Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Rotrose

unregistriert

1

Mittwoch, 5. Juni 2013, 18:03

Video mit ungewöhnlicher Bildrate

Hallo,

da ich bisher ganz neu in Sachen Videotechnik bin, hoffe ich, dass Ihr mir bei meinem Anliegen helfen könnt.

Ich habe vor ein Musikvideo zu drehen. Dabei wird der schon aufgenommenen Song in einer verschnellerten Version mitgesungen sodass alles was auf dem Video passiert relativ schnell ist. Nachher soll das Video um den selben Wert verlangsamt werden wie der Song verschnellert wurde sodass die Lippen zum Originalsong synchron sind, alles andere im Video aber langsamer abläuft. Das Video soll später dann auf Youtube landen. Ich habe eine Canon Eos 600d (geliehen ) zur Verfügung, diese Kamera hat die Option entweder 50 oder 60 fps aufzunehmen.
Ich habe errechnet, dass bei einer Aufnahme mit 50 fps die Bildrate nach dem Verlangsamen 37,5 fps wäre. Nun ist diese Bildrate ja fern ab von jedem Standard.

Was sagt Ihr, werde ich da Probleme mit der Kompatibilität bekommen? Habt Ihr vielleicht einen Tipp für mich?

Ich freue mich über jede Antwort!

Liebe Grüße,

Tim

pikk

Multifunktionsamateur

  • »pikk« ist männlich

Beiträge: 1 127

Dabei seit: 1. Oktober 2010

Wohnort: Berlin

Hilfreich-Bewertungen: 169

  • Private Nachricht senden

2

Mittwoch, 5. Juni 2013, 18:21

Also mal für die Akten... Du willst einen Song auf ca. 133% verschnellern, weil man das gerade noch so lippensynchron mitsingen kann, damit es hinterher so aussieht, als würden der/die Sänger synchron singen und der Hintergrund würde in Zeitlupe ablaufen. Ist das so richtig?

Das ist zugegeben sehr kreativ und gar nicht mal dumm gedacht, aber ich kann dir versprechen, dass das nachher ganz furchtbar aussieht. Es wird kaum synchron sein und da ein normaler Mensch sich nicht im selben Zeitverhältnis bewegen kann, wird das vermutlich sehr affig aussehen. Zudem ist eine Zeitlupe bei dem Faktor nicht wirklich deutlich zu merken.

Klassischerweise würde man das wohl mit einem Greenscreen machen. Erstmal vorm geplanten Hintergrund ein paar Probeschüsse machen und dann den Hintergrund alleine aufnehmen. Anschließend die Darsteller vor dem Greenscreen wie in den Probeaufnahmen anleuchten und das auch einzeln drehen. Dann kannst du den Hintergrund so viel verlangsamen wie du willst.

Rotrose

unregistriert

3

Mittwoch, 5. Juni 2013, 18:43

Hallo pikk,

vielen Dank für deine superschnelle Antwort! :)

Genau, Du hast mein Vorhaben korrekt zusammengefasst. Original und verschnellerter Song habe ein Geschwindigkeitsverhältnis von 3 zu 4.

Furchtbar sieht es keineswegs aus, ich habe schon ein Testvideo mit einer normalen Digitalkamera gemacht. Allerdings hat die mit 30 fps gedreht. Die Lippenbewegungen waren ganz exakt synchron, auch der Effekt der bei Bewegungen im Hintergrung stattfindet ( Ein Luftballon, der deutlich langsamer herunterfällt als normal zum Beispiel ) sieht gut aus.
Generell bin ich mit dem Ablauf und dem gewünschten Effekt schon zufrieden.
Es geht mir nur darum welchen Ausgangswert ich sinnvollerweise wählen soll um ein möglichst flüssige Bild zu bekommen ( 60 , 50 , 30 fps? ) und ob ich mit einer ungeraden Bildrate Probleme mit der Kompatibilität auf Youtube bekommen könnte. Oder "frisst" Youtube jedes Format?

