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ShawnBu

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1

Montag, 20. Mai 2013, 20:24

Crowdfunding für einen STAR WARS Fan Film?

Hi Filmemacher!

Ich habe vor in meiner Freizeit einen Kurzfilm über Darth Maul zu drehen. Ich schreibe gerade das Script und arbeite an der Vorproduktion und merkte dabei, dass das ganze Unterfangen doch deutlich teurer wird als gedacht.

Deshalbkam mir dir Idee das ganze Ding über Crowdfunding zu finanzieren. Nur frage ich mich ob das rechtlich überhaupt möglich ist. ?( Das ganze bleibt dabei natürlich immer noch total "non profit" und ist von Fans für Fans. Alles Geld geht in die Produktion. Seit der Disney Übernahme ist das aber alles etwas undurchsichtiger geworden. Im Internet hab ich nix gefunden dazu.

Was meint ihr? Sollte ich es einfach wagen? Wo würdet ihr Infos dazu herbekommen. Werde mich noch mit einem Medienanwalt zusammensetzen müssen.

Ich bin darauf gekommen, als ich gesehen hab das auch andere Lizenz Fan Filme machen und sie mit Crowdfunding finanzieren:

Nightwing Fan Serie: http://www.kickstarter.com/projects/4510…wing-the-series

Jurassic Park Prequel Fan Film: http://jporigins.com/

Vielen Dank für Antworten

Es könnte ein sehr cooles Projekt werden! :)

7River

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2

Montag, 20. Mai 2013, 20:38

Solange der Film nicht kommerziell ist und Du in den Endcredits die Rechteinhaber erwähnst, dürfte es eigentlich keine Probleme geben. Meine ich jedenfalls mal gehört zu haben. Aber es wäre vielleicht ratsam, einen Anwalt zu fragen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

3

Dienstag, 21. Mai 2013, 01:08

Ob Disney die alte Linie beibehält, dass unkommerzielle Fanfilme ok sind, bleibt abzuwarten. Ein Anwalt kann das auch nicht völlig sicher wissen, sondern nur sagen, ab wann du dich auf dünnes Eis begibst. Trotzdem ist es nicht falsch, einen zu fragen.

Ich sehe das (als juristische Laiin, ich darf und kann hier keine Rechtsberatung geben) so, dass das amerikanische Copyright verletzt werden könnte, aber nicht automatisch das deutsche Urheberrecht.

Das Urheberrecht an Star Wars liegt bei George Lucas und eventuell weiteren Inhabern, z.B. bezüglich der Filme bei einem Teil der Filmcrew, bezüglich Büchern bei Autoren des Expanded Universe, bezüglich der Musik bei John Williams und so weiter. Das Urheberrecht ist (außer durch Todesfall) unveräußerlich, kann also überhaupt nicht auf Disney übertragen werden.
Das US-Recht kennt kein Urheberrecht, sondern nur das Copyright, das veräußerlich ist. Wenn Lucasfilm die Rechte für Star Wars an Disney verkauft hat, heißt das also, dass - nach US-Recht - Disney alleine über alles entscheidet, was mit Star Wars in Verbindung steht. Nach deutschem Recht bleibt das Urheberrecht aber bei den Urhebern und wäre Disney eine in Deutschland eingetragene Firma, besäße Disney die Vervielfältigungs- und Verwertungsrechte und könnte deshalb rechtlich z.B. gegen "Raubkopien" der Filme vorgehen, aber nicht automatisch gegen Fanfilme, denn die Urheberrechte des SW-Universums liegen ja anderswo - und auch du als Filmschaffender hast ein Urheberrecht an deinem Film. Was die Verwertungsrechte angeht, wärst du mit einem unkommerziellen Ansatz raus aus dem Schneider, aber es müssen auch andere Rechtsbereiche beachtet werden.
Im deutschen Recht gibt es ferner das sog. Antragsdelikt, worunter das Urheberecht fällt. Das heißt, dass ein Urheber bei Urheberrechtsverstößen, die eigentlich illegal wären, von einer Strafverfolgung absehen kann. Dann wäre dein Fanfilm in einer rechtlichen Grauzone, aber du brauchst keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Ob es sowas im US-Recht gibt, weiß ich nicht. Afaik berief sich Lucasfilm auf die Möglichkeit des Fair Usage im Copyright, d.h. dass copyright-geschütztes Material etwa zu Bildungszwecken verwendet werden darf.

Spannend wird es da, wo US-Recht und deutsches Recht aufeinanderstoßen: welches Recht setzt sich durch?
Möglicherweise wäre auch Markenrecht von Relevanz. Mit beidem kenne ich mich aber nicht aus.

Vielleicht liefe es darauf hinaus, dass dein Fanfilm in D erlaubt wäre, in den USA aber nicht.

Ein Anwalt wird dir das besser und ausführlicher erklären können. Mich würde mal interessieren, ob es sich mit meiner Interpretation deckt. Magst du uns auf dem Laufenden halten?

