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LunaticEYE

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1

Freitag, 2. Januar 2009, 19:27

Eure Erfahrungen mit Schauspielkursen?

Hallo!

Mich würde mal interessieren, wer von Euch schon Mal einen Schauspielkurs oder ähnliches belegt hat und wie Eure Erfahrungen damit waren. Ich hab mich jetzt mal bei der VHS für nen Kurs "Schauspielgrundlagen" angemeldet, los gehts Ende Januar. Bin sehr gespannt. Der Kurs findet an zehn aufeinanderfolgenden Montagen statt, Dauer jeweils 3 Stunden. Ob das was bringt?

Hier mal die Kursbeschreibung:

Der Kurs vermittelt die Grundlagen einer professionellen Schauspielkunst und trainiert das dazu notwendige Handwerk. Die Methode basiert auf den international bekannten Schauspieltheorien von Anbeginn bis Heute und macht bewusst, welche Schritte jeweils gegangen werden. Ziel ist das Erkennen der eigenen Möglichkeiten, um diese bewusst zu nutzen. Über die Improvisation wird die Fähigkeit entwickelt, Arbeitsergebnisse zu fixieren und wiederholbar zu machen, ohne das lebendige Spiel zu verlieren. Auf der Grundlage dramatischer Texte erfolgt die Arbeit an konkreten Rollen und im Spiel mit dem Partner. Entdeckt und gefördert wird das darstellerische Gestaltungsvermögen im Zusammenwirken von Körper, Verstand, Gefühl, Stimme und Bewegung. Die fachliche Anleitung und individuelle Betreuung macht den Teilnehmern ein selbstständiges Arbeiten mit den vermittelten Erfahrungen möglich. Darüber hinaus ist der Kurs gleichzeitig ein Persönlichkeitstraining, das den Teilnehmern einen bewussteren Umgang mit sich und dem Leben vermittelt.

Marcus Laubner

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2

Freitag, 2. Januar 2009, 20:39

Ich schätze jetzt einfach mal, dass der Schwerpunkt bekannten Übungen liegt, die man aus Schnuppertagen von Theatergruppen und Schauspielschulen kennt. Rollenspiele, Konzentrationsübungen usw.

Discordia

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3

Mittwoch, 7. Januar 2009, 00:40

Also wie bei allem, würde ich auch hier sagen Übung macht den Meister.

Ich selber spiele in einem Theaterverein. Unsere Proben finden jede Woche Montag und einmal im Monat an einem Wochenende statt. An dem Montag haben üben wir 2 Stunden und an denn Wochenenden (Samstag oder Sonntag) 6 Stunden.

Wir beschäftigen uns mit dem inzenieren von größeren Stücken, die schon mal 2:30 Stunden dauern. Solche Produktionen dauern auch schon mal ein Jahr bis sie auf die Bühne kommen. Unsere Proben beginnen meistens mir Aufwärmübungen und Konzentrationsspielen. Ein großer Anteil an diesen Übungen hat auch das Freie Imrovisieren. Auf der Bühne werden wir von dem Regesseur angeleitet. In der Entwicklingsphase arbeiten wir auch zusammen an der Inzenierung und schauen wo man was besser machen kann.

Das beste (denke ich) an dem Schauspielern ist, dass man sich seiner Sache immer sicherer wird und irgendwann vollkommen in eine Rolle eintaucht. Ich denke schauspielern zu üben kann auf keinen Fall schlecht sein. Mir bringt es jedenfals total viel und man nimmt viele Erfahrungen mit.

So ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick geben^^

mp-cw

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4

Mittwoch, 7. Januar 2009, 01:09

Könntest du uns dann vielleicht mal gegenüberstellen, inwiefern man seine Theater-Schauspielerfahrung ins Filmische Schauspiel übertragen kann? Wo macht es Sinn zu vergleichen/sich was abzuschauen, wo nicht?

TATORT CALW: HEXENSABBAT mit Vorfilm "Die Rotkäppchen und der Wolf"
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Marcus Laubner

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5

Mittwoch, 7. Januar 2009, 01:20

Klingt wirklich interessant, Discordia! Da ich nebenbei auch für eine Theatergruppe Aufnahmen mache und ich Theater im Allgemeinen recht reizvoll finde, wärs natürlich toll, wenn du da Bildmaterial hast, Aufnahmen oder vielleicht im Netz nen Anlaufpunkt, wo man sieht was ihr so macht.

