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Ricardinho94

unregistriert

1

Montag, 15. November 2010, 15:01

Was muss ich beachten für den "Filmlook"?

Hallo, ich drehe mit meinen Freunden bald in unserer Garage ein Musikvideo und wollte mal fragen, was ich beim Dreh selbst und bei der Nachbearbeitung beachten muss, um den Filmlook zu bekommen. Vielen Dank im Vorraus.

Ich film übrigens mit einer Casio Kamera ca. 800 Euro. Den genauen Typ kann ich auch nochmal sagen, wenn es nötig ist. Lichter und Stativ hab ich auch genauso wie Adobe Premiere CS4.

2

Montag, 15. November 2010, 15:18

Casio sind doch die kleinen Digitalkameras? 800 Euro. Da hat man euch aber über den Tisch gezogen!

Du solltest schon wissen, welche Kamera du hast. Es macht schon nen Unterschied ob es jetzt eine Aldi Cam oder was wirklich gutes ist.

Hm, was definierst du unter Film-Look? Bunte Farben oder eher kontrastreich? Es gibt 1000 Filmlooks. Du musst wissen was du willst und dich auch etwas selbst informieren. Oder learning by doing..
Wenn ich dir jetzt eine super Liste mit Film Looks schreibe und du liest dir alles durch, dann hast dus morgen wieder vergessen!

Mr Dude

unregistriert

3

Montag, 15. November 2010, 15:48

Wenn du mit Filmlook u.a. Tiefenunschäfen meinst, was ich denke, weil das einfach ein wichtiger Punkt ist, kannst du folgendes machen: Da deine kleine Kamera ja wohl kaum Tiefenschärfe hat, kannst du sie erzeugen indem du maximal reinzoomst. Wenn du mit Stativ filmst, geht das ja auf jeden Fall. Durch die hohe Brennweite verändert sich der Schärfenbereich des Objektivs.

In der Nachbearbeitung kannst du ebenfalls noch viel machen. Dazu kannst du dir mal Schattenlords "Selektive Farbkorrektur" reinziehen. Das ganze ist sehr komplex, aber bringt dir vllt einen Gewissen Überblick.

Marcus Laubner

unregistriert

4

Montag, 15. November 2010, 18:23

Da deine kleine Kamera ja wohl kaum Tiefenschärfe hat, kannst du sie erzeugen indem du maximal reinzoomst. Wenn du mit Stativ filmst, geht das ja auf jeden Fall.

Sorry, aber ich glaube das hilft ihnen nicht. Ich weiß nicht, was du für ne Garage hast, aber bei den meisten passt wohl neben der Band kaum nochwas rein. Dein Tipp mit dem Reinzoomen funktioniert zwar hier und da, dafür muss man mit der Kamera aber sehr weit weg. Und wenn der Hintergrund (hier: Garagenwand) noch ziemlich nah an den Personen ist, ist die Tiefenunschärfe gleich null. Da sollte man wohl eher zu einem 35mm Adapter/DSLR greifen.

Bei der Beleuchtung müsst ihr auch vorher wissen, wie das Endergebnis aussehen soll. Was habt ihr für ein Konzept? Welche Musikrichtung überhaupt? Was habt ihr für Lampen, 0815 Baustrahler oder was hochwertigeres/lichtstärkeres? Wenn ihr einfach ne Kamera auf nem Stativ vor die Gruppe stellt und Euch beim Musizieren filmt, wirkt das sicherlich lächerlich.

Guckt Euch Bilder im Netz an, sucht Euch welche, deren Stimmung ihr mögt. Versucht, das Bild in Eurer Garage nachzustellen. Dann seht ihr, wo was nicht passt, ob ihr nochwas braucht, ob Eure Cam das überhaupt packt (ich sag nur 'Rauschen') usw.