Ach, und... ich weiß ja nicht wann und wo du so drehst, aber ich hätte mega viel Bock auf einen Star Wars-Fanfilm. Wenn du noch Komparsen oder jemanden für den Ton brauchst... *wimpern klimper*

4

Dienstag, 21. Mai 2013, 01:26

Als deutscher Bürger gilt für dich ausschließlich deutsches bzw. europäisches Recht.

Obwohl deutsches Recht europäisches Recht schlägt.

Also was die Amis machen kann dir egal sein, solange dir die in Deutschland nichts anhängen können.

Wichtig ist, dass du den Film absolut nicht kommerziell machst. D.h. auch keine Werbung neben dem Film, das reicht um schon als gewerblich zu gelten. Und glaub mir, dass ist nicht günstig. Wirklich nicht.

EDIT: Allerdings will ich anmerken, dass es trotzdem eine Urheberrechtsverletzung ist. Egal ob kommerziell oder nicht. Der einzigste Unterschied ist, ist das manche Unternehmen damit weniger Probleme haben. Allerdings musst du bei sowas natürlich die Erlaubnis haben und selbst dann darfst du dich halt gerade mal an dem "Star Wars" Namen bedienen und halt deren Lore. Aber Soundeffekte und Musik etc. muss extra genehmigt werden. Persönlich würde ich davon die Finger lassen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Zushii« (21. Mai 2013, 18:14)


joey23

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5

Dienstag, 21. Mai 2013, 02:18

Für eine Urheberrechtsverletzung bedarf es keiner kommerziellen Nutzung, alles Rund um Start Wars etc ist slebstverständlich auch in D durch das Urheberrecht geschützt.

ShawnBu

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6

Dienstag, 21. Mai 2013, 18:31

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!


@jk86 Danke für den ausführlichen Text! Statisten werden zwar keine gebraucht werde, aber die Crew ist noch nicht ganz vollständig.

Wie es scheint ist das ne ziemliche Grauzone... Risiko :D


Wenn ich was neues herausgefunden habe teile ich es hier :)





7

Dienstag, 21. Mai 2013, 21:36

Keine Grauzone. Sondern klare Urheberrechtsverletzung.

Ich hab schon von Leuten gehört die Cosplaykostüme gemacht haben und dann von Marvel abgemahnt wurden. Nur als Warnung.

8

Mittwoch, 22. Mai 2013, 01:10

Keine Grauzone. Sondern klare Urheberrechtsverletzung.

Ich hab schon von Leuten gehört die Cosplaykostüme gemacht haben und dann von Marvel abgemahnt wurden. Nur als Warnung.

Eine Abmahnung bedeutet nicht automatisch Rechtsbruch. Ich denke, zu viele Menschen lassen sich durch die Möglichkeit, rechtlichen Stress zu bekommen, so einschüchtern, dass sie ihren Kram an den Nagel hängen. Ob ein Richter sie deshalb verurteilen würde, ist eine andere Frage. Abmahnanwälte nutzen es aus, dass die Mehrheit der Leute von Recht nur sehr rudimentär Ahnung haben, anwaltliche Beratung teuer und der Strafwert für Normalsterbliche sehr hoch sein kann.

Darum würde ich an Stelle des TE, wie es ja auch angedacht ist, mich vorher von einem Anwalt beraten lassen, der sich damit auskennt. Besser einmal zuviel den Anwalt bezahlt als ne fette Klage am Hals zu haben.

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L Lawliet

ShawnBu

unregistriert

9

Donnerstag, 23. Mai 2013, 15:56

@Zushii Danke. Haben diese Leute versucht die Kostüme zu verkaufen?

Ich hab mit einer Medienanwältin telefoniert. Rechtlich ist es auf jeden Fall ein Problem so ein Video zu veröffentlichen, wenn man keine Lizenz oder Genehmigung hat, außer es handelt sich um Satire bzw künstlerische Veränderung des Materials. Allerdings hat Lucasfilm bei Fanfilmen immer "drüber hinweggesehen", da die Filme nie kommerziell genutzt wurden und außerdem ist das ja immer kostenlose Werbung für die Marke und dadurch die Fanbase auch weiter belebt wird.

Solange ich es nicht in irgendeiner Form kommerziell nutze, ist das schlimmste was ich zu befürchten habe, dass ich es runternehmen muss. Das gilt für online Veröffentlichung sowie Crowdfunding. Es könnte sein, dass Disney/Lucasfilm trotzdem eine fiktive Lizenzgebühr verlangen könnte, aber da ist das Risiko quasi gleich 0.
Sie hatte mir empfohlen es zu versuchen.

Also muss ich mir jetzt nur die Frage stellen ob ich das Risiko eingehen will :huh:

joey23

Co-Administrator

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10

Donnerstag, 23. Mai 2013, 17:42

Zitat

Keine Grauzone. Sondern klare Urheberrechtsverletzung.


