Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

  • »Rolf Höhne« ist männlich
  • »Rolf Höhne« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 62

Dabei seit: 8. März 2011

Hilfreich-Bewertungen: 1

  • Private Nachricht senden

1

Freitag, 16. September 2011, 20:55

Filme neu synchronisieren? Ja oder Nein?

Hallo AF Forum!

Zurzeit dreht sich mir ein und dieselbe Frage im Kopf herum: Das Problem des Dialektes!

Jeder kennt es. Man dreht einen Film, steckt alle Kraft, Wut und Schweiß hinein und dann kommen Lacher zustande weil einige Zuschauer den Dialekt (welcher auch immer) einfach nicht hören können.

Da stellt sich mir die Frage: Den kompletten Film neu auf Hochdeutsch synchronisieren lassen oder beim Dreh viel mehr und bewusster auf die Aussprache der Darsteller achten. Was nicht bei jeden einzelnen klappt. Man dreht ja schließlich immer mit Laien (die Aufnahmen bestätigen die Regel), die ihr bestes geben aber am Ende hört man es ja trotzdem raus...

Was denkt ihr und wo findet man Sprecher, die den Film neu einsprechen können, so das wir Amateurfilmer es uns auch leisten können??

Jumperman

unregistriert

2

Freitag, 16. September 2011, 21:27

Also ich persönlich finde das überhaupt nicht schlimm. Dialekt gehört nun mal dazu, das ist die Realität. Man hört im echten Leben jedem Menschen ein bißchen an, wo er herkommt. Das macht die Persönlichkeit eines jeden aus und gehört dazu. Nur weil man aus den nachgesprochenen Blockbustern das perfekte Einheits-Streng-nach-dem-Lehrbuch-Deutsch gewöhnt ist, muss man das im Amateurbereich meiner Meinung nach nicht nach-erzwingen.

Wenn ich mit Schauspielern oder Sprechern arbeite, dann betone ich immer sogar noch ausdrücklich, dass jeder gerne seinen Dialekt durchscheinen lassen darf. Das hat in meinen Augen einfach Charme.

Dass gewisse Leute Probleme mit sowas haben finde ich schade. Solangs jetzt nicht die tiefste Eingeborenen-Sprache ist, sollte man sich nicht so anstellen. Andere Menschen mögen Rothaarige nicht. Sollte man deshalb nur Schauspieler mit der genauen Durchschnittshaarfarbe besetzen?

Also meiner Meinung nach sind die einzigen Gründe zur Nachsynchronisierung, dass technisch etwas nicht passt, dass etwas durch Nuscheln o.ä. unverständlich ist oder dass einfach das verbale Schauspiel schlecht ist. Aber niemals wegen dem Dialekt.

CaaOss.TV

unregistriert

3

Samstag, 17. September 2011, 08:08



Zurzeit dreht sich mir ein und dieselbe Frage im Kopf herum: Das Problem des Dialektes!

[...]

Da stellt sich mir die Frage: Den kompletten Film neu auf Hochdeutsch synchronisieren lassen oder beim Dreh viel mehr und bewusster auf die Aussprache der Darsteller achten. Was nicht bei jeden einzelnen klappt. Man dreht ja schließlich immer mit Laien (die Aufnahmen bestätigen die Regel), die ihr bestes geben aber am Ende hört man es ja trotzdem raus...


Der Dialekt, die regionale Sprachfärbung aber auch ein Akzent, sollten zum Plot, zur Rolle und zur Besetzung, also dem Darsteller/Schauspieler passen.
Ist das nicht der Fall wirkt die Rolle entweder unglaubwürdig oder (ungwollt) komödiantisch.

Aktionhelden in US-Filmen z.B. auf Kölsch, Sächsisch oder Schwäbisch zu synchronisieren ergibt halt nur für eine Komödie oder Parodie Sinn.

Andererseits wird in einheimischen Produktionen nicht so selten ein jeweils passender Dialekt gesprochen, was dann wieder für eine anderssprachige Synchronisation eine Herausforderung darstellt, weil z.B. der Sprachwitz meist nicht übertragbar ist.

Also Dialekt nur da wo es passt.

Zitat

Was denkt ihr und wo findet man Sprecher, die den Film neu einsprechen können, so das wir Amateurfilmer es uns auch leisten können??


Schauspielschulen, Sprecher/Moderatorenschulen, Kleinanzeigen...?

MrMansionIV

Kameramann, Video Editor und Sprecher

  • »MrMansionIV« ist männlich

Beiträge: 80

Dabei seit: 27. Februar 2011

Wohnort: Hamburg

Frühere Benutzernamen: VoiceActor

Hilfreich-Bewertungen: 12

  • Private Nachricht senden

4

Samstag, 17. September 2011, 13:20

Ehrliche Meinung? Nicht nachvertonen!

Ich weiß, es geht hier größtenteils um den Dialekt, aber ich möchte gerne mal die Umsetzung ansprechen, falls du dich dafür entscheidest. Dort gehen die Probleme leider erst richtig los.

Studio: Die meisten Sprecher werden kein schönes Tonstudio mit guter Quali haben, sondern, wenn überhaupt, sehr unterschiedliche Mikros mit sehr großen Qualitätsunterschieden haben, mit welchen du große Probleme haben wirst, diese so anzugleichen, dass sie gut klingen. Außerdem werden diese auch noch einen Monitor in ihrem Studio brauchen, damit sie ihre Lippenbewegungen gut anpassen können. Und: Ein richtiges Tonstudio ist teuer!