Nochmal zur Frage: der Sinn dieses Kurses wird wahrscheinlich eher sein, dir so eine Art Mentalität zu geben, die fürs Schauspielen notwendig ist. Du wirst danach sicher keinen professionellen Schauspieler an die Wand spielen können. Auf jeden Fall muss man sich von allem lösen und seine Hemmungen verlieren. Zumindest in meinem Fall wär das leichter gesagt als getan.

Bitte berichte uns doch davon, was du bei dem Kurs so erlebst, ich denke für viele wird das ganz interessant sein, mal in diese Richtung reinzuschnuppern.

Alfanje

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6

Mittwoch, 7. Januar 2009, 15:10

Die werden dir wahrscheinlich sachen von der "Methode Strasberg" zeigen, was wohl am meisten sinn bringt. Bin ja auch im Theaterverein. Also B-overacting und so, wird ganz klar davon unterschieden.

Hatte zu allererst auch einen kurs gemacht. Da gings von Impovisieren und Konzentrationsübungen über Laufübungen (wie geht eine prinzessin, wie geht ein König, wie geht eine wütende Prinzessin, wie geht ein trauriger Clown) bis zu teilweise Vertrauensübungen. Das bringt ne menge Spaß und viel Sinn, wenn man etwas mehr in diese richtung machen mag.

P.S.: olaf vergiss nicht, du bist bei Projekt "2000" voll eingeplant!

7

Mittwoch, 7. Januar 2009, 16:08

Egal, was Du Dir aus dem Kurs ziehst, es wird Dir was bringen, jedoch bringt es Deinem Film nichts,
wenn nur Du den Kurs belegst und Deine Schauspieler dann nicht.
Trotz allem nimm mit, was Du kriegen kannst und wende es richtig an.
Von vorneherein ablehnen würde ich an Deiner Stelle gar nichts, wenn Du von null anfängst...
Vielleicht kannst ja dann etwas davon, an Deine Laien abgeben.

LunaticEYE

unregistriert

8

Mittwoch, 7. Januar 2009, 17:00

Danke für die Rückmeldungen. Ich bin echt gespannt, was so daraus wird und kann gerne das eine oder andere berichten.

@discordia: Theaterarbeit klingt interessant. Hatte ich auch schon dran gedacht aber irgendwie bilde ich mir immer ein, dass mir die Zeit dazu fehlt. Aber Du hast sicher recht, es ist alles auch eine Frage der Übung.

@mp-cw: Der Vergleich würde mich auch mal interessieren. Ich hab nur mal was dazu in nem Buch übers Drehbuchschreiben gelesen. Grob gesagt war da das Problem, dass Theaterschauspieler, die "theatergerecht" spielen, bei Filmaufnahmen oft sehr overacted wirken, weil durch die Möglichkeit, z.B. Nahaufnahmen zu zeigen, die Reaktionen viel intensiver wirken, als bei einem Theaterstück (bei dem sich der Zuschauer ja weiter weg vom Darsteller befindet). Und in "Weniger ist mehr" hat Michael Caine geschrieben, dass ihm die Umstellung zwischen Theater und Film schwergefallen ist, weil man im Theater ständig wesentlich lauter und deutlicher sprechen muss, damit auch die Zuschauer auf den hinteren Plätzen alles mitbekommen. Und dass es beim Film für ihn schwierig war sich daran zu gewöhnen, dass er i.d.R. direkt mit nem Mikro verdrahtet ist und auch ein Flüstern deutlich zu verstehen ist. Beim Dreh für einen Film muss man wohl generell etwas zurückhaltender sein. Das entnehme ich aber auch nur meinem Laienwissen.