Beispielpic:


Und noch ein allgemeiner Tipp für den Dreh: vermeidet Überstrahlungen, also überbelichtete Szenen. Wenn ihr hinterher am Rechner an den Farben noch etwas verbessern wollt, ist das empfehlenswert.

hjkoenig

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5

Montag, 15. November 2010, 18:44

Hallo,
vielleicht sollte noch folgendes erwähnt werden:
"Filmlook" (merkwürdiges Wort) bezieht sich in der Regel auf den Kinofilm in analoger Technik. Dort wurden (und werden) in der Regel 24 Bilder pro Sekunde hintereinander auf den Film belichtet. Die kann man sich ansehen, wenn man einen Filmstreifen zur Hand nimmt.

Da jedes Einzelbild zur Belichtung stillstehen und dann schnellstens weitertransportiert werden muss, ohne dass man das später sieht, bleibt für die Belichtung nur ein bestimmter Sekundenbruchteil Zeit (ca 1/40 bis 1/60 Sek ). Das hat bei der Projektion manchmal zur Folge, dass man bei seitwärts durchs Bild laufenden Bewegungen den Eindruck hat, man könnte fast die einzelnen Bewegungsphasen sehen (jedenfalls läuft das Bild nicht so glatt ab.) Für viele ist das "der" Kinolook (der ist in der Praxis nicht so ausgeprägt, wie hier beschrieben, aber durchaus spürbar).

Gängige Videokameras nehmen, der bisherigen Fernsehnorm entsprechend, mit 50 Halbbildern/Sek auf. Dadurch lässt sich das Auge leichter täuschen und nimmt eine gleichmäßigere Bewegung wahr. Teurere Kameras sind in der Lage, 25 oder 24 Vollbilder/ Sek zu belichten und lassen auch eine manuelle Einstellung der Belichtungszeit zu, um den Eindruck einer Aufnahme mit analogen Kameras hervorzurufen.

Das zweite: die für analoge Filmkameras verwendeten Filme haben von vornherein eine anders ausgeprägte Kontrast- und Farbdarstellung. Mit preiswerten (ansonsten vielleicht nicht schlechten) Amateurcamcordern kann das nicht nachgemacht werden. Vieles andere (nachgemachte Streifen und Fussel auf dem Bild, wie es die meisten Schnittprogramme als Filter anbieten) ist dagen völliger Humbug und hat mit Filmlook nichts zu tun.

Kann sein, dass ihr das jetzt gar nicht wissen wolltet, dann könnt ihr den ersten Teil der Vorlesung vergessen, aber nicht das nächste:
Filmlook lebt von der richtigen Art, die Brennweite (Weitwinkel - Tele) einzusetzen und auf das Licht zu achten. Dazu kommt: man muss schon Glück haben, um mit dem kameraeigenen Mikrofon einen guten Ton einzufangen. Das Ohr ist kritischer als das Auge, also muss der Ton stimmen. Und das heißt: kauft oder leiht euch eins der gängigen digitalen Tonaufnahmegeräte (die Firma Zoom, aber auch andere bieten sowas ab ca 110.- € an) und nehmt damit parallel zur Kamera auf.

Was später den Film interessant macht, ist der Wechsel des Kamerastandorts, der Wechsel des Motivs: (Gesichter, Hände, Instrumente, die ganze Gruppe, der ganze Raum). Vielleicht sollte man auch zeigen, was alles vorher geschieht, bevor es los geht (wenn das Filmkonzept das vorsieht).

Gruß, Hajo König

PS: und wenn ihr das alles bedacht habt, dann werdet ihr merken, dass ihr eine Riesengarage braucht. Trotzdem: probiert´s aus, auch wenn die ganze Technik nicht so recht reicht. Seht euch das Ergebnis selbstkritisch an und macht, wenn ihr dabeibleiben wolltet, immer einen Fehler weniger. Die Aufnahmetechnik ist nur ein Werkzeug und ersetzt keine Phantasie und keine guten Einfälle.
hans joachim könig

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »hjkoenig« (15. November 2010, 19:26)


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eggbert

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6

Montag, 15. November 2010, 20:17

Dazu kommt: man muss schon Glück haben, um mit dem kameraeigenen Mikrofon einen guten Ton einzufangen. Das Ohr ist kritischer als das Auge, also muss der Ton stimmen. Und das heißt: kauft oder leiht euch eins der gängigen digitalen Tonaufnahmegeräte (die Firma Zoom, aber auch andere bieten sowas ab ca 110.- € an) und nehmt damit parallel zur Kamera auf.

