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Donnerstag, 21. Juli 2011, 13:27

Fotografie als Lehrmittel zur Kameraführung

Vor kurzem las ich "Das fliegende Auge" von Ballhaus. Er selbst sagte, dass die Fotografie ihm unheimlich bei seiner Arbeit als Kameramann geholfen hat.

Bei mir selbst habe ich diese Entwicklung auch festgestellt, seitdem ich Analog Fotografiere. Zudem lernt man so auch unheimlich viel über die Technik(Blende, Empfindlichkeit, Shutter, ..).

Haben andere ähnliche Erfahrungen gemacht?
Oder kann ich sogar jemanden dazu überreden, sich eine SLR zu kaufen? :D

Oder ist das vielleicht ein total uninteressantes Thema und gehört eher in den off topic Bereich?

joey23

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2

Donnerstag, 21. Juli 2011, 14:13

Ich habe nach wie vor eine uralte Olympus. Klasse! Analog fotografieren macht unglaublichen Spaß!
Allerdings entwickle ich inzwischen nicht mehr selber und fotografiere auch nur noch in Ausnahmefällen mit der analogen. Ich hab das aber noch ganz klassisch in der Uni gelernt. :)

Ich denke schon, dass Fotografie (fast egal ob analog oder digital) ein guter Weg ist, um "ein Auge" für Motive zu entwickeln. Auf der Suche nach dem richtigen Motiv entwickelt sich ganz von allein ein gutes Gespür für Bildkomposition. Und ein bisschen klassische Lektüre zum Thema goldener Schnitt , Strukturen, Linien etc ist sicherlich auch nicht hinderlich - wenn auch nicht ganz so "hipp" wie 4:35-YouTuibe-Tuts ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »joey23« (21. Juli 2011, 15:59)


freezer

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3

Donnerstag, 21. Juli 2011, 14:54

Ich habe 1992 mit einer Canon SLR AE1 angefangen - es gab dazu sogar im Kamera-Handbuch sehr gute Tipps wie Blende, Belichtungszeit usw. zusammenhängen.

Aber seit ich meine Canon DSLR 400D habe, interessiert mich das Analogfotografieren genau Null ;-)
Hab wohl damals zu viel Zeit mit der professionellen Retusche von Analogscans verbracht und dabei eher die Unzulänglichkeiten von Analogfilm hassen gelernt...
Falls noch jemand die alten Linotype Hell Trommelscanner kennt...
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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4

Donnerstag, 21. Juli 2011, 16:35

Also, da ich im Analogzeitalter geboren wurde und aufgewachsen bin, habe ich vielleicht gut Reden. Habe angefangen, hmmm, könnte so Mitte der 70iger Jahre gewesen sein mit einer "Ritschratschklick", wie wir sagten, in SW. Da ließ sich nichts einstellen. Dann bekam ich ein DDR-Praktica-SLR von meinem Vater geschenkt mit 50mm 2.8-Normaloptik. Natürlich ohne Belichtungsautomatik. Am Anfang mußte ich aus Erfahrung schätzen, welche Blende und Belichtungszeit ich einstelle. Ging besser, als man denkt. Blende 8 und 1/125igstel waren fast immer gut :D . Später bekam ich dann einen Handbelichtungsmesser dazu. Modernstes Hightech! ;) Mit der SLR konnte man schon auch mal n´Bild aufhängen, falls gerade kein Hammer zur Hand war :D .

Also was den Bildausschnitt betrifft: Ich sehe da keinen Unterschied, warum man mit einem Camcorder nicht genauso verfahren sollte, wie mit einer 9x12-Plattenkamera von 1930. Bildausschnitt ist Bildausschnitt. Komposition ist Komposition. Wenn man sich dann noch auf die Finger haut und keinen Schwenk macht und ein Stativ benutzt,(fasse mich da an der eigenen Nase ;) ), dann gibt es eigentlich von der Grundregel keinen Unterschied: 2x Daumen+Zeigefinger = 16:9-Rechteck. Durchgucken, paßt?

hjkoenig

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5

Donnerstag, 21. Juli 2011, 17:05

Hallo,
Ich habe vor fünfzig Jahren den ersten Fotoapparat in der Hand gehabt, eine Agfa 6x9 Box. Fast in jeder Drogerie konnte man die Filme zum Entwickeln und Abziehen über den Tresen legen (Hamburg). Über Kleinbild-Kompaktkameras und ältere zweiäugige Rolleis (die neuen konnte ich mir nicht leisten) bis zuletzt zu Minolta (MD) Modellen incl. Selbstentwickeln und SW Vergrößern ging das dann weiter. Einige Tausend Negative und Dias sind auf diese Weise entstanden. Auch die Schmalfilmerei hat den Fotoapparat nie wirklich kalt werden lassen.

