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GrafGrim

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1

Donnerstag, 26. Februar 2009, 21:29

Rechtliche Fragen vor Drehbeginn

Nabend verehrte Mituser,
Ich bin seit einiger Zeit mit einem Drehbuch für einen Film beschäftigt bei dem ich plane ihn als DVD herauszubringen, habe mich heute mal mit einigen Rechten und Verträgen auseinander gesetzt und weiss nun garnicht mehr so recht ob ich den Film überhaupt vermarkten geschweige den überhaupt drehen möchte.
Zu mir selbst ich bin in diesem Projekt Regie, Produzent, Drehbuchautor, Kamera, schnitt, Requisite usw. alles in einem.
Meine Frage dreht sich nun hauptsächlich um die Schauspieler/Komparsen.
Ich hab jetzt schon einiges über Gagen gelesen und wollte wissen ob das überhaupt möglich ist einen Schauspieler (Kumpels/Freunde) für sagen wir 100 Euro einzustellen oder ob das im nachhinein nicht als "sittenwidrig" ausgelegt werden kann? Kann man Komparsen ohne Gage einstellen oder ist man verpflichtet ihnen einen Mindestsatz zu zahlen?
Mfg und dank im voraus für die Antworten

mp-cw

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2

Freitag, 27. Februar 2009, 09:01

RE: Rechtliche Fragen vor Drehbeginn

Wie stellst du dir das genau vor? Was spricht gegen das "übliche" Vorgehen, zusammen mit "Kumpels/Freunden" einfach so einen Film zu drehen, ohne Vertrag? Worin siehst du denn die Vorteile, jemanden für keinen oder einen geringen Lohn "einzustellen"?
Weitere Fragen zur besseren Einschätzung: Was für Produktionen hast du denn bisher abgeschlossen bzw. wie hast du sie ausgewertet?

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Freitag, 27. Februar 2009, 13:00

hmm, ich denke das kommt vor allem auf die größe und den gesamtaufwand der gesamtproduktion an.
wenn du nur mit kumpels einen film drehst, müsst ihr das selber klären, vllt bekommt ihr ja n bissl was für die dvds was ihr euch teilen könnt. für einen einfachen amateurfilm ein ganzes vertragswerk aufzusetzen ist schwierig, anstrengend und unnötig...

GrafGrim

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4

Freitag, 27. Februar 2009, 19:47

Ola,
also das ganze Projekt soll eine Episodengeschichte ala "Masters of Horror" werden, das ganze geht in Richtung Funsplatter.Bestehen wird das ganze aus 4 Episoden zu je 20-30min Spielzeit. Warum meine Frage genau besteht ist folgende, ich bin der 100% Finanzierer des gesamten Projektes, die gesamten Kosten werden sich gegen Ende ca. auf einige Tausend Euro belaufen. Prinzipiell spricht nichts gegen das Vertrauen, nur muß man sagen das man sich da auch täuschen kann und ich mich gerne absichern möchte damit es am Ende der Produktion nicht heisst "ich möchte nicht das das ganze veröffentlicht wird!" dass würde nämlich bedeuten das die gesamten Kosten beim Teufel wären, vorallem bei Statisten die man nur halb kennt sehe ich die Gefahr einfach als zu groß an. Ich möchte nur eben den Statisten keine "Abtretungserklärung" unter die Nase halten sondern einen einfach gehaltenen Vertrag mit einer Aufwandsentschädigung als "Bezahlung", für alles drüber hinaus müßte man eh Steuern zahlen.
MfG

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5

Sonntag, 1. März 2009, 00:35

Kann man das nicht so machen dass man nen Zettel hat in dem steht: "Ich bin damit einverstanden dass ich in dem Film "..." mitspiele und mein Name zu lesen ist." ?
Und Unterschrift drunter.

6

Donnerstag, 5. März 2009, 16:59

Sonst habt ihr aber auch keine Probleme oder? Das erinnert mich nen bisschen an den User armani der mal mit seiner 14jährigen Hauptdarstellerin nen Vertrag aushandeln wollte weil ihr der "Ruhm" zu Kopf gestiegen ist und sie zur Diva wurde.

So ähnlich hört sich das hier auch an, ich meine ihr seid keine professionellen Filmer und wenn man mit nen paar Kumpels nen Film(chen) macht wird da wohl keiner was gegen eine Veröffentlichung im Internet haben bzw du musst ihnen das halt vorher sagen. Der Film wird wahrscheinlich sowieso im Freundeskreis bleiben und nen paar ForenUser etc. werden euer Video vll sehen, aber es ist ja nicht so das ihr das Ding dann kommerziell und deutschlandweit im Laden stehen habt.

Also: Vorher Bescheid sagen was du mit dem fertigen Film vorhast und dann reicht auch ne mündliche Einverständnis. Wenn du sie auch noch dafür bezahlst sollten sie sich erst Recht nicht beschweren ;)
Sie könnten höchstens was dagegen haben im Abspann erwähnt zu werden. Und verpflichtet Gagen zu zahlen bist du schon dreimal nicht, wenn deine Komparsen Geld verlangen dann heißt es zahlen oder sie sollen halt weg bleiben, aber wenn für sie eine unentgeldliche Zusammenarbeit in Ordnung ist dann passt das auch so.

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7

Samstag, 7. März 2009, 10:49

[...] bei dem ich plane ihn als DVD herauszubringen [...] ob ich den Film überhaupt vermarkten geschweige den überhaupt drehen möchte.

dass würde nämlich bedeuten das die gesamten Kosten beim Teufel wären

aber es ist ja nicht so das ihr das Ding dann kommerziell und deutschlandweit im Laden stehen habt

Klingt für mich schon so, und gerade da sehe ich ein Problem. Hast du überhaupt schon mal einen Film gedreht?

