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Marcus Gräfe

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1

Dienstag, 22. April 2014, 18:58

Wie kommt man eigentlich als Produktionsunternehmen an "bekannte" Musik?

Wie kommt man eigentlich als Produktionsunternehmen an "bekannte" Musik, z. B. aktuelle Charts, Soundtracks von Hollywoodfilmen usw.? Wir verwenden in der Firma sogenannte "Production Music". Die ist zwar GEMA-pflichtig und von Verlagen, die auch die bekannten Künstler unter Vetrag haben, aber dort gibt es eben nichts bekanntes (auf den speziellen Websites für Production Music). Fernsehsender scheinen alles verwenden zu dürfen. Ist das bei Nicht-TV-Produktionsfirmen nicht so?

Jackyjake

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2

Dienstag, 22. April 2014, 19:19

Fernsehsender scheinen alles verwenden zu dürfen. Ist das bei Nicht-TV-Produktionsfirmen nicht so?
Das glaube ich kaum... Hier geht es höchstwahrscheinlich in erster Linie um Geld. Die Fernsehsender haben nur einfach die Kontakte! :D
Die Künstler die mit ihren Songs in den Charts sind, haben mit Sicherheit auch ihre Verlage und Vertreiber die man finden und kontaktieren müsste.

Aber ich hab' genauso wenig Ahnung wie du, das sind nur Spekulationen ;)

LG
Jackyjake

Marcus Gräfe

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3

Dienstag, 22. April 2014, 19:23

Doch, ich glaube, TV- und Radiosender zahlen eine Pauschale und dürfen dann alles verwenden. Die müssen es zwar bei der GEMA anmelden, aber zahlen nie mehr als ihre Pauschale. Soweit meine Info.

Jackyjake

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Dienstag, 22. April 2014, 19:28

So läuft das auf jeden Fall bei Presseagenturen und Zeitungen...
Habt ihr denn schonmal versucht die GEMA direkt zu kontaktieren?

NHP

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5

Dienstag, 22. April 2014, 19:54

Der Rundfunk zahlt eine GEMA-Pauschale.

Wenn du Musik lizensieren willst, musst du dich bei der GEMA registrieren und kannst dann relativ einfach die entsprechenden Formulare ausfüllen.
Die GEMA ist halt ziemlich genau, das heißt, du erwirbst die Rechte teilweise tatsächlich pro Sekunde gespielter Musik oder bei Einzelvorführungen für jeden einzelnen Kinosessel. Eine genaue Tarifübersicht und nähere Bestimmungen findest du hier.

Musst halt schauen, was auf deine Produktion zutrifft...

Marcus Gräfe

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6

Dienstag, 22. April 2014, 19:56

Habt ihr denn schonmal versucht die GEMA direkt zu kontaktieren?

Bisher nicht.

Wenn du Musik lizensieren willst, musst du dich bei der GEMA registrieren

Willst du damit sagen, man muss nicht über den Verlag/Publisher/Autor gehen? Denn bei Produktionsmusik zahle ich pro Sekunde an Verlag UND GEMA.

NHP

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7

Dienstag, 22. April 2014, 20:00

Zitat

Willst du damit sagen, man muss nicht über den Verlag/Publisher/Autor
gehen? Denn bei Produktionsmusik zahle ich pro Sekunde an Verlag UND
GEMA.
Soweit ich weiß musst du nicht über den Verlag gehen. Dafür ist die GEMA ja da. Um die Rechte für den Verlag zu verwalten. Das was du der GEMA bezahlst geht ja großteils an den Publisher, die GEMA greift sich für ihre Dienstleistung nur nen kleinen Prozentsatz ab.

Marcus Gräfe

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Dienstag, 22. April 2014, 20:03

Hmm... kann ich mir irgendwie schwer vorstellen. Denn unsere Verlage (z. B. Sonoton, EMI, Universal PPM) verlangen eine Anmeldung bei denen (die ordentlich was kostet) und dann will die GEMA noch zusätzlich die Anmeldung haben.

Wäre ja seltsam, wenn bei bekannteren Musikstücken, also von großen Künstlern, plötzlich nur noch die GEMA Geld haben will.

NHP

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9

Dienstag, 22. April 2014, 20:07

Also ich habe selber bei der GEMA bisher noch nicht lizensiert, deshalb kann ich dir da jetzt auch nich komplett widersprechen, aber seid ihr sicher, dass ihr nicht doppelt zahlt?

Die GEMA ist ja im Prinzip nichts anderes als die Rechteverwaltung ihrer Mitglieder. Das was du der GEMA zahlst geht ja direkt an die Recheinhaber (Universal etc.), die GEMA greift sich von dem Geld dann k.A. 5 Prozent oder sowas ab, weil sie die Lizensierung abgewickelt hat.

10

Dienstag, 22. April 2014, 20:11

Wenn der Künstler bei der GEMA ist, dann kann man das komplett darüber abwickeln. Die haben Auflistungen, was entsprechende Nutzungsrechte kosten. Falls er das nicht ist, dann versuchen den Rechteinhaber ausfindig zu machen und direkt mit ihm verhandeln.

Große Produktionsfirmen/Radio/TV/etc. haben Rahmenverträge mit der GEMA. Meist bezahlen die dann pauschal für x Songs und bekommen dann evtl. auch einen besseren Preis.

Ich hab die Infos von ein paar befreundeten Bands, welche mittlerweile auch Mitglieder bei der GEMA sind. Wir haben das mal theoretisch geklärt, weil wir deren Songs für eine Produktion mit der Band nutzen wollten. Ist aber alles eine sehr verworrene Sache..