So ist es. Spielraum, Grauzone, passt schon.. Mir wäre es das nicht Wert. Es gibt genug Beispiele, wo Fans eins auf die Mütze bekommen haben. Letztlich ist es ganz eindeutig und ohne Widerrede eine Rechteverletzung. Und wenn das nicht auffliegt, dann nur weil der Rechteinhaber entweder keinen Wind davon bekommt (möglich) oder es duldet (ebenfalls möglich). Beide Umstände können sich aber von jetzt auf gleich ändern. Und dann ist guter Rat - im wahrsten Sinne des Wortes - teuer.

RubicsCube

unregistriert

11

Donnerstag, 23. Mai 2013, 19:19

Solange ich es nicht in irgendeiner Form kommerziell nutze, ist das schlimmste was ich zu befürchten habe, dass ich es runternehmen muss. Das gilt für online Veröffentlichung sowie Crowdfunding. Es könnte sein, dass Disney/Lucasfilm trotzdem eine fiktive Lizenzgebühr verlangen könnte, aber da ist das Risiko quasi gleich 0.
Sie hatte mir empfohlen es zu versuchen.
Du sagst es, "quasi". Vermutlich wird nichts passieren, aber du machst dich damit von der Willkür des Studios abhängig. Wenn du ganz großes Pech hat, wird an dir ein Exempel statuiert, was dabei bisher usus war, interessiert keinen.

Ich persönlich sehe den Crowdfunding-Part eher als das kritische Element als den Film. "Funding" bedeutet immerhin, dass du real Geld einnimmst, mit einer Marke, die dir nicht gehört. Ob du das Geld dann zu 100 Prozent in den Film investierst oder nicht, kann keiner nachprüfen, ist aber auch irrelevant, Fakt ist: Du hast Geld verdient. Mit Star Wars.

Frag doch einfach mal bei Disney an, vielleicht geben die dir ja die Erlaubnis.

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Beaverlicious

12

Freitag, 24. Mai 2013, 01:04

Das gecrowdete Geld muss nicht in die Börse des Filmemachers fließen. Streng genommen wäre das auch kein Verdienen am Film, weil es sich ja 1. um eine freiwillige Spende handelt, die keine Gegenleistung wie Tantiemen etc. verlangt, von den Dankeschöns mal abgesehen, und 2. um Geld, das VOR Beendigung des Filmprojektes fließt. Hier empfiehlt sich eine größtmögliche Transparenz, wofür das Geld verwendet wird (Requisiten, Kostüme etc.). Hat auch den Nebeneffekt, dass das Geld bei der Crowd lockerer sitzt, wenn sie weiß, wofür genau es verwendet wird.
Im schlimmsten Fall (Gerichtsprozess) müsstest du, ShawnBu, nachweisen können, dass du dich an den Einnahmen - sowohl aus dem Crowdfunding, als auch aus allem weiterem wie z.B. DVD-Verkauf - nicht persönlich bereichert, sondern lediglich kostendeckend gewirtschaftet hast. Und zwar auf den Cent genau. Darum alles so gut wie möglich quittieren lassen!
So wie ich das Ticken der Justiz verstehe, würdest du so zwar nicht zwangsweise völlig ausm Schneider sein, aber es gibt tatsächlich auch kulante Richter, die dann ein Auge zudrücken und das Verfahren einstellen (was für dich trotzdem Kosten bedeuten würde!), oder man einigt sich außergerichtlich.
Ein Gerichtsprozess kommt sowieso nicht aus dem Nichts. Vorher würde Disney wohl erst mal abmahnen. Da weißt du schon, was bei denen Phase ist. Dazwischen liegt genug Zeit, um mit der Anwältin zu erwägen, was sinnvoll wäre.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »jk86« (24. Mai 2013, 01:21)


Beaverlicious

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13

Freitag, 24. Mai 2013, 08:48

Das gecrowdete Geld muss nicht in die Börse des Filmemachers fließen. Streng genommen wäre das auch kein Verdienen am Film, weil es sich ja 1. um eine freiwillige Spende handelt, die keine Gegenleistung wie Tantiemen etc. verlangt, von den Dankeschöns mal abgesehen, und 2. um Geld, das VOR Beendigung des Filmprojektes fließt. Hier empfiehlt sich eine größtmögliche Transparenz, wofür das Geld verwendet wird (Requisiten, Kostüme etc.).


Die Tatsache, dass es sich um Spenden ohne direkte Gegenleistung handelt, macht die Sache für mich nur noch schlimmer. Stellt euch nur mal vor, ich eröffne ein "Hobby-Greenpeace" und greife deren Spendengelder ab. ^^

Fakt ist einfach, dass es ganz klar eine Copyright-Verletzung darstellt, egal ob kommerziell oder nicht und das dich so ein Konzern wie Disney ganz einfach einstampfen kann sobald er es für sinnig erachtet. Im Zweifel hilft eigtl nur dort nachfragen und offizielles Statement abwarten.

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