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braunbaer

unregistriert

1

Dienstag, 26. April 2011, 13:01

Plötzlich krieg ich Geld für meine Videos.

Liebe Brettler,

ich bin Student, auf 400 € Basis bei einem Kulturbetrieb angestellt und filme so ein bisschen nebenher.
Plötzlich ergibt sich für mich die Möglichkeit, mit meinen Videos Geld zu verdienen. Auftragsarbeiten, für Hotels, etc.!

Jetzt meine Frage: Aaaah die Steuer, Finanzamt und überhaupt???

Gibt es jemanden unter euch, der in einer ähnlichen Situation bereits seine Lösung gefunden hat?
Stichworte wären für mich Kleinstgewerbe, GbR,...

Freischaffender Künstler würde ich mal unwissender weise ausschließen, da ich ja, wenn ich beispielsweise Werbevideos produziere, mich nicht im Bereich von Kunst aufhalte, oder?!

Wäre dankbar über ein paar Anregungen,
der Informationsjungle ist in diesem Bereich riesig.

lg

joey23

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2

Dienstag, 26. April 2011, 13:07

Am einfachsten ist eine sogenannte Einzelunternehmung mit vereinfachter Buchführung, ein Kleinstgewerbe gibt es so nicht. Bis zu bestimmten Grenzen ist die Buchführung da auch überschaubar, ich habe das auch 5 Jahre lang gehabt. Man muss sich ein wenig am Riemen reißen die Unterlagen immer ordentlich und pünktlich abzugeben, dann ist das auch ohne BWL-Studium möglich. Es gibt eine Menge Webseiten die Infos für Gründer bereitstellen und eigentlich alle wichtigen Schritte gut erklären.

Die Gewerbeanmeldung kostet 26€, und ist auch Rückwikend möglich. Wenn das jetzt 2-3 Aufträge sind, wo du vermutlich +/- 0 rausgehst, zählt das auch noch als Hobby. Wenn es mehr wird einfach Rückwirkend anmelden. Das Finanzamt ist eher auf der Jagd nach Scheingewerbetreibenden als nach Hobbyjungs die ein paar Euro Aufwandsentschädigung bekommen. Aber auch das findest du über Google breitgefächert erklärt :)

Movie Visions

Sandwichmaker

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3

Mittwoch, 27. April 2011, 02:59

Jo, also genau so hat es sich bei uns auch die letzten Jahre entwickelt @ braunbaer. Jetzt haben wir ne GbR zu dritt, machen brav monatlich eine Steuerklärung (klingt deutlich stressiger als es ist, im Grunde sind es zwei Zahlen) und führen Umsatzsteuer - welche wir unseren Kunden berechnen müssen - an den Staat ab. Grundsätzlich kann ich sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat (unsere GbR feierte am 01. März 2011 ihr Einjähriges), weil man - wenn man nun endlich offiziell arbeitet - viel schnell weiter empfohlen wird, eben weils nich mehr schwarz passiert. Den Kunden juckt die obligatorische USt. auch nicht, weil er sie in der Regel auch absetzen bzw. gegenrechnen kann (außer natürlich bei privaten Kunden mit Events wie Hochzeiten usw.).
Jetzt wäre halt am Besten mal zu klären, ob du das Ganze alleine machst, oder ob du noch Kollegen im Boot hast, die das mit dir stemmen würden. Wie mein Vorredner angedeutet hat, ist das keine so große Sache, ich glaube wir haben eine Anmeldegebühr von EUR 10,00 gezahlt und wir haben halt einen im Team, der immer schön Buch führt und das Finanzielle im Auge behält. Mit etwas Disziplin ist das aber locker und ohne exorbitant großen Aufwand machbar (grad am Abitur machen, folglich hat niemand von uns BWL studiert ;) ).
Wie schon gesagt wurde, kannst du eben auch rückwirkend deine Gesellschaft anmelden. Haben wir auch so gemacht, als die ersten Aufträge kamen, die nicht mehr nur als etwas mehr Taschengeld angesehen werden konnten. Also lohnen würde es sich, wenn es wirklich danach aussieht, dass in Zukunft mehr und lugrativere Aufträge reinkommen könnten und du eben ein kleines Team hast. So zumindest meine Erfahrung.

Greetz,

Movie Visons

braunbaer

unregistriert

4

Mittwoch, 27. April 2011, 10:03

ok, klingt gut.

und wie ist es wenn man trotzdem noch irgendwo seine brötchen verdient?
lässt sich das dann vereinen. denn ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber
könnt ihr drei davon leben?

beste Grüße.

Alleine geht eine GbR nicht, oder? braucht man mindestens 2.

HTS_HetH

unregistriert

5

Mittwoch, 27. April 2011, 10:10

Ich kann dazu noch kurz anmerken, als jemand der als eigenständiger Freelancer arbeitet, die Anmeldung selbst kein allzugroßer Aufwand ist und so lange man sich noch in gewissen Limits bewegt, die normale jährliche Steuererklärung erstmal ausreicht. Den Nachteil den man hat, man selbst kann nur Rechnungen ohne ausgewiesene Steuer schreiben, sprich netto. Muss aber natürlich ganz normal die Steuern an den Staat abführen, sprich es bleibt unterm Strich immer deutlich weniger als man denkt ;) Ebenso wird man eingestuft und jedes Jahr neu bewertet aufgrund des Umsatzes den man erzielt hat. Das sollte man im Hinterkopf haben, da man nach nem umsatzstarken Jahr schnell mal ne deftige Steuernachzahlung leisten muss und dann evtl. sogar quartalsweise Steuerpauschalen im Voraus zahlen muss. Ebenso kann´s aber auch Steuerrückzahlungen geben, eben immer abhängig davon wie man sich das Vorjahr geschlagen hat.

