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Marten der Spaten

unregistriert

1

Sonntag, 8. November 2015, 11:20

Amateurfilm: Pleiten, Pech & Pannen (Dreh-Anekdoten)

Salü zusammen,

hier tummeln sich ja viele Gleichgesinnte, die z.T. schon seit einigen Jahren Amateurfilme auf die Beine stellen.

In diesen Jahren müssen sich doch sicher recht viele, interessante/lustige Story gesammelt haben: Was beim Dreh alles schief ging oder alleine schon in der Vorbereitung? Vielleicht gibt es ja hier ein paar "Terry Giliam"-Storys (Stichwort: "Don Quijote"-Verfilmung), wieso es z.B. manche Projekte von euch, erst gar nicht geschafft haben, realisiert zu werden?

Im Prinzip eine Art "Triva"-Variante von IMDB - nur mit Amateurfilmen.

Daher fände ich den Gedanken einer Art Sammelthread für Anekdoten eurer Drehs spannend. Habt ihr vlt. schonmal einen Film mitten im Dreh abbrechen/einstampfen müssen? Oder gab es allgemein skurille Ereignisse, die sich bei euren Produktion ergeben haben?

Ich bin mir sicher, es gäbe eine Menge Anekdoten von Filmern hier - aber nicht jeder hat ja die Zeit oder Muse, ein Making-Of zu seinen Filmen zu gestalten. Vielleicht wäre ja hier nun eine passende Gelegenheit dazu, mal ein paar Schwanks aus der Amateurfilmwelt zu erzählen.

@Me: Ich bin selbst kein "richtiger" Filmer, sondern habe immer nur ausgeholfen. Daher war ich nie so weit involviert, dass ich viel vom Geschehen mitbekommen habe. Ein befreundeter Filmer hat allerdings ein Drama gedreht, dessen recht lange Endszene auf einem Feld spielt, auf dem sich die beiden Hauptprotagonisten begegnen. Im Grunde eine simple "Schuss-Gegenschuss"-Szene, nur mit der Problematik: Bei jedem Gegenschuss auf die zweite Figur sieht man im Hintergrund recht deutlich die Polizeihochschule im Hintergrund. Scheinbar ist ihm das erst im Schnitt richtig aufgefallen und er rief nun bei der Polizei an ob das in Ordnung sei, dass ihr Gebäude im Film zu sehen wäre. Die hat aber strikt verneint und die Verwendung untersagt. Jetzt wäre natürlich die logische Konsequenz, die Gegenschuss-Shots nochmal nachdrehen. Die Problematik ist nur, dass der besagte Darsteller nun in Australien ist und dort 1 Jahr "work & travel macht". Wenn ich auf dem aktuellen Stand bin, sitzt er nun immer noch dran, das Gebäude aus jedem Frame zu retuschieren... und alles nur wegen einer falschen Kameraeinstellung :D

Nunja, ich bin sicher ihr habt bessere/spannendere Storys! Würde mich sehr freuen, davon zu hören.

tevauloser

unregistriert

2

Sonntag, 8. November 2015, 13:24

Bei meinem ersten ernshafteren Film musste ein Schauspieler ein Auto fahren, welches Automatikgetriebe hatte. Beim Casting wurde nur nach der Autofahrbewilligung, aber nicht nach entsprechender Fahrpraxis gefragt. Und prompt rächte sich das dann am Set. Der Schauspieler fuhr vor ein paar Monaten zuletzt mal kurz einen Golf mit Schaltgetriebe, das war es dann auch. Automat Erfahrung? Fehlanzeige!
Somit mussten wir den Guten erst in einen Fahrschul Crashkurs schicken vor Ort. Dabei stieg er mal aus, um zu fragen, wo denn die Feststellbremse sei. Dummerweise war das in einem leichten Gefälle- der Wagen rollte führerlos an und bumste ins Cateringauto. Später dann beim Dreh verwechselte er den *Drive* mit dem *R* dabei kullerte seine Colaflasche, welche er auf dem Dach vergessen hatte ins geöffnete Seitenfenster. Diese Szene hat uns so gefallen, dass wir sie im Film beliessen.

Mein Rat deshalb, sollte im Film Auto gefahren werden müssen: Immer detailliert nachfragen, welche Wagen der Kandidat und wie oft schon bewegt hat!

the machine one

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3

Sonntag, 8. November 2015, 19:51

Ich hatte bisher nur 3x etwas Unglück beim drehen.
Ich habe in Paris für eine Firma vor einem Nobelhotel gedreht.
In einer Scene kommt ein Taxi angefahren und lässt den Darsteller aussteigen.
Ich filme, auf dem Boden sitzend, das Taxi welches direkt auf mich zu fährt. Es war dunkel, der Taxifahrer sprach kein Englisch und scheinbar auch kein gutes Französisch. Er dachte das ich ihm das Handzeichen gebe zum anhalten, dabei hätte er auf den Assistenten achten sollen. Bums hat es gemacht und er fuhr mich an. Außer einem großen Schrecken ist nichts weiter passiert und zeigt das gute Verständigung das wichtigste ist.