also ich nehme mal an, die musikspur kommt wie üblich bei einem musikvideo später drunter, hajo. :-)

für guten look:

1. Schaut, ob Euch irgendjemand eine videofähige digitale Spiegelreflexkamera leiht. (DSLR), zB Nikon D90, Canon 7D, Canon 60D. Mit Eurem Camcorder wird der Filmlook sehr schwierig, weil ihr a) zu hohe Tiefenschärfe habt (dh. der Hintergrund ist genauso scharf wie der Vordergrund) und b) der Kontrastumfang nicht so gut ist. (Das hängt beides mit der Chipgröße zusammen.)

2. Wenn ihr keine DSLR bekommt, dann folgende Einstellungen bei Eurer Kamera einstellen, soweit möglich:
- Progressive Frames
- Belichtungszeit 1/50 Sekunden
- Blende eher etwas zu
- db Gain ausschalten

3. Dann: Leuchtet den Hintergrund und den Vordergrund getrennt aus. Das ist aufwändig, aber hilft.

4. Beleuchtet indirekt, also nicht direkt mit dem Baustellenstrahler drauf, sondern zB von einer Styroporplatte reflektieren lassen. Das gibt viel sanftere Schatten.


Insgesamt: Erwartet Euch nicht zuviel. Filmlook ist ein heiliger Gral für uns Amateurfilmer. Mit den DSLRs kommen wir dem zwar einen Riesenschritt näher, aber nicht umsonst ist Director of Photography ein eigener Beruf.

HobbyfilmNF

unregistriert

7

Montag, 15. November 2010, 20:38

Casio sind doch die kleinen Digitalkameras? 800 Euro. Da hat man euch aber über den Tisch gezogen!



Warum über den tisch gezogen? Der Preis ist Halt so.


hjkoenig

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8

Montag, 15. November 2010, 21:41

Hallo,
"also ich nehme mal an, die musikspur kommt wie üblich bei einem musikvideo später drunter..."
- ist das mit einfachen Mitteln wirklich synchron hinzubekommen? Kann ich mir gar nicht vorstellen.
Gruß, Hajo König
hans joachim könig

Knabbel himself

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9

Montag, 15. November 2010, 22:43

der fertige song laeuft bei den einzelnen filmaufahmen im regelfall ja immer mit. d.h. man hat ihn ja als referenz zum synchronisieren sowieso mit auf der videospur. dann muss man ja nur noch die beiden tonspuren abgleichen.

Alexxx11

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10

Montag, 15. November 2010, 23:17

PluralEyes macht dir das sogar automatisch, ansonsten geht das auch per Hand nach einiger Zeit ganz gut.

sebwiegmann

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11

Dienstag, 16. November 2010, 14:13

Ohne gemein sein zu wollen, behaupte ich mal, dass ihr bei euerm Dreh, egal, wie viele Tipps ihr bekommt, den Filmlook nicht erreichen werdet - was auch gut ist.

Warum?

Ganz einfach, weil niemand bei seinem ersten Musikvideo alles richtig macht. Es ist heute zwar leichter filmähnliche Bilder zu drehen, aber zum Filmlook gehört dann doch mehr als nur (schöne) Bilder mit Schärfenuntiefe.

Viel wichtiger ist, meiner Meinung nach, dass ihr das Musikvideo auch wirklich dreht. D.h. lies dir die Tipps hier ruhig durch, nimm so viel mit, wie du kannst, aber sieh zu, dass du das Musikvideo auch wirklich drehst!

Und ganz wichtig: Mach dir einen Plan! Überleg dir, was du wann drehen möchtest, welches Equipment benötigt wird, etc. Schreib dir das auf und halt dich daran, so gut es geht.

Guck dir vorher eventuell noch Musikvideos an, die dir gut gefallen, geh die Shot für Shot und Bild für Bild durch, frag dich, ob und wie du die Shots nachstellen kannst, und versuch das bei deinem Dreh umzusetzen.

