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Lierov

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  • »Lierov« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 28. November 2013, 12:47

Erfahrungen mit Laiendarstellern

Mich interessiert mal wie insgesamt eure Erfahrungen mit "Laien-Schauspielern" sind, wenn es um die Verlässlichkeit geht. Bisher war das bei meinen Filmen immer das größte Problem. Leider nimmt nach meiner Erfahrung das ganze exponentiell zu, je mehr Leute als Darsteller bei dem Film mitwirken. Absagen des Drehtermins 5 Minuten vor Drehbeginn (was bei den restlichen Darstellern nicht gerade die Montivation steigerte) oder gänzliches wegbleiben bei vereinbarten Terminen (nachdem ich zwei Stunden bei 38 Grad das Set aufgebaut habe). Überhaupt war das finden von Drehterminen wo alle Darsteller benötigt wurden schon schwierig genug, weil bei diesem Termin der eine, bei dem anderen Termin der nächste keine Zeit hatte. Meine Erfahrungen beziehen sich hier jetzt nur auf Jugendliche Laiendarsteller. Alle wollen nachher angeben: "Hey haste schon meinen Film gesehen?" aber wenn es um die Zuverlässigkeit geht sind die wenigsten wirklich ganz weit vorne... Wie ist das so bei euch?
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joey23

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2

Donnerstag, 28. November 2013, 12:51

Darum konzipiere ich meine Projekte so, dass ich nur Leute einplane, die zuverlässig sind. Außerdem versuche ich so wenig Leute wie möglich unersetzbar zu machen. Je älter deine Darsteller werden, desto besser klappt das. Generell hilft aber: Mach es zu IHREM Projekt. Wenn sie erst mal mit Herzblut dabei sind, tauchen sie auch zum vereinbarten Termin auf.

z3r0_88

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3

Donnerstag, 28. November 2013, 13:08

Ich stehe selbst als Laienschauspieler auf der Bühne. Ist natürlich nicht wie beim Film, aber auch das Probleme kenne ich sehr gut.
Egal welchen Alters. Schwarze Schafe gibt es immer.

Wie mein Vorredner sagte, mach es zu ihrem Projekt. Bei Laien kannst du ihnen auch gerne mehr arbeit als nur die eine Rolle geben.
in unserer Theaterruppe z.B. sind die Darsteller auch gleich die Bühnenbildner, Maskenbildner, Techniker, Hausmeister und und und.
Steckt man selbst viel in ein projekt oder eine Idee, ist man natürlich mit viel mehr Leidenschaft dabei und gibt es nicht so schnell auf.
Zwei drei unserer Mitspieler übernehmen keine weitere Aufgabe und genau diese fehlen Häufig.
Klopf auf Holz, bei den Aufführungsterminen waren bisher immer alle da. Aber es ist schon kritisch wenn wenige Wochen vor der Premiere Leute bei den Proben fehlen. Das nimmt der ganzen Gruppe den Spaß. Genau in dieser Phase sagen viele dann: "Ja, nächstes Jahr mache ich nicht mehr mit!"

Zum Glück machen die Aufführungen und die Reaktion des Publikums diese Tiefschläge wett und im nächsten Jahr sind dann alle wieder mit Motivation dabei.

pascal

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4

Donnerstag, 28. November 2013, 14:23

Mach es zu IHREM Projekt.

Genau das ist der Knackpunkt. Keiner interessiert sich für das was du machst, wenn du keinen Cent Gage zahlst. Daher ist es sinnlos ein Projekt zu planen und auf Leute zu bauen die nötig sind aber halt nur schwafeln statt tun.

rick

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5

Donnerstag, 28. November 2013, 14:26

Keiner interessiert sich für das was du machst, wenn du keinen Cent Gage zahlst.

Das stimmt so nicht. Wenn Du gut vorbereitet bist, dann kannst Du Leute für Dein Projekt begeistern. An den Schauspielschulen oder jugend Schauspielbühnen sind viele fähige Talente, die z.B. nach Material für ihr Demoreel lechzen.

pascal

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6

Donnerstag, 28. November 2013, 14:28

Keiner interessiert sich für das was du machst, wenn du keinen Cent Gage zahlst.

Das stimmt so nicht. Wenn Du gut vorbereitet bist, dann kannst Du Leute für Dein Projekt begeistern. An den Schauspielschulen oder jugend Schauspielbühnen sind viele fähige Talente, die z.B. nach Material für ihr Demoreel lechzen.

Stimmt, ich habe übertrieben. Dass es richtig geht zeigen ja auch viele Filmprojekte.