@Marcus Laubner: Ich hatte auch nicht die Hoffnung, nach so nem Kurs in der Profiliga mitspielen zu können ^^. Aber ein wenig weg vom "auswendig Gelerntes aufsagen" möchte ich schon kommen. Vorbild ist zur Zeit noch für mich Stefan Müller von Loom, der als Laiendarsteller für mich ein absoluter Hammer ist. Da mal ansatzweise hinzukommen, wäre cool. Am liebsten würd ich ja gleich ne Schauspielschule besuchen, aber das geht neben Vollzeitjob und Kind absolut nicht.
Hemmungen vor der Kamera hab ich mittlerweile nicht mehr so, das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben. Vor ca. 3 Jahren hatte ich schonmal an nem Wochenendkurs "Einstieg in die Schauspielerei" teilgenommen, da gings um so ganz grundlegende Sachen, wie sich zu trauen, vor der Kamera übrhaupt mal ein wenig zu performen. Das war mir aber zu wenig. Da waren dann eher Leute, denen es unangenehm war, vor eine Gruppe zu sprechen. Leider gings da nicht so weit, dass man mal zumindest eine kurze Szene nachgespielt hätte.

@Alfanje: Was ist B-overacting? Hab ich noch nie gehört. Der Kurs den Du gemacht hast, klingt nach dem, was ich in diesem Wochenendkurs schon gelernt hab. Wie geht ein Bauarbeiter, wie geht eine Großmutter .... das kommt mir so bekannt vor ^^.

@Purzel: Einer muss ja mal den Anfang machen :D Ich erhoffe mir nicht nur, selber was dazuzulernen, sondern auch - und das find ich noch wichtiger - ein paar andere Leute kennenzulernen, die Spaß an sowas haben und dann evtl. auch bei zukünftigen Projekten am Start sind. Immer so halbmotivierte Leute von der Arbeit oder aus dem Bekanntenkreis vor die Kamera zu zerren, macht auf Dauer auch keinen Spaß.

LunaticEYE

unregistriert

9

Freitag, 30. Januar 2009, 22:09

So, falls es jemanden interessieren sollte, ich poste mal so nach und nach meinen Erfahrungen mit der Aktion. Letzten Montag gings los.

Erstmal waren alle ein wenig enttäuscht, weil eigentlich Reiner Adler den Kurs leiten sollte, der zumindest aus "Muxmäuschenstill" bekannt sein sollte. Dann kam aber ein anderer Kollege (dessen Namen ich schon wieder verdrängt habe), der ersatzweise die erste Kursstunde leiten sollte. Und was soll ich sagen - es war trotzdem super.

Zuerst gab es eine kurze theoretische Einführung. Dann gings auch gleich schon los. Mit (wie vermutet) einigen Aufwärmübungen, also viel, viel (insg. 1,5 Stunden) Gymnastik am Montag Abend. Was will man mehr nach einem langen Arbeitstag? ^^ Habt ihr schonmal Entspannungsübungen für das Zwerchfell gemacht? Ich war froh, dass das Außenstehende nicht sehen konnten, die würden gleich die Jungs mit den weißen Jäckchen kommen lassen. Alle waren natürlich anfangs nervös, aber danach war das Eis gleich gebrochen. Auch wegen des sympatischen Kursleiters, der sich alle Zeit der Welt genommen hat, um diejenigen, die was falsch gemacht haben, auf witzige Art und Weise vor der versammelten Mannschaft vorzuführen :-) Das klingt jetzt vielleicht fies, aber der hat das ganz charmant und witzig rübergebracht, so dass es niemandem peinlich sein musste. Es gab halt viele Haltungsübungen, wie steht man richtig, wie wirkt das auf den Zuschauer und so weiter und so fort. Zum Schluss gabs sogar noch eine kleine Einführung in Michael Jacksons "Moonwalk" (hat aber natürlich keiner hingekriegt ^^).

Danach gabs dann gleich die nächste Übung. Pantomimisch nachspielen, was man in der vergangenen WOche selbst erlebt hat oder wobei man andere beobachtet hat. Und die Zuschauer müssen raten, was da gerade passiert. Sehr unterhaltsam. Und spannend zu sehen, wie genau man sich konzentrieren muss, um einigermaßen glaubwürdig rüberzukommen. Man bekommt unter Beobachtung gleich einen ganz anderen Eindruck davon, wie man sich bewegen muss, wie man gestikuliert, was passte, was nicht usw. Ich hab mir z.B. beim Betreten eines Gebäudes pantomimisch die Schuhe ausziehen müssen und nachher "vergessen" sie wieder anzuziehen. Klingt simpel, hat mir aber erstmal deutlich gemacht, wieviel Konzentrationsarbeit Schauspielerei von einem abverlangt. Klingt vielleicht doof, weil, wenn ich einen Film drehe, dann merke ich ja als Darsteller, ob ich mir Schuhe wieder anziehe oder nicht. Aber es geht mehr darum, sich in eine Szene hineinzuversetzen und sie im Kopf nachzuerleben, um möglichst authentisch zu wirken. Ein "Kopftraining" quasi. Stets zu wissen, "wo bin ich, was mache ich gerade, warum mache ich das, und was kommt als nächstes" ohne den Zuschauer merken zu lassen, dass mir genau das gerade durch den Kopf geht. SUper spannend.

