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bobone

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Samstag, 12. Januar 2019, 12:13

Equipment für Interviews

Liebe Forumsmitglieder,

Ich bin überaus dankbar für die Möglichkeit von eurer Erfahrung profitieren zu können. Ich bin absoluter Filmanfänger und bin quasi in die Rolle geschlüpft, die Aufgabe zu übernehmen Interviews zu drehen.
Es handelt sich dabei um ein Projekt für sozial benachteiligte Kinder und Weisen. Für einen gemeinnützigen Verein werde ich mit verschiedenen Personen Interviews führen. Hierfür brauche ich eine Beratung, so dass ich mir das benötigte Equipment richtig zusammenstellen kann. In Sachen Filme drehen stehe ich am Anfang, versuche mir aber das Wissen gutmöglichst anzueignen.



Setup
Wie gesagt werde ich Interviews führen. Diese werden sowohl in ruhigen Zimmern, als auch an öffentlichen Plätzen sein. Das Equipment sollte also möglichst beide Setups bedienen.
Anforderung: Das zusammengestellte Equipment sollte für den Anfang so günstig wie möglich sein. Mit der Zeit kann es sein, dass ich Dinge hinzukaufen kann. Meine Anspruch ist es, die Interviews so professionell wie nur möglich aussehen zu lassen. Weiterhin werde ich die Interviews komplett alleine vorbereiten,drehen und auch schneiden.



Equipment


Kamera
Ich besitze eine Canon 600D mit Stativ.
Das heisst, ich kann das Interview erstmal nur aus einer Perspektive drehen. Ich finde es immer sehr nice, wenn es noch eine 2te Perspektive mit facezoom gibt. Ich vermute, mit einem Handy erreicht man hier nur sehr schlechte Ergebnisse. Gibt es Kameras (auch gebraucht) die man für wenig Geld heranziehen könnte?

Ton
Die Videos sollten einen guten Ton haben. Da es sich um Interviews handeln wird, werden die Stimmen von zwei Personen aufgezeichnet. Ich hatte mir überlegt, dass mit Lavaliermikrophonen zu lösen. Die wireless Varianten sind wirklich extrem teuer, weshalb ich dachte einfach zwei Rode Smartlav mit Windschutz an Handy´s zu befestigen und beides aufnehme und dann zusammen lege. Ist es möglich, dann beide Tonspuren im Bearbeitungsprogramm untereinander zu legen oder kommt es dann zu Interferenzen?

Licht
Für gutes Licht dachte ich zumindest schon einmal an eine Softbox. Was sind eure Erfahrungen? Gibt es hierfür günstige Zusammenstellungen?


Bearbeitungsprogramm
Für die Filmbearbeitung habe ich mir für das erste die Software "Filmora" überlegt. Diese scheint professionell, ist nicht zu teuer und sieht gut bedienbar aus.

Ich freue mich sehr auf eure Tipps und bedanke mich ganz herzlich.

*Topic verschoben*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (12. Januar 2019, 14:43)


Peter_Nob

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Samstag, 12. Januar 2019, 16:11

Equipment für Interviews

Hallo bobne,

Hinsichtlich der Aufnahmen solltest du dich mit den Themen „over the shoulder“ und Achsensprung vertraut machen.




Die 600d mit Stative sollte am Anfang als eine Kamera OK sein. Allerdings ist es im M Modus nicht so leicht die Schärfe einzustellen.




Der Ton fast aller DSLR Kameras ist grottig, Externer Ton ist meiner Meinung wichtig, kann auch von einem aufgestecktem Micro kommen.

Kontrolliere den Ton mit einem Kopfhörer!

Ich habe mir, nachdem ich einen guten Film wegen dem Ton vergeigt habe, ein Rodelink gekauft.




Licht, sehr oft wird eine Softbox nicht ausreichen, auch hier gibt es jede Menge Literatur im Internet und Info’s auf dieser Seite.







Bevor du deine Interviews startest probiere den Setup unbedingt allein bei annähernden aus. Wenn du alles alleine machst ist die Fehlerrate bei der Aufnahme sehr hoch. Auch ich filme fast immer allein und habe die bittere Erfahrung gemacht dass ich mich mehr um die Personen gekümmert habe als um das Setup.




Du wirst wahrscheinlich noch viel mehr Tips bekommen, aber diese Info’s kommen aus eigener Erfahrung und ich lerne immer dazu.