Inzwischen allerdings diktiert der Verwendungszweck der Bilder das Aufnahmewerkzeug (es ist fast nur noch die Digitalkamera), auch wenn man bei der Qualität, vor allem bei den Grauwerten von SW Bildern, einige Abstriche machen muss. Bis auf die Dunkelkammer liegt die ganze Analogausrüstung aber immer noch betriebsbereit im Schrank. Vielleicht habe ich ja irgendwann von den Pixeln die Nase voll ...

Ich habe sehr schnell gemerkt, dass der Umgang mit den bewegten Bildern eine ganz andere Sache ist als die Fotografie. Trotzdem haben sich nach meinem Eindruck einige grundlegende Bildgestaltungsregeln nicht geändert, und man sollte sie kennen, vor allem, wenn man sie absichtlich nicht anwenden will.

Gruß, Hajo König
hans joachim könig

6

Donnerstag, 21. Juli 2011, 22:51

Minolta (MD)

Das ist mein liebstes Stück.
Aber gebt ihr mir Recht, dass die Analogen Bilder besser werden?
Mit besser meine ich natürlich die Bildgestaltung und Komposition.
Das ist für mich das faszinierende am analogen Film und hat mir echt viel bei der Videofilmerei geholfen.

Ein schöner SW Abzug ist übrigens durch nichts zu ersetzen. Bestenfals einmalig und ein wunderbares Geschenk.

Aber ich seh hier nur die älteren(?) Semester posten. Was ist mit den jüngeren?


lg

hjkoenig

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7

Freitag, 22. Juli 2011, 00:23

Hallo,
Aber gebt ihr mir Recht, dass die Analogen Bilder besser werden?

na, ja- das stimmt dann doch nicht so ganz. Ich habe im Laufe der Jahre auch etliche langweilige und belanglose Bilder mit Chemiefilm gemacht.

Ich musste mit dem Material bewusster umgehen, weil es teuer war. Und mit einer damals schon 25 Jahre alten 39mm Schraubleica, die ich als Student eine Weile hatte, konnte ich mit modernen Filmen Ergebnisse erzielen, die mit aktuellen Kameras nicht besser geworden wären. Meine erste Digitalkamera von 1998 konnte nichts mehr dazulernen. Schon 5 Jahre später war mit ihr kein Staat mehr zu machen.

Analoge Kamera, Film, Entwicklung und Vergrößerung sind einfach andere Werkzeuge, mit denen sich ein bestimmtes Ergebnis erzeugen lässt. Bis zu einer gewissen Grenze kann man das digital kopieren, aber jenseits so einer Grenze nicht mehr. Ein gut gemachter SW-Abzug im Großformat, der die Möglichkeiten dieser Technik ausschöpft, ist nicht digital kopierbar. Den Unterschied sieht man. (Ähnlich ist es mit einem (guten) Farbdia.)

Aber das heißt nicht, dass jedes digital erzeugte Bild, automatisch schlechter ist als ein analoges. Die Stärken der digitalen Bild- und Filmerzeugung liegen in den Möglichkeiten der Bearbeitung und der Präsentation, die noch vor 30 Jahren so nicht denkbar waren.

Gruß, Hajo König

Ach, ja - und bei einer Sache wird die Digitalkamera wohl immer passen müssen: bei der Pinhole Fotografie (Lochbild).
hans joachim könig

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hjkoenig« (22. Juli 2011, 00:31)


Thom 98

unregistriert

8

Freitag, 22. Juli 2011, 10:20

Aber gebt ihr mir Recht, dass die Analogen Bilder besser werden?
Mit besser meine ich natürlich die Bildgestaltung und Komposition.
Das ist für mich das faszinierende am analogen Film und hat mir echt viel bei der Videofilmerei geholfen.

