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21

Sonntag, 22. Mai 2011, 14:38

Was, wenn morgen plötzlich ein Meteoritenschauer alle DVD-Läden der Welt vernichtet und man selbst plötzlich den einzigen verbliebenen Film der Erde in den Händen hält...
Naja das ist ein Argument :P Ich sollte schnell alle meine Werke in einen Panzerglaskasten sichern! Ne mal Ehrlich. Ich gehe als Filmemacher immer davon aus, dass mir eine Idee kommt, die wirklich wirklich gut ist. Sprich : ich versuche zu beeindrucken und das immer und immer wieder. Ich lege Hoffnung in ein Projekt. Sonst würde mir das Filmemachen nur halb so viel Spaß machen. Ich stelle mir vor, was die Leute darüber sagen, wenn der Film fertig ist oder was sie mich vermutlich fragen werden. Das macht mir Spaß und motiviert mich unglaublich viel Arbeit auf mich zu nehmen.
Einen Film in Spielfilmlänge, der weniger als 10.000,- € kostet und der mit Hollywood konkurrieren kann, kannst du nur mit einem gigantischen Selbstaufopferungsdruck und jeder Menge Herzblut machen.
Es wäre mehr ein Wunschdenken, dass ein Film von mir mit HW Filmen mithalten kann aber ganz auszuschließen ist es ja nicht und wenn schon denn schon oder nicht? Ich meine, wenn ich Jahre lang Energie in ein Projekt fließen lasse, kann ich doch noch ein Jahr dazu nehmen und es wirklich HW konkurrenzfähig machen.
Aber jetzt arbeite mal ein paar Jährchen an einem Projekt. Sowas kannst du nur machen, wenn es wirklich eine Leidenschaft für dich ist. Glaub mir, ich weiß da, wovon ich rede
Ich bin da ja nicht irgend ein kleiner Junge der seit einem halben Jahr Filmchen dreht. Ich habe bereits vieles dafür geopfert und ich bin noch immer bereit den harten Weg des Autorenfilmers zu gehen. Es ist schwer ich weiß aber das ist mit ein Grund warum ich es machen will. Diese Herausforderung werde ich schaffen.
Du musst für dich entscheiden: Machst du Filme, weil es dir Spaß macht und weil es deine Leidenschaft ist? Oder willst du Geld scheffeln?
Beides. Ich möchte, dass man mich in der Branche kennt und mir auch mal 200Mio in den A stopft, damit ich meinen Film so machen kann, wie ich ihn mir vorstelle. Die meisten meiner Ideen, lassen sich gar nicht als Amateur Projekt realisieren.

Fischfilet

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22

Montag, 23. Mai 2011, 15:52

das klingt nach nem grossen selbstbewusstseiN!

ich persönlich, bin aboluter fan von online-veröffentlichungen. meiner meinung nach sitzt dort die zukunft (mundpropaganda/virales marketing) um einen film bekannt und erfolgreich werden zu lassen.

mal hand aufs herz, wer ist schon in den mediamarkt gegangen und hat irgendeinen amateur-film (b movie ) gekauft, nur weil ihm der klappentext gut gefallen hat? wohl eher die wenigsten! Bei leuten die sich nicht hobbymässig mit amateurfilmen beschäftigen, dürfte die anzahl gen null laufen!

HTS_HetH

unregistriert

23

Montag, 23. Mai 2011, 16:27

Amateurfilme im normalen Handel werden mehr gekauft als man manchmal glauben mag. Oft ist ein gut designtes Cover schon die halbe Miete bei sowas. Reich werden tut man damit sicherlich nicht, keine Frage. Die Kosten für die Produktion wieder einspielen? Vielleicht. Klar ist natürlich, dass man nirgendwo mehr Zuschauerzahlen generieren kann als im Internet, keine Frage. Nur stellt sich ja irgendwann die Frage, ob man nur für Lau die Filme produzieren und sich somit auch kaum finanzielle Sprünge erlauben kann, da eben klar ist, dass man das Geld nicht wieder einspielen kann.