Synchronität: Da die Sprache hier die selbe sein wird, wie die Originalsprache wird das hier wohl das kleinste Problem sein, aber es wird wahrscheinlich trotzdem sehr schwierig, den eingesprochenen Text sowohl synchron, als auch überzeugend rüberzubringen.

Sound/ Atmo: Das wird wohl das größte Problem. Ich weiß nicht wie das richtige Synchrostudios machen, aber es ist auf jeden Fall für einen "Amateur" ziemlich schwierig/ so gut wie unmöglich, den Originalsound ohne Sprache zu bekommen, damit die Takes nicht zu trocken sind. ;)

Sollte der Dialekt wirklich soooo schlimm sein, dass man nichts versteht, pack Untertitel rein. (Womit du aber wiederum riskierst die Schauspieler zu beleidigen :P )

Fakt ist leider immer noch: Das Rohmaterial nach Möglichkeit so zu drehen, wie du es fertig haben möchstet, denn später kann man nicht so viel machen, wie man es gerne hätte. ;)

Cheers,
MrMansionIV

PS: Solltest du dich letztendlich doch entscheiden, deinen Film nachzusynchronisieren, schick mir ne PN, ich kann dir bei der Suche nach Sprechern behilflich sein. Ich selber biete mich natürlich auch an. *Eigenwerbung mach* Mein Equipment findest du in meinem Profil. :D

Mr Dude

unregistriert

5

Samstag, 17. September 2011, 14:19

Synchronisieren ist bei Amateuren wirklich meistens schlecht. Ich würde es auch so lassen wie es ist. Ich achte beim Dreh immer darauf, dass meine Darsteller zumindest veruschen Hochdeutsch zu reden. Wenn man, wie ich in meinem aktuellen Film, einen Dresdner, einen Chemnitzer und einen Erzgebirgler als Hauptdarsteller hat, dann ist das natürlich fast unmöglich. Ich versuche meistens bestimmte Wörter zu vermeiden und anderes so lange zu drehen bis es klappt "Ist ganz schön warm hier hinne" "So ein Orschloch" "Da weeessch jetz ne so risch".

Dialekt bringt für mich neben Natürlichkeit halt auch einen regionalen Faktor rein. Ähnlich wie es Manic-Pictures machen. In der Umgebung machen wir uns damit beliebt und im Ruhrpott und in Bayern werden wir ausgelacht.

  • »Epicon« ist männlich

Beiträge: 458

Dabei seit: 6. August 2010

Wohnort: Ludwigsburg

Hilfreich-Bewertungen: 53

  • Private Nachricht senden

6

Sonntag, 18. September 2011, 04:27

Hey Rolf,

also ich bin Hobbysprecher und kenne andere, die gerne sowas sprechen würden.

Ich finde die Frage eher Projektabhängig. Wenn du einen Thriller in unserer Welt drehst und es sind Dialekte zu hören, kann es zum Realismus beitragen und passt ganz gut. Wenn du allerdings ein SciFi drehst und ein Captain-Chief fängt auf einmal an : ergöbt öusch! ür ssseit ümsingellt! Sollte man an eine Nachsynchro denken.


Ich habe meine ersten Projekte alle nachsynchronisiert, da ich der Meinung war, dass man da viel bessere Tonqualli erzielt. Leider sind manche Schauspieler nicht so geübt darin, sich in die eigene Situation erneut hinein zu versetzen und es klingt letztendlich doch ein wenig lasch. Manchmal ist es allerdings umgekehrt und man hat was richtig gutes.

Bei meinen Youtube Clips habe ich das erste mal mich an den O-Ton gewagt und das ist schon erstaunlich, wie wenig man im nachhinein tun muss, wenn alles vor Ort geklappt hat.

Mit Laien am Dialekt zu arbeiten während der Dreharbeiten ist nicht so gut (meine Erfahrung) den Dialekt kann man in einem halben Jahr, wenn man sich anstrengt abbauen. Das ist auf einer Schauspielschule zb das Erste, was man abtrainiert. Vor Ort wird leider das mäßige Schauspiel noch schlechter dadurch, dass die Schauspieler auch noch auf ihre Aussprache achten müssen, was dadurch trotzdem nicht 100% Hochdeutsch wird und noch krasser hervor sticht als wenn sie ihrer Herkunft freien Lauf lassen.

Wie wärs mit Schauspielschülern zu arbeiten statt mit Kollegen? Ich empfehle echt, so viel wie möglich vor ort richtig zu machen. Das Projekt wird dadurch so viel besser, als wenn man vor Ort immer sagt : biegen wir in der Postpro!


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Epicon« (18. September 2011, 04:38)


  • »Rolf Höhne« ist männlich
  • »Rolf Höhne« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 62

Dabei seit: 8. März 2011

Hilfreich-Bewertungen: 1

  • Private Nachricht senden

7

Sonntag, 18. September 2011, 15:15

Also kann man abschliesend sagen: "Es kommt immer drauf an" Für unser neues Projekt neige ich eher zur Synchro denn der Film wird wieder viele amerikanische Elemente haben (Polizeiauto, -Uniformen, Nummernschilder...). Wenn dann alle sächsisch quatschen wirds ne Komödie und kein Horrorfilm.

Danke für eure Meinungen.

Social Bookmarks