Aber ich seh hier nur die älteren(?) Semester posten. Was ist mit den jüngeren?
Ich würde mich mal zu den jüngeren zählen :)
Warum analog Film besser aussehen soll, kann ich nicht so Recht nachvollziehen. Mein Kunst-Lehrer erklärte es mir mal so, dass man sich dadurch, dass jedes Bild vergleichsweise viel Geld kostet, im Vorraus stets mehr Gedanken machen würde, also mehr planen würde und so im Endeffekt bessere Bilder rausbekommen würde.
Ich habe seit ich in der 3. Klasse mit dem Filmen angefangen habe stets digital gefilmt und soweit ich mich erinnere auch digital fotografiert. Analog habe ich nie verwendet und ich habe auch nie den Wunsch verspürt das zu tun. Und zwar aus einem simplen Grund: Mit einer digitalen Kamera kann man viel mehr ausprobieren! Ja, vielleicht macht man Tausend schlechte Fotos, bis dann mal ein gutes dabei herauskommt, aber dieses eine war dann meiner Erfahrung nach eben richtig gut, da darin die Erfahrung und das Wissen aus Tausend "Fehlern" steckte. Ich war schon immer begeistert davon, so viel wie möglich zu filmen und alles zu fotografieren und dann selbst herauszufinden, welche Einstellungen funktionierten und welche nicht. Und so machte und macht mir das noch immer unendlich viel Spaß.
Mit analoger Technik wäre das nie möglich gewesen. Ich hätte nie so viel durch ausprobieren lernen können, wie ich das mit einer digitalen Kamera konnte - und vor allem nicht zu dem Preis!
Das ist vielleicht auch eine Typ-Frage, aber ich für meinen Teil glaube durch all diese Ausprobier-Bilder tatsächlich weitaus mehr gelernt habe, als ich mir jemals hätte anlesen und dann (aufgrund keinen Budgets) mit einer Analogkamera vielleicht an ein paar wenigen Beispielen selbst hätte ausprobieren können. Ich glaube durch Learning by Doing habe ich ein viel tieferes Verständnis davon, welche Einstellungen das Bild in welcher Weise beeinflussen und viele Konzepte zu Bildgestaltung und Komposition habe ich durch viel Rumprobieren selbst herausgefunden.

joey23

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9

Freitag, 22. Juli 2011, 10:21

Aber ich seh hier nur die älteren(?) Semester posten. Was ist mit den jüngeren?

Analog? Wen log Anna denn an?

10

Freitag, 22. Juli 2011, 15:50

Warum analog Film besser aussehen soll, kann ich nicht so Recht nachvollziehen. Mein Kunst-Lehrer erklärte es mir mal so, dass man sich dadurch, dass jedes Bild vergleichsweise viel Geld kostet, im Vorraus stets mehr Gedanken machen würde, also mehr planen würde und so im Endeffekt bessere Bilder rausbekommen würde.
Genau das!

Zitat

Mit analoger Technik wäre das nie möglich gewesen. Ich hätte nie so viel durch ausprobieren lernen können, wie ich das mit einer digitalen Kamera konnte - und vor allem nicht zu dem Preis!
Dem stimm ich zu.

Allerdings machst du Analog statt 1000 Bilder nur 36 und überlegst dir vorher, ob es gut aussehen würde.

Ich will digital nicht schlecht reden, denke nur, dass der analoge Weg zu einer bewussteren Arbeitsweise und Bildgestaltung führt

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Latz« (22. Juli 2011, 15:57)


Schagen

unregistriert

11

Freitag, 22. Juli 2011, 22:23

Ich persönlich fotographiere aktuell am liebsten mit meiner Polaroid. Sie hat doch einfach diesen unverwechselbaren Charme. Aber für's lernen ist die Eos 50D wohl besser geeignet :D .



Qualität ist aufgrund meiner Webcam eher bescheiden. Und gespiegelt :D.
Allerdings wird die Beschaffung von Ersatzteilen für diese Kamera immer schwieriger.

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