Ganz interessant zu dem Thema online Release mit Gewinnabsicht: http://www.snowblind-film.com/?p=76
Auch hier wurde der Film kostenlos online gestellt, aber darauf gesetzt, dass er bei youtube zum hit wird und entsprechend über die Werbeeinnahmen das Geld für die Produktionskosten wieder einspielt. Bislang ist dieses Ziel nach einem halben Jahr wohl noch nicht mal ansatzweise erreicht worden.

Worauf man sich natürlich einstellen muss ist die extreme harsche Kritik, die man für sowas erntet, weil man natürlich nach den Maßstäben der kommerziellen Produktionen gemessen wird und da offenkundig nicht mithalten kann. Kleines passendes Beispiel zu "Entropie" an dem HetHFilms und das Newsman Team unter anderem beteiligt waren:



Man sieht man kann sich schon ziemlich was anhören und die Kritiken waren noch recht nett gehalten. Bei den meisten Kommentaren im Web liest man generell von einer Abneigung sobald gelesen wird, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt. Wir wurden damals bereits Monate vor Release der DVD/BluRay schon mit allerhand negativen Kommentaren abgestraft nur aufgrund der Tatsache, das es sich um eine deutsche Produktion handelt. Das ist eben Kehrseite der Medaille, wenn man mit dem "Großen" spielen will, wird man auch nach deren Maßstäben bewertet.

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Epicon

Bri&DI Studios

unregistriert

24

Montag, 23. Mai 2011, 19:33

Worauf man sich übrigens auch einstellen muss ist, dass der Film ohnehin am Tag der Veröffentlichung im Netz ist. Die Filesharingfans sind unglaublich schnell. Habe am Tag des Verleihstarts von Entropie gegooglet und fand allein darüber über 15 verschiedene Seiten auf denen der Film zum Download stand. Hat mich schockiert, aber wenn der Film irgendwie in Handel kommt muss man sich darauf einstellen.

Fischfilet

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25

Dienstag, 24. Mai 2011, 09:00

Guter Punkt!

Das drückt die , sowieso geringen , zu erwartenden einnahmen bei soetwas nochmal deutlich!

HTS_HetH

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26

Dienstag, 24. Mai 2011, 10:06

Klar, das ist heute halt echt schon "normal". Entropie´s Directors Cut kursiert auch schon im Netz und wir Macher haben von der Uncut Bluray/DVD noch nicht mal unser eigenes Belegexemplar erhalten. So läuft´s nun mal leider. Wie gesagt man wird nicht reich mit sowas, aber es ist dennoch schon für´s eigene Ego irgendwie nett zu wissen, das man den eigenen Film nun bei Amazon oder im Media Markt / Saturn usw. kaufen kann oder eben in der Videothek ausleihen kann. Ich bin auch ganz ehrlich, das der Film als Raubkopie im Netz kursiert stört mich ganz persönlich auch nicht wirklich, heißt nur das noch mehr Leute den Streifen gucken. Für den Verleiher ist es natürlich ne Katastrophe, bei so kleinen Auflagen tut jede nicht verkaufte DVD schon weh. Und die gehen ja erstmal in die roten Zahlen und finfanzieren das alles, um den Film am Markt zu platzieren.

joey23

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27

Dienstag, 24. Mai 2011, 13:14

Zitat

Wäre es nicht eine Verschwendung den Film online zu stellen?


Wenn du den Film für 4000-7000€ gedreht hast, hast du vermutlich ja 2-5 Mio über für entsprechendes Marketing. Wenn dein Marketing stimmt, dann, und wirklich NUR dann, wäre es Verschwendung ihn ins Netz zu stellen. Und Marketing heißt nicht "Trailer auf YouTube" sondern Marketing heißt TV, Zeitschriften, Plakate, Kino. Nur dann hast du eine Chance.

Wenn du das Budget nicht hast, aber der Film TATSÄCHLICH gut ist (was er nicht sein wird), dann verkauf ihn ans ZDF. Dann bekommst du 100-200.000€ und kannst dich verdammt glücklich schätzen. Aber das, ohne dir zu Nahe treten zu wollen, wirst du nicht schaffen. Das schaffen ganze Hundertschaften von Regie- und Kameraleuten nicht - trotz professioneller Ausbildung, Studium, Kontakten, Technik und Budget für den Dreh.