Zum Schluss gabs noch eine Art "Mutprobe". Ein Gedicht vor versammelter Mannschaft vortragen. Ich weiß nicht mehr, von wem es war. Aber es sollte halt möglichst emotionsreich und "echt" vorgetragen werden. Und das war alles andere als leicht. Die eigenen Emotionen, die man mit so einem Text verbindet nach außen zu tragen und sich quasi selbst zu offenbaren. Das hat Überwindung gekostet, aber doch einigermaßen funktioniert.

Nach dem ersten Abend waren wir alle ziemlich platt. Aber ich war schon happy, das mitgemacht zu haben. Es waren auch eine Menge interessanter Menschen dabei, das war mit eine der größten Hoffnungen, die ich dabei hatte. Und Respekt hab ich bekommen, und das echt nicht zu knapp, Respekt vor Leuten, die richtig gut schauspielen können. Nicht einfach den Text runterleiern und ein bischen auf cool machen, wie das leider häufig in der Amateurfilmszene passiert. Sondern zu überzeugen mit der eigenen Darstellung. Man stellt sich nicht einfach vor die Kamera, wackelt da ein bischen rum und schon ist das Publikum begeistert. Ich hab jetzt echt gemerkt, dass da nen Knochenarbeit hintersteckt, wenn man das richtig gut hinbekommen will.

So, genug erstmal für heute. Ich werd den Thread mal ab und zu updaten. Ich hoffe, der eine oder andere kann was damit anfangen. Ich weiß nur schon jetzt, dass ich jedem der sich mit Amateurfilmen beschäftigt raten kann, sich mal so etwas anzutun. Das ist echt ne tolle Erfahrung und eine supi Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen.

mp-cw

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Dienstag, 3. März 2009, 11:48

Schauspielworkshop in Stuttgart

Auch wenn hier kein direktes Thread-Feedback zu LunaticEYEs Erfahrungsberichten kommt – was ich schade finde, denn schließlich ist Schauspielerei eines der vernachlässigtsten Themen im Amateurfilm – hier mal die Ankündigung, dass die VHS Stuttgart was ähnliches anbietet. Neben dem regelmäßigen Kurs (der allerdings schon heute abend anfängt) gibt es noch einen Workshop:

VHS Stuttgart:
Grundkurs Schauspiel Workshop (08., 09. und 16.05.)

Vielleicht gibt es doch den einen oder anderen Interessenten. Es handelt sich zwar um allgemeine Grundlagen, aber eventuell kann man sich fürs Filmschauspiel auch was abschauen. Letzte Woche waren noch Plätze frei, ich selber kann leider nicht hin, weil ich an dem Wochenende arbeiten muss.

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FreddyJBrown

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Dienstag, 3. März 2009, 14:18

War von 2002 bis 2005 in einer Theatergruppe und wir haben viel und intensiv gearbeitet, da wir wirklich eine geniale Leiterin hatten, das hat mich und die anderen sehr geprägt. 2007 hab ich bei einem Thaterstück in Köln mitgewirkt.
Mittlerweile ist es etwas still geworden, aber versuche bei Amateurfilmen so viel wie möglich auch vor der Kamera zu agieren. ^^

LORD°K

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12

Dienstag, 3. März 2009, 19:02

Also wir organiesioeren unsere übungssessions selber und die bringen verdammt was, liegt aber ganz ehrlich auch am Talent unserer "dozentin" sie ist echt gut darin...

LORD

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Dienstag, 3. März 2009, 20:36

Oh weh, jetzt werd ich mir feinde machen. Aber: für mich persöhnlich sind solche Kurse überflüssig. *schluck*
Eine ausgebildete, dialektfreie Sprache lernt man nicht in ein paar Kursen. Nicht umsonst ist der Beruf des Schauspielers ein Gemisch aus Kunst, Talent und Handwerk.
Das einzige, was euch solche Kurse lehren können, ist Selbstdisziplin.

