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Lukas Gustav

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1

Donnerstag, 11. September 2014, 11:35

Egoismus und zwischenmenschliche Probleme beim Filme machen

Hallo Leute :)

Ich würde gerne mal hier mit euch eine Diskussion starten abseits von allen Technik, Dramaturgie oder Organisationsfragen. Über ein Thema das mich quasi seit dem ersten Tag der Filmemacherei begleitet und meiner Meinung nach alle Produktionen beeinflusst und zwar vom ultraaa No-Budget bis zum suuuuper Big Budget.

"Egoismus und zwischenmenschliche Probleme beim Filme machen"

Als "Das Leben der Anderen" mit dem Oskar geehrt wurde durfte Ulrich Mühe nicht mit auf die Bühne. Später üben sein Sohn und seine Frau an Florian Henkel von Donnersmark dafür Kritik. Ein Beispiel für einen zwischenmenschlichen Konflikt in der Filmbranche der mir immer sehr präsent war da Mühe wenig später an Krebs starb und auch ein Beispiel dafür was oft ein Problem beim Filme machen ist: Filme machen ist eine Gemeinschaftssache aber trotzdem will jeder selbst im Mittelpunkt stehen, erfolgreich werden, meist nichtmal wegen des Geldes sonder der Anerkennung wegen. Jeder Mensch schätzt Anerkennung für seine Arbeit.

Da ich selbst im Forum schonmal attakiert worden bin keine gute Arbeit zu leisten (Thema ist gelöscht und wir haben uns wieder vertragen) und ich grade die kleine Streitigkeit bei "Rise of Vallhalla" gelesen habe, wollte ich von euch mal hören: Welche negativen aber auch positiven Erfahrungen habt ihr im zwischenmenschlichen bei Drehs gemacht?

Außerdem: Was ist der Grund das es sehr oft Bestrebungen gibt eine Filmgemeinschaft zu versammeln, die sich gegenseitig stets unterstützt und hilft so das jeder das Beste aus seinen Projekten holen kann, aber diese Bemühungen leider oft scheitern? Größere Gemeinschaften als 20 Personen die funktionieren sind mir noch nie über den Weg gelaufen. Und selbst bei 20 Personen gibt es meist eine bis drei Personen die besonders im Vordergund stehen. Hierbei beziehe ich mich auf den Amateurfilmbereich - klaro das sobald Kohle im Spiel ist das ganze natürlich besser läuft.

Selon Fischer

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Donnerstag, 11. September 2014, 12:18

Schönes Thema! :)

Meiner Erfahrung nach sind zwischenmenschliche Probleme am Set immer dann aufgetreten, wenn ein Problem in der Kommunikation vorlag. Meistens divergierte bei den Beteiligten das Selbstbild mit dem Resultat oder der Arbeitsatmosphäre. Da selbst der entspannteste und am großzügigsten geplante Drehtag stressig werden kann, wärmen sich die Gemüter schnell auf. Professionelles Arbeiten nutzt diese Energien und setzt sie in kreativer Arbeit um. Hinterher, und das ist mein eigentlicher Punkt hier, sollten alle Konflikte gelöst werden. Sich bei einem Bier später für einen ruppigen Umgangston oder ein Missverständnis zu entschuldigen, sollte das Mindeste sein, selbst wenn das Problem eigentlich schon gelöst wurde.

Ich selber habe bei einem Dreh die Erfahrung gemacht, dass mir ein toller Dreh mit großem Team versprochen wurde und ich dann mit einer Regisseur/Ton/Kamera/AL-Ein-Mann-Armee arbeiten durfte. Catering waren Gummibären. Es war der schrecklichste Dreh, den ich je hatte. Auch finanziell hat es geschmerzt, weil mir nicht mal die Anfahrt bezahlt wurde. Hinterher habe ich dann das Gespräch gesucht, allerdings war an den Gott-gleichen Regisseur kein Rankommen.

Bei einem andren Dreh war ich selber in einer leitenden Position und musste, um den Dreh zu retten, mich über den Kopf des Regisseurs hinwegsetzen. Die Folge war ein Regisseur, der sich entmündigt gefühlt hat und die Kommunikation verweigert hat. Sowas schlägt sich unweigerlich in der Qualität des Endprodukts nieder und ist bei einem kleinen Filmteam (7-8 Leute) besonders stark zu spüren. Hier wäre es allerdings meine Aufgabe gewesen die Wogen zu glätten, was ich (vielleicht aus gekränktem Stolz) einfach versäumt habe.