Macht Filme weil es Spaß macht - alles andere führt nur zu Enttäuschung. Und letztlich hat man nur DANN eine Chance, wenn irgendwann durch Zufall der richtige auf einen Aufmerksam wird. Aber das passiert garantiert nicht im AFF.

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Ezio

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28

Dienstag, 24. Mai 2011, 13:41

aber der Film TATSÄCHLICH gut ist (was er nicht sein wird)

wirst du nicht schaffen.

alles andere führt nur zu Enttäuschung

wenn irgendwann durch Zufall der richtige auf einen Aufmerksam wird. Aber das passiert garantiert nicht im AFF.

Das ist die komplett falsche Einstellung, würd ich jetzt mal sagen! ^^

................(Filmkanal).................................(Zeichnungen)................

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Epicon

29

Dienstag, 24. Mai 2011, 13:58

aber der Film TATSÄCHLICH gut ist (was er nicht sein wird)

wirst du nicht schaffen.

alles andere führt nur zu Enttäuschung

wenn irgendwann durch Zufall der richtige auf einen Aufmerksam wird. Aber das passiert garantiert nicht im AFF.

Das ist die komplett falsche Einstellung, würd ich jetzt mal sagen!


Warum? Wer nicht viel erwartet, bei dem ist die Enttäuschung ungleich geringer, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Und die Chancen, gerade in dieser Branche seinen Traum zu verwirklichen und damit ausreichend Geld zu verdienen, sind nun mal vergleichsweise recht gering, von dem her ist eine pessimistische Sichtweise durchaus sinnvoll.

Sollte es klappen, mal Kohle zu machen? Nice! Wenn es nicht klappt? Wenn intressiert, ich machs, weils Spaß macht und nicht des Geldes wegen ;)

joey23

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30

Dienstag, 24. Mai 2011, 14:36

Zitat

Das ist die komplett falsche Einstellung, würd ich jetzt mal sagen!


Im Gegenteil. Das ist die Realität. Wer meint er würde mit 4000€ einen Hollywood-Film produzieren können und dazu noch vermarkten können ohne die marktüblichen Budgets zur Verfügung zu haben ist einfach ein hoffnungsloser Träumer.

Nur wenn ich ein realistisches Ziel habe, nämlich Spaß und vll ein wenig Anerkennung von meinem Publikum, und mit etwas glück und viel Talent vll auch den ein oder anderen Preis können meine Erwartungen überhaupt erfüllt werden. Und nur wenn ich mit eben diesem Eifer und Herzblut in der Sache stecke, habe ich überhaupt den Hauch einer Chance, dass ich gut genug werde. Wenn ich jetzt der Meinung bin mit unter 10000€ Gesamtbudget auskommen zu müssen, muss ich eben kleinere Brötchen backen, aber ich werde zufrieden ins Bett gehen weil ich mein selbstgesetztes Ziel erreicht habe. Und letztlich ist das der Grund warum das hier Amateurfilm-Forum heißt und nicht Profi-Forum.

Ezio

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31

Dienstag, 24. Mai 2011, 15:08

Das man mit 10000 keine richtigen Blockbuster machen kann ist mir klar.
Aber deine Ausdrucksweise mit "wenn er gut wird, was er aber nicht wird" hört sich so an, als ob hier keiner jemals in seinem Leben in der Lage wär einen guten Film zu machen.
Aber ich denke, damit hast du gemeint, dass Filme, die man mit 10000€ macht im Vergleich zu denen, die man mit 200Mio macht nicht gut sind. Da stimme ich dir zu. ^^

Aber trotzdem kann man mit 10000 gute Filme machen. (Hunt for Gollum z.B. wär in einer 90min Fassung z.B. Kinoreif mMn. Wenn man daraus dann halt was anderes gemacht hätte, aber die Qualität hat da z.B. voll gepasst. ^^) Nur felht dann eben noch das ganze mit: Verkaufen, Werbung, ... Aber wenn man mal nur von den Produktionskosten ausgeht, finde ich (wenn man richtig gute und kostenlose Schauspieler hat), dass es mit so "wenig" Geld möglich wäre, zumindest einen Film zu machen, der fürs Kino geeignet wäre. In Deutschland jedenfalls. ^^
Aber ich glaube, dass gerade das Vermarkten eines der teuersten Sachen ist. ^^

Aber egal. Ich denke ich hab das von dir ein bisschen falsch verstanden.

