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Anderl Smithee

unregistriert

1

Dienstag, 18. März 2014, 23:32

Sanis am Set?

Gudnaaabnd,

trotz intensiver Suche im Forum habe ich bisher keinen Hinweis gefunden, wie es üblicherweise so mit der Erstversorgung bei möglichen Unfällen während des Drehs gehandhabt wird.

Hintergrund: Ich habe mir gedacht, wenn ich Kontakt zu ein paar "Parkour"-Spezis aufnehmen würde (so was gibts ja mittlerweile sogar schon in Vereinen organisiert), würde dies die Möglichkeit bringen, gewagt aussehende Verfolgungsjagden zu inszenieren. Bei entsprechender Koordination wäre es dabei sogar möglich, einen Stammschauspieler, der mit solch gewagten Hüpfereien eher nichts am Hut hat, unbemerkt durch einen Parkourer zu ersetzen. Müsste dann halt nur ne Skimaske überziehen (aus welchen Gründen auch immer) und - schwupps - springt dann eben ein anderer im gleichen Rollkragenpullover von Wand zu Wand und keiner merkts.

Und obwohl manche dieser Sportler ja durchaus topfit und griffsicher agieren, bleibt ja nun doch ein gewisses Restrisiko, dass sich einer mal ernsthaft verletzen könnte.

Bei solchen Gedanken bekomm ich Bauchschmerzen.

Ich denke nicht, dass ich als potentieller Hobby-Filmer für so was ne Versicherung abzuschließen in der Lage wäre (?), also was dann, wenn sich einer tatsächlich ernsthaft weh tut?

Klar, ich könnte sicherheitshalber beim roten Kreuz (oder ähnlichem) nachfragen, ob die während der Dreharbeiten solch heikler Szenen ein Sani-Team bereit stellen, aber soviel ich weiß, ist das auch keine ganz so billige Sache?!

Wie handhaben das denn Andere hier?
Habt Ihr eigene Leute dabei, die zur Not auch mal halbprofessionell verbinden können oder geht Ihr stets von der Option aus, dass schon nix passiert oder hat tatsächlich mal jemand von Euch ein Sani-Team bezahlt, um am Drehort herum zu stehen und auf den Fall zu warten, dass wirklich mal was passiert?

Und hat irgendjemand von Euch denn mal eine solche Situation durchmachen müssen?

Danke vorneweg für Eure Antworten - bin gespannt, was Ihr dazu meint?

Gruß, Anderl

MoFilms

unregistriert

2

Mittwoch, 19. März 2014, 10:58

Hm, also ein Sani - Team hatte ich nie dabei, und wüsste jetzt auch nicht bei meinen Filmemacher - Kollegen, dass die jemals ein solches Team haben.

Zugegeben hatte ich bisher auch noch nie eine Szene, in der ernsthafte Verletzungsgefahr herrschte.

Hast du mal einen Erste - Hilfe - Kurs absolviert? Ohne das ich jetzt bisher darüber nachgedacht habe, wäre ich dank einem solchen und einem Verbandskasten, der eigentlich immer mit dabei ist (Im Auto eben) durchaus selbst in der Lage eine gewisse Erstversorgung zu leisten (z.B. das erwähnte semiprofesionelle Verbinden ;) ). Darüber hinaus müsste man dann halt einen Notarzt bestellen.

Anderl Smithee

unregistriert

3

Mittwoch, 19. März 2014, 12:10

Holla,



danke für Deine Antwort.

Vermutlich hast Du recht, wenn Du meinst, dass das alles im Normalfall sicher gar nicht so "gefährlich" abläuft.

Ich bin leider der Theoretiker vor dem Herrn und versuche meist, alle Eventualitäten im Vorfeld eines Vorhabens abzudecken - was natürlich nie so richtig funktioniert.

In einem wie von mir beschriebenen Szenario aber käme es mir durchaus etwas leichtfertig vor, die Dinge in dieser Weise "auf gut Glück" anzugehen. Hast Du schonmal gesehen, was die Leute, die so was treiben (Parkour), alles auf sich nehmen?

Man stelle sich vor, ich bekomme so jemanden dazu, sich in einem Projekt einzubringen und dann geht irgendwas total daneben? Klar, die wissen auch, was sie tun und können (sollte zumindest so sein). Und vielleicht kann man sich dann auch auf deren Selbsteinschätzung verlassen. Schließlich schaut man denen vorher erst etwas über die Schulter, bevor man die komplett einplant.

Ich bin allerdings schon etwas überrascht, dass es offenbar bei Anderen nie zu irgendwelchen Verletzungen kommen sollte. Wenn ich mir manche fertigen Filme (auch hier im Forum) anschaue, dann wirken manche "Stunts" tatsächlich ziemlich gewagt.