Lieben Gruß,

Tim

pikk

Multifunktionsamateur

  • »pikk« ist männlich

Beiträge: 1 127

Dabei seit: 1. Oktober 2010

Wohnort: Berlin

Hilfreich-Bewertungen: 169

  • Private Nachricht senden

4

Mittwoch, 5. Juni 2013, 18:54

OK, wenn das klappt, ists ja super. Erstaunt mich zwar etwas, aber vielleicht probier ich das auch mal aus. ;)

Was für Software benutzt du denn zum Schneiden? 37,5 FPS sind ja nun kein Standard, wie du selbst schon bemerkt hast. Ich würde anzweifeln, dass du dein Video überhaupt mit der Framerate ausgeben kannst. Ich würde mir da den vernünftigsten Kompromis suchen. Wenn du 50 FPS aufnimmst, kannst du es prima in 25 FPS bei 50% Zeitlupe ausspucken lassen, ohne ein Bild zu verlieren. Dann müsste der Song aber Logischerweise auf 200% Geschwindigkeit gespielt werden und ich nehme an, das wäre dann zu schnell.

Ich denke, die Rechnerei hilft dir da gar nicht viel. Passe den Clip einfach an die Songlänge an und gib das Ganze mit 25 FPS aus. Gestreckte oder fehlende Frames dürften dann zu verschmerzen sein und mit Youtube gibts auch keine Probleme. Das ist jetzt aber nur mein Vorschlag. Eventuell hat noch jemand ne bessere Antwort. :)

crowned_kaiser

unregistriert

5

Mittwoch, 5. Juni 2013, 21:51

auch wenn du das video beim schneiden verlangsamst, so hast ja immer noch die Möglichkeit beim exportieren, bzw beim rendern bei den optionen z.b. "720p, 30 fps" einzustellen, sodass die fertige videodatei eine konventionelle framrate hat.

Bentinho

unregistriert

6

Donnerstag, 6. Juni 2013, 12:15

Das ist zugegeben sehr kreativ und gar nicht mal dumm gedacht, aber ich kann dir versprechen, dass das nachher ganz furchtbar aussieht.

Was auch zu widerlegen ist, siehe hier und hier. ;)

In FCP gibt es übrigens die Möglichkeit mit Hilfe von Cinema Tools das 50/60fps Material als 25fps Material zu interpretieren und so eine Zeitlupe zu generieren. Premiere kann das direkt über "Footage interpretieren", wenn ich mich nicht irre...

joey23

Co-Administrator

Beiträge: 5 194

Dabei seit: 12. September 2009

Hilfreich-Bewertungen: 1182

  • Private Nachricht senden

7

Donnerstag, 6. Juni 2013, 13:24

Das ist aber bei Musikvideos eine durchaus übliche Technik und nichts neues. Funktioniert in der Praxis relativ problemlos, wenn der Sänger den Song so schnell singen kann.

Christoph_S8

unregistriert

8

Donnerstag, 6. Juni 2013, 15:05

Kann da pikk nicht zustimmen, so wie joey sagte ist das wirklich üblich und wird häufig eingesetzt. Habe das bei meinem letzten Musikvideo ebenfalls gemacht und geht relativ problemlos. Kann es grad nicht zeigen, da ich es noch nicht öffentlichmachen darf.

Aber hier mal noch ein schönes Beispiel, im Making of sieht man auch wie sie es gemacht haben:


pikk

Multifunktionsamateur

  • »pikk« ist männlich

Beiträge: 1 127

Dabei seit: 1. Oktober 2010

Wohnort: Berlin

Hilfreich-Bewertungen: 169

  • Private Nachricht senden

9

Donnerstag, 6. Juni 2013, 15:24

Ja, da hab ich mich wohl geirrt. Bei genauerer Überlegung bin ich auch drauf gekommen, dass dem theoretisch nichts im Wege steht. Hab mir nur das Acting hässlich vorgestellt, aber wie man an diversen Beispielen sieht, fällt das gar nicht so auf. Wieder was gelernt. :)

Rotrose

unregistriert

10

Donnerstag, 6. Juni 2013, 15:41

@ pikk

Da ich ja noch ganz neu im Videoschnitt bin, soll mein erstes Musikvideo erstmal ein One-shot werden. Also ich habe VirtualDub gefunden, mit dem Programm lässt sich die Framerate ändern. Mit Windows Movie Maker kann ich dann Audio und Video genau übereinander legen. Das reicht mir an Funktionen für das erste Video schon aus :)
Leider muss ich beim Geschwindigkeitsverhältnis von 3 zu 4 bleiben, sonst kann ich den Song nicht mehr im richtigen Timing mitsingen.

@ crowned Kaiser: Danke für den Tipp, ich hatte nicht bedacht, dass das funktioniert. Bei dem Testvideo das ich gemacht habe wurden auch ( laut Windows "Eigenschaften" ) 29 Einzelbilder/Sekunde ausgegeben. Das entspricht dann dem NTSC-Standard, oder?