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Dienstag, 24. Mai 2011, 15:45

Und Marketing heißt nicht "Trailer auf YouTube" sondern Marketing heißt TV, Zeitschriften, Plakate, Kino. Nur dann hast du eine Chance.
Mir geht es weniger um das Geld. Ich würde natürlich mit dem fertigen Film so einiges anstellen, um ihn bei irgend einem Verleih unter zu bringen. Dann brauche ich selbst das Geld nicht auszugeben. Wenn der Film gut ist, werde ich damit Erfolg haben. Wenn er schlecht ist, wird sich auch keiner finden, der bereit ist, die Kosten zu übernehmen. Dann wird es ein Online Release :D
Wenn du das Budget nicht hast, aber der Film TATSÄCHLICH gut ist (was er nicht sein wird)
Woher willst du das wissen?
Aber das, ohne dir zu Nahe treten zu wollen, wirst du nicht schaffen.
Wenn ich die selbe Lebenseinstellung hätte wie du, wäre ich jetzt vermutlich längst tot.
Das schaffen ganze Hundertschaften von Regie- und Kameraleuten nicht - trotz professioneller Ausbildung, Studium, Kontakten, Technik und Budget für den Dreh.
Und sie beweisen damit, dass Technik nun mal nicht alles ist. So wie ich dich hier kennengelernt habe, kennst du nur deinen Profi Lichtkoffer und Kameras. Vom Talent und Beharrlichkeit hast du anscheinend noch nie etwas gehört.
Und letztlich hat man nur DANN eine Chance, wenn irgendwann durch Zufall der richtige auf einen Aufmerksam wird.
Der Zufall wird sich ergeben. Wir haben alle mindestens ein mal die Chance was aus uns zu machen. Aber um eine Chance anzunehmen, brauchen wir die nötige Möglichkeit in diesem Augenblick. Um Möglichkeiten zu haben, muss man arbeiten. Umso mehr wir gearbeitet haben, umso mehr Möglichkeiten haben wir und können umso mehr Chancen erkennen und ergreifen. Es ist Dumm, sich hinzuhocken und einfach nur zu machen, dann noch darauf zu hoffen, dass man dadurch >entdeckt< wird. Wieso nicht vorher überlegen, womit man entdeckt werden könnte? Und genau diese Richtung ansteuern? Was ist falsch daran etwas im voraus zu denken? Statt nur auf sich zukommen zu lassen.
Aber das passiert garantiert nicht im AFF.
Holla! Ein Punkt über den wir uns einig sind!
Das ist die komplett falsche Einstellung, würd ich jetzt mal sagen!
:thumbup:
Warum? Wer nicht viel erwartet, bei dem ist die Enttäuschung ungleich geringer, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.
Es macht mir deutlich mehr Spaß, wenn mein Ziel von anderen als unerreichbar abgestempelt wird. Was bringt mir ein Ziel, von dem ich 100pro ausgehen kann, dass dieser erreicht wird, wenn ich da und dort bisschen meinen Arsch bewege? Es muss viel spontanes mit rein. Es müssen sich im letzten Moment Wunder ergeben, die einen nochmal retten oder mal etwas, das total mies läuft und man nur wenig Zeit hat, um eine Lösung dafür zu finden. Das macht enorm viel Spaß! Und ich wünschte, ich wäre mutiger.
Im Gegenteil. Das ist die Realität.
Tja.
Wer meint er würde mit 4000€ einen Hollywood-Film produzieren können und dazu noch vermarkten können ohne die marktüblichen Budgets zur Verfügung zu haben ist einfach ein hoffnungsloser Träumer.
Ich bin gern ein Träumer. Damit geht es mir besser und die Welt erscheint wie ein riesen großer Film :D Wenn ich Erfolg habe, dann wirds ein Happy End und wenn nicht eben ein Drama. Ich werde nichts bereuen ;)
Nur wenn ich ein realistisches Ziel habe, nämlich Spaß und vll ein wenig Anerkennung von meinem Publikum, und mit etwas glück und viel Talent vll auch den ein oder anderen Preis können meine Erwartungen überhaupt erfüllt werden.
Du solltest etwas optimistischer werden. Die von dir beschriebenen Ziele erreichen schon 15 Jährige.