Aber daraus habe ich gelernt Probleme, insofern deren Lösung nicht den Dreh behindert, immer sofort anzusprechen. Alles andere führt zu verhärteten Fronten und ist in unserer relativ überschaubaren Szene, wo jeder jeden über Ecken kennt, einfach widersinnig.

Lukas Gustav

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3

Donnerstag, 11. September 2014, 12:38

Hallo Selon,

sehr schöne Antwort, mir gefällt Deine Ansicht die Du im ersten Absatz darlegst. Ich sehe das genau so das viele Probleme auf eine unterschiedliche Wahrnehmung der Beteiligten bezüglich Rollenverteilung und des Selbsbildes zurückzuführen sind. Kommunikation ist am Set das A und O.

Zu der Geschichte als du dem Regisseur das Zepter aus der Hand gerissen hast: sowas ist mir auch passiert - nur umgekehrt. Ich war als Regisseur und Produzent tätig und hatte den Dreh schlecht geplant. Die Folge war das mein Kameramann das Zepter an sich riss. Für den Film war das nicht direkt sehr schädlich aber für unsere Zusammenarbeit.

Wir hatten vor nach dem Projekt gemeinsame Sache zu machen, jedoch war er der Ansicht das wegen meiner schlechten Planung eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Dann hat er Teile des Teams das ich zusammengeführt hatte in seine Arbeit eingebunden und mich aussen vor gelassen, ebenfalls eine schmerzliche Erfahrung. Erst ein Jahr später konnten wir uns aussprechen und aussöhnen.

Tarantino

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4

Donnerstag, 11. September 2014, 13:38

Ich denke auch das in einer Branche in der stets das Ziel verfolgt wird, Erfolg und Anerkennung zu bekommen, Ausseinandersetzungen und Streit unumgänglich sind. Das jemand in der Branche übergangen, ausgenutzt oder belogen wird passiert immer wieder. Das wichtigste ist wie schon erwähnt wurde, das man immer versucht eine Lösung zu finden die für alle beteiligten Profitabel ist. ;)

rick

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Donnerstag, 11. September 2014, 13:51

Teambesprechung nach Drehtagen kann da manchmal hilfreich sein.

CyberSkunk

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Donnerstag, 11. September 2014, 14:38

Zum einen ist es problematisch, Darsteller zu haben, die zwar weder Ausbildung haben, noch gross Talent, die aber meinen, Hollywood warte bereits mit ausgerolltem, rotem Teppich auf sie. Wenn sie dann das No-Budget Equipment sehen, denken sie, das könne ja nix werden und lassen das Projekt im Stich.

Zum anderen politische und religiöse Polarisation, regelrechtes Stalking, wo Leute hintenrum das Projekt bzw. die Regie schlechtreden, bis hin zu Drohungen gegen andere im Team, vwg. "Wenn du mit dem gesehen wirst, ist deine Karriere beendet".

Ämter, die sich einschalten, bzw. eingeschaltet werden, da irgendwer Angst hat, man könnte die Wahrheit über ihn erzählen.

Solche Dinge haben bei mir schon vermehrt dad Klima vergiftet, das Team zerbrochen und Projekte beinahe vorzeitig beendet.

Deshalb sollte man nur mit Leuten arbeiten, denen man 100%ig vertraut und die politisch eine ähnliche Weltsicht hat. Es reicht nicht, einfach nicht über Politik zu reden. Wenn da Pole sind, zb. Christen und Satanisten, oder etwa Maurer und Verschwörungstheoretiker, dann vermodert das Team innerlich. Wie zu Zeiten von Gestapo, Stasi und TIPPS gibt es selbst heute noch Subjekte, die losziehen und Kunstschaffende infiltrieren, um Zensur zu üben und Karrieren zu verunmöglichen / zerstören. Solche Gangstalker sind meines Erachtens der letzte Abschaum, aber wer das Establishment stichhaltig kritisiert, sollte mit ihnen rechnen.

joey23

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Donnerstag, 11. September 2014, 17:25

Erstaunlicherweise (?) hatte ich solche Probleme bei eigenen Projekten noch nie.

Lukas Gustav

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Freitag, 12. September 2014, 08:15

Joey23 dann hattest du sehr viel Glück. Mit wievieln Kollegen hast du denn schon zusammengearbeitet?