Gruß

Peter

bobone

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3

Sonntag, 13. Januar 2019, 15:44

lieber Peter. Ganz lieben Dank für die Erfahrung, die du mit mir geteilt hast. Das hilft mir wirklich viel.
Ok, dass die Kamera fürs erste genügt beruhigt mich schonmal.
Den Ton würde ich natürlich nicht aus der Camera nehmen, sondern wie gesagt zwei Rode Smartlav nutzen. Es gibt die Möglichkeit entweder die Tonaufnahme von mir (dem Interviewer) als auch den Ton des Interviewten seperat aufzunehmen und dann im Schneideprogramm untereinander zu legen oder ich nutze ein Stereo Splitter und bringe beide Smartlav in ein Handy zusammen. Nur glaube ich dann echt ein Kabelwirwarr zu haben und muss die irgendwo sinnvoll zusammenlaufen laufen lassen, was ich mir etwas schwierig vorstelle.

Deswegen meine Frage: kann man eine Tonspur von beiden Interviewteilnehmern seperat mit 2 Lavaliermikrophonen, die entsprechend in zwei seperate Handy laufen am Ende zusammenlegen oder entsteht dann im Video eine komische Interferenz?


Zum Thema over the shoulder. Das scheint ein mögliches Konzept. Ich bevorzuge momentan aber noch ein Setup das folgendermaßen aussieht:


als auch closeups, wo nur die Interviewten zu sehen sein werden. Das sind die Setups, die ich benötige.


Ich habe mich weiterinformiert und mir noch paar Gedanken gemacht. Für meine Aufnahmen an öffentlichen Plätzen:
Lichttechnik, die bei vorhandenen Sonnenlicht etwas bringt ist sowieso nicht bezahlbar für mich erstmal. Ich werde also versuchen, dort nur mit Sonnenlicht und Reflektoren zu arbeiten. Macht das Sinn? Wie würde ein sinnvoller Aufbau dort aussehen?


Für Interviews in geschlossenen Räumen würde ich mir etwas Lichttechnik erwerben. Hat jemand konkrete Vorschläge, was für den Anfang für möglichst wenig Geld Sinn machen würde?


Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch!
»bobone« hat folgendes Bild angehängt:
  • Unbenannt.PNG

JoeFX

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Sonntag, 13. Januar 2019, 17:04

Hallo,

ich hab schon ein paar Interviews gedreht, kann dir aber nicht viel über die Smartlav erzählen, da ich den Ton lieber angle. Ich würde Tonspuren wenn möglich immer separat aufzeichnen. Dann kannst du besser schneiden. Du kannst die "Mhm"s und "Aha"s des Interviewers bei einer separaten Spur einfach wegschneiden. Ich wüsste nicht welche "Interferenzen" da entstehen sollten. Einfach die Spuren dann in der Timeline angleichen und schneiden.

Kleiner Software-Tipp: Hitfilm Express ist ein wahnsinnig mächtiges Tool, welches in der Grundausstattung kostenlos ist, aber die wichtigsten Funktionen bietet. Vom Umfang her ist es Premiere sehr ähnlich. Kann ich nur empfehlen! Auch Davinci Resolve ist kostenlos und hat auch einen tollen Funktionsumfang. Aber es braucht viel Leistung und braucht einen enstprechend fähigen PC.

Das von dir gezeigt Bild ist nett, aber da steht eben auch der Interviewer mit im Mittelpunkt. Eine zweite Perspektive auf den Interviewten ist da Pflicht. Am besten nutzt du diesselbe Kamera mit denselben Einstellungen wie bei der Totalen, damit du im Schnitt keine großen Sprünge in der Bildqualität bekommst. Die 600D ist eine tolle Einsteigerkamera und sollte auch günstig zu erwerben sein. Zur Not passt auch eine 550D. Wenns günstig sein soll reicht das 50mm 1.8 für die zweite Perspektive.
Wenn du nur eine Kamera nutzen willst, konzentriere dich nur auf den Interviewten. Der Interviewer ist nicht so wichtig, als das er auch ins Bild müsste. Overshoulder muss nicht sein und wirkt auch weniger "cinematisch" sondern mehr wie Nachrichtenfernsehen.

Bei Außeninterviews brauchst du für den Anfang kein Licht, das wäre Overkill. Stell die Leute so hin, dass sie die Sonne im Rücken haben. Dadurch kneifen sie die Augen nicht zusammen, falls sie tiefsteht, und du kannst mit einem einfachen Reflektor (reicht der um 20€ von Amazon) das Gesicht etwas aufhellen (wenn nötig). Sieht sehr schön aus, da sich die Person vom Hintergrund abhebt.

