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wernerherzoh

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  • »wernerherzoh« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 19. Juli 2018, 10:48

Braucht man ein Stativ zum Filmen?

Ich fange mit dem Filmen an und frage mich ob man einen Stativ für professionelle Aufnahmen braucht oder ein Gimbal(DJI Ronin S) ausreicht?
(Auch in Sachen Mobilität)

Telliminator

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2

Donnerstag, 19. Juli 2018, 11:42

Es kommt darauf an was Du filmen möchtest. Ein Stativ sorgt für einen ruhigen Stand der Kamera. Für Bewegungen während des Filmen ist ein Kamerawagen sogenannter Dolly hilfreich, kommt halt auf die Szene an und wenn der Kameramann sich bewegen muss ist ein Steadycam-System wie z.B. das Ronin hilfreich um die Kameraführung trotz Action zu stabilisieren. Es hängt daher immer von der Anforderung für die Szene ab und natürlich vom Budget der Produktion.
Ear-Movies - Filme für die Ohren - http://www.blackdays.de - http://timeshift.blackdays.de - TimeShift kostenloses Hörspiel - Finale ist online, Folge 8 "And All My Dreams, Torn Asunder" * TS 7.1 TechDemo *

Marcus Gräfe

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3

Donnerstag, 19. Juli 2018, 17:28

Mein Berufsschullehrer sagte immer: Feste Einstellungen werden vom Stativ gedreht. Soll heißen, wenn nicht gestalterische oder Mobilitätsgründe dagegen sprechen, sollte man immer ein Stativ verwenden.

Grundsätzlich bin ich auf jeden Fall der Meinung, dass ein (gutes) Stativ in die Ausrüstung jedes Filmers gehört.

vobe49

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4

Samstag, 21. Juli 2018, 10:29

Filmen mit Stativ hat, und das merkt man schnell, viele Vorteile. Da ist zunächst das ruhige nicht verwackelte Bild - ich selbst hasse Wackelvideos nach dem Motto - "Ich zeig euch mal mein Hotel...". Zum anderen ist es aber auch so, dass sehr ruhiges Filmen aus der Hand unheimlich anstrengt, wogegen ein Stativ ein entspanntes Arbeiten ermöglicht. Bei der Aufzeichnung von Veranstaltungen oder sonstigen Darbietungen ist der Einsatz eines Stativs daher ein Muss.

Aber: ich selbst bin viel auf Reisen - auch organisiert in einer Gruppe - und weis daher sehr gut, das hier oftmals keine Zeit und auch kein Platz ist für den Einsatz eines Stativs. In solchen Fällen gibt es einige andere Möglichkeiten, um zum ruhigen Video zu gelangen:

- beim Filmen unbedingt mit der Schulter irgendwo anlehnen und den Sucher verwenden, indem man ihn an das Auge drückt, oder

- Einbeinstativ verwenden und zusätzlich irgendwo anlehnen, oder noch wirkungsvoller:

- ein kleines Kamera-Etui, wie man es für kleine Hosentaschenkamera bekommt, und das sich oben durch einen Reißverschluss öffnen und an einem Hosengürtel befestigen lässt, vorn in der Mitte am Hosengürtel befestigen. Die Kamera wird dann auf ein Einbeinstativ geschraubt und in die kleine Kameratasche gesteckt. Dann zieht man das Einbein auf Augenhöhe heraus und drückt den Kamerasucher beim Filmen an das Auge. Die Stabilisierung ist selbst bei freiem Stehen erstaunlich gut. Die meisten Sequenzen (vor allem die, bei denen Bewegung im Bild ist) müssen später im Schnittprogramm nicht mal nachstabilisiert werden, bei Landschaftsaufnahmen o. ä. bügelt z. B. Mercalli 4.0 alle evtl. noch vorhandenen Bewegungen komplett weg. Und wenn man sowieso in 4k filmt, verliert man hier auch kaum an Qualität.

Die neueren Filme auf meinem Youtube Kanal sind fast alle so gedreht worden:

https://www.youtube.com/results?search_query=Volker+Begert

Gruß vobe49

Tiger

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5

Sonntag, 22. Juli 2018, 23:54

Aus sicht einer modernen Kameraführung ist ein Stativ eine absolute Notlösung. Wenn man alleine irgendwo am Filmen ist und wenig Ansprüche an das Ergebnis stellt (Reisedoku mit Omma im Sauerland), kann man das mit einem Stativ machen bzw. wird kaum drumrum kommen. Wenn man sich aber mal aktuelle Produktionen mit halbwegs Budget anschaut, wird man so gut wie keine statischen Shots finden. Die Kamera-Bewegung ist ein wichtiges Stilmittel, daher findet man heute fast nur noch dynamische Shots. Werkzeuge gibt es hier viele z.B. Dolly, Kran, Cablecam, Roboter-Arm, Drohne oder auch klassisch von der Schulter oder mit Stabilisatoren wie Stedicam oder elektronischem Gimbal. Die Bewegung der Kamera bringt die nötige Tiefe und Räumlichkeit. Oft sind es nur subtile Bewegungen aber ganz ohne würde was fehlen.