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Rockstar2

ToXic pictures

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Samstag, 13. September 2014, 23:21

Ich habe bereits sehr viele verschiedene Drehs mit ganz unterschiedlichen Teams, Teamstärken usw. erlebt - der Großteil davon Studentendrehs, also sozusagen professionell aber unbezahlt.
Der große Unterschied zwischen den professionellen und den nicht professionellen Drehs, der meiner Meinung nach immer zu Problemen führt ist, dass viele, die nicht so viel mit dem Filmemachen zu tun haben, nicht verstehen, das Film eine Diktatur ist, die nach einer ganz klaren Hierarchie abzulaufen hat und die ganz klare Kommunikationswege mit sich bringt. Dabei ist es egal, ob man mit 7 oder mit 30 Leuten am Set steht (Schauspieler nicht mitgerechnet). Wenn diese Struktur nicht funktioniert, weil irgendwelche Leute das nicht begreifen, dann gibt es Streitereien. Dabei gilt natürlich immer ein vernünftiger Umgangston.
Das nächste, was regelmäßig, auch bei studentischen Projekten zu Problemen im Team führt, sind nicht eingehaltene Arbeitszeiten (max. 13h) und nicht eingehaltene Ruhezeiten (min. 11h). Wenn das nicht eingehalten wird, dann geht das vielleicht ein oder zwei Tage gut, aber spätestens danach gibt es Gewerke - allen voran die Beleuchtung, die einfach auf dem Zahnfleisch geht.
Was idR. Konflikten und Unmut vorbeugt und was zu den absoluten Basics am Set gehört, ist ein vernünftiges, angemessenes Catering und eine gute SET-AL!

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L Lawliet, Struppi

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Sonntag, 14. September 2014, 04:32

Als "Das Leben der Anderen" mit dem Oskar geehrt wurde durfte Ulrich Mühe nicht mit auf die Bühne.

Öh, wieso sollte er auch? Dieser Oscar wird vom Regisseur entgegengenommen (auch wenn nicht er damit geehrt wird).

Zitat

Da ich selbst im Forum schonmal attakiert worden bin keine gute Arbeit zu leisten

Was hier nebenbei gesagt zu dem besten Thread 2014 bisher führte. :D ;)

Zitat

Außerdem: Was ist der Grund das es sehr oft Bestrebungen gibt eine Filmgemeinschaft zu versammeln, die sich gegenseitig stets unterstützt und hilft so das jeder das Beste aus seinen Projekten holen kann, aber diese Bemühungen [bei Amateurfilmen] leider oft scheitern?

Weil die Leute denken, dass bei einem unbezahlten Job alle für den Film notwendigen Hierarchien plötzlich aufgehoben sind. So funktioniert es aber nun mal nicht. Filmemachen ist Teamarbeit, ja - aber klar strukturierte Teamarbeit mit einer klaren Hierarchie und einem klaren Teamleader. Das möchten/können so viele Leute nicht begreifen, schaden dadurch dem Film und ärgern sich hinterher über ungute Zusammenarbeiten und einen bestensfalls mittelmäßigen Film. Zudem ist es ziemlich egoistisch und unfair demjenigen gegenüber, der den Film letztendlich finanziert, denn das ist auch ohne Gagen noch teuer genug.
Stell es dir wie ein Orchester vor. Wenn der Flötenspieler plötzlich meint, dem Ersten Geiger dessen Einsatz vorzuschreiben, und selbst nicht auf den Dirigenten achtet, sind Disharmonien im Spiel unvermeidlich. Ein Orchester funktioniert nur, wenn alle sich auf ihre eigene Arbeit konzentrieren und dabei stets auf den Dirigenten achten und sich nach ihm richten. Alle Mitglieder des Orchesters sind wichtig und ein Konzert ist Teamarbeit, aber man benötigt einen Anführer. Und wer bekommt hinterher die meiste Kritik für ein schlechtes Konzert? Der Dirigent. Natürlich, wenn der Dirigent eine schlechte Auswahl an Musikern trifft, darf er sich nicht wundern. Das ist dann auch seine Verantwortung. Same goes for film.

Der große Unterschied zwischen den professionellen und den nicht professionellen Drehs, der meiner Meinung nach immer zu Problemen führt ist, dass viele, die nicht so viel mit dem Filmemachen zu tun haben, nicht verstehen, das Film eine Diktatur ist, die nach einer ganz klaren Hierarchie abzulaufen hat und die ganz klare Kommunikationswege mit sich bringt. Dabei ist es egal, ob man mit 7 oder mit 30 Leuten am Set steht (Schauspieler nicht mitgerechnet).