@ Bentinho und Christoph S8: Vielen Dank für eure Inspirationen! Besonders das Making-Of vom "Chapel Song" ist interessant.

Liebe Grüße,

Tim

Rotrose

unregistriert

11

Montag, 16. Dezember 2013, 19:03

Ich sehe gerade, dass der letzte Post vor 193 Tagen war.

Ich bin aber nicht minder stolz Euch sagen zu können, dass wir das Video nun endlich veröffentlicht haben! :)

Hier ist es anzuschauen:

http://youtu.be/Umwjo7WUacQ

Liebe Grüße,

Tim

12

Montag, 16. Dezember 2013, 19:34

Steckt sicherlich viel Arbeit in dem Video, aber ich finde den Effekt ehrlich gesagt zu minimal. Etwas irrtierend ist auch dein Augenzucken, da ahnt man jedesmal, das gleich etwas angeflogen kommt. :rolleyes: Wenn du das machst, musst du auch die Eier haben, das Ganze ohne mit der Wimper zu zucken (im wahrsten Sinne) durchzuziehen. ;)

pikk

Multifunktionsamateur

  • »pikk« ist männlich

Beiträge: 1 127

Dabei seit: 1. Oktober 2010

Wohnort: Berlin

Hilfreich-Bewertungen: 169

  • Private Nachricht senden

13

Montag, 16. Dezember 2013, 23:41

Die Idee fand ich sehr schön. Wie mein Vorredner schon sagte, merkt man den Verlangsamungseffekt leider kaum. Das ginge auch noch als unmanipuliertes Material durch.
Weiterhin ist das mit so einer langen Plansequenz natürlich auch immer blöd, wenn irgendwas nicht so richtig klappt (Regenschirm kippt nach vorne). Da ist es ohne Schnitt natürlich sehr aufreibend, immer wieder neu zu beginnen, sodass man eher dazu neigt, mit Fehlern zu leben.
Das Bild hätte ich mir ein Bisschen körniger gewünscht. Etwas mehr Kontrast, ein Bisschen bessere Ausleuchtung, um den Hintergrund abzuschwächen und vielleicht ne leichte Maske mit Unschärfe hätten das bestimmt noch aufgewertet.

Dennoch find ich das für einen ersten oder frühen Versuch sehr gelungen und auch mutig, wo gerade die Rede von Eiern war. ^^

Das Lied gefällt mir übrigens auch.

Es hat bereits 1 registrierter Benutzer diesen Beitrag als hilfreich eingestuft.

Benutzer, die diesen Beitrag hilfreich fanden:

Beaverlicious

Rotrose

unregistriert

14

Sonntag, 22. Dezember 2013, 10:02

@ Jens: Vielen Dank für Deine konstruktive Kritik! :) Ich hatte auch versucht, möglichst wenig zu zucken - war aber in machen Sitiationen für mich nicht möglich. In Sachen Verlangsamung war das übrigens einfach die für mich höchste Geschwindigkeit in der ich die Lippen noch synchron halten konnte. Es stimmt, dass der Effekt minimal ist. Dennoch wirken die Bilder verlangsamt ganz anders, auch wenn man als Zuschauer den Effekt vielleicht gar nicht bewusst wahrnimmt.

@ pikk: Und Dir vielen Dank für Deine Kritik! :) Jap, Du hast recht. Den ein oder anderen Fehler nimmt man eher hin, wenns ein One Take ist. Wir hatten uns für den gesamten Dreh einen Tag Zeit genommen und wollten danach gerne das Ergebnis haben. Deswegen haben wir die ein oder andere Ungereimtheit hingenommen, auch weil der Zuschauer ja nicht weiß wie es geplant war ^^ (Okay, beim Regenschirm ists offensichtlich. Das stört aber nicht die Wirklung des Videos, wie ich finde.)
Beim Bild muss ich Dir zustimmen, ganz zufrieden damit bin ich auch nicht. Gerade das Ausleuchten war für uns ziemlich schwierig, wir haben da verschiedenes mit Bauleuchten versucht, sind aber absolute Amateure. Ein Grund für das One Take war übrigens, dass wir niemanden haben, der die Post-Produktion machen kann.
Wie Du schon sagst, das war unser allererstes Video. :)
(Am meisten freut mich übrigens, dass Dir das Lied gefällt! :) Wir sind ja in erster Linie Musiker, der Song ist übrigens auch vollständig in Eigenproduktion entstanden.)

Ich wünsche Euch beiden eine besinnliche Weihnachtszeit!

Liebe Grüße,

Tim

Social Bookmarks