Okay, ich werd meine Anfangsaussage revidieren. Denn im Amateurbereich ist sowas eigentlich eine feine Sache. Mich stört nur, dass viele, die so einen Kurs absolvieren, sich dann für ausgebildete Schauspieler halten.
Es gibt so viele studierte aber arbeitslose Schauspieler da draußen. Wenn die Welt etwas noch dringender braucht sind es a) noch mehr Juristen und b) noch mehr Schauspieler.

;)

FreddyJBrown

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14

Dienstag, 3. März 2009, 22:27

Aber: für mich persöhnlich sind solche Kurse überflüssig. *schluck*


Da stimme ich dir schon zu, wobei es natürlich immer wieder Naturtalente gibt (siehe u.a. Christian Ulmen). :P Aber im Allgemeinen ist so ein Kurs natürlich dazu da, um erstmal festzustellen, ob man überhaupt Talent für diesen Beruf hat. Der nächste Schritt wäre dann das Aufsuchen einer Schauspielgruppe (die man dann auch ein paar Jahre besuchen sollte), das kann je nach Leiter schon sehr hilfreich sein, schulen und ist optimal, um Erfahrungen zu sammeln.
Natürlich kann man das nicht mit einer vernünftigen Schauspiel-Ausbildung gleichstellen, aber es kann je nach Person schon etwas bringen.

Es gibt so viele studierte aber arbeitslose Schauspieler da draußen. Wenn die Welt etwas noch dringender braucht sind es a) noch mehr Juristen und b) noch mehr Schauspieler.


Tja so ist das Leben. Besonders die Medienwelt ist da ungerecht. Man hat als Schauspieler nur Erfolg durch Kontakte oder wenn man für speziellen Rollencastings zufällig auf einen Charakter gut zutrifft. Qualität ist da schon lange nicht mehr wichtig, es sei denn man ist wirklich ein richtig genialer Schauspieler.

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Dienstag, 3. März 2009, 23:12

Natürlich sind solche Kurse nicht immer für jeden was (man sollte hier übrigens erst mal klar differenzieren zwischen Grundlagenkursen und professionellen Workshops oder Berufsvorbereitungskursen), aber wenn ich mich im Amateurbereich umschaue, muss ich schon sagen, dass doch bei einigen gerade die schauspielerischen Grundlagen einfach fehlen...


Von daher finde ich es sehr löblich, wenn man sich mal richtig von der Pike auf damit auseinander setzt. In welcher Form ist doch erst mal egal. Das wichtigste ist doch, dass der Amateurdarsteller selbst gewillt ist, sich zu verbessern. Und da beim Filmdreh selbst oft noch viele andere Dinge eine Rolle spielen, so dass man sich nicht auf Schauspiel konzentrieren kann, stellt sich für mich halt immer die Frage, was für Gelegenheiten sich bieten können, um seinen inneren Schweinehund zu überwinden...

Zitat

Eine ausgebildete, dialektfreie Sprache lernt man nicht in ein paar Kursen. Nicht umsonst ist der Beruf des Schauspielers ein Gemisch aus Kunst, Talent und Handwerk.
Zum einen ist Sprache bei weitem nicht alles, zum anderen versteh ich den Zusammenhang der zwei Argumente nicht so ganz ?(

Diejenigen, die sich nach einem einfachen Grundkurs "dann für ausgebildete Schauspieler halten", sind meines Erachtens sowieso nicht besonders teamfähig, da sie meist auch sonst alles besser wissen (z.B. auch gegenüber dem Regisseur) – was nie besonders hilfreich für ein (Amateur)Filmteam ist...

Zur "allgemeinen Schlechtigkeit der (Medien)welt" sag ich mal nichts – einfach aufgrund der Tatsache, dass ich da keine beruflichen Ambitionen habe. Da gibt es andere, die das besser beurteilen können... :D

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Mittwoch, 4. März 2009, 11:08

Du hast recht. Sprache ist nicht alles - aber trotzdem das meiste ;) Ein äußerst unterschätztes Gebiet der Schauspielkunst. Der Darsteller kann noch so talentiert sein, noch so natürlich spielen - wenn die Aussprache nicht stimmt, ist der ganze Eindruck futsch. Es beginnt, wie man richtig Atmet, wie man stützt, wie man bestimmte Worte ausspricht, wie man etwas nicht sagt usw
Die Kunst ist es ja, fremde Worte zu sagen, als ob es die eigenen wären.