Braucht man also ein Stativ? Ja, es wird immer Situationen geben, wo so ein Ding nützlich ist und wenns nur zum Kamera abstellen ist. Den Berufsschullehrer würde ich aber mal vergessen und nicht so viel wie möglich sondern so wenig wie möglich mit dem Stativ filmen und lieber Dynamik in die Shots bringen, je nach Szene von subtil bis dramatisch. Wir leben zum Glück nicht mehr im Film-Mittelalter als Kameras alleine wegen ihrem Gewicht kaum bewegt werden konnten und deshalb immer statisch auf dem Stativ hocken mussten. Nicht umsonst hat Garrett Brown einen Oscar für seine Erfindungen bekommen und wird bis heute als Revolutionär gefeiert.

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Diramus

wabu

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Montag, 23. Juli 2018, 09:48

Das ist ein filosofischer Ansatz - der auch fundiert ist.

Es gibt aber auch - gerade bei Amateuren - oft unnötig verwackelte bzw. sehr unruhige Videoclips. Bei vielen Situationen ist dort ein Stativ hilfreicher.

Der Berufsschullehrer hat insoweit recht, wenn ich "korrekt" filme kann ich mich gezielt aus diesem "Korrekt" verabschieden.

"zum Kamera abstellen " ist es tatsächlich oft nützlich :thumbsup:

Hans-Walter

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7

Montag, 23. Juli 2018, 10:59

Ich will es mal so sagen - zum Beispiel im Urlaub,
da will man das Stativ nicht unbedingt mit sich herumschleppen.
So wird schnell mal eine vielleicht unwiederbringliche Scene abgedreht.
Und daheim beim Bearbeiten kommt dann "hätte ich doch nur das Stativ genommen".
So etwas kommt bei mir immer mal wieder vor.
Also fast grundsätzlich - immer mit Stativ.(muß ja kein Monstrum sein)
Gruß, Walter

Tiger

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8

Montag, 23. Juli 2018, 20:07

Das ist ein filosofischer Ansatz - der auch fundiert ist.

In gewisser Weise hast du recht, das ist ein Stück weit ein philosophisches, gestalterisches oder künstlerisches Thema. Es gibt aber auch eine sehr konkrete wahrnehmungspsychologische Komponente. Die Wahrnehmung räumlicher Tiefe ist viel weniger vom binokularen Sehen abhängig als man denkt. Ein wichtiges Element ist die Bewegungsparallaxe, worüber unser Hirn die räumlichen Zusammehänge berechnet. Dies funktioniert aber nur, wenn der Beobachter oder in unserem Fall die Kamera sich im Raum bewegt. Ein Schwenk auf dem Stativ reicht hier nicht aus, da sich dadurch keine Parallaxenverschiebung ergibt. Durch die Bewegung der Kamera können wir das 2D Bild dreidimensional wahrnehmen, was ein deutlich intensiveres sensorisches Erlebnis ergibt. Geringe Bewegung reicht hier bereits aus. Das ist auch der Grund, warum schon eine kurzer Slider-Fahrt einen Shot massiv aufpeppen kann und gerne für an sich bewegungsarme Inhalte verwendet wird.

Ich will es mal so sagen - zum Beispiel im Urlaub,

Das ist dann die pragmatische Sichtweise, natürlich ist eine statische Aufnahme immer besser als ein total verwackeltes Bild. Es ist durchaus sinnvoll, zwischen einem im Detail durchkonzipierten Spielfilm-Dreh und spontanen Urlaubsaktionen zu unterscheiden. Im Urlaub hat man tatsächlich nicht immer einen Dolly oder Kran griffbereit :D

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wabu

vobe49

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9

Dienstag, 24. Juli 2018, 11:54

Hallo Tieger,

ich bin ja voll mit dir, nur arbeitet man in dem Bereich den du ansprichst auch nicht mit Kameras im 100...500 g Bereich, denn mit denen sehen Aufnahmen aus der Bewegung meist schei... aus. Wenn man eine mehrer Kilo schwere Kamera bedient und die vielleicht noch auf der Schulter aufliegen hat ist das rein optisch am Schluss schon völlig anders, als wenn man so einen Amateurwinzling in der Hand hält. In Bezug auf Letztere komme ich auf meinen Beitrag zurück und empfehle, mal die von mir geschilderte Variante auszuprobieren. So etwas gibt's ja glaube ich auch im professionellen Bereich - ich weis nur nicht, wie das heißt.

Wegen der von dir beschriebenen dynamischen Kameraführung habe ich mir gerade ein FeiYutech a1000 Gimbal gekauft. Das Teil hat ein unglaublich gutes Preis/Leistungsverhältnis - alles funktioniert wie es soll und solche Funktionen wie den programmierbaren Schwenk von A nach B mit automatische Auslösung von Fotos alle X Sekunden (alles über eine App einstellbar) für die Herstellung eines Timelaps sind in dieser Hinsicht sicherlich eine große Bereicherung. Allerdings ist das wieder etwas, was man zusätzlich mitschleppen muss und eigentlich wollte ich in meinem greisen Alter eher Gewicht abbauen als zulegen (ein Profikameramann sagte mir mal, dass er Krafttraining macht, um besser klar zu kommen).

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