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Coldstorm

unregistriert

1

Donnerstag, 18. März 2010, 18:28

Unterschied Video und Film

Hallo,

eine kleine Frage..

Was ist eig. der genaue Unterschied zwischen Film und Video?

Also das grundlegende ist mir klar, das Film halt ganz anders aufgenommen wird als Video. Video auf z.B. dv und so..

Aber was ergibt das im Endeffekt?

Sieht nur was, was auf Film entstanden ist, richtig aus wie ein Film?

Ich meine wenn ich ein Toaster auf einem Tisch filme, sieht man ja sofort, egal aus welcher Perspektive, dass da kein Profi am Werk war und überzeugt einfach nicht.. Aber wenn man in einer Hollywood Produktion ein Toaster auf einem Tisch sieht, sieht das eben nach Profi aus.. Bei der gleichen Perspektive..

Ich hoffe jemand versteht wenigstens ein Bisschen, was ich meine :D

Gruß

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Coldstorm« (18. März 2010, 23:43)


Birkholz Productions

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2

Donnerstag, 18. März 2010, 18:35

Hier vergleichst du ja nicht direkt zwei verschiedene Formate, sondern absoluter Amateur mit professionellem High Budget Film. Da liegt schon im Begriff der beißende Unterschied. Natürlich gibts zwischen Film und Video Unterschiede, aber selbst bei Video kannst du die Eigenschaften von Film kopieren. Was du meinst ist schon viel umfangreicher.
Was den Unterschied bei den Toaster ausmacht, ist dass die beim Film ein riesiges Team haben. Jeder versteht seinen Job perfekt und weiß genau was er macht. Es werden teure Scheinwerfer verwendet, die von einem professionellem Ausleuchter ausgeleuchtet werden. Die Kameras haben andere Eigenschaften, wie einen viel größeren Chip, mit dem sich eine größere Tiefenunschärfe erreichen lässt. Ton, Bildausschnitt, Stimmung, Schauspieler, Regie usw... Alles bestimmt das was du siehst und macht den großen Unterschied aus, zum Videobild, das ein einzelner Amateur mit seinem 08/15 Camcorder in der Küche aufnimmt.

thedirector

unregistriert

3

Donnerstag, 18. März 2010, 18:38

Die Schärfe! Wie schon von Birkholz erwähnt hat man da bei Filmkameras viel mehr Möglichkeiten. An die kommt man, wenn man mit Video dreht, nur mit einem 35mm Adapter ran...

Thom 98

unregistriert

4

Donnerstag, 18. März 2010, 18:46

Nunja, bis vor kurzem was es so, dass auch die Profis ungern Digital gedreht haben, da man aufgrund verschiedener Artefakte tatsächlich einen visuellen Unterschied zwischen Video und Film ausmachen konnte. Da wäre zu einen der Shutter. Hierbei ist es oft so, dass viele mit einem Shutter drehen, der für eine Filmkamera technisch unmöglich ist. Eine Filmkamera hat so einen drehenden Halbkreis drinne, mit dem ein Bild immer halb bedeckt, halb nicht bedreckt wird. Bei 24 Bildern pro Sekunde muss sich dieser Shutter 48 mal drehen um jedes Bild 1/48s zu belichten. Ein längerer Shutter ist nicht möglich; bei Videokameras aber sowohl. Hier kann man ohne Probleme ein Bild "360°"/"Full Frame" bzw 1/24 oder 1/25 belichten, also die komplette Zeit die es zu sehen ist.
Das hat zur Folge, dass die Bewegungsunschärfe bei Video mit den falschen Einstellungen nicht so aussieht wie bei Film.
Eine andere Sache wäre der Unterschied darin, wie Licht aufgezeichnet wird. Bei Film ist das aufgrund der chemischen Reaktion die da passiert sehr organisch und dynamisch. Bei Video ist das eben oft viel einheitlicher und sieht einfach aus wie Video.
Außerdem wird oft der "Film Grain" als Indiz dafür genommen, dass ein Film tatsächlich auf 35mm aufgenommen wurde. Hierbei kann man bei genauem hinschauen die Körnung der Filmrolle sehen. Bei Video fehlt diese Körnung.
In den letzten Jahren hat die digitale Technik aber solche Fortschritte gemacht, dass man es einem Film nicht mehr ohne weiteres ansieht, ob der nun auf 35mm Film oder digital aufgezeichnet wurde. So gibt es beispielsweise mit der RED One, der Viper oder der Genesis drei verdammt gute digitale Kameras. Wusstest du, dass z.B. Star Wars oder Der seltsame Fall des Benjamin Button oder Crank 2 auf Video aufgezeichnet wurden?
Hier ist es sehr wichtig, dass man an diesen guten Kameras sehr teure Objektive anschrauen kann. Außerdem spielt der große Sensor eine wichtige Rolle.