HareMadeFilms

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Dienstag, 24. Mai 2011, 16:28

Also zum Thema "mit 10.000 EUR gute Filme machen, die auch im Kino laufen könnten...": Da kann man sicherlich nicht so ein Beispiel bringen wie "The Hunt for Gollum". Wenn man liest, dass der Film ein Budget von ca. 3000 BP hatte, spiegelt das ja nicht ansatzweise die Kosten wieder, die der Film gehabt hätte, wenn er (bei demselben Ergebnis) eine professionelle Kinoproduktion gewesen wäre.

Realistisch gerechnet hat auch dieser Film vermutlich mindestens einige Hunderttausend Euro, wahrscheinlich aber noch mehr gekostet. Den Betrag hat bloß niemand bezahlt, weil etliche Leute freiwillig umsonst mitgemacht haben, was natürlich nur der Fall war, weil es sich insgesamt ein nichtkommerzielles Projekt und zugleich um ein großes enthusiastisches Happening handelte. Die zig Freiwilligen hätten sich sicher nicht gefunden, bzw. wären nicht umsonst dabeigewesen, hätten sich nicht selbst verpflegt, hätten nicht Kameras, Computer, Software, Kostüme, Maske, Beleuchtung, Strom und jede Menge Ideen und Arbeitszeit umsonst zur Verfügung gestellt, wenn andere den Film später in die Kinos gebracht und damit ernsthaft Geld verdient hätten. Warum auch? Soll heißen: wäre das eine professionelle Produktion gewesen, bei der alle Kosten beim Produzenten zusammengelaufen wären, wären da natürlich zigtausend Euro zusammengekommen. Schon wenn nur eine einzige vernünftig qualifizierte Person zwei bis drei Jahre Vollzeit an so einem Film werkelt und hinterher auf einen akzeptablen Stundenlohn nach Steuern kommen will, sind doch schon hunderttausend Euro allein für diese Arbeitszeit "weg".

Und ganz nebenbei: Jemanden, der in die Debatte mal ein bißchen Realismus einstreut, der "falschen Einstellung" zu bezichtigen, finde ich schon ein bißchen unverschämt. Dass sich jemand, der sich etwas besser auskennt, durch die ganzen hochtrabenden Traumtänzereien hier ein bißchen provoziert fühlt und dann auch mal schreibt "Ich glaube, das wird nix.", kann ich ganz gut nachvollziehen. Bitte Realismus nicht mit Pessimismus verwechseln.

Birkholz

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Dienstag, 24. Mai 2011, 16:41

Dann möchte ich auch noch mal "Nydenion" einwerfen. Die haben fast 20 Jahre lang an dem Film gearbeitet. Fast alles unbezahlt und aus eigenen Geldern finanziert. Am Ende haben sie wohl auch noch ein paar Fördergelder bekommen, aber wenn du's so siehst, hat der Film auch zig Millionen verschlungen!

Hier was du erreichen kannst, wenn du bereit bist sehr, sehr viele Jahre durchzuhalten:





Wie genau die Auswertung nun aussieht, weiß ich nicht. Ich nehme an der Film wird (evtl. auch im Ausland) in ausgewählten Kinos laufen. Vielleicht kauft ihn ein Sender wie SyFy. Danach wird er sicher auf Blue Ray und DVD erscheinen. Sicher ist, dass er niemals die eigentlichen Kosten einspielen kann. Das sind halt Projekte die aus purer Leidenschaft entstehen.

joey23

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Dienstag, 24. Mai 2011, 17:44

Zitat

So wie ich dich hier kennengelernt habe, kennst du nur deinen Profi Lichtkoffer und Kameras. Vom Talent und Beharrlichkeit hast du anscheinend noch nie etwas gehört.


Oha, jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster ;)

Du hast aber offenbar nicht besonders aufmerksam gelesen: Ich bin gegen Baustrahler, echte Filmleuchten empfehle ich hier niemandem, sondern günstige PAR-Scheinwerfer die sich hier wohl jeder leisten kann.

