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TheOliverPictures

unregistriert

1

Dienstag, 16. Dezember 2014, 21:40

Nebelwand erzeugen - Polizei, Feuerwehr?

So folgendes, ich möchte einen kleinen Teaser drehen zu einem Film, in diesem Teaser soll es eine Szene geben in der ein Motorrad verfolgt wird und aus einer Nebelwand rauskommt. Dahinter direkt ein Auto.
Den Nebel wollte ich mit zwei großen Nebelmaschinen erzeugen. Gibt es alternativen diesen Nebel zu erzeugen?

Ich hab jetzt nur auf der Bühne Erfahrung mit Nebelmaschinen gemacht und wollte einfach mal nachfragen wie sich sowas draußen verhält. Wird es für außenstehende so aussehen als würde da was brennen und sollte ich im Vorfeld die Feuerwehr oder Polizei informieren?

7River

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2

Dienstag, 16. Dezember 2014, 22:12

Ich denke mal, wenn man so eine spezielle Szene in 'ner ruhigen Wohnsiedlung dreht und man die Nachbarn kennt und die zudem noch alle Bescheid wissen, ginge das auch ohne Drehgenehmigung. Aber: Ich persönlich würde immer zuvor an gewisser Stelle nachfragen und eine Erlaubnis einholen. Gerade bei Szenen, wo was schiefgehen kann; wo möglicherweise Personen zu Schaden kommen könnten. Stell' Dir mal vor, bei so 'ner Szene passiert etwas und jemand wird verletzt.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Tyler Durden

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3

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 01:37

Hallo TheOliverPictures,
das ist auf jeden Fall ne heikle Nummer. Da gibt es mehrere Fallstricke und der Nebel ist nicht der Einzigste. Wo willst du das Ganze drehen? Auf einer Straße? Falls es keine Privatstraße ist, dann ist es ein öffentliche Straße. Wenn du dort aktiv Nebel erzeugst, verschlechterst du dich Sicht und beeinträchtigst negativ die Verkehrssicherheit. Das kann ganz schnell zu Problemen führen. Wenn jemand deswegen einen Unfall verursacht und sich verletzt, dann haftest du persönlich, da das Erzeugen von Nebel auf einer Fahrbahn grob fahrlässig ist. Um dieses Risiko auszuschließen, musst du entweder auf einer Privatstraße drehen oder eine Vollsperrung der Straße beantragen.

Dein Fahrer der mit dem Moped aus dem Nebel kommt, hat ja auch schlechte Sichtverhältnisse. Zwar weiß er wie die Situation ist und was passieren soll, aber er kann auch die Fahrbahn nicht uneingeschränkt wahrnehmen. Sollte er stürzen und sich verletzten, bist du auch wieder haftbar. Deswegen muss so etwas von einem Stuntfahrer gefahren werden. Dort steht auch eine Restgefahr. Diese übernimmt, aber der Stuntfahrer vertraglich. Da es sein Job ist sicher Stunts für dich darzustellen. Das Gleiche gilt für das Auto. Der Fahrer ist zwar sicherer im Inneren, aber es besteht immer noch die Möglichkeit, dass er das Moped rammt.

Kommen wir mal zum Rauch. ;-) Rauch im Freien verflüchtigt sich schnell, je nach Wind. Das darf man nicht unterschätzen. Es ist etwas, was du nur beeinflussen kannst. Es gibt Filmrauch. Da sieht aus wie Sylvesterkracher. Man zündet sie an und sie setzen Rauch frei. Wird auch beim Militär verwendet. Die sind relativ günstig. Sieht auch brauchbar aus. Ist allerdings nicht komplett Blickdicht. Das wird aber denke ich so oder so schwierig. Egal welcher Rauch. Das muss es dann schon sauviel Rauch sein. Zudem hängt es auch von der Kadrierung ab wie viel Rauch du brauchst. Eine Totale ist sicher wesentlich undankbarer als ne Nahe.

Zum Thema Feuerwehr und Polizei: Das Ganze geht in erste Linie auch das Ordnungsamt was an, da die für die Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich sein. Dort bekommst du eine Genehmigung. Die informieren dann auch gegebenfalls die Polizei und die Feuerwehr, wenn es genehmigt wird. Zudem können sie dir die Sperrung genehmigen. Du bekommst, dann einen Schrieb mit der Genehmigung auf den die Auflagen verzeichnet sind, an die du dich halten musst.