Oh Gott ja, ja und nochmals ja! "Filmemachen ist keine Demokratie." (Billy Wilder)
Wenn der Tonmann am Set anfängt, sich in die Bildgestaltung einzumischen, oder die Continuity zum Schauspieler geht und ihm sagt, wie er die nächste Szene spielen soll, läuft was gewaltig schief.
Dem kann man natürlich entgegenwirken, indem man vorher genau abklärt, was man erwartet. Das musste ich leider auf die ganz harte Tour lernen, da ich immer recht naiv an die Sache rangegangen bin und nie Vorbesprechungen diesbezüglich hatte bzw. mich nicht klar genug ausdrückte. :D Aber man lernt ja immer...

Zitat

Was idR. Konflikten und Unmut vorbeugt und was zu den absoluten Basics am Set gehört, ist ein vernünftiges, angemessenes Catering und eine gute SET-AL!

En gutes Catering macht wirklich viel wett und sollte bei unbezahlten Projekten sowieso eine absolute Selbstverständlichkeit sein.

So was Krasses wie @CyberPunk erzählt, hab ich aber auch noch nie erlebt (hoffe ich zumindest, weiß natürlich nicht, wer hinter meinem Rücken schlecht redet; ich mach es aus Prinzip bei niemandem mehr) und das mit den Ämtern noch nie gehört. Der letzte Absatz klingt leicht verschwörungstheoretisch, aber vielleicht bin ich da wieder zu naiv.

@joey23 Die explizite Erwähnung von "eigenen Projekten" lässt darauf schließen, dass du die ein oder andere Story zu Fremdprojekten mit deiner Beteiligung am Start hast. Lass mal hören. ;)
Gebt mir bitte in folgendem Thread Bescheid, wenn ihr eine wie dort beschriebene Kritik von mir zu eurem Film haben wollt:
L Lawliet verreißt eure Filme

Drehbuchkritik nach Absprache per PN und nur wenn eine Verfilmung wahrscheinlich ist.

kein Moviemaker, doch wie Blender ein Tool
#HSis

maximus63

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11

Sonntag, 14. September 2014, 10:46

Er ist immer noch nicht fertig. Der Kurzfilm " Verloren " . Vor zig Monaten fand sich eine Gruppe von Film - Enthusiasten zusammen, um zusammen einen Film zu machen. Der Produzent war ja ein netter Kerl, wie auch der Rest der Crew. Es gab immer was zu Essen. Wir durften wählen, was wir Essen wollten. War nicht schlecht. War auch irgendwie schön Chaotisch. Wir verbrachten unzählige Kilometer auf den Straßen, wir fuhren durch Wälder bei Vollmond und ich dachte, jetzt sind wir auf dem Weg in die Hölle. Für mich war es eine tolle und lehrreiche Zeit und ich kann bis heute nicht sagen, ob das gedrehte Material schlecht ist oder nicht. Was mir unangenehm Auffiel, waren die Diskussionen zwischen Produzent und Kameramann. Ich dachte, Jungs, macht doch sowas nicht vor allen Leuten. Gleichzeitig dachte ich mir, vielleicht gehört das ja dazu. Und vielleicht schlagen sie sich mit den Lampen jetzt gleich die Fresse ein. Aber so weit kam es dann doch nicht. Wir hatten einen Aufnahmeleiter, der eine Ruhe und Gelassenheit ausströmte, so dass wir alle in tiefer Ehrfurcht, ob der Blicke dieses Mannes, kuschten und brav weitermachten. Sogar der Produzent.
Dieses kleine Abenteuer " Filmemachen " gipfelte einmal darin, dass wir in einen Schneesturm gerieten. Da die Scheiben unseres Transporters von innen stark beschlagen waren, da diese Scheiß Heizung nicht funktionierte, wusste dann auch niemand mehr, wo wir waren. Wir konnten nur noch schätzen und fanden dann die gelobte Autobahn.
Was auch ziemlich lustig war, als mich der Produzent einen Tag vor Drehbeginn anrief und meinte, er brauche noch zahlreiche Requisiten.
In einer Szene schwebte unsere Hauptdarstellerin Elfengleich auf Söckchen über die Fliesen in der Küche. Ich dachte mir, hier brauchst du den Ton nicht Aufnehmen. ( Ich war der Ton - Angler - Mensch und schrieb auch das Drehbuch sechsmal um ) Falsch gedacht Jojo. Der Kameramann sagte zu mir : Jo, der Ton, der Ton. Ich : Man hört sie doch nicht. Kameramann: Ein guter Ton - Mann kann auch keine hörbaren Töne aufnehmen. Oha ! Jetzt aber. Okay, nicht hörbare Töne aufnehmen. Mach ich doch. Nach der Szene fragte ich mich dann, wie um alles in der Welt wollen die später nicht hörbare Töne auf dem Rechner wiederfinden. Egal. Die können das bestimmt. Nicht hörbare Töne aufnehmen...mein lieber Freund.
War alles irgendwie witzig, lehrreich, chaotisch.
Was mir bis heute stinkt : WO IST DER FERTIGE FILM ??