Ich bin einer der wenigen hier die den Kram studiert haben und die von ihren Filmen leben (müssen) und sehe deswegen sicherlich viele Punkte anders / realistischer als so manch 15-jähriger, der ein paar tausend YouTube-Views hat. Der Punkt beim 15-jährigen ist: Das macht ihn glücklich! Und damit ist das wichtigste Kriterium erfüllt. Es hilft einem nichts, komplett unrealistische Träume zu haben. Wie Beppo der Straßenkehrer: Schritt für Schritt.

Zum Thema Talent und Beharrlichkeit sage ich mal nichts weiter, auf der Ebene habe ich eigentlich keine Lust zu diskutieren.

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36

Dienstag, 24. Mai 2011, 18:41

Oha, jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster ;)
So wie du immer ;)

Ich bin einer der wenigen hier die den Kram studiert haben und die von ihren Filmen leben (müssen) und sehe deswegen sicherlich viele Punkte anders / realistischer als so manch 15-jähriger, der ein paar tausend YouTube-Views hat.
Und mit welchem Ziel hast du das Studiert? Um später zu sagen : es ist nicht möglich? 8|

Ezio

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37

Dienstag, 24. Mai 2011, 18:58

es ist nicht möglich?

Denn es ist ja schließlich möglich. Sonst gäbe es doch garkeine Filme.
Es ist schwierig, nicht unmöglich! ^^

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Jumperman

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38

Dienstag, 24. Mai 2011, 19:11

@ Epicon:
Klar ist es wichtig, positiv zu denken und sich von nichts abschrecken zu lassen. Aber das wird genau dann gefährlich, wenn es ins unrealistische abdriftet. Natürlich ist es möglich, dass du für ein paar 1000 Euro einen Film drehst, der plötzlich ein Riesen Renner wird, seinen Weg zu Verleihern, ins Kino und auf DVD in Läden führt. Aber es ist unwahrscheinlich.

joey23 jetzt genau das vorzuwerfen ist unangebracht. Genauso kannst du beim Lotto mitmachen und die Leute verhöhnen, die dir sagen, dass das mit den 25 Millionen nix wird.

Letztendlich muss ich den Aussagen von joey aber zustimmen. Es ist in dem Business nun mal so, dass man es als Außenstehender schwer hat reinzukommen. Die "großen" Firmen haben nun mal ihre relativ festgefahrenen Pipelines. Da gibts Abteilungen, die den Stoff entwickeln oder kaufen, dann wirds InHouse oder bei externen Produktionsfirmen produziert und schließlich vermarktet. So kriegen sie das Produkt so hin, wie sie es selbst wollen.

joey schrieb, dass der Film gut sein muss, wenn man ihn z.B. ans ZDF verkaufen will. Das ist ein bißchen falsch ausgedrückt. Eigentlich muss der Film so sein, wie das ZDF "gut" definiert. Der Film kann noch so genial sein, wenn er eine kleine Zielgruppe hat. Grade Öffentlich-Rechtliche sind in ihrer Auswahl da sehr engstirnig.

Das ganze hat nichts mit der richtigen Einstellung zu tun. Es geht drum, dass man auf dem Boden der Tatsachen bleibt und nicht durch zu hoch gesteckte Ziele gerade diese aus den Augen verliert.

Ich arbeite nun selbst schon seit mehreren Jahren beim Fernsehen und man kriegt da schon grob mit, wie es läuft. Ich sehe da z.B. mit meinen privaten Filmprojekten keine Chance, dass ich die da irgendwie reinkriege und kommerziell was rausholen kann.

Natürlich wärs toll und natürlich ist es möglich. Aber man sollte sich auch immer eingestehen, dass es unwahrscheinlich ist. Man braucht eben einen gewissen Standard, technisch, inhaltlich und beziehungsmäsig. Und den Standard erreicht man nicht so ohne weiteres.

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Birkholz, Epicon

freezer

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Dienstag, 24. Mai 2011, 19:13

Epicon, was ich nicht verstehe:
Du hast doch Deine Ausbildung kurz vor Ende hingeschmissen, weil Du gemeint hast unter den gegebenen Bedingungen kein gutes Werk herstellen zu können bzw. bist aufgrund von vielen Hindernissen nicht weitergekommen.