Es gibt auch noch eine Steuerfreibetragsgrenze von ich glaube 17.500,- Euro, wenn man aber normal arbeitet und das Freelancing nebenher betreibt ist man da meist schon automatisch drüber und dann ist es für einen irrelevant, da das gesamte Einkommen gerechnet wird und nicht nur der Freelanceranteil.

braunbaer

unregistriert

6

Mittwoch, 27. April 2011, 10:15

Und als Freelancer bist du wie gemeldet?
Heißt das, du arbeitest normal, sprich 40 stunden oder ähnliches, beziehst dort Gehalt,
und arbeitest zusätzlich im Bereich video/medien.
Das Einkommen wird dann addiert und Steuern zahlst du wenn du über 17.500 kommst.
Dann bist du aber in deiner normalen Anstellung auch als freier unterwegs?

ich glaub ich muss mich mal mit nem fachmann treffen ;) zu viele fragen.

Als freelancer wirst du gebucht?! Als Einzelperson?!
Oder kannst du auch mit einem team einen film anbieten?!

Danke für euren Input.

lg

HTS_HetH

unregistriert

7

Mittwoch, 27. April 2011, 11:14

Richtig, ich hab ne ganz normale Festanstellung als Angestellter in einem Unternehmen und in meiner Freizeit arbeite ich als Freelancer im Bereich VFX / Motion Graphics. Bin da als Einzelperson gemeldet, habe also keine Firma im klassischen Sinne, darf aber Rechnungen schreiben und habe auch eine Steuernummer. Die Steuernummer ist das entscheidene was dich eben ausweist und was vielen Firmen auch halt wichtig ist, wenn sie dich beauftragen wollen.

In meinem Fall ist es also so das ich alleine arbeite, heißt bei mir aber auch, dass ich eben meist keine kompletten Projekte von A bis Z betreue, also nicht selber filme, schneide usw. Ich bekomme viel mehr bereits vorhandenes Footage für die Nachbearbeitung oder erstelle Animationen, Texttafeln usw. für bestehende Imagefilme. Ich habe arbeite derzeit auch überwiegend noch als zulieferer für andere Freelancer, die dann den eigentlichen Kundenkontakt pflegen und eben die aufwendigeren Post-Pro Arbeiten dann an mich abgeben. Ich schreibe dann die Rechnung an den jeweiligen Freelancer und der wiederum bezieht die Kosten für meine Arbeit in seine Rechnung an den Kunden mit ein. Hat alles Vor- und Nachteile natürlich. Zum einen kann es oft sein, dass der Auftrag und die Kosten bereits mit dem Kunden geklärt sind, bevor man in´s Boot geholt wird und so mit oft am Preis für die Arbeit nicht mehr viel zu rütteln ist und man sich im Prinzip unter Wert verkauft. Der Vorteil hingegen ist natürlich das man selbst nicht so viel Zeit in die Kundenaquise stecken muss, da man quasi auf den Pool der Kunden der anderen Freelancer zugreift, bzw. die sich um die Kundenaquise kümmern und einem dann entsprechend Aufträge zuschanzen. Das ist besonders wenn man eh schon Vollzeit arbeitet sehr angenehm, aber mehr als ein Zubrot zum normalen Gehalt sollte man da auch erstmal nicht erwarten. Um davon leben zu können müsste man da auch schon Vollzeit involviert sein und sich eben selbst einen zuverlässigen großen Kundenstamm aufbauen.

Was den Steuerfreibetrag angeht, wie gesagt normalerweise liegt man da ja schon drüber nur mit seinem eigentlichen Vollzeitjob. Von daher ist der Freibetrag meist kaum von Belang. Ansonsten kann ich den anderen nur beipflichten, wenn das jetzt nur sporadisch bei dir ist, kannst du es erstmal so laufen lassen und dann ggf. rückwirkend das Gewerbe anmelden. Wenn du jetzt aber in Aussicht hast, das du regelmäßig Aufträge bekommst, dann solltest du definitiv über die Gewerbeanmeldung nachdenken.

nicoschubert

unregistriert

8

Donnerstag, 28. April 2011, 08:24

Guten Morgen,

ich empfehle dir ein Steuerberater deines Vertrauens zu suchen, dieser hilft dir im Regelfall bei einer deinen Fragen rund um die Gewerbeanmeldung und was zu beachten ist. Zusätzlich empfehle ich dir dich bei der IHK und beim Arbeitsamt schlau zu machen, ob Gründer Seminare angeboten werden. Im Regelfall sind diese kostenlos und geben einen sehr viele nützliche Tipps und Tricks. Ich hatte damals im Jahre 2003 eine Ich-AG gegründet und hierbei hatte mir mein Steuerberater sehr gut geholfen. Dieser stand mir bei allem Fragen kompetent zur Seite.

Grüße Nico

ManfredS

unregistriert

9

Donnerstag, 28. April 2011, 10:29

Guten Morgen aus Köln,
auf jeden Fall einen Steuerberater kontaktieren. Auch wenns vielleicht nen bisschen was kostet, im nachhienein lohnt sichs auf jeden Fall. Würde dir aber in jedem Falle auch - wie einige Vorposter schon - eine Einzelunternehmung empfehlen (Kleingewerbe anmelden). Alles andere hat nicht wirklich viel Sinn, da du voraussichtlich nicht irre große Umsätze im Jahr erzielen wirst, zumindest am Anfang nicht :)

Viel Erfolg und Spass weiterhin!

braunbaer

unregistriert

10

Donnerstag, 28. April 2011, 12:48

Ich bedanke mich hiermit herzlich,

werd den Tipp zwecks Steuerberater natürlich annehmen,
und berichte dann wie es gelaufen ist.

lg

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