Nicht zuletzt tragen zu einem richtigen Filmbild noch sehr, sehr viele andere Faktoren bei. Lcht, Kostüme, Ausstattung, Set, Ton, Atmospähre, ect, ect...alles das machen erst ein gutes Filmbild aus. Nur eine gute Kamera bringt rein gar nichts, wenn der Rest nicht stimmt!

thedirector

unregistriert

5

Donnerstag, 18. März 2010, 19:39

Bei Crank wurden aber nur Canon XH-A1 Cams verwendet. Also nicht RED's oder so. Aber da wurde vor allem mit dem Colorgrading noch einiges am Look des Films verändert. Filmlook wollte da glaube ich gar nicht erreicht werden. ;)
»thedirector« hat folgendes Bild angehängt:
  • bai_ling_crank_15_big.jpg

Alexxx11

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6

Donnerstag, 18. März 2010, 20:24

Dennoch sind auch bei Crank keine Amateure am Werk und da wird auch wohl wenig dem Zufall überlassen...

Coldstorm

unregistriert

7

Donnerstag, 18. März 2010, 23:32

Hey,

super, vielen Dank für die zahlreichen und informativen Antworten.

Ja, das die Atmosphäre ganz anders ist, mit Licht von professionellen Ausleuchtern etc. ist ja klar, deswegen das Beispiel, nur ein Toaster auf einem Tisch ohne Bewegung oder Schauspieler.

Das Crank 2 mit der Canon gedreht wurde, überwältigt mich ja gerade ein wenig :D

Das hat zur Folge, dass die Bewegungsunschärfe bei Video mit den falschen Einstellungen nicht so aussieht wie bei Film.


Demnach, könnte ich meine Panasonic HDC-SD300 falsch einstellen und es sieht noch "schlechter" aus, als es eig. aussehen könnte? Oder gilt das nur für digitale Kameras im Profi-Bereich?

Ich danke euch allen

Gruß

Thom 98

unregistriert

8

Freitag, 19. März 2010, 07:23

Ja, das die Atmosphäre ganz anders ist, mit Licht von professionellen Ausleuchtern etc. ist ja klar, deswegen das Beispiel, nur ein Toaster auf einem Tisch ohne Bewegung oder Schauspieler.

Du wirst nicht glauben, wie lange und aufwändig Profis für einen auf den ersten Blick simplen Shot ausleuchten! Da ist enfach jede einzige Einstellung perfekt durchgeplant und auch wenn da nur ein Toaster auf dem Tisch steht, kannst du dir fast sicher sein, dass sich die Leute da jede Menge Gedanken gemaht haben, wie man das am besten ausleuchtet!



Das hat zur Folge, dass die Bewegungsunschärfe bei Video mit den falschen Einstellungen nicht so aussieht wie bei Film.

Demnach, könnte ich meine Panasonic HDC-SD300 falsch einstellen und es sieht noch "schlechter" aus, als es eig. aussehen könnte? Oder gilt das nur für digitale Kameras im Profi-Bereich?

Kommt drauf an, was deine Kamera für Einstellungen hat. Meine alte Panasonic NV-GS-280 kann einen maximalen Shutter von 1/50 machen, d.h. das wäre equivalent zu 1/48 an der Filmkamera, denn meine Kamera macht 25 fps, die Filmkamera 1/48. Trotzdem bleibt bei meiner Kamera noch das Problem der interlacten Bilder. Meine Kamera nimmt nämlich, genau wie viele andere auch, nicht wirklich 25 volle Frame pro Sekunde auf, sondern eigentlich 50 Halbbilder. Bei Film gibts sowas wie Halbbilder nicht; dort nimmt man immer progressiv, also in Vollbildern auf.
Immer mehr digitale Kameras können aber so eingestellt werden, dass sie Vollbild (25p, 24p) aufnehmen. Tut man das, ist man schonmal wieder einen kleinen Schritt näher am "Filmlook" dran.

Coldstorm

unregistriert

9

Freitag, 19. März 2010, 19:50

Okay, dann muss ich mein Handbuch wohl nochmal überlesen..
Vielen Dank für eure Antworten


Gruß

sollthar

unregistriert

10

Samstag, 20. März 2010, 09:09

Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass ein Kamermann und Beleuchter, die wissen, was sie tun, mit einer billigen 200 € Kamera locker die optisch besseren und filmigeren Einstellungen erzielen werden, als ein unerfahrener oder mässig erfahrener Amateur mit einer hollywoodtypischen 35mm Kamera.



Die Technik spielt auf die oben genannten Dinge eine Rolle (Vorallem der Shutter). Der Rest ist der Unterschied, ob man genau weiss, was man tut, oder eben nicht.

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