich meine, die nehmen das nicht deswegen, es ist nur ein Nebeneffekt, der dem DP gelegen kommt (vwg. Heroin) . Ich würde also wirklich jedem davon abraten, nur daß es hier kein Missverständnis gibt.

Aber um wieder auf das Thema zurück zu kommen, die grössten Probleme hatte ich immer dann, wenn sich gewisse Psychosekten einmischten, Teammitglieder bedrohten, für die Streichung von Geldern sorgten, mich gangstalkten und isolierten. Diese Sekten durchziehen die Gesellschaft wie ein Krebs und kontrollieren mediale und politische Schlüsselpositionen. Deswegen werde ich zukünftig kaum mehr den sabotierbaren Kontakt zu Teammembers suchen, dafür stattdessen diese Sekten selbst zum Thema meiner Arbeit machen.

Leider sind auch Online Platformen die ideale Umgebung, um Leute anonym zu sabotieren, weswegen ich auch da etwas zurück trete. Schade um die guten Kontakte.

LG

JoJu

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Samstag, 20. September 2014, 23:39

Ich hoffe, dass du diese gewissen Psychosekten genauso stichhaltig kritisierst wie du es in deinen bisherigen Werken mit dem Establishment getan hast.

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Birkholz

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29

Sonntag, 21. September 2014, 14:29

Sehr interessantes Thema und spannende Beiträge. Ich konnte mich in vielen Erfahrungsberichten wiederfinden und habe sie gern gelesen.

Ich behaupte einfach mal ganz dreist wie ein Vorgänger, ebenfalls sehr naiv, neugierig, mit einer Heidenmotivation und einer Engelsgeduld ausgestattet an meinen ersten Sets gewesen zu sein. Allerdings kann einem die Branche einem schon zusetzen und ich weiß, dass man schnell bitter werden kann, wenn man an die falschen Leute gerät.

Natürlich ist das nicht förderlich, man sollte immer versuchen Neugier und Gutglauben an Team und Branche zu behalten, auch wenn es manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen erscheint. Es gibt tolle Filmsets und tolle Projekte, die einem Kraft geben und für die es sich lohnt.

Soweit ich das aus den bisherigen Posts heraushören konnte, gibt es auch den ein oder anderen, der ein festes Ensemble auf Vertrauensbasis bereits gefunden hat. Das ist optimal, bewahrt euch diesen Schatz! Ein eigenes festes Team mit den gleichen Vorlieben, Kreativität, evtl. dem nötigen Kleingeld und einer guten Organisation klingt wie eine Utopie, ist aber machbar. Vertraut nicht auf die altersschwache TV-Landschaft und greise Redakteure von Vorgestern! Die machen doch eh nicht, was wir sehen wollen. Die wirklich tollen Serien kommen nicht im Free TV. Gründet eure eigenen kleinen Produktionsfirmen! Je bunter das Internet, desto besser wird die Zukunft des "Fernsehens".



Ich denke, dass die Ursachen für Spannung am Set so vielseitig und unterschiedlich sein können, dass man sie kaum zusammenfassen kann. Hier ein paar überzeichnete (!) Erfahrungsberichte von mir:

- Divenallüren. Wenn das eigene Ego größer wird als der Wunsch nach dem bestmöglichen Endergebnis, z.B. möchte Laiendarsteller XY möglichst lange im Bild zu sehen sein, obwohl das für die Szene ebensoviel taugt wie nasses Brennholz. Oder der "preisgekrönte" Kameramann XY, der immer eine Stunde später ans Set kommt, denn es handelt sich ja "nur" um einen Studentenfilm, dabei hat er bei der Berlinale ja mal Tickets abgerissen. Das lässt den Tag schon einmal blöd beginnen.

- Ein Mangel an Vertrauen den anderen Teammitgliedern gegenüber ist sicher auch eine häufige Ursache. Regisseur XY möchte lieber die bildschärfste Szene im Schnitt haben, dabei ist die Verwackelte einfach besser, meint nicht nur der Cutter. Regisseur XY übergeht das. Er ist schließlich Regisseur.

- Unterschiedliche Geschmäcker. Manchmal kann man das bei der Teamgründung auch noch nicht riechen und plötzlich stellt sich heraus, dass der Produzent/Regisseur ein Sozialdrama aus dem geschriebenen Komödiendrehbuch machen möchte.

- Der Mangel an Feingefühl. Grobmotorische Regisseure ohne jegliche Lebenserfahrung sollten ausgebildeten Schauspielern (und allen anderen Teammitgliedern) einfach nichts erzählen dürfen. Noch schlimmer: der Techniker. Für Anweisungen wie "Stell dich in's Licht, geh drei Schritte nach vorn und guck möglichst traurig nach links" hat kein Schauspieler eine Ausbildung gemacht.

- Zeitdruck. Natürlich verbunden mit Geldnot. Kann sich positiv auf die Kreativität aller Beteiligten auswirken, aber auch zu einer Belastung werden.

- Verantwortungsträger, die keine Verantwortug tragen wollen. Hippie-Regisseure à la "Mach das wie du meinst" können ebenso anregend wie orientierungslos wirken. Das hängt vom jeweiligen Team ab.

- Das Gegenteil. Militante Regisseure à la "Fürs Denken wirst du nicht bezahlt". Das zerstört nicht nur die Stimmung am Set, sondern auch die Stimmung im Film.

- Unmenschlichkeit. Ein Filmset kann ebenso schön wie stressig sein und der meiste Druck lastet auf den Organisatoren, vor allem wenn Geld im Spiel ist. Nicht alle Alphatiere sind Feinde und anstatt gegen jede kleine Änderung im Drehplan zu protestieren, könnte man auch mal eine Minute in sich gehen und überlegen ob und wie sich die Änderung integrieren lässt ohne dem fertigen Produkt zu schaden.


Das klingt natürlich schon alles sehr schwarzmalerisch, aber es ist ja auch so, dass ein Film eine emotionale Angelegenheit ist.
Eine Dozentin sagte mir einmal etwas, über das ich mich erst tierisch aufgeregt habe, aber im Nachhinein (zwei Jahre später) für mich persönlich für richtig befunden habe. "Alle Beteiligten an einem Filmset machen sich angreifbar und verletzlich, wenn es sich um eine Produktion von Bedeutung handelt. Ist das nicht der Fall und hat man Angst an die eigenen Blindspots zu gehen "sollte man Werbung machen oder es sein lassen". Beim Film geht es darum den bestmöglichen Mittelweg zu finden."

Mit dieser Verletzlichkeit gilt es umzugehen und mit der daraus resultierenden Kraft. Das ist nicht nur Aufgabe des Regisseurs, sondern aller Beteiligter.

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Selon Fischer, L Lawliet, Phinifilms, Lukas Gustav

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