Mich erinnert dein Fall an ein einen Klassenkameraden. Er hat noch nie einen Film gedreht, plant aber ständig einen, den er auch vermarkten möchte. Sogar von Kino ist die Rede. Er hat praktisch null Erfahrung (hofft auf meine Unterstützung, aber dann bin ich nur ein unbedeutendes Teammitglied). Einen hat er sogar angefangen, dann aber abgebrochen, weil er gesehen hat, dass es einfach ein mieses Resultat geben wird. Jahre später ging das selbe wieder los. Diesmal wurde das Projekt am Tag vor dem ersten Drehtag abgebrochen, obwohl schon ein Technikverleiher gefunden war.

Ich weiß nicht, wie viel Erfahrung du hast, aber die meisten greifen gedanklich beim ersten Film zu hoch. Tausend Euros hinzublättern, bleibt natürlich dir überlassen, aber dass du Einnahmen damit machst, halte ich für aussichtslos. Schnapp dir ein paar Freunde und dreh mit ihnen einen Film. Kajika hat Recht, die meisten Filme bleiben im Familien-/Freundeskreis, oder halt im Internet. Freu dich über einen fertigen Film und nimm dir nicht zu viel vor. Ein Tipp von mir: wenn der Film wirklich gut geworden ist, dann nimm an Wettbewerben mit Jury teil. Da findet man über das Internet einen Haufen. Wenn sich da was ergibt, folgt der Rest von alleine...





8

Sonntag, 8. März 2009, 02:44

Ich hab jetzt schon einiges über Gagen gelesen und wollte wissen ob das überhaupt möglich ist einen Schauspieler (Kumpels/Freunde) für sagen wir 100 Euro einzustellen oder ob das im nachhinein nicht als "sittenwidrig" ausgelegt werden kann?


HÄ????????? Das ist unglaublich. :wacko: Wenn einer meiner FREUNDE/KUMPELS sagen würden ich will Geld haben, würden sie einen Tritt in den allerwertesten bekommen. Ich habe mal von deinem "Problem" erzählt. Als Antwort kam: Ich wäre Stolz wenn mein Bild auf dem Cover einer DVD stehen würde. Und diese DVD in den Regalen einiger Märkte steht. Auch ich bin gerade dabei ein gross Projekt zu starten. Ich bin auch derjenige der das Finanzielle aufbringt. Also bestimme ich auch wie es ablaufen wird. Liegt wahrscheinlich daran weil ich das Drehbuch auch schreibe. :D An erster Stelle steht der Spassfaktor. Wenn der nicht gegeben ist würde ich es vergessen.

Ich würde es genauso machen wie Kajika es erwähnte. Du solltest doch die Zügel in die Hand nehmen. Wer nicht mitspielt kann ja gehen.

mp-cw

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9

Sonntag, 8. März 2009, 10:07

"You can talk the talk, but can you walk the walk?"

@meine Vorredner: Und ich versuch es noch auf die sanfte Tour :D
@GrafGrim: Leider geben weder dein Profil noch deine bisherigen Beiträge genug Infos über deine Erfahrung her. Hast du jetzt schon mal ein paar Projekte gestemmt oder nicht? Wie hast du die Kosten abgeschätzt? Und was sind "ein paar tausend Euro"? 3, 10 oder 65....?


Zu "Rechtsfragen", die hier ab und an mal aufkommen, jetzt mal eine allgemeine (persönliche) Feststellung:

Stellt man den Anspruch, sein Filmwerk absolut kommerziell zu produzieren, und zwar nur dann, wenn man vorher alle möglichen Verträge abschließt, hat das mit Amateurfilm nicht mehr viel zu tun. Vor allem weil – wie Enno schon sagte – hoffentlich alle Amateurprojekte was mit Spaß zu tun haben. Sobald ich aber einen Vertrag unterschreiben muss, hört bei mir der Spaß auf und der Ernst beginnt. Dann muss ich mich aber in einem professionellen Sinn auf meine Produktion vorbereiten.

Zum anderen ist "Think Big" zwar ein toller Werbespruch, aber bei den meisten Projekten, die nicht eine gewachsene Struktur, Erfahrung der einzelnen Beteiligten oder eine Menge Glück mitbringen, wird der Einstieg von fast "null auf hundert" mit tödlicher Sicherheit misslingen (wie bei dem erwähnten Klassenkameraden). Wobei ich hier niemanden demotivieren will, aber bei aller Liebe zur Filmkunst und dem Griff nach den Sternen muss einem doch immer klar sein, was realistischerweise machbar ist und was "der Markt" (welcher auch immer) für Möglichkeiten bietet.

Sollte man es aber doch auf diese Weise machen wollen – was einem ja keiner verbieten kann – sollte man, dieses Mal bei aller Liebe zu Amateurfilmforen, doch davon Abstand nehmen, hier nach Antworten auf rechtliche Fragen in diesen "vertraglichen" Dimensionen zu suchen, sondern vielleicht doch eher mal wenigstens ein Buch über Filmrecht in die Hand nehmen. Oder gleich einen Rechtsberater aufsuchen. Denn wenn ich mir die Rechte mit den Schauspielern vertraglich absichern will, möchte ich es bestimmt auch bei den zig anderen Rechten tun, mit denen ich sonst noch im Verlauf einer Produktion konfrontiert werde und die ich bisher vergessen habe...

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