Selon Fischer

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7

Donnerstag, 28. November 2013, 16:47

Mir ist es erst ein einziges Mal passiert, dass ein Laienschauspieler abgesprungen ist - das allerdings 15 Stunden vor Drehbeginn (inklusive einer Nacht dazwischen), sodass wir so schnell keinen adäquaten Ersatz finden konnten. Das war zwar eine stressige und nervenaufreibende Erfahrung, allerdings beeinflusst das meine Einstellung gegenüber der Verlässlichkeit von Laien nicht unbedingt negativ. (Auch wenn man sich fragen sollte, warum man bei dem Überangebot an Schauspielern auf dem Markt überhaupt in größerer Zahl auf Laien zurückgreifen sollte - aber das ist eine andere Diskussion, glaube ich)

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dennisNRW

pikk

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8

Donnerstag, 28. November 2013, 17:00

Mir ist es erst ein einziges Mal passiert, dass ein Laienschauspieler abgesprungen ist

Das ist mir auch mal passiert, allerdings mit einem Berufsschauspieler, der seit 10 Jahren dabei ist. Das gibt es also nicht nur bei Laien, wobei ich schon sagen muss, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass Profis allgemein zuverlässiger sind und
und vor allem
nicht diese "Ich-machs-ja-schließlich-umsonst-also-kann-ich-mir-jede-Freiheit-raus-nehmen-Haltung" haben. Also versuch ruhig, dir zumindest ein paar erfahrene Leute zu holen, denn deren Professionalität färbt auch auf andere am Set ab.

Außerdem neigen Laien oft dazu, das eher wie eine Art freundschaftliches Zusammentreffen zu sehen. Auch wenns schwer fällt, solltest du besser ne Haltung einnehmen, bei der man schon noch erkennt, dass du der "Chef" bist. Das solltest du aber natürlich nicht übertreiben und den Leuten die Lust an der Sache nehmen. Wie schon gesagt, überzeuge sie davon, dass jeder ein wichtiger Teil des Gesamtwerkes ist und erinnere sie auch zwischendurch mal freundlich daran, dass sie ihr Wort gegeben haben.

newmanbrothers

unregistriert

9

Montag, 2. Dezember 2013, 20:36

Star-tisten.

"Wer ist der Boss" und "Wer will hier eigentlich was von wem?"

- Das sind die Fragen, die für mich im Umgang mit Laien immer wieder auftauchen. Einer der größten Vorteile für mich mit professionellen Schauspielern zu arbeiten ist, wir müssen uns nicht über die Basics unterhalten. Natürlich gibt es auch bei Profis ausnahmen, aber die gehören für mich nicht in diese Branche. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind für mich zwei grundsätzlich indiskutable Punkte.

Wen es interessiert, eine kleine Anekdote:
Ich habe bei einer Theater-Produktion die Leitung der Statisterie übernommen. Es war ein Stadttheater, es war der Faust und wir hatten nicht genug Statisten. Also machten wir ein Casting mit den hauseigenen Spielclubs (Altersklasse: 15 - 20). Jeder wollte unbedingt dabei sein, auf der Bühne stehen. Ich sah große traurige Augen vor mir, die darum schmachteten dabei zu sein.
Einige Wochen später. Die Auswahl war längst getroffen, wir befanden uns in den Proben. (Wie eigentlich immer am Theater) hatten wir sehr wenig Zeit, es ging anstrengend zur Sache, es gab mal Probleme hier mal da, der übliche, vielleicht etwas größere Produktionsstress...
Dann gab es einen Knackpunkt - Bühnenprobe, in der Woche, 21:30 Uhr, Primetime..auf ProSieben laufen der gerade die beliebten Sitcoms, aber unsere Statisten müssen auf der Bühne stehen. Neben den Schauspielern. Sie müssen stehen und warten, weil wir alle warteten, das die Technik wieder mitspielte. Hin und her. Stop & Go, bestimmt drei Stunden.
Was passierte? Natürlich waren die Schauspieler auch alles andere als begeistert von dieser Situation, aber Sie hatten auch Verständnis für das Team, denn wir haben uns alle den A**** aufgerissen.
Was passierte mit den Statisten?
Es war interessant zu bemerken, wie plötzlich die Tonlage des ein oder anderen doch etwas rauer mir gegenüber wurde. Ich hatte das Gefühl, mir würde sukzessiv mitgeteilt, ich könne dankbar sein, das sie noch hier wären. Auf einmal wurden Forderungen gestellt (Hunger/Durst, dafür war grundsätzlich gesorgt, aber man möge es Ihnen doch bitte reichen). Lange Rede, kurzer Sinn: Sie entwickelten eine völlige unangebrachte Attitüde, die selbst keiner der Hauptdarsteller ansatzweise an den Tag legte. Sie wurden frech! Und Sie hielten sich für DIE Stars. Zitat: "Was wolltet ihr denn machen, wenn wir jetzt nicht hier wären?" - Eine Frage, die mich zwischen Problemen ob das Podium wieder fährt und wir müssen die Scheinwerfer dann nochmal neu ausrichten (...) - an den Rande des Wahnsinns gebracht haben.

Kurz und gut. Das ist meine subjektive Erfahrung. Da ist sicherlich auch vieles situationsabhängig, aber ich kann nur warnen: überleg dir einfach gut, ob es reicht mit einem Laien zu arbeiten und mit wem du arbeitest. Sicherlich spielt dabei das Alter auch eine Rolle, wobei ich mit älteren auch ähnliche Erfahrungen gemacht habe.

So, das war mal meine Geschichte zu dem Thema, ich setze (wenn es nicht um Freizeit-Projekte geht) beruflich nur auf Profis. Laien habe mich zuviele Nerven gekostet, aber nix für ungut, es gibt sicher Ausnahmen. :-)

Nils.

PS: Die Statisten hatten übrigens einen Vertrag, waren sozialversichert und haben 11,- € / Stunde verdient. Netto.

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