In Paris wurde auch unser Transporter unfreiwillig geöffnet. Dabei verlor ich fast meine gesamte Ausrüstung. Trostpflaster war das ich das Material vom Dreh mit aufs Hotelzimmer nahm um es zu kopieren. Da meine Versicherung das nicht übernahm (Zahlt nicht bei Fahrzeugeinbruch) war das eine teure und nervige Angelegenheit.

In Russland haben wir im Kaukasus Gebirge gedreht. Ich hatte ein Schwebestativ im Reisegepäck und musste damit auf dem Rückflug durch die Kontrolle.
Als die Russische Zollbeamtin, nach dem Röntgen, den Koffer öffnete, konnte sie mit dem Rohr und dem ganzen Gebilde nichts anfangen und wurde immer nervöser. Mein Übersetzer war aber schon durch die Kontrollen durch und schrie vom Rand immer in den Sicherheitsbereich das das nur eine Kamera(er konnte Schwebestativ nicht übersetzen) sei. Die Beamtin wurde langsam sauer, sie wisse schließlich wie eine Kamera aussieht. Der Raum um mich rum füllte sich mit immer mehr Sicherheitspersonal und Soldaten. Ich zeigte immer wieder auf mein Handgepäck in dem meine Kamera war. Nach einer angespannten Ewigkeit löste sich das Missverständniss auf und ich durfte gehen. Interessanterweise kann man im Duty Free Bereich im Flughafen Krummsäbel, Dolche und verzierte Bärenmesser kaufen. Ausgehändigt wird einem das, in Papier eingewickelt, gleich zum mitnehmen als Handgepäck...
Merke: der Dolmetscher geht immer als letzter durch die Kontrollen!

Buldogs

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4

Montag, 9. November 2015, 19:55

Interessanterweise kann man im Duty Free Bereich im Flughafen Krummsäbel, Dolche und verzierte Bärenmesser kaufen. Ausgehändigt wird einem das, in Papier eingewickelt, gleich zum mitnehmen als Handgepäck...
Vor wie viel Jahren war denn das?

@Topic
Wir haben im letzten Sommer, in einem Wald, direkt an stillstehendem Gewässer gedreht. Dementsprechend kann man sich vorstellen, wie viele Mücken es dort gegeben haben muss.
Besonders nervig war es, wenn man z. B. gerade die Kamera / Tonangel hielt und deswegen nicht nach denen schlagen konnte, da beide Hände nicht frei waren und man nicht die Aufnahme stören wollte. Am Ende des Tages waren dann alle voll mit Stichen.

Für den nächsten Tag haben wir uns mit Anti-Mückenspray bewaffnet :thumbsup:

rico77

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5

Montag, 9. November 2015, 20:32

Nichts Grosses, aber als in unserem Weihnachtsgrussvideo Ronja den Baum mit reinziehen sollte hat sie etwas missverstanden :)
zu sehen in den Outtakes


the machine one

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6

Montag, 9. November 2015, 20:57

Vor wie viel Jahren war denn das?

Das war im August 2014. Der Flug ging nach Moskau, umsteigen, von da aus nach Berlin. Ist man ersteinmal durch die Kontrolle durch, wird man bis Berlin nicht mehr kontrolliert. Interessant ist das jeder der überhaupt den Flughafen betreten will kontrolliert wird. Komplett mit Nacktscanner und antouchen.

7

Sonntag, 15. November 2015, 20:19

Beim Dreh für einen Kinofilm in Rumänien haben wir einem alten Bauernhof gedreht. Es war sehr matschig.
Auf einmal geht die Stalltür auf und es kommt ein Pferd direkt auf die Kamera zu gallopiert. Der Kameramann konnte gerade noch zur Kamera hechten und ist mitsamt dieser (noch eine Arri 535 35mm Kamera) und Stativ im Matsch gelandet. Glück gehabt :-)

Hei-kor

unregistriert

8

Dienstag, 5. Januar 2016, 17:53

Mein Abschlussfilm spielte zu 2/3 während einer Taxifahrt in der Nacht. Diese sollte am letzten Drehtag abgedreht werden. Leider fiel mitten während der Dreharbeiten das Taxi aus und sprang nicht mehr an. Da das Auto geliehen war und sonst niemand mit seiner ADAC-Mitgliedschaft aushelfen konnte, schoben wir das Auto auf einen Parkplatz neben meiner damaligen Uni. Dort bauten wir Lampen auf und simulierten die Fahrt nach. 2 Kollegen bewegten die Scheinwerfer, um das Licht anderer Fahrzeuge nachzubilden, andere wackelten am Fahrzeug. Die Szene lösten wir dann in sehr engen Einstellungen auf, damit man möglichst nichts vom Hintergrund erkennen kann.

Das Endergebnis fällt einem geschulten Auge auf, für den Laie erfüllt es seinen Zweck. Ein Ersatzauto wäre mir aber lieber gewesen. ;-)

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