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Montag, 14. Juli 2014, 17:02

Anfängerfragen bezüglich Camcordern und Videoschnitt

Hi,
ich fange derzeit an Videos von shootings für einen befreundeten Fotografen zu machen die dann auf Youtube o.ä. hochgeladen werden. Dafür bin ich dabei ein Grundwissen über Technik und Schnitt/Bearbeitung aufzubauen und mir eine kleine Ausrüstung zusammenzustellen.

Jetzt habe ich gleich mehrere Fragen:
Auf was für Werte sollte ich vorallem achten bei einem Camcorder? Die Locations sind sowohl drinnen als auch draußen und es gibt viel Bewegung, eventuell gibt es auch mal ein kleines Interview zwischendrin.
Was sollte ich mindestens/maximal ausgeben für den Anfang?

Ich habe mir bereits ein Paar Programme für den Videoschnitt angeschaut und komme im Moment mit dem OpenSource Programm kdenlive für Linux am besten klar.
Gibt es da besonderst empfehlenswerte Programme oder sollte ich erstmal bei dem bleiben mit dem ich gut zurecht komme?

Dann ist da noch die Frage ob ich mir gleich ein Stativ zulegen sollte und was es da für Unterschiede gibt, in den Preisklassen und auch bei den Herstellern.

Was mir jetzt noch eingefallen ist, bei manchen shootings wäre es auch interessant das Video etwas zu verlangsamen, gibt es dafür besondere Kameras die mit mehr fps filmen oder sind normale camcorder dafür auch schnell genug?

Mit freundlichen Grüßen,

mdoden

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mdoden« (14. Juli 2014, 17:09)


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Dienstag, 15. Juli 2014, 02:46


Auf was für Werte sollte ich vorallem achten bei einem Camcorder? Die Locations sind sowohl drinnen als auch draußen und es gibt viel Bewegung, eventuell gibt es auch mal ein kleines Interview zwischendrin.
Was sollte ich mindestens/maximal ausgeben für den Anfang?

Sehr schwer zu sagen. Prinzipiell kannst du immer einen einfachen Camcorder für um die 200-300 € nehmen. Mehr Geld bedeutet immer auch mehr Features. Wenn du zum Beispiel mehr Tiefenschärfe haben, Sachen manuell einstellen und eine Camcorder-Komplettlösung willst, die auch in 5 Jahren noch was hermacht, solltest du eher 1000-2000 € ausgeben.
Für sinnvoll halte ich folgende Ausstattung:
+ Full HD
+ Aufnahmeformat AVCHD, H264 oder was ähnlich aktuelles
+ möglichst guter optischer Zoom
Das wären so Basics, die auch günstige Camcorder draufhaben. Ab etwa 700 € gibt es dann noch sehr sinnvolle Features wie z.B.
+ ND-Filter zuschaltbar
+ Manueller Focus
+ Zebra zuschaltbar
+ größere Sensoren

Audiosektion: Mikrofoneingang (am besten XLR), Anschluss für Kopfhörer, manuelle Pegelung des Sounds möglich.

Audio könnt ihr auch unabhängig vom Camcorder aufnehmen, ich würde dann folgendes ausgeben:
+ ca. 250 € für einen Audiorecorder
+ ca. 200-400 € für ein Mikrofon
+ 50 € für gute Kabel
+ 100-150 € für gute Kopfhörer
+ eventuelles Zubehör wie Windschutz, Stativ, Tonangel, Tasche etc. fallen auch ins Gewicht.

Es gibt viele sehr unterschiedliche Camcorder, ich würde da an deiner Stelle mal einen Blick in die Zeitschrift Videoaktiv werfen, die haben auch eine Bestenliste mit vielen Kauftipps. Gratis ist http://www.camcorder-test.com/camcorder-bestenliste.pl oder http://www.camcorder-test.com/ .
Da du Videos für einen Fotografen machst und da die Bildqualität für den Kunden eine besondere Rolle spielt (schlechte Bildqualität verknüpfen die Leute auch mit Inkompetenz des Fotografen), wird ein einfacher 200 €- Camcorder wohl nicht reichen. Als Minimalempfehlung würde ich den Panasonic 929 vorschlagen (ca. 700 €).

Du kannst auch einfach mal in den Elekrtofachmarkt gehen und ein paar Modelle in die Hand nehmen und ausprobieren (Tipp: eigene Speicherkarte mitnehmen). Kaufen musst du nichts. So bekommst du auch ein Feeling für den Camcorder. Der ist wichtig, denn technische Daten sagen noch nichts darüber aus, wie gut sich ein Gerät bedienen lässt, wie gut du damit klar kommst und vor allem: Ob das Ergebnis so aussieht, wie ihr euch das vorstellt.

Zitat

Ich habe mir bereits ein Paar Programme für den Videoschnitt angeschaut und komme im Moment mit dem OpenSource Programm kdenlive für Linux am besten klar.
Gibt es da besonderst empfehlenswerte Programme oder sollte ich erstmal bei dem bleiben mit dem ich gut zurecht komme?

Arbeite mit dem, womit du am besten klarkommst. Umsteigen kannst du immer noch.

Zitat

Dann ist da noch die Frage ob ich mir gleich ein Stativ zulegen sollte und was es da für Unterschiede gibt, in den Preisklassen und auch bei den Herstellern.

