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Donnerstag, 1. April 2010, 12:52

Hintergrundinfos zur Amateurszene und Perspektiven

Hi,



ich bin erst vor kurzem auf Euer Forum gestossen und habe mich schon mit Interesse durch den ein oder anderen Thread gelesen. Dabei sind mir einige Fragen gekommen, die sich nicht mit der SuFu beantworten lassen bzw. ich bin evtl. zu doof diese sinnvoll einzugrenzen.



Vielleicht erstmal vorab, wer bin ich und was ist mein Ziel:

Vor einigen Jahren während meiner Abiturzeit begann ich mich vermehrt für das Filmemachen zu interessieren. Damals kam der Ausschlag sich in beruflicher Richtung dahingehend zu bewegen, durch die Preview des schlechtesten deutschen Films aller Zeiten (Meine persönliche Meinung also bitte nicht schlagen ;-) ): Cascadeur. Das war auch der einzige Film bei dem ich mein Geld zurück verlangen wollte und ich dies sogar tun konnte weil Regiseur und Produzent anwesend waren. Die sagten damals "Geh doch auf die Filmhochschule und mach's besser." In der jugendlichen Unbefangenheit, dachte ich "klar mach ich". Um das ganze hier abzukürzen... ihr kennt das sicherlich ...schlecht bis gar nicht bezahlte Praktikas...Bewerbung bei Hochschulen...Absagen...und überall der Hinweis auf Vitamin-B und immerwieder nur leute, die nur Kunst aber nicht unbedingt auch mal nen unterhaltenden Film als Ziel sehen. Keine Filmschule, keine Perspektiven und private Schulen zu teuer...also hab ich frustriert aufgegeben und erstmal was studiert um Geld zu verdienen.



Jetzt mit 30 hab ich das Geld, und dachte vielleicht doch mal das ganze auf die Agenda zu setzen. Die Frage ist nur "Lohnt das?" und hier kommt mein eigentlicher Threadtitel ins Spiel.



Hier sind ja einige Leute unterwegs, die schon einiges an Erfahrung und Qualität vorzuweisen haben. Dennoch befinden wir uns ja hier im Amateurbereich, was heißt die meisten betreiben dies hier als Hobby. Die Frage ist "Warum nicht als Beruf?" Ich lese hier von vielen Leuten die anscheinend richtig Ahnung haben, aber dennoch nicht im professionellen Bereich zu hause sind. Ist das Feld so schwierig zu bestellen? Geht's wirklich nur mit Abschlüssen und Vitamin-B? Vielleicht irre ich mich und hier sind alles profis, aber wenn nicht, was sind eure Hintergründe die Euch davon abhalten? Oder ist es nur die Herausforderung Filme zu machen bei denen man vom location über Darsteller etc. immer ein wahres Improvisationstalent sein muss?





Ein zweite Sache, die mir hier unter den Nägeln brennt ist eben die des Geldes. Bei Gesprächen an der Filmhochschule wurde mir immer wieder gesagt " Wenn du keinen Sponsor hast, der mal 30.000 reinpumpt, vergiss es!". Auch die kleinen Produktionen bei denen ich mitgearbeitet habe, war das Budget nie unter 10.000. Hier lese ich jedoch wie einige sich ereifern einen fast Hollywoodreifen Streifen für 5000 drehen zu können. Wenn ich allein an die Equipmentkosten, selbst bei Miete denke... halte ich das teilweise für sehr ambitioniert. Sind diese Vorstellung realistisch?



Um den Kreis jetzt zu schliessen. Wenn man auch in meinem Alter sich nocheinmal ernsthaft mit dem Thema Filmgeschäft auseinandersetzen will, macht es da eher Sinn Geld in Eigenproduktionen und Equipment zu investieren, also den Sprung aus Hobby ins Business zu probieren ? Daher auch die Frage nach Euren Hintergründen. Oder macht es eher Sinn sich eine professionelle Filmschulausbildung in USA oder Kanada zu gönnen und dort das geld zu investieren, da man hier das nötige Equipment gestellt bekommt und das Handwerk im "professionellen" Umfeld lernen kann?