Tut mir eigentlich fast leid (aber nur fast^^) wenn ich mich hier so aufplustere, aber Mama und Papa sind nun mal der Schauspielzunft angehörig. Und deswegen nehme ich mir einfach das Recht heraus (auf der zugegeben spekulativen Ansicht dadurch mehr Ahnung zu haben als andere :rolleyes: ) euch belehren zu können :whistling:

Nein, ganz so sehe ich das natürlich nicht. Ich wollte einfach nur den Aspekt hinzufügen, dass der Ausdruck der Stimme fast 75% der eigentlichen Glaubwürdigkeiten ausmacht.

Was anderes noch: das Argument, dass Theaterschauspieler nicht vor der Kamera spielen können, weil sie sofort overacten, ist nur halb wahr. Zuerst einmal stimmt es, dass man im Theater viel größer spielen muss, weil der Zuschauer ja bis zu 40 Reihen weg sitzen kann. Aber ein guter Filmregisseur sagt dem Schauspieler: Spiel dezenter! Und schon kann der gute Schauspieler das umsetzen, weil das sein Handwerk ist, was er, ich wiederhole mich, studiert hat. Alle guten Filmdarsteller haben als Theaterschauspieler angefangen. So. :p


Asso, mp-cw: den Zusammenhang kannst du nicht verstehen, weil es da keinen gibt. :p Hab das sehr unglücklich formuliert, das geb ich in meiner großmütigkeit zu. Sorry, bin heut etwas manisch;)

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Mittwoch, 4. März 2009, 12:32

Zitat

Tut mir eigentlich fast leid (aber nur fast^^) wenn ich mich hier so aufplustere, aber Mama und Papa sind nun mal der Schauspielzunft angehörig. Und deswegen nehme ich mir einfach das Recht heraus (auf der zugegeben spekulativen Ansicht dadurch mehr Ahnung zu haben als andere :rolleyes: ) euch belehren zu können :whistling:
Belehren kannst du mich nur für/bei etwas, dem ich nicht nachkomme oder das ich nicht wusste, von daher muss ich dich jetzt enttäuschen... ;). Und richtig, äußerst spekulativ, deine Ansicht... :P

Du hast recht. Sprache ist nicht alles - aber trotzdem das meiste ;) Ein äußerst unterschätztes Gebiet der Schauspielkunst. Der Darsteller kann noch so talentiert sein, noch so natürlich spielen - wenn die Aussprache nicht stimmt, ist der ganze Eindruck futsch. Es beginnt, wie man richtig Atmet, wie man stützt, wie man bestimmte Worte ausspricht, wie man etwas nicht sagt usw
Die Kunst ist es ja, fremde Worte zu sagen, als ob es die eigenen wären.
1. Wenn man nicht nur ein Gebiet sondern Schauspielerei insgesamt unterschätzt, macht es die Sache auch nicht besser. Und das unterstelle ich jedem, ob nun talentiert oder nicht, der sich nicht um die Grundlagen (bewusst oder unbewusst) bemüht oder entsprechend führen lässt.
2. Wie du schon sagst, "beginnt es" damit. Das heißt, es ist eben nicht Sprache, sondern etwas grundlegenderes.
3. Was mich an deiner vorigen "Sprache"-Aussage störte, war eigentlich eher das "dialektfrei und ausgebildet". Ersteres wird überschätzt. Zu meinem Unverständnis werden manche Dialekte als selbstverständlich erachtet, andere aber belächelt. Des weiteren – wo wir schon bei den Profis sind – werden Dialekte auch als Stilmittel benutzt. Auch in Big Budget-Produktionen Hollywoods. Nur merken wir Synchro-Opfer das meist nicht. Und zu "ausgebildet" wäre noch zu sagen, dass ich – gerade als Amateur – das doch im seltensten Fall bin. Das macht es ja aus. Außerdem muss ich mit Beschränkungen arbeiten. Dazu gehört auch, dass ich es meinen Darstellern erleichtere, nicht allzu fremde Worte "aufsagen" zu müssen, indem ich Dialoge zusammen mit ihnen durchgehe und nicht auf Worttreue wie z.B. bei Theaterklassikern bestehe.