Aber genau das alles wird Dir nun im Indiebereich noch viel stärker passieren. Budgetäre Zwänge führen dazu, dass man eine Szene bei weitem nicht so imposant hinbekommt, wie geplant, Drehorte nicht zur Verfügung stehen, Einstellungen nicht gefilmt werden können, Equipment nicht zur Verfügung steht, Maske, Kostüme, uvm.

Dazu gibt es immer Probleme mit der Motivation der Helfer, organisatorische Schwierigkeiten, man muss sich um alles selbst kümmern, weil man nicht genügend Leute hat, Profis vom Projekt abspringen weil sie Geld verdienen müssen, usw.
Du bist ständig pleite weil Dein ganzes Geld im Filmprojekt steckt und dann kannst da auch nicht mehr raus wenn es läuft, weil Du von der Zeit von zig anderen Leuten abhängig bist.

Es kostet sehr, sehr viel Energie unter diesen Bedingungen ein Projekt über Jahre hinweg am Laufen zu halten.

Nun hast Du faktisch aufgrund von Problemen bei Deinem Abschlussfilm "gekniffen" - was machst Du dann wenn die wirklichen Probleme auf Dich zukommen?

Ich weiß genau von was ich hier spreche - ich habe das alles bereits selbst durchgemacht und ganz ehrlich: nochmals tue ich mir das für lau - was heißt für lau, habe ja tausende Euros dabei verloren - nicht mehr an. Es geht einfach nicht, ich selbst habe mich von der körperlichen Belastung nie wieder ganz erholt und bin nur knapp am Burnout vorbeigeschrammt...
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Birkholz, Epicon

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Dienstag, 24. Mai 2011, 19:18

Ich habe jetzt die letzten Einträge nur noch überflogen, aber dieses Topic ist ja wieder total in eine Diskussion über Amateurfilmer-Träume abgeschweift.

Jeder träumt doch von irgendwas: der eine von Tiefenunschärfe, der andre von einem Kamerakran, und wieder ein anderer von einer Veröffentlichung seines Filmes. Klar alles Träume, zum Teil unrealistisch, aber alles ist machbar auch ohne große Kohle!

Ihr mögt es vielleicht unrealistisch finden, einen Film im Kino/DVD zu vermarkten. Klar, man braucht Massen an Geld für die Marketingskosten, aber wenn man Glück hat findet man vielleicht einen Sponsor oder Förderer. Ich sehe es genauso wie einige hier: Geld verdienen ist nicht drin. Aber wozu auch? Während man nebenbei eine Ausbildung, Job, Studium hat, hat man ja nichts zu verlieren, wenn man träumt nebenbei und versucht den Traum in die Realität umzusetzen.

Am Anfang steht nicht das Verdienen von Geld im Vordergrund, sondern das verdienen eines Namens.

Peter Jackson hatte bei "Bad Taste" sicherlich auch noch geträumt. Der Film ist mittlererweile Kult, obwohl er viel schlechter ist, als einige Werke hier im Forum. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, doch wer sagt es ist unmöglich, der hat schon verloren.

Jeder muss selbst wissen, wie er seine Filme veröffentlicht. Aber gleich zu denken, dass man es eh nicht schafft, ist völlig falsch. Ich versuche ja gerade ein Projekt mit diesem Thema zu stemmen. Die Wahrscheinlichkeit sagt vielleicht, ich falle auf die Nase. Okay, zu verlieren habe ich nichts. Aber zu gewinnen gibt es viel, jedenfalls vom persönlichen Wert aus gesehen. Viele hier werden mich jetzt auch für einen Träumer halten, aber ich habe damit nicht vor Geld zu verdienen. Und früher oder später gibt es dann auch den Online-Release (wobei manches vielleicht sogar schon online steht).

Zitat

Natürlich ist es möglich, dass du für ein paar 1000 Euro einen Film drehst, der plötzlich ein Riesen Renner wird, seinen Weg zu Verleihern, ins Kino und auf DVD in Läden führt. Aber es ist unwahrscheinlich.

Und genau daran sollte der Amateurfilmer arbeiten. Denn dies ist fast noch die wahrscheinlichste Möglichkeit, ein solcher Filmemacher zu werden, wie die meisten hier wahrscheinlich träumen oder schon im Kleinen sind. D.h. im weitesten Sinne auf sich selbst angewiesen.





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