8|

Gruß, Anderl

joey23

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4

Mittwoch, 19. März 2014, 12:26

Ich würde auf jeden Fall die Sanis am Set haben wollen.

Wichtiger finde ich aber tatsächlich noch die Versicherungsfrage. Man stelle sich vor, einer der Jungs verletzt sich und ist möglicherweise anschließend Querschnittsgelähmt. Und dann? Dann zahlst du unter Umständen dein Leben lang seinen Unterhalt, von der moralischen Schuld ganz zu schweigen.

Nene, für mich kommt nur in Frage zu drehen, was ich mit gutem Gewissen als "sicher" einstufen kann, und bei dem mir im Zweifel jeder Richter recht geben würde. Parcour gehört da für mich nicht dazu, selbst wenn ich mich vll mit einer Unterschrift gegen die rechtlichen Folgen absichern könnte.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »joey23« (19. März 2014, 14:33)


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5

Mittwoch, 19. März 2014, 13:02

Vielleicht kann man da ein Schreiben aufsetzen dass dich der Verantwortung enthebt und klarstellt, dass die Stunts nicht nach fremden Willen ausgeführt werden?

Anderl Smithee

unregistriert

6

Mittwoch, 19. März 2014, 13:29

Jo, das wär die rein rechtliche Sache.

Aber wenn Du nur einen Hauch Charakter hast, dann würdeste im schlimmsten Fall doch sicher vom moralischen Aspekt her tatsächlich massive Probleme bekommen. Find ich schon nachvollziehbar.

Andererseits sollte man vielleicht auch wirklich meinen, dass solche Leute wissen, was sie machen. Man muss sich ja nicht gerade mit einem totalen Anfänger einlassen (so wie ich es in Filmdingen bin :D ), der sich dann übernimmt, nur weil er sich keine Blöße geben will.

MoFilms

unregistriert

7

Mittwoch, 19. März 2014, 15:42



In einem wie von mir beschriebenen Szenario aber käme es mir durchaus etwas leichtfertig vor, die Dinge in dieser Weise "auf gut Glück" anzugehen. Hast Du schonmal gesehen, was die Leute, die so was treiben (Parkour), alles auf sich nehmen?

Man stelle sich vor, ich bekomme so jemanden dazu, sich in einem Projekt einzubringen und dann geht irgendwas total daneben? Klar, die wissen auch, was sie tun und können (sollte zumindest so sein). Und vielleicht kann man sich dann auch auf deren Selbsteinschätzung verlassen. Schließlich schaut man denen vorher erst etwas über die Schulter, bevor man die komplett einplant.


Ich habe Parkours durchaus schonmal gesehen, es werden ja auch (zumindest in meiner Umgebung) immer mal Einsteigerkurse o.Ä. angeboten. Aber um auf das Risiko zurückzukommen: Soweit ich weiß, ist bei solchen Parkourveranstaltungen letzlich doch auch kein Sani - Team dabei. (Wie auch, die müssten, je nach Strecke etc. ja auch die ganze Zeit hinterher rennen mit ihrem Equipment, was letzlich gar nicht möglich ist).
Sehe daher nicht, dass bei einem Dreh das Risiko größer wäre für die "Parkouristen" als bei der regulären Ausübung ihres Hobbys. Es sei denn natürlich du möchtest eine solche Szene aus 40 verschiedenen Winkeln drehen, bis zur völligen Erschöpfung der Darsteller, die dann sicherlich eher gefähredet sind einen Unfall zu erleiden. Aber so wie ich dich jetzt mal einschätze, deinen Beiträgen nach, scheinst du doch eher verantwortungsbewusst genug zu sein, dass das nicht passiert. ;)

Ich würde auf jeden Fall die Sanis am Set haben wollen.

Wichtiger finde ich aber tatsächlich noch die Versicherungsfrage. Man stelle sich vor, einer der Jungs verletzt sich und ist möglicherweise anschließend Querschnittsgelähmt. Und dann? Dann zahlst du unter Umständen dein Leben lang seinen Unterhalt, von der moralischen Schuld ganz zu schweigen.


Kommt natürlich immer auf die Vorraussetzungen an. Wie professionell gehst du den Dreh an? Zahlst du deinen Darstellern etwas oder ist es eine reine Hobby-Sache, bei der niemand bezahlt wird und auch keiner was verdient? In letzterem Fall ist natürlich jeder für sich selber verantwortlich, und niemand muss für irgendwen zaheln, wenn etwas passiert.
Sind die Darsteller jedoch deine Angestellten, bist du natürlich auch im Rahmen des Beschäftigungsverhältnis für deren Wohlbefinden rechtlich verantwortlich.

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