Zitat

Nein, ganz so sehe ich das natürlich nicht. Ich wollte einfach nur den Aspekt hinzufügen, dass der Ausdruck der Stimme fast 75% der eigentlichen Glaubwürdigkeiten ausmacht.
Da bin ich aber froh ;) . Das mit den 75% mag zwar richtig sein, hängt aber eben von anderen Faktoren ab, die du ja oben genannt hast. Und was für Alternativen gibt es denn für einen Amateur, sich mit so was auseinanderzusetzen?

Zitat

Was anderes noch: das Argument, dass Theaterschauspieler nicht vor der Kamera spielen können, weil sie sofort overacten, ist nur halb wahr. Zuerst einmal stimmt es, dass man im Theater viel größer spielen muss, weil der Zuschauer ja bis zu 40 Reihen weg sitzen kann. Aber ein guter Filmregisseur sagt dem Schauspieler: Spiel dezenter! Und schon kann der gute Schauspieler das umsetzen, weil das sein Handwerk ist, was er, ich wiederhole mich, studiert hat. Alle guten Filmdarsteller haben als Theaterschauspieler angefangen. So. :p
Seh ich anders. Zur Schauspielerführung hab ich aber schon mal nen eigenen Thread aufgemacht, der allerdings auf wenig Interesse stieß. Von daher spar ich mir weitere Ausführungen dazu. Oder zur Theorie – ob nun Mamet oder Method Acting. Schließlich kann ich mich ja eh nie kurz fassen... :D

Zitat

Asso, mp-cw: den Zusammenhang kannst du nicht verstehen, weil es da keinen gibt. :p Hab das sehr unglücklich formuliert, das geb ich in meiner großmütigkeit zu. Sorry, bin heut etwas manisch;)
Manisch ist nie verkehrt, siehe meine Sig... ;)

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mp-cw« (6. März 2009, 08:17)


Pandora

unregistriert

18

Freitag, 6. August 2010, 02:33

Dieser Thread ist ja nun schon seit einer ganzen Weile in der Versenkung - schade!Mitunter aber nicht nur aus diesem Grund knüpfe ich mal an die Vorangegangene Diskussion bewusst nicht an.


Allerdings möchte ich an dieser Stelle unbedingt eine Empfehlung aussprechen, für folgende aktuell stattfindende Kurse:

Sanford Meisner Technik und Cameraacting bei Peter Mustafa

Habe bei beiden Kurse, teilweise wiederholt, mitgemacht und kann versichern, dass sich die Teilnahme lohnt - sowohl für Schauspieler als auch für Regisseure, wenn diese auch nicht offiziell addressiert sind.
Mustafa ist ein großartiger Dozent, der einen zwar nicht mit Samthandschuhen anfasst, einen aber unumgänglich in die Selbsterkenntnis zwingt, wie man es selten in derartigen Kursen erlebt! Zudem herrscht eine wirkliche angenehme, kreative Atmosphäre in der man auch überraschend gut mit Teilnehmern aus unterschiedlichsten Leveln zusammenarbeitet.
Die Kurse bleiben sowohl inhaltlich als auch 'atmosphärisch' lange in Erinnerung und bringen einem wirklich das höchste Maß an dem bei, was man in zwei bzw drei Tagen über so komplexe Themen eben lernen kann.

Nur um einen winzigen Einblick drin zu bekommen wie komplex die Technik ist, die man als Schauspieler beherrschen muss ist es die Teilnahme schon Wert (*hust* - es geht übrigens nicht um Sprachtraining in den Kursen *hust-ende*).
Zu den genauen Inhalten steht alles wissenswerte auf der Website.

Vielleicht hat der eine oder andere ja Interesse.

19

Freitag, 6. August 2010, 12:47

Ich kann Euch auch empfehlen, sich mal dem Training einer Impro-Theatergruppe anzuschliessen.
Da lernt man wirklich klasse Sachen. Vor allem kann man evtl. auch verpatzte Szenen retten, weil man das
dann vorher trainiert hat.
Und versteht jetzt unter Impro-Theater nicht so´n Krampf wie "Schillerstrasse"...
Ich hab früher bei Matthias Egersdörfer mitgespielt,
war eine sehr ergiebige Zeit.

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