joey23

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12

Sonntag, 14. September 2014, 11:25

Zitat

Joey23 dann hattest du sehr viel Glück. Mit wievieln Kollegen hast du denn schon zusammengearbeitet?


Keine Ahnung.. Vielleicht 150 Leute?

Tarantino

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13

Sonntag, 14. September 2014, 11:50

Was mir unangenehm Auffiel, waren die Diskussionen zwischen Produzent
und Kameramann. Ich dachte, Jungs, macht doch sowas nicht vor allen
Leuten. Gleichzeitig dachte ich mir, vielleicht gehört das ja dazu. Und
vielleicht schlagen sie sich mit den Lampen jetzt gleich die Fresse ein.


Herrlich :D

pascal

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14

Sonntag, 14. September 2014, 12:10


Was mir bis heute stinkt : WO IST DER FERTIGE FILM ??

Verloren.

maximus63

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15

Sonntag, 14. September 2014, 12:27

Liebster Pascal, las diese Wortspielereinen. Sonst komm ich vorbei und versohl dir deinen Hintern;)

JoJu

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16

Sonntag, 14. September 2014, 13:38

Ich denke die wichtigsten Dinge sind wirklich was zu beißen, klare (Hierarchie)Verhältnisse, eine gute Planung und Leute auf die man sich verlassen kann. Viele unterschätzen einfach die Größe eines Filmprojekts und kümmern sich um sowas zu wenig.

Beim Essen merkt man erst wirklich wie beschissen die Stimmung vorher war. Und dann ist auch gleich wieder Motivation da.

Ich hatte bisher auch noch nie wirklich Konflikte beim Dreh, aber das lag wahrscheinlich vor Allem daran, dass ich alle persönlich kannte und auch alle Bock darauf hatten einen guten Film zu machen.

Im größeren Maßstab muss man sich nur mal anschauen wer in Christopher Nolans Filmen mitspielt. Oder in denen von Jim Jarmusch. Die kennen sich alle und wissen dass sie sich aufeinander verlassen können und dann werden halt mehrere Filme mit ähnlichen Besetzungen gedreht. Weil das ein geringeres Risiko ist.

Ich glaube viel liegt da auch in den Händen der Produktion, Regie und Aufnahmeleitung, Konflikte zu Lösen oder zu verhindern bevor sie das Projekt aufhalten oder gefährden.

Tarantino

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17

Sonntag, 14. September 2014, 17:00

Probleme und Streit beim drehen.

Hier ein Beispiel in dem ein Mitarbeiter beim Dreh zu Terminator 4 durch das Bild läuft und Bale geht auf 180. Wer das noch nicht kennt. :D


7River

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18

Sonntag, 14. September 2014, 19:55

Wie Herzog und seine Crew es nur mit dem ausgehalten haben, ist mir ein Rätsel.



Wenn Menschen "bei der Arbeit" so ausfallend werden, auch bei dem Beispiel von @Tarantino, ist das schon traurig.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“

CyberSkunk

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19

Sonntag, 14. September 2014, 21:56

Hehe, Kinski war aber auch extrem. Der soll dermassem rumgeschrien haben, daß die Eingeborenen angeboten haben, ihn umzubringen :D kein Scherz, stets bemüht um sozialen Frieden. Antoine Fuqua soll ja auch gelegentlich rumschreien. Aber gut im Fach ist er halt schon. Die Frage ist halt, sind die Ausraster nachvollziehbar, oder ist der Regisseur bloss ein A-loch mit nem Megaphon. Solls ja geben.

LG

Edit: Ach, das sagt er da ja am Schluss, vwg. Kinski umbringen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »CyberSkunk« (14. September 2014, 22:30)


Tarantino

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20

Sonntag, 14. September 2014, 22:26

Jeder hat mal nen scheiß Tag, dann muss es einfach raus. :S

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