Wie schätzt Ihr die Perspektiven ein?

Danke für Eure Antworten

laScrimaurice

unregistriert

2

Montag, 5. April 2010, 01:04

Hallo Rumo,

erstmal musste ich lachen. "Wenn man auch in meinem Alter" ... Es gibt Leute die steigen später ein, mach dir da also mal keine Gedanken. Ich hab allerdings ein paar schlechte Nachrichten für dich. Wenn du einen guten Film machen willst brauchst du Geld. Klar kannst du auch mit einem geringen Budget einen guten Film machen, der ist dann eben inhaltlich gut. Technik ist teuer!

Und dann zum Thema Vitamin-B eine kurze Antwort: Ja. Ohne gehts auch, aber wieso den Berg hochklettern wenn du drum rum gehen kannst. Gerade in der Filmbranche gehts mit Bekanntschaften deutlich einfacher. Man kommt leichter an Geld, Schauspieler einfach alles. Frag dich einfach wieso viele Schauspieler immer nur für die gleiche Produktionsfirma arbeiten :)

Aber: Egal wer dir sagt: So musst du es garnicht versuchen. Denen sagst du: Leckt mich mal am A****! :) Tu es einfach. Egal mit wieviel Budget, egal mit welchen Schauspieler. Wichtig ist nur, dass du es tust.

3

Dienstag, 6. April 2010, 16:17

Danke für die 1. Anwort

Hallo,



danke erstmal für die 1. Antwort.



Das mit dem Alter ist leider nicht gänzlich auf meiner persönlichen Einschätzung basiert, sondern allein schon mal durch die Tatsache begründet, dass das Höchsteinstiegsalter bei den meisten deutschen Hochschulen im Bereich Film bei 30 festgeschrieben ist. Daher auch die generelle Überlegung ob man eine Fachausbildung alla Hochschule benötigt um eine Chance im Pro-Bereich zu haben, da diese für mich nur unter Geldeinsatz in Form einer Amerikanischen/kanadischen Hochschule erreichbar wäre.



Meine Frage zielt auf die Richtung, ob Können allein in Deutschland nicht reicht um erfolgreich zu sein, sondern das man einen Wisch brauch auf dem "Diplom"-xy steht? Diese Annahme habe ich auf der Basis, dass es hier auch viele gute leute gibt, aber kaum einer im Probereich Fuss fassen kann.





Im Bezug auf das Geld für Filme kam meine Frage aus einem hier im Forum gelesenen Thread:



IMMEMORIAL - 5000 Euro Low-Budget Film



in der Diskussion hier, wird der Threadstarter um seine immensen Finanzmittel von 5000€ beneidet. Einige ereifern sich Spielfilme aller Crank nur ohne den STardarstellern mit einer derartig hohen Summe drehen zu können. Ich dachte die ganze Zeit , ich hätte drei Nullen überlesen und da stünde 5 Mio. ;-)



Da bin ich mal beruhigt, dass Filmen doch geld kostet und ich nicht die ganze zeit das nötige kleingeld für mehrere Blockbuster unwissentlich auf dem Girokonto rumliegen hatte :-D

Birkholz Productions

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4

Dienstag, 6. April 2010, 17:02

Wenn man die Möglichkeit bekommt, in den USA oder Kanada auf einer renommierten Hochschule Film studieren zu können, dann würde ich diese Chance um alles in der Welt nutzen!
Nur mein Satz des Tages.

5

Dienstag, 6. April 2010, 17:10

Chance nutzen...