Beim Drehen wirst du dann schon merken, was funktioniert und was nicht, und gleiches gilt für die Nachbearbeitung – Learning by doing! Und mit der Zeit kommt dann auch der Filmlook. :-)

Als kleine Motivation kannst du dir gerne mein erstes Musikvideo ansehen. Das ist rückblickend auch mehr schlecht als recht, aber nichtsdestotrotz habe ich bei diesem Dreh viel gelernt und immer zugesehen, dass das nächste Musikvideo weniger beschissen wird als das erste, hehe.

Perfect Symmetry - Evacuate Soul

Viele Grüße
Sebastian

Olly1966

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12

Dienstag, 16. November 2010, 18:35

Filmlook

Moin Moin,

also.......

ich gehe mal direkt auf deine Frage ein und den entsprechenden Gegebenheiten (Musikvideo, Garage,Casiocamera). Garage mit einem Greenscreen Hintergrund versehen, perfekt ausleuchten ( Achtung: dabei dürfen keine Schatten entstehen. ) Das ganze x mal aufnehmen (im Hintergrund das Playback der Musik ) Gesichter, ganze Band, Fokus auf Handgriffe usw. . Das alles von oben, unten und aus allen verrückten Perspektiven. So Sachen wie : Bassdrum (FußKICK ) usw. könnt ihr später aufnehmen. Im Schnittprogramm setzt ihr den Gammawert recht weit unten an, Kontrast rauf!! und eventuell die Farben nachjustieren. Interessant könnte hier auch die selektive Farbkorrektur sein. Für den grünen Hintergrund nehmt ihr ein Bild eurer Wahl. Das sollte ein Bild in höchster Auflösung sein! Hier muss der Gammawert usw. angeglichen werden plus Helligkeit. die schärfe von diesem Bild wird leicht!!! herabgesetzt und fertig. Das gibt einen perfekten Filmlook.

Gruß

Olly :thumbup: www.trashmob-Movies.de

Ricardinho94

unregistriert

13

Donnerstag, 18. November 2010, 21:43

Also zuerst mal vielen Dank für die Tipps.

Ich habe nochmal nachgekuckt, ich habe einen Canon (nicht Casio) Camcorder. Ja unsere Garage ist nicht wirklich groß, aber nicht total klein. Das Musikvideo werden wir auf jeden fall drehen. Der Termin ist der 26.11. Ja es ist nicht mein erstes Projekt. Ich habe schon 2 Kurzfilme gedreht, 10 und 20 Minuten lang. Bei denen war ich eben nicht zufrieden mit dem Look.

Es ist ein Partylied und wir haben eben ein paar Leute eingeladen, die in unserer Garage eine Partyszene darstellen sollen. Ja Belichtung ist bei uns mittelmäßig. Wir haben hier in unserer Stadt ein Mediencenter, dass eine professionelle Kamera da hat. Die werden wir uns vielleicht ausleihen. Leider nur SD aber egal.

Ich muss sagen, dass ich echt etwas skeptisch bin und etwas Angst hab, da die Leute echt viel erwarten. Ich will das auf jeden Fall gut machen.

Ich probier im Moment schon die ganze Zeit in der Garage rum, welche Einstellungen ich filme etc. . Synchron werden wird das wohl schon, das ist nicht das Problem. Ich hab auch schon eine Nebelmaschine und Discolichter organisiert.

Also ich hab mir die ganzen Tipps zu Herzen genommen und versuch sie auch zu berücksichtigen.

Was jetzt auch noch schwierig wird, wird die ganzen Leute (15 Stück) alle richtig einzustellen und ihnen sagen, was zu machen ist. Ich hoffe einfach wirklich, dass es gut wird, ich geb alles.

Wenn Bedarf ist, kann ich das Video, wenn es fertig ist, auch hier posten. Wird dann wohl irgendwann im Dezember der Fall sein.

Verwendete Tags

Allgemeine Frage, Filmlook, Technik

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