Als Licht bei Innenaufnahmen würde ich auf ein Zwei-Lampen Setup zurückgreifen. Stell sie so auf, dass jede Lampe als Hauptlicht für die eine, und als Spitze für die andere Person fungiert. Es ist schlicht, schnell und sieht gut aus. Zum Weichzeichnen würde ich auf Softbox oder Frost-Folie zurückgreifen. Ich nutze gerne LED-Licht, aber wenn das Budget knapp ist, kannst du günstige "Redheads"-Sets online kaufen. Im Buch "Die chinesische Sonne scheint immer von unten" sind viele gute Setups für Interviews drin. Ist eine Lektüre wert!

Ein Tipp noch: Das Beispielbild zeigt ein klassisches Problem. Man nutzt für die Beleuchtung Kunstlicht und lässt von draußen Tageslicht hereinströmen. Dadurch wirkt draußen alles blau und die Gesichter sind orange. Wenn du Kunstlicht (also Kelvinzahl um die 3000) verwendest, versuche den Raum eher abzudunkeln. Bei Tageslicht (5600 Kelvin) kannst du es problemlos mit Licht von Außen mischen. Zum Thema Licht hat Joey einen super Beitrag im Forum, der eine gute Übersicht über alle technsichen Details und Typen von Lichtern bietet.

Hoffe ich konnte dir etwas helfen!

joey23

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5

Montag, 14. Januar 2019, 10:42

Icxh nutze oft mehrere Smartlavs in unterschiedlicher Anzahl, bis zu 5 parallel hatte ich schon.

Das ist zB mit zwei Smartlavs gemacht:


War ne schnelle Produktion ohne viel Aufwand und Planung, daher war mehr nicht drin. Reicht für sowas aber aus, meiner Meinung nach.

Und da hört man schon das Problem, weil die beiden Audiotracks nicht immer zu 100% korrekt übereinander liegen. Klingt dann ein bisschen wie in einer Gießkanne.

Funktioniert ganz gut. Bei längeren Formaten laufen dir die Tonspuren aber irgrendwann auseinander, weil der interne Takt der Smartphones nicht im sync ist. Dann ist Handarbeit angesagt um das wieder hinzuschieben.

Zum Licht würde ich mir günstige LED Flächenleuchten für innen und Reflektoren für außen zulegen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »joey23« (14. Januar 2019, 10:52)


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Selon Fischer

bobone

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Montag, 14. Januar 2019, 19:48

wow, ganz herzlichen Dank für eure tollen Kommentare. Die helfen mir wirklich schon sehr weiter.
Dann stehen die smartlav schon einmal auf der Einkaufsliste.

Für Außenaufnahmen also mit Reflektoren arbeiten. Dafür bräuchte ich aber noch passende Tripods und Klammern wie ich vermute.

Für Innenaufnahmen scheint ihr beide für zwei LED Lichter zu sein. Habt ihr da konkrete Kaufvorschläge? Ich habe viele Youtubevideos studiert.

Ist so etwas in zweifacher Ausführung ausreichend? https://www.amazon.de/Yongnuo-YN300-Air-…O+YN300+Air+LED

Oder gleich so ein Set?

https://www.amazon.com/gp/aw/d/B076ZFQ6X…e=UTF8&psc=1anz lieben Dank an euch!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bobone« (14. Januar 2019, 20:25)


JoeFX

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7

Dienstag, 15. Januar 2019, 13:00

Also vom zweiten Set würde ich Abstand nehmen, da sie Lüfter verbaut haben. Ich habe mal ähnliche benutzt und der Lüfter ist hörbar. Das zerstört die komplette Tonqualität, also eher Finger davon lassen. Wichtig für die LED-Nutzung bei Interviews ist passive Kühlung, also ohne Lüfter.

Ich würd dir zu den klassischen YN300 raten:Link
Die hab ich auch, bieten eine super Lichtqualität für so günstige LEDs. Die Tore eignen sich super zum Anbringen von Frost-Folie oder andere Weichzeichner für angenehmes Licht. Zum Starten sicher ein gutes Licht, aber nicht sehr stark. Also eher in dunkleren Räumen verwenden, bei Mischlicht werden sie weniger Effekt zeigen.
Ob es mittlerweile bessere "Geheimtipps" gibt, was günstige LEDs betrifft, kann ich dir leider auch nicht sagen, aber vll. kann dir jemand anderer im Forum da weiterhelfen.

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