Nun ja, sagen wir mal so... die Kosten für ein Studium belaufen sich auf rund 50.000 ohne unterkunft und Lebenshaltung bei 4 Jahren im Mittel. D.h. wenn ich sowas machen würde, müsste ich rund 100.000 investieren und dabei 4 Jahre verdienstausfall in Kauf nehmen. Das lohnt sich nur, wenn der daraus resultierende Benefit groß genug ist um das wieder auszugleichen. Wenn du danach dann nur nen teuren Wisch hast und dich immer noch mit 1000 anderen um ne Wasserträger oder Praktikantenstelle kloppen musst, macht das nicht wirklich sinn.



Zumal es ja viele gibt, die so schon einiges drauf haben. Mal angenommen die hätten das Geld, was wäre die bessere wahl? in ein Studium investieren oder in ein Projekt?

HobbyfilmNF

unregistriert

6

Dienstag, 6. April 2010, 17:42

Das ist eine Stange Geld. Wenn man genügend kleingelt hat würde ich es machen aber als normal sterblicher ist das unerschwinglich wie ich finde.

tomatentheo

unregistriert

7

Dienstag, 6. April 2010, 19:01

Moin!

Zitat

in ein Studium investieren oder in ein Projekt?


Ins Projekt, aber auch nur dann, wenn du dein Handwerk beherrschst. Um dieses Handwerk zu lernen, geht man idealerweise auf eine Filmschule. Dort bekommt man in der Regel eine vernünftige Ausbildung und genug Kontakte. Andererseits musst du dich fragen, was deine Intention ist. Mit Filmen Geld verdienen? Geh lieber arbeiten.
Hast du ein Projekt, das auch am dem Markt bestehen kann und eine gewisse Summe an Eigenkapital, ist die Chance groß, das du willige Helfer findest und du deinen Einsatz plus etwas Spielgeld wieder hereinbekommst.
Denn alle Lottowahrscheinlichkeiten außen vor gelassen sieht es letztendlich so aus, das du hier mit deinem tollen Titeldiplomwisch irgendwo als Assi in irgendeinem Fernsehsender endest. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich würde Independent als Chance begreifen und mich über alle Kanäle selbst weiterbilden. Dann ein Projekt stemmen und danach das nächste. Der Rest findet sich.

NHP

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8

Dienstag, 6. April 2010, 22:16

du darfst bei deinem beispiel von "immemorial" nicht vergessen, dass es sich wie gesagt um ein amateurprojekt handelt.
die jungs werden logsich um diesen budget beneidet, aber das heißt noch lange nicht, dass der film gut wird. und es darf zurecht gezweifelt werden, da diese produktionsgruppe hier bisher noch nichts präsentiert hat. außerdem heißt gut hier noch lange nicht gut auf dem Markt.

bestes beispiel: "jenseits" von loom. hat glaube ich auch mehrere 10000 euro gekostet. jeder hier im forum beneidet die jungs, findet den film spitze und bewundert, wie viel arbeit und herzblut man in ein einziges projekt stecken kann. Und ich gehöre sicherlich dazu.
Aber mal ganz ehrlich, wenn ich den Film als Uninformierter auf Dvd im Handel gekauft hätte, hätte ich mich ein wenig verarscht gefühlt.

Die Jungs wissen sicherlich wie man mit der Technik richtig umgeht, aber man sieht an einigen Stellen doch, wo eben Geld gefehlt hätte.
Von daher musst du dir auch immer die Frage stellen, in welchem Rahmen du dein Projekt präsentieren möchtest.
Dein Fokus sollte auf jeden Fall darauf liegen, dass du eine Geschichte erzählen möchtest. Setz dir Termine und arbeite darauf hin. Der Rest kommt dann von alleine. Einfach laufen lassen. xD

MFG

Thom 98

unregistriert

9

Dienstag, 6. April 2010, 22:21

Wenn du nicht unbedingt Spielfilme machen willst, dann könntest du auch überlegen eher in Richtung Dokumenation zu gehen. Oder du drehst Hochzeitsfilme. Oder Musikvideos. Oder versuchst dich zunächste in der Werbe-Industrie. Oder bewirbst dich bei einem TV-Sender.
Es gibt viele Wege da einzusteigen.

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