Grundsätzlich wo kein Kläger da kein Richter. Sollte aber ein Anwohner die Feuerwehr rufen und die rücken aus, dann bekommst du die Rechnung. Das gleiche gilt für die Polizei. Immer der Verursacher muss die Kosten tragen. Stichwort: Facebook-Party

Andere Hobbyfilmer haben einen Überfall auf eine Tankstelle gedreht. Es war Privatgelände. Die Waffe war eine Attrappe und sie hatten eine Drehgenehmigung. Nun kam eine Dame vorbei und hielt den Überfall für echt und hat die Polizei gerufen. Die kamen auch. Dann wurde die Sache aufgedeckt. Die Dame hat aber trotzdem Anzeige erstattet. Obwohl man ihr gesagt hat es wären Dreharbeiten. Die Polizisten wollten sie noch überreden es zu unterlassen. Aber sie bestand darauf. Was ihr gutes Recht ist. Auch das Vortäuschen einer Straftat ist in Deutschland strafbar. Die Anzeige wurde sehr spät zurück gezogen, da es die Anwälte geschaft haben die Dame zu Vernunft zu bewegen. Vor Gericht hätte die Dame Recht bekommen, da der Drehort für Außenstehende nicht ausreichend kenntlich gemacht wurde. Hätte sie die Anzeige nicht zurückgezogen, wäre es zum Prozess gekommen. Das Urteil wäre sicher milde gewesen, aber es wäre ein Urteil gewesen mit allen Folgen. Das ist sicher ein Extrembeispiel, dass sehr selten vorkommt, aber solche Leute gibt es. Deswegen würde ich mir gut überlegen was ich tue. Es gilt eben auch Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Auch wenn ich es vielleicht eine andere Antwort ist, als du erwartet hast, hoffe ich, dass ich dir helfen konnte.

Es haben bereits 2 registrierte Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

L Lawliet, 7River

TheOliverPictures

unregistriert

4

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 10:10

Keineswegs ist das ne andere Antwort die ich erwartet habe. Gerade der Tipp mit den Filmrauch ist super und dass man das Ordnungsamt konsultieren sollte.


Alles in allem wäre es ne Privatstraße (vergessen im Startpost zu erwähnen) die ich zum Drehen nutzen würde. Aber ich hab kein Bock 500 Euro hinzublättern wegen das Ausrücken der Feuerwehr, selbst wenn sich der Rauch schnell verflüchtigt - da ist das Fallbespiel schon echt Hilfreich.

Gut, nun glaube ich brauch ich für diese Szene schon mal ein Plan B ohne Nebel, wenn man es nicht komplett Blickdicht bekommt ;D Soll ja richtig heftig cool am Ende aussehen wenn das Motorrad aus der Nebelwand kommt.


Über Stuntfahrer habe ich auch schon nachgedacht, je doch hätte ich persönlich kein Schimmer wo man da an eine Vielzahl an Adressen kommt.

Danke an Tyler Durden und 7River für die fixen antworten.

PS.: vielleicht kann ja sogar ein Moderator hier den Titel editieren in "Dreh auf Straßen" damit bei einer Forensuche der nächste schnell auf Antworten stößt.

Tyler Durden

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Beiträge: 21

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5

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 20:48

Hallo TheOliverPictures,
das mit der Privatstraße macht vieles einfacher. Auch hier würde ich dir Raten die Zufahrt mit irgendetwas zu blockieren. Am besten einer beleuchtete Barke oder zur Not einem PKW. Wenn es privat ist brauchst du auch nicht zwingend mit dem Ordnungsamt reden, da diese für Privatgrund nicht zuständig sind. Du kannst dann direkt mit deiner zuständigen Feuerwehr sprechen. Wenn man einen guten Draht zu denen hat, ist das oft einfacher. Zudem können dir auch weitere Infos zu kommen lassen.


Den Nebel blickdicht zu bekommen wird sehr schwierig. Mehr kann ich dir dazu aber leider auch nicht sagen.


Stuntfahrer sind leider relativ teuer. Wenn dir der Stunt das wert, ist wird sich auch jemand finden der er es macht. Auf der anderen Seite ist das Risiko für einen geprobten Stuntfahrer auch überschaubar. Eventuell kannst du mal über crew-united recherchieren oder du fragst mit den Film Commission deines Bundeslandes/Region an. Die haben viele Kontakte und können dir sicher weiterhelfen.


Ich würde bei solchen Nummern auf jeden Fall mit ner 2nd- und sogar mit 3rd-Unit drehen. Der Rauch wird bei jeden Take anders aussehen. Wenn es ne Actionszene werden soll, dann möchtest du später sich schneiden um eventuell die Zeit zu dehnen. Damit das dann auch funktioniert muss der Rauch ja immer gleich sein. Das geht wirklich nur, wenn man die Kiste mit mehreren Units filmt.


Noch ein Tipp zum Schluss: Um den Motorradfahrer zu koordinieren brauchst du vermutlich ein Funkgerät. Da kannst du mal bei einer Fahrschule anfragen. Die haben so was. Das ist zwar nur One-way. Dafür sind die Headsets so, dass man sie unter Helmen verwenden kann.

philflieger

unregistriert

6

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 21:13

Ich habe zwar keinerlei konkreten Erfahrungen mit Nebel im Film. Aber grundsätzlich ist es extrem wichtig, wie der Nebel beleuchtet wird. Von der Seite, von der Nebel angeleuchtet wird, wirkt er dicht und undurchdringlich. Von der "Schattenseite" des Nebels aus gesehen ist er jedoch transparent. Der Effekt ist grob vergleichbar mit einem halbdurchlässigen Spiegel. Das kann man bestimmt ausnutzen, indem man die Lichtrichtung des Tageslichts und Schatten ausnutzt oder vielleicht sogar die Dämmerung oder Nacht nutzt und den Nebel gezielt künstlich beleuchtet.

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