NHP

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11

Dienstag, 22. April 2014, 20:18

Jo, so hatte ichs auch gedacht.
Also is eine separate Lizensierung über das Label eigentlich nicht notwendig, wenn du bei der GEMA direkt lizensierst, oder? (natürlich vorausgesetzt, der Künstler ist überhaupt in der GEMA)

Marcus Gräfe

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Dienstag, 22. April 2014, 22:26

Da würden uns die Verlage aber aufs Dach steigen, wenn wir die übergehen würden. ;)

Allerdings ist meine Hauptfrage noch nicht ganz beantwortet: Kann quasi "jeder" den Nr. 1 Hit aus den aktuellen Charts in seinem Film verwenden, solange er den nur bei der GEMA anmeldet (zu relativ "normalen" Tarifen)?

13

Dienstag, 22. April 2014, 22:41

Ich hatte noch diesen Link in den Bookmarks, ich glaube das trifft ziemlich genau deine Frage?

https://www.gema.de/musikurheber/mitglie…roduzenten.html

bzw.

https://www.gema.de/musiknutzer/lizenzie…treibender.html

Zitat aus dem ersten Link:

Zitat

Die Nutzung von geschützten Musikwerken zur Herstellung einer AV-Produktion bedarf grundsätzlich der vorherigen Einwilligung der Rechteinhaber:
der Urheber (Komponisten, Textdichter) bei unverlegten Musikwerken
der Musikverlage bei verlegten Musikwerken

Die Klärung des Herstellungsrechts kann entweder direkt mit den Rechteinhabern oder über die GEMA erfolgen.

Ergänzend zu deiner eigentlich Frage steht dort:

Zitat

Die Tarife, die der Rechteinhaber für die Verwendung der Musik in einer bestimmten AV-Produktion erhebt, sind nicht normiert und der GEMA nicht bekannt.

Scheint so, als hätte ich mich zumindest mit der einheitlichen Bepreisung geirrt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »denis« (22. April 2014, 22:49)


Michael - Visual Pursuit

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14

Mittwoch, 23. April 2014, 04:48

Man kann bei der Gema zwar die tatsächliche Nutzung lizensieren,
aber das Herstellungsrecht über die Gema zu erhalten funktioniert
eigentlich nie.

Man benötigt auf jeden Fall die Genehmigung der Rechteinhaber deren
Musik mit dem eigenen Filmmaterial zu verbinden. Dazu müssen die
(oder ihre Beauftragten/Manager/Agenten) sich das Material ansehen.
Könnte ja sonst sein dass sie versehentlich die Musik für einen NPD-Spot
lizensieren. Wäre ein unabsehbarer Imageschaden.

Das Material zu sichten muß sich lohnen, weil die für "bekannte" Musik
natürlich mit Anfragen überschwemmt werden. Also wird das Herstellungsrecht
erst mal grundsätzlich in Rechnung gestellt und auch nur für größere
Produktionen bzw. "sichere" Abnehmer wie Fernsehsender eingeräumt,
weil man bei denen davon ausgehen kann dass auch die Einnahmen durch
Aufführungsrechte den Aufwand rechtfertigen. Für kleinere Produktionen
und Privatprojekte bekommt man oft nicht mal eine Antwort.
Ganz abgesehen davon daß man überhaupt erst mal die Rechteinhaber
ausfindig machen muss und dann noch die Kontaktdaten der
Repräsentanten/Agenturen/Vertreter.

In Summe ist "Rights Clearance" einer der teuersten und organisatorisch
aufwendigsten Teilbereiche einer Filmproduktion.

Ich hab mal versucht für den 12-minütigen Mitschnitt einer Modenschau
die Rechte zu klären. Am Geld wäre das nicht gescheitert, ich hatte ein
Budget von 30.000 Euro für die Lizenzen.

Aussichtslos. Die Musik bestand wie bei solchen Shows üblich aus einem
Mix, rund 40 Stücke, dabei Zeugs von dem nicht mal der Typ der es
zusammengestellt hat sagen konnte wer die Rechte hält (Vinyl ohne Label,
cooool) geschweige denn wie die Stücke überhaupt heissen.

Ein Teil wurde in tagelanger Arbeit herausgefunden und kontaktiert, gut
ein Drittel war nicht herauszufinden. 80% der kontaktierten antworteten
gar nicht oder erst nach Monaten, der Rest stellte teils abstruse Forderungen.

Die GEMA hatte damals für sowas noch keine Onlinemeldung (für die
Show selbst war das kein Problem), und die zuständige Nebenstelle war
eine ganze Woche am Stück (ISDN mit Wahlwiederholung alle 30 Sekunden)
zu Dienstzeiten durchgehend besetzt und in Pausen bzw ausserhalb der
offiziellen Öffnungszeiten minutengenau auf Anrufbeantworter geschaltet.

Eine Anfrage per Briefpost blieb komplett unbeantwortet, auf die Anfrage
per E-mail kam 9 (neun!!) Monate später die Antwort daß man mir keinen
Tarif nennen könne, aber ich könnte das Video schon mal online stellen.
Man hätte mich jetzt als Verwerter registriert und würde mir sagen was
es kostet wenn man sich über den Tarif geeinigt hätte.

Ein Blankoscheck, halllloooooooooo?

Ach ja, im letzten Satz wies man leicht versteckt auf das Herstellungsrecht hin.
It's all about the light.

Marcus Gräfe

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Mittwoch, 23. April 2014, 20:51

Danke für eure Antworten. Ich entnehme daraus, dass es eigentlich eher nicht möglich ist, an solche Musik zu kommen, wenn man eben kein TV-/Radiosender ist.

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