Ja, ein Stativ ist immer sinnvoll. Welches am besten wäre, ist stark davon abhängig ob ihr einen kleinen 300 g-Camcorder kauft (dafür reicht ein Plastikteil von Cullmann) oder einen 2000 €-Camcorder mit Henkelgriff und 4 Kilo Kampfgewicht. Stative haben eine maximale Traglast, sollten schnell auf- und abbaubar sein und dürfen nicht wackeln. Eventuell müsst ihr noch einen eigenen Stativkopf und eine Schnellwechselplatte kaufen. Bei einem schwereren Camcorder sollten die tragenden Teile und so Sachen wie Schnellverschlüsse etc. aus Metall sein. Wenn ihr viel zu Fuß unterwegs seid, achtet darauf, dass das Stativ trotzdem leicht genug ist (unter 2 kg). Die maximale Größe sollte deine Körpergröße sein, oder die eines Standartmenschen von ca. 1,80m. Es gibt viele gute Stativhersteller: Manfrotto, Sachtler, Berlebach, Gitzo... für Einsteiger wird oft Velbon und Bilora empfohlen. Auch Cullmann hat einige gute Teile.
Für 100-200 € bekommst du schon ein Stativ, das dich ein paar Jahre lang begleiten wird. Ich persönlich habe ein Manfrotto 055 CB (wird nicht mehr hergestellt, aber ähnlich wie das 055, das noch verkauft wird - dein Fotograf kennt das sicher) für eine DSLR und einen so genannten Zweiwegekopf (d.h. er lässt sich horizontal und vertikal drehen). Ein Dreiwegekopf (zusätzlich diagonale Einstellung) wäre besser, aber mir reicht das völlig aus und ich habe auf Ebay auch nur 100 € für alles zusammen bezahlt. Stative kannst du eigentlich getrost gebraucht kaufen, solange sie keine offensichtlichen Mängel haben wie verbogene Beine oder sowas ;) Es gibt noch andere Stativköpfe, aber das ist das, was du wohl am häufigsten brauchen wirst. Wenn du etwas mehr Bewegungsspielraum auf dem Stativ willst auf Kosten von etwas Präzision, geht auch ein Kugelkopf super.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »jk86« (15. Juli 2014, 02:58)


Es hat bereits 1 Gast diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Big Bandit

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Dienstag, 15. Juli 2014, 08:15

jk86 hat es schon gut beantwortet. Ich würde noch beim Camcorder auf ein Feature achten. Einen (Focus)Ring.

maximus63

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Dienstag, 15. Juli 2014, 08:18

Morgen,

hätte mal eine Frage zum AVCHD Format : Lässt sich das überall abspielen ? Also, jeder Player ?

Jack1943

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Dienstag, 15. Juli 2014, 08:28

auf dem VLC und dem Windows Media Player kein Problem. Eigentlich reicht es wenn man den VLC Player hat, denn der spielt auch Dateien ab, bei denen der Media Player versagt!

wolkeacht

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Dienstag, 15. Juli 2014, 09:30

Da muss ich Jack recht geben! Der VLC-Player rettet mir immer wieder mal den Tag! :D Nutze den fast ausschließlich.

maximus63

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Dienstag, 15. Juli 2014, 10:49

Danke Euch .

Jack1943

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Dienstag, 15. Juli 2014, 11:28

gern geschehen :thumbup:

9

Dienstag, 15. Juli 2014, 16:37

Hi,vielen Dank schonmal für die ausführliche Antwort.
Ich habe mich mal auf der Seite die du mir gezeigt hast ein wenig umgeschaut, jetzt bin ich aber auch ein bisschen verwirrt von den angaben zu den Aufnahmegeschwindigkeiten also z.B. 25p oder 50i. So wie ich das verstanden habe ist 25p einfach eine Folge von Frames, also gleich die effektive Framerate.
50i habe ich so verstanden dass da abwechselnd gerade und ungerade Zeilen aufgenommen werden, man also eine höhere Framerate bei gleicher Datenmenge hat.
Habe ich das ganze richtig verstanden oder ist es etwas komplizierter/steckt noch was andres dahinter?

Da ich auch teilweise das Video etwas verlangsamen will, z.B. wenn man ein shooting macht wo mit Mehl oder Flüssigkeiten geworfen wird Frage ich mich ob ich das mit 50i richtig hinbekomme oder ob dadurch Effekte wie ein flimmern in den Zeilen o.ä. auftreten.

Grüße,
mdoden

EvilMonkey

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Dienstag, 15. Juli 2014, 16:41

Das hast du sehr gut verstanden, ja.

Man kann 50i verlangsamen und es sieht passabel aus. Leichte Artefakte können auftreten, aber das ist zu verschmerzen. Dir muss aber klar sein, dass man bei einer so schnellen Sache wie Flüssigkeiten deutlich mehr als nur 2fache Verlangsamung braucht um wirkliche "Slow-Motion" Resultate im Wortsinne hinzukriegen.

11

Mittwoch, 16. Juli 2014, 18:15

Okay, dann werde ich solche Aufnahmen wohl erstmal etwas in den Hintergrund stellen.

Ich habe mich einfach mal umgeschaut und denke ich werde mich für die Canon HF G25 entscheiden, die wirkt für mich einfach am stimmigsten.
Was mir bei der aber aufgefallen ist, die hat einen 25p und einen 50i modus, allerdings wird für den 25p modus einfach 50i aufgenommen und das dann umgerechnet.
Kann es dadurch auch zu solchen Artefakten kommen, oder ist das sonst wie problematisch?
Auf Testvideos die ich gesehen habe sah das Bild klar aus, ich will aber nicht eine Kamera kaufen und mich dann später ärgern.

Ich konnte sie auch leider noch nicht selber ausprobieren weil ich die im Umkreis in keinem Laden gefunden habe der sie momentan vorrätig hat.

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